Teilprojekt eines Verbundes

ReCAP - Kulturell angepasste Psychotherapie für geflüchtete Menschen

Viele der nach Deutschland geflüchteten Menschen weisen durch traumatische Erfahrungen im Heimatland und während ihrer Flucht ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen auf. Die Bereitstellung einer angemessenen Behandlung wird jedoch durch zahlreiche Hindernisse erschwert, wie beispielsweise einem Mangel an geeigneten Behandlungskonzepten, die auf die Bedürfnisse geflüchteter Menschen zugeschnitten sind.

Im Verbund „ReCAP“ wird ein kulturell angepasster gestufter Versorgungsansatz entwickelt, der verschiedene Behandlungsansätze für Untergruppen von Asylsuchenden und Geflüchteten kombiniert. Das übergeordnete Ziel des Verbundes ist es dabei, die Wirksamkeit von drei neuen kurzen und kulturell angepassten Psychotherapieformen mit bestehenden Versorgungsangeboten für diese Zielgruppe zu vergleichen. Darüber hinaus werden die erarbeiteten Behandlungsansätze hinsichtlich ihrer Kosteneffektivität bewertet.

Teilprojekte

Teilprojekt ReTreat

Förderkennzeichen: 01EF1804A
Gesamte Fördersumme: 1.023.498 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: Prof. Dr. Ulrich Stangier
Adresse: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, FB 05 Psychologie und Sportwissenschaften, Institut für Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie
Varrentrappstr. 40-42
60486 Frankfurt

Teilprojekt ReTreat

Das Teilprojekt vergleicht in einer randomisierten kontrollierten Studie die Wirksamkeit kulturangepasster kognitiver Verhaltenstherapie (CA-CBT) mit üblicher Behandlung bei Geflüchteten mit Traumafolgestörungen. Die Behandlung besteht in zwölf Sitzungen einer transdiagnostischen Gruppenintervention, die Psychoedukation, kognitive Umstrukturierung, Yoga und Stretching umfasst und die zusätzlich zu dem bisher evaluierten Behandlungsmanual um ein Problemlösetraining erweitert ist.

Teilprojekt LoPe

Förderkennzeichen: 01EF1804B
Gesamte Fördersumme: 655.472 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: Dr. Cornelia Weise
Adresse: Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Psychologie
Gutenbergstr. 18
35037 Marburg

Teilprojekt LoPe

Trotz hoher psychischer Belastung ist es für Asylsuchende schwierig, Zugang zu psychologischer Behandlung und zum Gesundheitssystem in den Aufnahmeländern zu erhalten. Dies ist bedingt sowohl durch mangelnde Kenntnisse über Psychotherapie, als auch durch kulturelle und sprachliche Barrieren. Dementsprechend könnte eine niedrigschwellige, kultursensible Psychoedukation hilfreich sein, um das Wissen über psychische Gesundheitsprobleme sowie verfügbare Behandlungen zu erhöhen und damit die psychische Belastbarkeit und Selbstversorgung zu verbessern. Dieses Projekt wird eine kultursensible Psychoedukation auf dem neusten Stand der Wissenschaft (sog. "Teegärten") innerhalb einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) anwenden und deren Effektivität in Hinblick auf Wissenszuwachs, Stärke der Beeinträchtigung und psychische Belastbarkeit bei Asylsuchenden im Vergleich zu Probanden auf einer Warteliste untersuchen. Der Teegarten zielt darauf ab, die Teilnehmenden mit dem westlichen Verständnis von Psychotherapie vertraut zu machen und dadurch mögliche Hindernisse für das Aufsuchen einer angemessenen Behandlung psychischer Störungen zu reduzieren.

Teilprojekt ReScript

Förderkennzeichen: 01EF1804C
Gesamte Fördersumme: 1.025.537 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: PD. Dr. Regina Steil
Adresse: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, FB 05 Psychologie und Sportwissenschaften, Institut für Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie
Varrentrappstr. 40-42
60486 Frankfurt

Teilprojekt ReScript

Diese randomisierte kontrollierte Studie untersucht die Wirksamkeit von ambulantem, kulturell angepasstem "Imagery Rescripting", einer kurzen, traumafokussierten Intervention zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS), im Vergleich zur Standardbehandlung (Treatment As Usual, TAU) in einer Stichprobe von an PTBS erkrankten geflüchteten Menschen. In vier Zentren (Marburg, Frankfurt, Münster, München) werden 90 Patientinnen und Patienten nach dem Zufall einer der zwei Behandlungsbedingungen zugeteilt. Vor und nach der Behandlung sowie drei und zwölf Monate danach wird die Wirksamkeit der Interventionen anhand von Interviews und Selbstbeurteilungen untersucht.

Teilprojekt Gesundheitsökonomie

Förderkennzeichen: 01EF1804D
Gesamte Fördersumme: 985.088 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2024
Projektleitung: Carmen Schade-Brittinger
Adresse: Philipps-Universität Marburg, FB 20 Medizin und Universitätsklinikum, Koordinierungszentrum für Klinische Studien
Karl-von-Frisch-Str. 4
35037 Marburg

Teilprojekt Gesundheitsökonomie

Viele Asylsuchende und Flüchtlinge leiden unter psychischen Problemen. Die Bereitstellung einer angemessenen Behandlung wird jedoch durch viele Hindernisse, einschließlich wirtschaftlicher Herausforderungen, erschwert. Daher werden auf die Bedürfnisse dieser vulnerablen Bevölkerungsgruppe zugeschnittene Behandlungskonzepte benötigt. Dieses gesundheitsökonomische Projekt untersucht die Kosten und die Kosten-Effektivität von drei kulturell angepassten Interventionen: 1) eine kurze kultur-sensible Psychoedukation 2) kulturell angepasste kognitive Verhaltenstherapie und 3) Imagery Rescripting als individuelle Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen bei Asylsuchenden. Die gesundheitsökonomischen Analysen werden als Sekundäranalyse bei drei randomisierten, kontrollierten Studien durchgeführt. Jede ökonomische Bewertung besteht aus einer Bewertung des Ressourcenverbrauchs und einer Schätzung der Kosten (der Krankheit) und eines Kostenvergleichs. Durch die Synthese von Kosten und (klinischen) Ergebnissen werden die Analysen auf eine Kosten-Effektivitäts-Analyse oder / und eine Kosten-Nutzwert-Analyse erweitert. Das Projekt wird die Umsetzung innovativer Behandlungsansätze für Flüchtlinge und Asylsuchende im deutschen Gesundheitssystemen unterstützen.