Teilprojekt eines Verbundes

Diagnostisch-klinische Beurteilung des mikrobiellen Status der Darmflora bei Neugeborenen mittels Amplicon-Sequenzierung im Vergleich zur konventionellen Stuhldiagnostik (TP3A)

Förderkennzeichen: 01GL1746C
Fördersumme: 468.627 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Stephan Gehring
Adresse: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Sektion Pädiatrische Infektiologie
Langenbeckstr. 1
55131 Mainz

In den ersten Lebenstagen entwickelt sich die Darmflora und das Immunsystem in einer komplexen, aktuell noch wenig verstandenen Weise. Verschiedenste Einflüsse, wie chirurgische Eingriffe, Babynahrung oder Antibiotika, können in die normale Darmkolonisierung eingreifen. Bei Frühgeborenen (VPI; very preterm neonate) können diese Effekte noch tiefgreifender ausfallen, zumal sie zusätzlich der Situation in einer Neugeborenenintensivstation ausgesetzt sind. Aktuell konnte nicht eindeutig belegt werden, dass die Gabe von Probiotika kurz- oder langfristig als Unterstützung der Entwicklung einer normalen Darmflora genutzt werden kann. In diesem Projekt sollen die Auswirkungen von Antibiotika auf die Darmflora in frühgeborenen Neugeborenen durch die Verabreichung von probiotischen Bakterienstämmen reduziert werden. Dies wird untersucht durch, a) ein vergleichende Mikrobiomanalyse mittels 'deep metagenomic sequencing', wodurch Aufschluss über die Details der Specieszusammensetzung in Relation zu Therapie und Probiotika-Gabe erwartet wird, dies jedoch nur für ein Teilkollektiv, und b) eine 16S-rRNA-Sequenzierung von Stuhlproben aller Studien-Teilnehmer, um einen Zusammenhang klinischer Parameter mit mikrobiellen Besiedelungsmustern darzustellen. Diese Studie wird integriert in die bundesweit durchgeführte, doppelt-geblindete, kontrollierte klinische Studie PRIMAL eingebettet. Einschlusskriterien werden Frühgeburtlichkeit (Gestationsalter 28 - 32+6 Wochen), ausschließlich Kinder mit Kaiserschnittgeburt und die Verfügbarkeit einer Stuhlprobe von der Mutter sein. Die Probenbearbeitung, die Analyse und Interpretation wird in enger Zusammenarbeit zwischen der UMM und dem EMBL durchgeführt.