Teilprojekt eines Verbundes

Evaluation des Versorgungsansatzes, Implementierung einer trauma-fokussierten kognitiven Verhaltenstherapie und einer Sch

Förderkennzeichen: 01EF1802A
Fördersumme: 1.443.013 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Rita Rosner
Adresse: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Lehrstuhl für Psychologie I, Klinische und Biologische Psychologie
Ostenstr. 25
85072 Eichstätt

Seit 2015 leben 60.000-70.000 unbegleitete Flüchtlinge in Deutschland meist in Gruppenunterkünften der Jugendhilfe, die von Sozialpädagogen betreut werden. Unbegleitete Geflüchtete haben ein höheres Risiko für die Entwicklung einer psychischen Störung als begleitete Geflüchtete. Bis zu 76% der unbegleiteten jungen Flüchtlinge (UJF) zeigen ein erhöhtes Niveau posttraumatischer Belastung und ein vermindertes psychosoziales Funktionsniveau. Die psychotherapeutische Versorgung der UJF erscheint nicht ausreichend. Barrieren auf individueller, aber auch Systemebene erschweren den Zugang zu einer adäquaten Behandlung. Gestufte Versorgungsansätze sind vielfach vorgeschlagen worden, aber es bestehen nur wenig wissenschaftliche Studien zu ihrer Effektivität und Umsetzbarkeit. Im Teilprojekt 1 soll daher ein gestufter Versorgungsansatz umgesetzt und auf seine Wirksamkeit geprüft werden. Die gestufte Versorgung (BETTER CARE) umfasst: 1) ein Screening der UJF bzgl. des Vorliegens posttraumatischer Belastungssymptome; 2) ein Präventionsprogramms für UJF, die subklinische Symptome posttraumatischer Belastung zeigen durch geschulte Sozialpädagogen; 3) die psychotherapeutische Behandlung von UJF, die eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) zeigen, durch geschulte niedergelassene Psychotherapeuten mittels eines evidenzbasierten trauma-fokussierten Verfahrens. Das zweite Teilprojekt adressiert explizit zwei Barrieren, die den Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung für UJF erschweren: die geringe Anzahl an Therapieplätzen für trauma-fokussierte, evidenzbasierte Psychotherapie sowie die sprachlichen Barrieren. Einerseits soll die Versorgung durch die Dissemination und Umsetzung eines trauma-fokussierten, evidenzbasierten Therapieverfahrens verbessert werden. Andererseits wird ein spezifisches Training für Sprach- und Kulturmittler (Dolmetscher) entwickelt und auf seine Wirksamkeit überprüft, da für Psychotherapie mit UJF oft Dolmetscher benötigt werden.