Fördermaßnahme

Nationale Forschungsplattform für Zoonosen

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2008
Förderzeitraum: 2009 - 2019
Gesamte Fördersumme: bis zu 6,3 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 3 Geschäftsstelle; 13 Pilot- und Querschnittsprojekte

Im Rahmen der Forschungsvereinbarung zu von Tieren auf Menschen übertragbaren Krankheiten (Zoonosen) zwischen dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vom 22.03.2006 wurden zusätzliche Fördermittel in Höhe von 60 Mio. € zur Verfügung gestellt, um das Themenfeld der zoonotischen Infektionskrankheiten erfolgreich bearbeiten zu können und die Prävention, Diagnose und Therapien von zoonotischen Infektionskrankheiten langfristig zu verbessern. In einem ersten Schritt wurde im März 2006 das Forschungs-Sofortprogramm Influenza des Bundes (FSI) mit Forschungsprojekten am Robert-Koch-Institut, Friedrich-Loeffler-Institut und Paul-Ehrlich-Institut initiiert. Im zweiten Schritt werden vom BMBF Forschungsverbünde zu zoonotischen Infektionskrankheiten gefördert (s. unten).

Zur Koordination und Vernetzung der Zusammenarbeit der FSI-Projekte im Rahmen des Sofortprogramms und der interdisziplinären BMBF-Forschungsverbünde zu zoonotischen Infektionskrankheiten in Deutschland sowie zur Förderung der breiten horizontalen Vernetzung der Human- und Veterinärmedizin soll nun in einem dritten Schritt eine nationale Forschungsplattform für Zoonosen etabliert werden. Die Forschungsplattform setzt sich zusammen aus den Forschern der unterschiedlichen Forschungsverbünde, die in Deutschland tätig sind (Plenum), einem Beirat, dessen Zusammensetzung durch Satzung geregelt wird und einer Geschäftsstelle.

Die nationale Forschungsplattform für Zoonosen wird inhaltlich ressortübergreifend von den drei o. g. Ministerien getragen und durch die Ressortforschungseinrichtungen des BMG und des BMELV unterstützt. Eine befristete Anschubfinanzierung wird durch das BMBF gewährleistet.

Durch die Etablierung der nationalen Forschungsplattform für Zoonosen soll ein Netzwerk geschaffen werden, das schnell funktionsfähige, flexible und nachhaltige Lösungen für die Erforschung, Prävention und Bekämpfung von zoonotischen Infektionskrankheiten entwickelt und gemeinsam mit den entsprechenden Institutionen umzusetzen vermag.

Die Koordination verbundübergreifender Querschnittsprojekte und zukünftiger Forschungsaktivitäten soll durch die Geschäftsstelle der nationalen Forschungsplattform für Zoonosen erfolgen. Um die kooperative Forschung auf dem Gebiet der Zoonosen weiter zu verstärken und auf ggf. neue auftretende Herausforderungen rasch reagieren zu können, werden über die Geschäftsstelle Querschnitts- und Pilotprojekte betreut, deren Bewilligung über BMBF/PT erfolgt.

2. Stand der Fördermaßnahme

Die Geschäftsstelle der nationalen Forschungsplattform wird seit dem 1.1.2009 für zunächst drei Jahre gefördert (siehe www.zoonosen.net). Als Ergebnis der positiven Zwischenbegutachtung im Oktober 2011 ist ab Juni 2012 eine 2. Förderphase von nochmals drei Jahren gestartet. Anfang 2012 ist eine Zwischenbegutachtung vorgesehen.

Anträge zu Pilot.- und Querschnittsprojekten werden über die Gremien der Nationalen Forschungsplattform laufend bewertet (siehe www.zoonosen.net).

Einzelprojekte

ÖGD-Projekt: Vorkommen von Antibiotika-resistenten Erreger in der Kette der Fleischgewinnung und Fleischverarbeitung sowie in Umweltproben

Förderkennzeichen: 01KI1807
Gesamte Fördersumme: 80.697 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2020
Projektleitung: Dr. Sylvia Klees
Adresse: Dr. Sylvia Klees
Westerfeldstr. 1
32758 Detmold

ÖGD-Projekt: Vorkommen von Antibiotika-resistenten Erreger in der Kette der Fleischgewinnung und Fleischverarbeitung sowie in Umweltproben

Die zunehmende Verbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien gehört zu den wichtigsten Bedrohungen der Gesundheit von Mensch und Tier. Die Übertragung dieser multiresistenten Bakterien zwischen Mensch und Tier über verschiedene Wege soll im Rahmen dieser Studie beleuchtet werden. Ziel dieser Studie ist es, das Vorkommen von definierten multiresistenten Bakterien in der Kette der (Geflügel)-fleischgewinnung und Fleischverarbeitung sowie in Umweltproben (z. B. Wasserproben aus Seen und Quellen) zu untersuchen. Hierbei sollen Eintragsquellen identifiziert werden und eine mögliche Weiterverbreitung in der Kette der Fleischverarbeitung und in die Umwelt untersucht werden. Im einzelnen wird im Rahmen dieser Studie das Vorkommen von folgenden multiresistenten Bakterien untersucht: Carbapenemase-bildende Enterobakterien (CRE), welche in Nutztierhaltungen, auch in Deutschland, kürzlich nachgewiesen wurden, Plasmid-kodierter Colistin-Resistenzgene, welche in Fleischproben,sowie bei Nutztieren und Menschen in China und in verschiedenen Europäischen Ländern einschließlich Deutschland festgestellt wurden und Vancomycin-resistenter Enterokokken (VRE), welche bei Enterokokken aus Tierhaltungen und Krankenhäusern und neuartige übertragbare Resistenzgene enthielten, die auch Unempfindlichkeit gegenüber humanmedizinischen Reserveantibiotika (Oxazolidinone) vermitteln.

Electric Signalling in Biofilmen pathogener Bakterien

Förderkennzeichen: 01KI1803
Gesamte Fördersumme: 128.030 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2020
Projektleitung: Dr. Birgit Walther
Adresse: Robert Koch-Institut (RKI)
Nordufer 20
13353 Berlin

Electric Signalling in Biofilmen pathogener Bakterien

Bakterien treten hauptsächlich in Form von Biofilmen auf und sind in eine Vielzahl von Infektionen in der Human- und Veterinärmedizin involviert. Auch zoonotische sowie resistente Infektionserreger sind oftmals an diesen hochkomplexen Gemeinschaften beteiligt. Der enge Kontakt zwischen verschiedenen Spezies begünstigt den horizontalen Gentransfer, so dass Virulenz- und Resistenzfaktoren auf mobilen genetischen Elementen in diesem Milieu rasch Verbreitung finden. Seit 2017 ist bekannt, dass Bakterien in Biofilmen über ultraschnelle elektrische Impulse in Form von Kalium-Ionen kommunizieren (e-signalling). Unter anderem kann ein metabolischer Gleichklang erzeugt werden, indem sich das Wachstum der Gemeinschaft graduell innerhalb kürzester Zeit an sich ändernde Umweltbedingungen anpasst. Diese Kommunikation kann sowohl in einem Biofilm, zwischen mehreren Biofilmen und zwischen Biofilmen und planktonischen Bakterien stattfinden. Diese spezielle Anpassung von Bakterien könnte eine mögliche Ursache dafür sein, dass sich bestimmte multiresistente Infektionserreger bei Mensch und Tier gleichermaßen erfolgreich verbreiten. Ziel dieses Pilotprojektes ist daher die Ressourcen-sparende Etablierung eines neuartigen Systems zur Visualisierung und Untersuchung von e-signalling in Biofilmen pathogener Bakterien, um dieses innovative Forschungsfeld für die Zoonoseforschung im Sinne des "One-Health"-Gedankens zu erschließen.

Sequenzspezifische Anreicherung zur Identifizierung genetischer Marker für die Adaption zoonotischer Viren - Eine Pilotstudie zur Etablierung einer Plattform

Förderkennzeichen: 01KI1730
Gesamte Fördersumme: 149.542 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2019
Projektleitung: Dusan Kunec
Adresse: Freie Universität Berlin, Fachbereich Veterinärmedizin, Institut für Virologie
Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
14163 Berlin

Sequenzspezifische Anreicherung zur Identifizierung genetischer Marker für die Adaption zoonotischer Viren - Eine Pilotstudie zur Etablierung einer Plattform

Neu auftauchende Krankheiten stellen ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko für den Menschen dar. Während viele Viren, die ursprünglich in tierischen Wirten zirkulieren, mittlerweile in der menschlichen Population weit verbreitet sind, ist der Mensch für viele zoonotische Viren ein sogenannter Fehl- oder nicht definitiver Wirt. Bei Infektionen mit letztgenannten Viren unterbleibt in der Regel eine effiziente Übertragung von Mensch zu Mensch. Durch genetische Veränderungen getrieben entwickeln sich Viren jedoch weiter und erschließen neue Wirtsorganismen. Genetische Plastizität und enorme Populationsgrößen erlauben RNA-Viren den Übergang in alternative Wirtsorganismen, die außerhalb ihres gewöhnlichen Verbreitungswegs bzw. endemischen Zyklus sind. Die zugrundeliegenden genetischen Faktoren für dieses "Entwischen" und die Akquirierung neuer Wirte sind bislang nicht ausreichend verstanden. Virale Sequenzen von mit zoonotischen Pathogenen infizierten Menschen bieten Einblicke in eine entscheidende Phase der Adaption an einen neuen Wirtsorganismus und sind von unschätzbarem Wert für das Verständnis neu entstehender Infektionen. Bislang sind solche wichtigen Sequenzinformationen rar, da es häufig schwierig oder unmöglich ist, virale Sequenzen von ausreichender Qualität aus klinischen Proben zu gewinnen. Übergeordnetes Ziel des Projekts ist es, Einblicke in den Prozess der Adaption von Viren im menschlichen Wirt zu erlangen. Dabei sollen virale Populationen vor und nach dem Übertritt vom Tier zum Menschen untersucht werden, um damit den evolutionären Flaschenhals, den die Überwindung der Speziesbarriere darstellt, besser zu verstehen. Während des Projekts werden die genetische Vielfalt von zwei zoonotischen Viren, dem Puumala-Virus und dem MERS-Coronavirus in menschlichen und tierischen Proben untersucht. Im Fall des MERS-Coronavirus wird zusätzlich die Entwicklung der genetischen Vielfalt nach Eintritt in den menschlichen Wirt im Laufe der Zeit verfolgt.

Abgeschlossen

Etablierung und Evaluierung von Lungenpräzisionsschnitten als Kultursystem für die Isolierung, Vermehrung und Charakterisierung respiratorischer Zoonoseerreger in Seehunden

Förderkennzeichen: 01KI1729
Gesamte Fördersumme: 112.729 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2018
Projektleitung: Prof. Peter Valentin-Weigand
Adresse: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Virologie
Bünteweg 17
30559 Hannover

Etablierung und Evaluierung von Lungenpräzisionsschnitten als Kultursystem für die Isolierung, Vermehrung und Charakterisierung respiratorischer Zoonoseerreger in Seehunden

Viele Krankheitserreger infizieren die Atemwege oder nutzen den Respirationstrakt für eine Initialinfektion, um sich dann auf andere Gewebe und Organe auszubreiten. Dies gilt auch für Zoonoseerreger. Sofern diese viralen oder bakteriellen Infektionserreger ihren natürlichen Wirt nicht in einer Nutztierspezies wie Rind oder Schwein haben, ist es sehr schwierig, das Infektionsverhalten im Ursprungswirt zu analysieren. Von Wildtierspezies gibt es keine oder nur wenige immortalisierte Zelllinien. Weiterhin treffen die Mikroorganismen im Respirationstrakt auf die Epithelbarriere, die aus differenzierten Zellen besteht, die es nicht als immortalisierte Zellen gibt. Für Atemwegszellen vom Menschen oder von häufigen Nutztieren wurden primäre Kultursysteme für differenzierte respiratorische Epithelzellen beschrieben. Dazu gehören Air-liquid-interface-Kulturen und Lungenpräzisionsschnitte (PCLS). Beide sind geeignet, um sie auf Tierarten anzuwenden, die weniger leicht zugänglich sind für die Gewinnung von Gewebe zu Untersuchungszwecken. In dem Projekt PHOCA-PCLS geht es darum, PCLS von Seehunden als Modellspezies für Wildtiere zu erzeugen. Ziel ist es, ein ex vivo-Kultursystem für die Zoonosenforschung zu etablieren, mit dem auch weniger zugängliche Tierspezies wie Seehunde für Infektionsstudien mit Atemwegszellen zugänglich werden. Mit den Projektergebnissen soll die Basis dafür gelegt werden, dass zukünftig auch andere für die Zoonosenforschung wichtige Wildtierspezies für die Forschung zugänglicher werden, indem PCLS von ihrer Lunge erzeugt werden. Dabei ist das Anwendungspotenzial nicht auf die Grundlagenforschung beschränkt. Interessant sind PCLS auch für die Isolierung neuer Viren, für antivirale und antimikrobielle Studien sowie für Untersuchungen im Zusammenhang mit Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen.

Abgeschlossen

Vorhaben Etablierung von Lektin-Bibliotheken aus Mensch, Schaf und Stechmücken – eine neue Plattform für Bindungsstudien mit viralen Glykoproteinen am Beispiel des Rifttalfiebers

Förderkennzeichen: 01KI1724
Gesamte Fördersumme: 112.411 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2018
Projektleitung: Prof. Dr. Bernd Lepenies
Adresse: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Parasitologie
Bünteweg 17
30559 Hannover

Vorhaben Etablierung von Lektin-Bibliotheken aus Mensch, Schaf und Stechmücken – eine neue Plattform für Bindungsstudien mit viralen Glykoproteinen am Beispiel des Rifttalfiebers

Ziel des Vorhabens ist die Herstellung von Werkzeugen, um die virale Interaktion mit Lektinen im Wirts-Immunsystem auf molekularer Ebene zu untersuchen. Zu diesem Zweck werden C-Typ-Lektinrezeptor (CLR)-Bibliotheken aus verschiedenen Spezies (Mensch, Schaf, Stechmücke) generiert und auf ihre Interaktion mit viralen Glykoproteinen getestet. Im Pilotprojekt soll die Virus-Bindung an CLRs aus Stechmücken, Schaf und Mensch am Beispiel des Rifttalfieber-Virus (RVFV) untersucht werden. Der innovative Charakter des Vorhabens besteht darin, dass die virale Erkennung durch das Wirts-Immunsystem über Speziesgrenzen hinweg betrachtet wird. Die etablierten Lektin-Bibliotheken können als universelle Screening-Plattform für Virus/CLR-Interaktionen genutzt werden.

Abgeschlossen

Alte virale DNA: eine systematische Machbarkeitstudie

Förderkennzeichen: 01KI1714
Gesamte Fördersumme: 38.700 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2018
Projektleitung: Dr. Sebastien Calvignac-Spencer
Adresse: Robert Koch-Institut (RKI) - Abt. für Infektionsepidemiologie
Seestr. 10
13353 Berlin

Alte virale DNA: eine systematische Machbarkeitstudie

Das Auftreten neuartiger zoonotischer Viren stellt eine große Herausforderung für das öffentliche Gesundheitswesen dar. Um schneller auf diese Herausforderungen reagieren zu können, ist ein umfassendes Verständnis zoonotischer Ereignisse in der Vergangenheit notwendig. Bislang wird die genetische Vielfalt heute vorkommender Pathogene genutzt, um Rückschlüsse auf zurückliegende zoonotische Übertragungsmomente zu ziehen. Die Nutzung von alter DNA (aDNA), ermöglicht die Einbeziehung der genetischen Vielfalt in der Vergangenheit vorkommender Krankheitserreger und stellt so eine sinnvolle Erweiterung der bisherigen Herangehensweise dar. Bisher ist jedoch unklar, ob virale aDNA aus normalem Gewebe/Knochen isoliert werden kann. Dieses Pilotprojekt beleuchtet diese Frage zum ersten Mal systematisch.

Abgeschlossen

Etablierung und Evaluierung eines In-vitro-Hautinfektionsmodells für den zoophilen Dermatophyten Trichophyton (Arthroderma) benhamiae

Förderkennzeichen: 01KI1713
Gesamte Fördersumme: 81.538 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2018
Projektleitung: Dr. Wieland Schrödl
Adresse: Universität Leipzig, Veterinärmedizinische Fakultät, Institut für Bakteriologie und Mykologie
An den Tierkliniken 29
04103 Leipzig

Etablierung und Evaluierung eines In-vitro-Hautinfektionsmodells für den zoophilen Dermatophyten Trichophyton (Arthroderma) benhamiae

In dem Vorhaben soll ein in vitro-Hautpilzinfektionsmodell basierend auf Meerschweinchenhaut als alternative Tierversuchsmethode entwickelt werden. Als Hautpilz wird in diesem Modell gezielt ein neuartiger und aktuell bedeutungsvoller infektiöser Hautpilz (Trichophyton benhamiae) untersucht, der Hautinfektionen bei Tieren und Menschen - insbesondere Kindern - verursachen kann. Nach Etablierung der Gewebekulturmethode erfolgt die Infektion von Meerschweinchenhaut in Kultur (in vitro) mit dem Hautpilz.

Abgeschlossen

Agentenbasiertes Modelling von Epidemien

Förderkennzeichen: 01KI1507
Gesamte Fördersumme: 157.277 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Stephan Ludwig
Adresse: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE), Institut für Molekulare Virologie
Von-Esmarch-Str. 56
48149 Münster

Agentenbasiertes Modelling von Epidemien

Ziel des Projekts ist die Erstellung einer Simulationssoftware zur Modellierung von Epidemien unterschiedlicher Erreger basierend auf dem Konzept der agentenbasierten sozialen Simulation, welche über die Internetplattform der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen allen Mitgliedern zur Verfügung gestellt wird. Dies soll zunächst am Beispiel Influenza geschehen. Es wird besonderer Wert auf Benutzerfreundlichkeit, flexible Anwendbarkeit, realistische soziale Zusammenhänge, sowie Wiederverwendbarkeit bereits simulierter Modelle durch Bereitstellung einer zentralen Datenbank gelegt. Das Endprodukt ist ein frei zugängliches und unmittelbar nutzbares Werkzeug zur Untersuchung essentieller Fragestellungen in der Zoonosenforschung. Damit wird es möglich, Faktoren, welche die Übertragbarkeit von zoonotischen Erregern beeinflussen, zu untersuchen, Vorhersagen des epidemischen Potenzials von Erregern zu treffen sowie die Entwicklung von Strategien zur Eindämmung einer Epidemie zu entwickeln. Im Projekt kooperieren biomedizinische Fachwissenschaftler mit Informatikern, um basierend auf einem funktionstüchtigen Prototyp für eine soziale Simulation von Influenza-Epidemien ein realitätsnahes Simulationswerkzeug für die Modellierung von Epidemien zu erstellen. Die einzelnen Arbeitspakete lauten wie folgt: (AP1) Anforderungsanalyse an die Modellierung von Influenza-Epidemien; (AP2) Analyse der Nutzungsanforderungen; (AP3) Validierte Rekonstruktion einer vergangenen Epidemie am Beispiel Influenza; (AP4) Simulation einer Influenza-Epidemie in Abhängigkeit ausgewählter Faktoren (bspw. Alter); (AP5) Implementierung der Benutzeroberfläche, Erstellung eines Benutzerhandbuchs, Konzeption eines Trainingsworkshops.

Abgeschlossen

Veranstaltungen unter dem Dach der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen - Zoonosensymposium

Förderkennzeichen: 01KI1506
Gesamte Fördersumme: 138.000 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2018
Projektleitung: Sebastian Claudius Semler
Adresse: TMF - Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e. V.
Charlottenstr. 42 / Ecke Dorotheenstr.
10117 Berlin

Veranstaltungen unter dem Dach der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen - Zoonosensymposium

Das Vorhaben beinhaltet zwei Module: 1) Nationales Symposium für Zoonosenforschung, 2) Sitzungen des Internen Beirats. Ziel ist es, durch diese Aktivitäten einen interdisziplinären Austausch über Fachgrenzen hinweg zu schaffen, der es ermöglicht, Zoonosen adäquat zu begegnen und Menschen und Tiere zu schützen. Um Wissenschaft erfolgreich zu machen, bedarf es geeigneter Rahmenbedingungen, die durch gemeinsame Arbeit in Gremien oder Projekten sowie eine zentrale Jahresveranstaltung geschaffen werden. Die Sitzungen des Internen Beirats finden in Ergänzung zu anderen Abstimmungsmethoden dreimal jährlich statt, um über Anträge für Veranstaltungen oder Projekte zu befinden. Anträge für Projekte und Veranstaltungen können ganzjährig bei der Geschäftsstelle der Zoonosenplattform eingereicht werden. In den Sitzungen wird weiterhin u.a. die fachliche Ausrichtung des Zoonosensymposiums begleitet. Der Interne Beirat wird in seiner Arbeit durch die Geschäftsstelle der Zoonosenplattform unterstützt. Das Nationale Symposium für Zoonosenforschung findet einmal im Jahr statt. Es dient der Förderung von Wissenschaft und Forschung und ist eine wichtige Austauschplattform für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Karrierestufen in der Zoonosenforschung. Die Ausrichtung des Zoonosensymposiums ist wissenschaftsgetrieben. Es wird inhaltlich vom Internen Beirat begleitet und von der Geschäftsstelle organisiert. Es wurde mittlerweile ein nicht auf die Förderung anzurechnender Teilnehmerbeitrag (abgestuft nach regulären Teilnehmern und Nachwuchswissenschaftlern) eingeführt, so dass der Finanzbedarf gegenüber dem Förderer deutlich reduziert werden konnte. Darüber hinaus ist geplant, in angemessenem Rahmen Sponsoring-Mittel aus der Industrie einzuwerben, um zusätzlichen Mittelbedarf zur Durchführung des Symposiums (insbesondere bei Fortsetzen und Ausbau internationaler Sessions) zu decken.

Abgeschlossen

Veranstaltungen unter dem Dach der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen

Förderkennzeichen: 01KI1505
Gesamte Fördersumme: 90.000 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2018
Projektleitung: Prof. Dr. Stephan Ludwig
Adresse: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE), Institut für Molekulare Virologie
Von-Esmarch-Str. 56
48149 Münster

Veranstaltungen unter dem Dach der Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen

Veranstaltungen, insbesondere Workshops, sind essentiell für einen interdisziplinären Austausch über Fachgrenzen hinweg, zur Communityförderung und zum projektunabhängigen Voranbringen der Zoonosenforschung. Der Austausch zu Projektergebnissen, zur Bearbeitung übergreifender Themen und zur Anbahnung neuer Kooperationen ist ein wichtiger Erfolgsfaktor der Zoonosenplattform. Grundsätzlich sind alle Mitglieder antragsberechtigt und frei in der Wahl des Workshopthemas. Auch zukünftig sollen neben (erreger-)spezifischen Themen, methodische Ausrichtungen möglich sein, die durch einen hohen Vernetzungscharakter von Human- und Veterinärmedizin sowie ihren institutionsübergreifenden Charakter (universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) einen echten Mehrwert für die Community schaffen. Die Veranstaltungen sollen öffentlich stattfinden und einer breiten Zuhörerschaft zugänglich sein. Die Möglichkeit zur Beantragung von Mitteln für Veranstaltungen wird für die Mitglieder der Zoonosenplattform im gesamten Förderzeitraum bestehen. Dabei kann pro Veranstaltung eine finanzielle Unterstützung von bis zu 10.000 Euro beantragt werden. Es gelten die im Merkblatt „Förderung von wissenschaftlichen Veranstaltungen nach positiver Begutachtung durch den Internen Beirat" dargelegten Regelungen, die auch bereits während der ersten und zweiten Förderphase der Zoonosenplattform ihre Gültigkeit hatten. Über die Förderung einer Veranstaltung entscheidet der Interne Beirat der Zoonosenplattform durch demokratische Abstimmung aufgrund des schriftlichen Antrags und des Vortrags und der anschließenden Diskussion mit dem Antragsteller/der Antragstellerin im Rahmen der Internen Beiratssitzung. Der Geschäftsstellenstandort Münster berät die Antragsteller im Vorfeld, übernimmt die administrative Begleitung der Workshopanträge und unterstützt auf Wunsch auch bei der Veranstaltung vor Ort.