Verbund

SCI-NET

Rückenmarksverletzungen führen häufig zu dauerhaften Lähmungen und/oder Verlust der Sinnesempfindung betroffener Körperregionen. Chronische Entzündungen an der Verletzungsstelle und die Bildung von Narbengewebe sind wichtige Faktoren, die eine Heilung behindern. Die zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen sind bislang nur unzureichend untersucht. Es ist das Ziel des Forschungsverbundes „SCI-NET“, die molekularen Signalwege aufzuklären, die sich negativ auf eine Heilung auswirken.

Der Verbund verfolgt einen translationalen Ansatz, in dem Forscherinnen und Forscher aus Grundlagen- und klinischer Forschung zusammenarbeiten. Der Verbund fokussiert seine Arbeit auf eine Gruppe von Molekülen, den Alarminen, die eine Schlüsselrolle in den Signalwegen haben. Im Tiermodell und mit Probenmaterial von Betroffenen soll aufgeklärt werden, welche genaue Funktion Alarmine bei der Entzündungsreaktion nach Rückenmarksverletzungen haben. Dazu werden molekularbiologische Analysen mit klinischen Daten kombiniert. Es sollen dabei neue Moleküle identifiziert und charakterisiert werden, die als Biomarker für Diagnose und Therapie eingesetzt werden können.

Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst eine Forschungsgruppe aus Deutschland sowie jeweils eine Gruppe aus dem Vereinigten Königreich, Kanada und der Schweiz. Der deutsche Partner trägt insbesondere mit der Durchführung molekularbiologischer Analysen an Probenmaterial von Betroffenen und der Erhebung klinischer Daten mittels Magnetresonanztomographie zu den Verbundzielen bei.

Teilprojekte

Identifizierung neuer bioaktiver Mediatoren von Narbenbildung, Entzündung und Matrixumbau nach Rückenmarkverletzung

Förderkennzeichen: 01EW1710
Gesamte Fördersumme: 286.100 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Jan Schwab
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte, Klinik und Poliklinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Identifizierung neuer bioaktiver Mediatoren von Narbenbildung, Entzündung und Matrixumbau nach Rückenmarkverletzung

Eine traumatische Rückenmarkverletzung wird von chronischen Entzündungen an der Verletzungsstelle begleitet. Ziel des SCI-NET-Verbundprojekts ist die umfassende Analyse akuter und chronifizierender entzündlicher und regenerationshemmender Umbauprozesse im Läsionsbereich. Der Fokus der geplanten Arbeiten liegt auf der Untersuchung einer Gruppe von Signalproteinen, den sogenannten Alarminen. Im SCI-NET-Verbundprojekt werden Biomarker/Zielmoleküle als Prognosefaktoren für Erholung nach Rückenmarkverletzung untersucht. Schwerpunkt liegt auf dem transnationalen Ansatz der Validierung von im Tiermodell identifizierten Molekülen anhand von Proben aus assoziierten klinischen Beobachtungstudien. Durch den disziplinübergreifenden Ansatz wird eine zügige Umsetzung grundlagenwissenschaftlicher Ergebnisse in diagnostische Werkzeuge als Grundlage für Therapien angestrebt.