Verbund

AxonRepair

Rückenmarksverletzungen führen in der Regel zu permanenten Beeinträchtigungen, wie Lähmungen und Verlust von Sinnesempfindungen. Dies liegt daran, dass durchtrennte Nervenverbindungen im Rückenmark nicht wieder zusammenwachsen. Es ist das Ziel des Forschungsverbundes „AxonRepair“, Strategien zu entwickeln, um die Regeneration von Nervenverbindungen im Rückenmark anzuregen.

Nervenzellen im Rückenmark können keine Nervenfasern (Axone) ausbilden, weil bestimmte Faktoren im Rückenmark diesen Prozess verhindern und eine ‚Regenerations-Bremse‘ darstellen. Im peripheren Nervensystem (PNS), beispielsweise bei Nerven im Arm, ist das anders. Nach Verletzungen wird dort eine Art genetischer Schalter aktiviert, der die Regeneration anregt und Nervenfasern neu sprießen lässt. Ausgehend von den Befunden aus dem PNS erforscht der Verbund, wie die Axon-Regenerations-Bremse in Nervenzellen des Rückenmarks aufgehoben und die Regeneration gefördert werden kann. Dabei kommen modernste molekularbiologische und genetische Verfahren zum Einsatz. Die Forschungsergebnisse werden die Grundlage für neue Therapiestrategien bilden.

Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst eine Forschungsgruppe aus Deutschland, zwei Gruppen aus dem Vereinigten Königreich sowie jeweils eine Gruppe aus Kanada, den Niederlanden und der Slowakei. Der deutsche Partner trägt mit der Analyse der Regenerationsprozesse mittels hochauflösender Mikroskopieverfahren zu den Verbundzielen bei.

Teilprojekte

Rückenmark Regeneration durch das Lösen der Axon-Regenerations-Bremse in Neuronen

Förderkennzeichen: 01EW1702
Gesamte Fördersumme: 299.935 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Frank Bradke
Adresse: Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V.
Sigmund-Freud-Str. 27
53127 Bonn

Rückenmark Regeneration durch das Lösen der Axon-Regenerations-Bremse in Neuronen

Rückenmarksverletzung (RMV) führt zu permanenter Beeinträchtigung der Lebensqualität und ist ein erhebliches klinisches Problem mit jährlich über 130.000 neuen Fällen weltweit. Lange axonale Trakte sind nach einer RMV nicht in der Lage zu regenerieren, was die primäre Ursache für den langfristigen Verlust vieler Körperfunktionen darstellt. AxonRepair strebt die Entwicklung von Strategien zur Förderung von Axon Regeneration und funktioneller Erholung nach einer RMV an, indem Neurone in einen regenerationsfähigen Modus zurückversetzt werden und indem die axonale Transport Blockade, welche axonale Regeneration verhindert, gelöst werden soll. Der besondere Mehrwert von AxonRepair als kollaboratives Forschungsprojekt ist das Zusammenbringen von führenden internationalen Forschergruppen und Experten in den Bereichen transkriptionaler Kontrolle von Axon Regeneration, axonalem Transport und Gen Therapie. Es sollen Faktoren identifiziert werden, die die Regeneration von Nerven nach Rückenmarksverletzun-gen fördern und zur Wiederherstellung sensorischer und motorischer Funktion beitragen.