Verbund

REALiGN-HD - Ethische und rechtliche Konzepte für die Anwendung neuer Techniken einer präzisen Genomeditierung bei hereditären Erkrankungen

Ziel des Verbundprojektes „REALiGN-HD“ ist es, einen rechtlichen Rahmen zu erarbeiten, der als Basis für die Gesetzgebung im Bereich der Gentherapie beim Menschen dienen kann. Entwicklungs- und Stammzellbiologie, Medizin, Philosophie, Ethik und Recht arbeiten hierbei intensiv zusammen. Interdisziplinär werden die ethischen und rechtlichen Voraussetzungen und Konsequenzen der Anwendung neuer Verfahren der Genom-Editierung untersucht, um Regulierungsempfehlungen zu entwickeln.

Teilprojekte

Teilprojekt 1: Ethik

Förderkennzeichen: 01GP1616A
Gesamte Fördersumme: 206.899 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Thomas Heinemann
Adresse: PTHV Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar gGmbH
Pallottistr. 3
56179 Vallendar

Teilprojekt 1: Ethik

Ziel des Gesamtverbundes ist es einen Regulierungsvorschlag für das Handlungsfeld der Genom-Editierung mit neuen Technologien zu erstellen. Hierbei analysiert das TP1 die spezifisch ethischen Fragen, die mit einer Anwendung neuer Genom-Editierungstechniken zum Zwecke der Gentherapie insbesondere bei menschlichen Embryonen verbunden sind. Diese ist nach derzeitigem deutschem Recht verboten. Aufgrund der sich abzeichnenden hohen Präzision und Sicherheit neuer Genom-Editierungstechniken werden vor allem Fragen nach der Risiko-Nutzen-Bewertung, der Verantwortung für künftige Generationen, anthropologische Fragen, Fragen nach dem moralischen Status des Embryos sowie nach den Grenzen zu einem medizinischen genetischen Enhancement im Vergleich mit etablierten ethischen Bewertungskonzepten untersucht. Methodologisch arbeitet die ethische Analyse u.a. mit Gedankenexperimenten, anhand derer im Hintergrund wirkende Argumente und Normen identifiziert und bewertet werden können.

Teilprojekt 2: Recht

Förderkennzeichen: 01GP1616B
Gesamte Fördersumme: 270.341 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Hans-Georg Dederer
Adresse: Universität Passau, Juristische Fakultät, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungsrecht, Völkerrecht, Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht
Innstr. 39
94032 Passau

Teilprojekt 2: Recht

Durch den Einsatz der CRISPR-Cas Technik wurde die gezielte Modifikation spezieller Gensequenzen ermöglicht und dadurch eine präzise Methode der Genomeditierung entwickelt, die auch beim Menschen anwendbar ist. Diese neuen Techniken der Gentherapie verlangen nach einer eingehenden Untersuchung der sich daraus ergebenden naturwissenschaftlichen, ethischen und rechtlichen Fragestellungen. Ziel des juristischen Teilprojektes ist dabei die Analyse der rechtlichen Probleme, die sich durch die Methode der Genomeditierung mittels CRIPSR-Cas auf induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) und menschlichen Embryonen für Therapiezwecke ergeben. Darauf aufbauend sollen naturwissenschaftlich und ethisch fundierte Reformvorschläge für die aktuellen rechtlichen Regelungen erarbeitet und der weiterreichende Einfluss der Genomeditierung beim Menschen auf grundlegende normative Wertungen untersucht werden.

Teilprojekt 3: Biomedizinische Aspekte und Gedankenexperimente

Förderkennzeichen: 01GP1616C
Gesamte Fördersumme: 122.794 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Tobias Cantz
Adresse: Medizinische Hochschule Hannover, Exzellenzcluster REBIRTH, AG Translationale Hepatologie und Stammzellenbiologie
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Teilprojekt 3: Biomedizinische Aspekte und Gedankenexperimente

Das übergeordnete Ziel dieses Teilprojekts ist es, den aktuellen und absehbaren biomedizinischen Wissensstand zur Genomeditierung humaner Embryonen und Keimzellen in umfassenden Analysen und in Ad-hoc-Konsultationen für die normativen Projektmitarbeiter zu erarbeiten. Von zentraler Bedeutung dabei sollen zwei Gedankenexperimente zur Anwendung der CRIPSR/Cas-Technologie in Zygoten und zur Anwendung einer "Ein-Generationen-Keimbahntherapie" sein.