Verbund

Micronet

Hirnverletzungen führen oft zu schweren Beeinträchtigungen, wie z.B. Sprach- und Bewegungsstörungen und Gedächtnisverlust. Es kommt zu diesen Beeinträchtigungen, weil die Netzwerke der Nervenzellen, auf denen die Funktion des Gehirns beruht, zerstört werden. Das Gehirn kann sich nur sehr eingeschränkt regenerieren. Daher können die Netzwerke nur teilweise wiederhergestellt werden und Beeinträchtigungen bleiben meist dauerhaft bestehen. Es ist das Ziel des Forschungsverbundes „Micronet“, Mechanismen der Regeneration im Gehirn zu erforschen, um neue Behandlungsmethoden für Hirnverletzungen entwickeln zu können.

Ziele des Verbundes sind es, die Regeneration kleiner Netzwerke (Mikronetzwerke) in der Hirnrinde auf zellulärer Ebene zu analysieren. Dazu wird auch die molekulare Signalkaskade untersucht, die die Regeneration steuert. Außerdem soll das therapeutische Potential von Wirkstoffen getestet werden, mit denen die Regeneration gefördert werden kann. Hierzu vereint der Verbund die Expertise von Medizinern, Biologen und Neuroinformatikern. Die Forschungsergebnisse werden zu einer Verbesserung von Therapien nach Hirnverletzungen beitragen.

Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst zwei Forschungsgruppen aus Deutschland, sowie jeweils eine Gruppe aus Belgien, dem Vereinigten Königreich und Polen. Von den deutschen Partnern trägt das Universitätsklinikum Ulm mit der Untersuchung von Rezeptormolekülen der Signalkaskade zu den Verbundzielen bei. Das Helmholtz Zentrum München untersucht, welche Faktoren in der zerebrospinalen Flüssigkeit von Patienten die Regeneration fördern und vergleicht dies mit einem Rattenmodell.

Teilprojekte

Kortikale Mikronetzwerke nach Schädel-Hirn Trauma: Von Molekülen zu Netzwerken

Förderkennzeichen: 01EW1705A
Gesamte Fördersumme: 150.001 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Dr. Francesco Roselli
Adresse: Universität Ulm, Universitätsklinikum, Abt. Neurologie
Oberer Eselsberg 45
89081 Ulm

Kortikale Mikronetzwerke nach Schädel-Hirn Trauma: Von Molekülen zu Netzwerken

Das Ziel des Vorhabens ist es, Wege zu identifizieren (auf der Ebene von Rezeptoren und intrazellulären Signalierungs-Elementen), die kausal verknüpft sind (d. H. zu fördern oder zu beschränken) mit kurzfristiger und/oder langfristiger Plastizität der Konnektivität. Die Universität Ulm wird sich auf einen Teil der Fälle konzentrieren, um eine translatorische Perspektive mit menschlichem Proof-of-Konzept im Blickfeld des gegenwärtigen Finanzierungszyklus zu erhalten. Die Auswertungen werden sich fokussieren auf i) die Identifikation von Signalkaskaden, die sich in Neuronen entfalten und ii) die Identifikation eines breiten Spektrum von Zielklassen, einschließlich eine Anzahl neuer Ziele in Schädel-Hirn-Traum (SHT), die für kleine Molekül-Manipulationen.

Proteom-weite Veränderungen nach Schädel-Hirntrauma mit Fokus auf Extrazellulärmatrix Veränderungen bei der Ausbildung neuer Verknüpfungen

Förderkennzeichen: 01EW1705B
Gesamte Fördersumme: 150.000 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Magdalena Götz
Adresse: Helmholtz Zentrum München, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Institut für Stammzellforschung (ISF)
Ingolstädter Landstr. 1
85764 Neuherberg

Proteom-weite Veränderungen nach Schädel-Hirntrauma mit Fokus auf Extrazellulärmatrix Veränderungen bei der Ausbildung neuer Verknüpfungen

Um die Heilungschancen nach Schädel-Hirntrauma (SHT) zu verbessern, wird das Proteom nach Trauma im Mausmodell mit einer neuen Methode (Schiller et al., 2015) untersucht. Mit dieser Methode werden 4 Fraktionen des Proteoms nach Löslichkeit aufgetrennt. In der unlöslichsten Fraktion sind die Proteine, die an die Extrazellulärmatrix gebunden sind. Da viele Wachstumsfaktoren, die gerade für die Neubildung von Verknüpfungen zwischen Nervenzellen ganz entscheidend sind, nur aktiv sind, wenn sie an die Extrazellulärmatrix gebunden sind, ist es unbedingt notwendig zu bestimmen, welche Faktoren tatsächlich in dieser Fraktion sind, und wie sich deren Verteilung im Zeitverlauf nach der Verletzung ändert.