Fördermaßnahme

Diskurse

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2016
Förderzeitraum: 2017 - 2019
Gesamte Fördersumme: bis zu 2,9 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: Fünf Verbünde und acht Einzelvorhaben mit insgesamt 18 Zuwendungsempfängern

Austausch ist beim Thema ELSA auch auf einer anderen Ebene wichtig, und zwar zwischen Forschung und Öffentlichkeit. Es geht darum, in unserer Gesellschaft gemeinsam über Chancen und Risiken neuer Möglichkeiten zu diskutieren. Über die Förderung von Diskursvorhaben wurden bisher vor allem junge Erwachsene angesprochen. Die jungen Diskursteilnehmer sollen befähigt werden, sich zu ELSA-Themen eine eigene, reflektierte Meinung zu bilden.

Einzelprojekte

GENOMEDIT - Diskurs: Genome Editing

Förderkennzeichen: 01GP1779
Gesamte Fördersumme: 299.527 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Julia Dietrich
Adresse: Freie Universität Berlin, Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften, Institut für Philosophie
Habelschwerdter Allee 30
14195 Berlin

GENOMEDIT - Diskurs: Genome Editing

Das Ziel des Diskursprojektes ist es, den gesellschaftlichen Diskurs zum sogenannten Genome Editing (CRISPR- Cas9-Methode) nachhaltig zu fördern und ein partizipatives Online-Lehrmodul zu den ethischen, juristischen und sozialen Dimensionen des Genome Editing für Schule, Hochschule und Erwachsenenbildung zu entwickeln und zu erproben. Das Modul fokussiert die Anwendungsfelder des Genome Editing bei Menschen und berücksichtigt insbesondere Vermittlungskontexte, die ethischer Grund- und Allgemeinbildung besonders Rechnung tragen. Im Rahmen von 16 kleineren, interaktiv, adressatengerecht und inklusiv arbeitenden Projekten an Schulen, in der Lehrer- und Lehrerinnenfortbildung, im Vorbereitungsdienst, im Lehramts- und Masterstudium und in der Erwachsenenbildung werden von den Kooperationspartnern und Kooperationspartnerinnen eine Vielzahl von "lebendigen Materialien" erstellt, deren konkreter Entstehungskontext mit seinen didaktischen Rahmenbedingungen und Entscheidungen noch transparent nachvollziehbar und dadurch kritisierbar und ausbaufähig ist und die mit diesem neuen Zuschnitt einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Methodologie von Diskursverfahren leisten.

SUBSTANZ - Substitute für Lebensmittel: Technikfolgen-Abschätzung, Nachhaltigkeit, Zukunftsorientierung im Diskurs mit jungen Menschen

Förderkennzeichen: 01GP1778
Gesamte Fördersumme: 233.358 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2019
Projektleitung: M.A. Britta Oertel
Adresse: IZT-Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Schopenhauerstr. 26
14129 Berlin

SUBSTANZ - Substitute für Lebensmittel: Technikfolgen-Abschätzung, Nachhaltigkeit, Zukunftsorientierung im Diskurs mit jungen Menschen

Industriell hergestellten "Lebensmittel-Derivaten" wie Hühner-freiem Ei oder in vitro-Fleisch werden in der öffentlichen Diskussion meist gesündere oder nachhaltigere Eigenschaften zugesprochen als Lebensmitteln landwirtschaftlichen Ursprungs. Erste neuartige Produkte werden bereits auf dem Markt angeboten. Das Vorhaben "SUBSTANZ - Substitute für Lebensmittel: Technikfolgen-Abschätzung, Nachhaltigkeit, Zukunftsorientierung im Diskurs mit jungen Menschen" befasst sich mit den damit verbundenen ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen und Folgen, um zu sachlichen und reflektierten Debatten in Schule und Jugendarbeit beizutragen. Dabei werden junge Menschen in der Schule bzw. während einer chemischen oder medizintechnischen Berufsausbildung im Alter ab 14 Jahren einbezogen und gezielt adressiert.

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GENEDIS - Auf dem Weg zum genetisch editierten Menschen? – Genomeditierung im Diskurs

Förderkennzeichen: 01GP1777
Gesamte Fördersumme: 194.843 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Markus Rothhaar
Adresse: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Philosophisch-Pädagogische Fakultät, Philosophie - Professur für Bioethik
Ostenstr. 26
85072 Eichstätt

GENEDIS - Auf dem Weg zum genetisch editierten Menschen? – Genomeditierung im Diskurs

Das Ziel des Projekts ist, einen Beitrag zu dem gesellschaftlichen Diskurs zu den ethischen Fragen des Gene Editing zu leisten. Dazu wird erstens ein intensiver, mehrstufiger, didaktisch aufbereiteter Diskurs mit Schülern geführt, um sie zu kompetenten und kritischen Gesprächspartnern zu machen. Dazu gehört insbesondere das Gespräch mit Wissenschaftlern aus dem Forschungsfeld. Zweitens werden Verlauf und Ergebnisse des Diskurses in Form von Unterrichtsmaterialien, insbesondere einem Film verarbeitet und für alle Interessierten und Lehrenden zur Verfügung gestellt.

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BueDeKa - Bürger-Delphi Keimbahntherapie: Sollen gezielte Veränderungen des menschlichen Erbgutes zugelassen werden?

Förderkennzeichen: 01GP1776
Gesamte Fördersumme: 164.212 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Annette Leßmöllmann
Adresse: Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Germanistik, Abteilung Wissenschaftskommunikation
Kaiserstr. 12
76131 Karlsruhe

BueDeKa - Bürger-Delphi Keimbahntherapie: Sollen gezielte Veränderungen des menschlichen Erbgutes zugelassen werden?

Ziel des Projektes ist es, mit Bürgerinnen und Bürgern einen Diskurs über mögliche gesetzliche Regulierungen der Keimbahntherapie beim Menschen zu führen. Die Keimbahntherapie ist ein auf neue Verfahren des Genome Editing aufbauendes Verfahren, um die Vererbung bestimmter Gen-Defekte und damit verbundene Krankheiten zu verhindern. Die Mitwirkenden des Bürger-Delphi bilden sich im Rahmen des Konsultationsprozesses eine Meinung zu Risiken und Nutzen der Keimbahntherapie. Eine um Methoden der Entscheidungsanalyse erweiterte Form der etablierten Experten-Delphi-Methode wird dabei als Bürgerbeteiligungsverfahren erprobt. Methodisches Anliegen des Projektes ist es, zu einer qualitativen Verbesserung der Bürgerbeteiligung insbesondere in der Wissenschaftspolitik beizutragen. Resultate des Prozesses werden unter Mitwirkung von Medienpartnern der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine Begleitforschung evaluiert, wie sich das innovative Beteiligungsverfahren qualitativ von vergleichbaren Methoden unterscheidet und wie sich spontane Meinungen und Urteile der Teilnehmenden durch Information und Reflektion verändern.

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DisPersOnk - Modellprojekt eines bioethischen Diskurses zur personalisierten Onkologie

Förderkennzeichen: 01GP1775
Gesamte Fördersumme: 192.440 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Frank Rösl
Adresse: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Abt. Virale Transformationsmechanismen (F030)
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg

DisPersOnk - Modellprojekt eines bioethischen Diskurses zur personalisierten Onkologie

Die genombasierte Personalisierung von Daten in der modernen Onkologie steht im Fokus des zweijährigen Vorhabens, das sich an Schüler, Doktoranden und Lehrer richtet. Junge Menschen werden mit medizinischen, ethischen, rechtlichen, ökonomischen und sozialen Implikationen der personalisierten Medizin vertraut gemacht und zu einer reflektierten Urteilsbildung und Entscheidungsfindung angeleitet. Das Diskursprojekt nimmt auf die lebensweltlichen Kontexte der Teilnehmer Bezug und bringt sie mit wissenschaftlicher Expertise zu biomedizinischen Fragestellungen ins Gespräch. Es nimmt Bezug auf Ergebnisse und Methoden der Technikfolgenabschätzung und Partizipationsforschung und orientiert sich an den Verfahren Konsensuskonferenz und Bürgerforum. Das zugrunde gelegte Urteilsbildungsmodell geht davon aus, dass der technikinduzierte Bewertungsansatz durch den problemorientierten zu ergänzen ist. Es handelt sich um ein Verfahrensmodell mit inhaltlichen Implikationen, das in einer stufenweisen Prüfung der Ziele, Mittel und Folgen besteht. Die Teilnehmer durchlaufen dabei einen strukturierten Arbeits- und Diskussionsprozess, der in eine gemeinsame Empfehlung mündet. Die Arbeitsphasen integrieren jugendgerechte und anspornende Methoden aus dem Labor. Die Einbeziehung außerschulischer Lernorte stellt einen weiteren Praxisbezug her und knüpft an die Lebenswelt der Heranwachsenden an. Das Diskursvorhaben ist als kopierfähiges Modell für schulische Zusammenhänge (Regelunterricht, fächerübergreifender Unterricht, Projekttage) und außerschulische Lernorte wie das Netzwerk Schülerlabore in der Helmholtz-Gemeinschaft konzipiert. Die Lehrer- bzw. Doktorandenfortbildungen werden ins reguläre Programm von Lehrerfortbildungseinrichtungen bzw. in das internationale PhD Programm als Teil der naturwissenschaftlichen Grundbildung ("scientific literacy") implementiert. Das Diskursvorhaben versteht sich als länderübergreifendes Modellprojekt für ein bundesweites Diskursangebot.

BELECAN - Behandlungsziele am Lebensende von companion animals

Förderkennzeichen: 01GP1772
Gesamte Fördersumme: 212.940 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Peter Kunzmann
Adresse: Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie
Bischofsholer Damm 15
30173 Hannover

BELECAN - Behandlungsziele am Lebensende von companion animals

Mit dem tiermedizinischen Fortschritt haben sich die Handlungsmöglichkeiten bei schwer erkrankten Tieren deutlich vergrößert. Neben die Euthanasie treten sowohl neue intensivmedizinische Therapieoptionen als auch Angebote einer palliativen Betreuung. Aufgabe des tierethischen Projektes ist es, zusammen mit den zentralen Akteuren, den Tierhaltern und Tierhalterinnen, den Tierärzten und Tierärztinnen sowie Tierarzthelfern und Tierarzthelferinnen, die Entscheidungen am Lebensende eines "companion animal" (d. h. alle Tiere, die Menschen aus Interesse am Tier halten) zu analysieren. Herausgearbeitet werden u. a. die jeweiligen Vorannahmen zum Schutzumfang tierlichen Lebens, zur Abgrenzung von Alter und Krankheit, zur Verpflichtung der Halter und Halterinnen gegenüber ihrem Tier. Denn die Unterschiede in der Gewichtung und Definition dieser Aspekte können leicht zu Dissens zwischen den Beteiligten führen, wenn über Therapie bzw. Euthanasie eines Tieres zu entscheiden ist. Sie können auch schnell tierschutzrelevant werden, wenn sie etwa zu einer nicht indizierten Lebensverkürzung oder zu unnötigem Leid für das Tier führen.

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BDiD - Big Data im Diskurs

Förderkennzeichen: 01GP1769
Gesamte Fördersumme: 252.686 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2019
Projektleitung: Dr. Michael Spieker
Adresse: Akademie für Politische Bildung Tutzing
Buchensee 1
82327 Tutzing

BDiD - Big Data im Diskurs

Neben dem staatlich regulierten Gesundheitsmarkt bildet sich zunehmend ein zweiter bislang noch kaum regulierter Markt heraus, bei dem private IT- und Kommunikationsunternehmen, teils internationale Großkonzerne, teils kleine Start-Ups, die treibende Kräfte sind. Der interdisziplinäre Diskurs arbeitet einerseits die sozialen und ethischen Implikationen der digitalen Datenerfassung und -verarbeitung ("Big Data") innerhalb des Medizin- und Gesundheitsbereichs heraus und will Regulierungsbedarfe und -möglichkeiten formulieren. Auf der anderen Seite soll diese Entwicklung hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Bildung junger Menschen erforscht werden - und zwar exemplarisch am Anwendungsbereich von "Smart Health" in Form von mobilen digitalen Gesundheitsprodukten ("Mobile Health").

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Be prepared! - Maximaltherapie im Diskurs

Förderkennzeichen: 01GP1768
Gesamte Fördersumme: 173.279 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Sabine Salloch
Adresse: Universitätsmedizin Greifswald - Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
Ellernholzstr. 1-2
17489 Greifswald

Be prepared! - Maximaltherapie im Diskurs

Die anwendungsorientierte Forschung im Bereich der Intensivmedizin hat in den letzten Jahrzehnten zur Entwicklung von Verfahren geführt, die es ermöglichen, das Leben von Patienten auch in solchen Situationen zu retten, in denen noch vor Kurzem der Tod die Folge der Erkrankung gewesen wäre. Mit der Erweiterung der technischen Möglichkeiten hat sich die allgemeine Funktion der Intensivmedizin gewandelt. Während das Ziel der intensivmedizinischen Behandlung ursprünglich in einer Überbrückung vitaler Organfunktionen bei gesundheitlichen Krisen bestand, muss heute immer häufiger die Frage gestellt werden, welche therapeutischen Optionen angesichts von Hochaltrigkeit, Multimorbidität und unsicheren Erfolgsaussichten sinnvoll ergriffen werden können. Das Projekt zielt auf einen umfassenden Diskurs über die individuumsbezogenen und gesellschaftlichen Ziele des Einsatzes von Maximaltherapien in der intensivmedizinischen Behandlung ab und legt besondere Schwerpunkte auf den Umgang mit nicht-einwilligungsfähigen Patienten und die Entscheidung in multiprofessionellen Teams.

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