Verbund

PREPARE – Prävention und Behandlung von Suchterkrankungen bei Geflüchteten

Suchterkrankungen gehören weltweit zu den bedeutsamsten psychischen Erkrankungen und gehen oft mit großem Leiden der Betroffenen einher. Geflüchtete Menschen haben ein besonders hohes Risiko für Suchterkrankungen, da sie oft starken Stress oder traumatische Ereignisse erlebt haben. Gleichzeitig erreicht das Suchthilfesystem in Deutschland Geflüchtete zurzeit nur unzureichend. Es ist daher dringend notwendig, den Substanzmissbrauch bei Flüchtlingen systematisch zu erforschen sowie passende vorbeugende und therapeutische Maßnahmen für diese besondere Gruppe bereit zu stellen.

Der Forschungsverbund PREPARE verfolgt diese Ziele: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von PREPARE erfassen zunächst systematisch den Substanzkonsum bei Geflüchteten in Deutschland und werten die Angebote der Suchthilfe für Geflüchtete aus. Sie entwickeln ein neues diagnostisches Instrument, mit dem substanzbezogene Probleme bei Geflüchteten erfasst werden können. Sodann testen die Forschenden einen neuen Präventionsansatz bei jungen Geflüchteten mit problematischem Cannabis- und Alkoholkonsum. Abgeschlossen werden ihre Arbeiten damit, dass sie eine neue psychotherapeutische Methode zur Behandlung von Suchterkrankungen bei traumatisierten Personen entwickeln und prüfen, ob diese bei den Geflüchteten wirksam ist. Kulturspezifische Besonderheiten beachten die Forschenden hierbei genau. Zu diesem Zweck arbeiten sie mit professionellen Kulturmediatoren und den Geflüchteten selbst zusammen, ebenso wie mit Institutionen der Sucht- und Jugendhilfe sowie mit Beratungsstellen und Gesundheitsdiensten. Der Verbund konzentriert sich bei seinen Arbeiten auf Menschen, die aus Syrien, Afghanistan und dem Irak stammen. Die Ergebnisse des Projekts werden mit Hilfe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen verbreitet. Die Ergebnisse können so unmittelbar in die Versorgungspraxis einfließen.

Teilprojekte

Skills-Training zur Affektregulation

Förderkennzeichen: 01EF1805A
Gesamte Fördersumme: 1.820.392 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: Prof. Dr. Ingo Schäfer
Adresse: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS)
Martinistr. 52
20251 Hamburg

Skills-Training zur Affektregulation

Geflüchtete mit posttraumatischer Belastung und riskantem Suchtmittelkonsum oder bereits bestehenden Suchtproblemen stellen eine besonders gefährdete Gruppe von Geflüchteten da, für die bislang kaum präventive und therapeutische Maßnahmen zur Verfügung stehen. Das Ziel dieses Projekts ist es daher, die Wirksamkeit eines integrativen Gruppentherapieansatzes (STARK) bei Geflüchteten mit posttraumatischer Belastung zu untersuchen, die einen riskanten Suchtmittelkonsum oder eine Suchterkrankung aufweisen. Dabei handelt es sich um ein kultursensibles störungsübergreifendes gruppentherapeutisches Angebot, welches auf die Verbesserung der Affektregulation abzielt. Es wird davon ausgegangen dass dieser Ansatz die psychische Belastung bei Geflüchteten stärker reduzieren kann als die Standardmaßnahmen für Geflüchtete mit Suchtproblemen.

Erfassung des Substanzkonsums und Prinzipien Guter Praxis bei Hilfsangeboten

Förderkennzeichen: 01EF1805B
Gesamte Fördersumme: 325.037 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Andreas Heinz
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité-Mitte, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Erfassung des Substanzkonsums und Prinzipien Guter Praxis bei Hilfsangeboten

Abhängigkeitserkrankungen zählen gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit zu den bedeutendsten Gesundheitsbeeinträchtigungen. Inwieweit Subgruppen von Geflüchteten von Suchtmittelkonsum betroffen sind und welche Art von Suchtmittelkonsum dabei vorherrscht (z.B. riskanter Gebrauch, Missbrauch oder Abhängigkeit), ist in Deutschland bisher nicht bekannt. Während Kriterien "Guter Praxis" in Bezug auf die Versorgung von Geflüchteten und Migranten für den europäischen Raum bereits erstellt wurden, bleibt offen, ob diese auf Deutschland übertragbar sind und umgesetzt werden. Dieses Projekt verfolgt daher folgende Forschungsthemen: Es wird der Suchtmittelgebrauch bei Geflüchteten in Deutschland geschätzt und es werden Zielgruppen mit besonderen Bedürfnissen identifiziert; Es werden mittels eines expertenbasierten, konsensorientierten Delphi-Prozesses Strategien "Guter Praxis" in der Suchthilfe bzgl. der Versorgung von Geflüchteten in Deutschland identifiziert; Es wird der Stand der Implementierung von Strategien "guter Praxis" in Einrichtungen der Suchthilfe in Deutschland mittels eines Online-Surveys erhoben. In die Erhebung eingeschlossen werden Mitglieder der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (26 Verbände, >2000 Einrichtungen). Gewonnene Erkenntnisse werden mit Hilfe unterschiedlicher Kanäle öffentlich verbreitet.

Kultursensitive Erfassung von Substanzgebrauchsstörungen

Förderkennzeichen: 01EF1805C
Gesamte Fördersumme: 198.618 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: Prof. Dr. Jutta Lindert
Adresse: Hochschule Emden/Leer, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit
Constantiaplatz 4
26723 Emden

Kultursensitive Erfassung von Substanzgebrauchsstörungen

Substanzmissbrauch bei Flüchtlingen ist eine Herausforderung für die Versorgung. Der Substanzkonsum bei Flüchtlingen ist zurzeit jedoch nicht gut einschätzbar, da Untersuchungen hierzu sich teils deutlich unterscheiden. Dies begründet sich einerseits in der Unterschiedlichkeit der Flüchtlingsgruppen und anderseits in methodischen Unterschieden der Untersuchungen. Daher werden spezielle, kultur-sensitive Instrumente benötigt, die Substanzmissbrauch bei Flüchtlingen verlässlich erheben. Ziel dieses Teilprojektes ist es zunächst, Wissen über die bestehenden Instrumente zu generieren. Darüber hinaus wird ein neues, kurzes und kostenfreies Erfassungsinstrument entwickelt, welches kulturell sensitiv ist und an die speziellen Bedarfe der Flüchtlingspopulation aus Syrien adaptiert ist. Hierzu werden zuerst die bislang verfügbaren Erhebungsinstrumente systematisch erfasst. Sodann werden nationale und internationale Expertinnen und Experten sowie Flüchtlingsgruppen einer ländlichen, einer städtischen und einer Metropolregion zu ihren Erfahrungen mit diesen Erhebungsmethoden befragt und um eine Bewertung gebeten. Auf dieser Basis wird das nützlichste Instrument identifiziert, welches schließlich kulturell und gruppenspezifisch adaptiert wird. In weiteren Arbeitspaketen des Verbundes wird das neue Instrument eingesetzt und seine Güte geprüft. Alle untersuchten und entwickelten Instrumente werden anschließend der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Kultursensible digitale Kurzintervention für junge Geflüchtete zur Reduktion von problematischem Alkohol- und Cannabiskonsum (BePrepared)

Förderkennzeichen: 01EF1805D
Gesamte Fördersumme: 331.264 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Klein
Adresse: Katholische Fachhochschule Gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Deutsches Institut für Sucht- und Präventionsforschung
Wörthstr. 10
50668 Köln

Kultursensible digitale Kurzintervention für junge Geflüchtete zur Reduktion von problematischem Alkohol- und Cannabiskonsum (BePrepared)

Für geflüchtete Menschen besteht in Deutschland ein besonderer Bedarf an Angeboten bezüglich Prävention und Behandlung von substanzbezogenen Störungen. Ziel dieses Projektes ist es, eine kultursensible digitale Kurzintervention zur Prävention von riskantem Alkohol- und Cannabiskonsum zu entwickeln und zu erproben. Diese soll einfach implementierbar sein und möglichst viele Betroffene erreichen. Bei der Entwicklung werden Expertinnen und Experten aus der Praxis einbezogen, um eine zielgruppenspezifische Anwendung zu ermöglichen, welche kulturelle Differenzen zwischen Herkunfts- und Ankunftsland überbrückt. Der Einbezug von erfahrenen Kulturmediatoren des Bonner Instituts für Interkulturelles Lernen und Migrationsforschung e.V. sichert die Kultursensibilität der Anwendung und schafft eine Vertrauensbasis zur zu erreichenden Zielgruppe. Es wird daher erwartet, dass die Intervention eine hohe Akzeptanz unter den Nutzern erreichen wird und eine Verbesserung hinsichtlich verschiedener Maße der initialen Wirksamkeit erzielen wird.

Kultursensible digitale Kurzintervention für junge Geflüchtete zur Reduktion von problematischem Alkohol- und Cannabiskonsum (BePrepared): Technische Umsetzung

Förderkennzeichen: 01EF1805E
Gesamte Fördersumme: 69.313 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. h.c Sahin Albayrak
Adresse: Technische Universität Berlin, DAI-Labor, Fakultät IV für Elektrotechnik und Informatik
Ernst-Reuter-Platz 7
10587 Berlin

Kultursensible digitale Kurzintervention für junge Geflüchtete zur Reduktion von problematischem Alkohol- und Cannabiskonsum (BePrepared): Technische Umsetzung

Für geflüchtete Menschen besteht in Deutschland ein besonderer Bedarf an Angeboten bezüglich Prävention und Behandlung von substanzbezogenen Störungen. Ziel dieses Projektes ist es, eine kultursensible digitale Kurzintervention zur Prävention von riskantem Alkohol- und Cannabiskonsum zu entwickeln und zu erproben. Diese soll einfach implementierbar sein und möglichst viele Betroffene erreichen. Im Vorhaben wird die technische Umsetzung der digitalen Intervention gewährleistet.