Verbund

LEAP

Ein Großteil der Gehirnschädigungen, die durch ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) hervorgerufen werden, entsteht nicht durch die mechanische Verletzung an sich. Vielmehr werden diese durch sekundäre Prozesse hervorgerufen, die im Anschluss an das SHT einsetzen. Wie diese Prozesse zur Schädigung des Gehirns führen, ist derzeit noch unzureichend verstanden. Das Ziel des Forschungsverbundes „LEAP“ ist es, Faktoren zu untersuchen, die zu sekundären Hirnschädigungen beitragen, um neue Ansätze zur Behandlung des SHT zu entwickeln.

Das Immunsystem spielt bei der Entstehung sekundärer Hirnschädigungen eine wichtige Rolle. Dabei ist das Komplementsystem ein entscheidendes Element. Es besteht aus einer Reihe von Botenstoffen, die die Reaktion des Immunsystems regulieren. Der Verbund fokussiert seine Arbeit auf einen Teil des Komplementsystems, den Lektin-Aktivierungsweg. Mittels genetischer, molekularbiologischer und histologischer Verfahren sollen Interaktion und Wirkung von Schlüsselmolekülen des Lektin-Aktivierungsweges im Mausmodell und an Proben von Patientinnen und Patienten erforscht werden. Zudem soll die therapeutische Wirkung von spezifischen Modulatoren des Lektin-Aktivierungsweges getestet werden.

Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst eine Forschungs­gruppe aus Deutschland, sowie jeweils eine Gruppe aus Italien, Spanien, dem Vereinigten Königreich und Polen. Der deutsche Partner trägt mit der Untersuchung von Veränderungen verschiedener Zellpopulationen (Neurone, Gliazellen und Endothelzellen) in Reaktion auf ein SHT zu den Verbundzielen bei.

Teilprojekte

Neue therapeutische Strategien für die Behandlung des Schädel-Hirn-Traumas durch Beeinflussung des Lektin-Aktivierungsweges des Komplementsystems

Förderkennzeichen: 01EW1703
Gesamte Fördersumme: 288.846 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Eberhard Weihe
Adresse: Philipps-Universität Marburg, FB 20 Medizin und Universitätsklinikum, Institut für Anatomie und Zellbiologie
Robert-Koch-Str. 8
35037 Marburg

Neue therapeutische Strategien für die Behandlung des Schädel-Hirn-Traumas durch Beeinflussung des Lektin-Aktivierungsweges des Komplementsystems

Das Vorhabenziel ist, einen entscheidenden Fortschritt in der Behandlung des Schädel-Hirn-Traumas (SHT) zu leisten, das eine Hauptursache von Tod und permanenter Behinderung darstellt. Damit hat das Vorhaben direkten Bezug zum Förderprogramm ERA-NET NEURON, das die grundlagenorientierte, klinische und translationale Forschung zum besseren Verständnis und besserer Therapie von Hirnkrankheiten unterstützt. Die wissenschaftliche Zielsetzung besteht darin, spezifische pathogenetische Einflüsse des Lektinaktivierungsweges des Komplementsystems beim SHT im Mausmodell und bei Patienten zu definieren und neue Ansätze für therapeutische Inhibition der Faktoren des Lektinweges zu finden, die für die Pathologie des SHT verantwortlich sind. Der spezifische Beitrag dieses Vorhabens besteht darin, erstmals eine Verbindung zwischen Lektinweg-vermittelten Folgereaktionen in Antwort auf ein SHT und plastischen Veränderungen der Neurotransmitternetzwerke in Relation zur Neuroinflammation im Gehirn zu etablieren.