Fördermaßnahme

Kinder- und Jugendgesundheit

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2015
Förderzeitraum: 2017 - 2021
Gesamte Fördersumme: bis zu 39,4 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 10 Verbünde und 4 Einzelvorhaben

Gesundheit, Entstehung und Verlauf von Krankheiten sind durch sehr verschiedene Faktoren bestimmt. Neben der genetischen Ausstattung haben die Herkunft, der soziale Status, das Geschlecht sowie das familiäre, berufliche und gesellschaftliche Umfeld Auswirkungen auf die Gesundheit und darauf, wie Krankheiten bewältigt werden können. Kindheit und Jugend, Erwachsenenleben und Alter haben dabei ihre eigenen Charakteristika. Aus diesen Gründen haben allgemeine Konzepte zur Gesundheitsförderung, Prävention und Versorgung nicht in allen Lebensphasen oder Bevölkerungsgruppen die gleiche Wirkung.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat deshalb die Förderinitiative „Gesund – ein Leben lang“ gestartet. Aufbauend auf den Besonderheiten und Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen, im Alter, bei arbeitenden Menschen und bei Männern und Frauen sollen neue und wirkungsvolle Konzepte zur Gesundheitsförderung, Prävention und Versorgung entwickelt werden.

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Kinder und Jugendliche werden heute vor allem durch chronisch verlaufende körperliche Erkrankungen und psychische Störungen in ihrer Gesundheit beeinträchtigt. Neben der direkten Beeinträchtigung können diese bei Heranwachsenden die Gesundheit im gesamten Lebensverlauf prägen. Frühe präventive und therapeutische Maßnahmen, die auf die jeweilige Entwicklungsstufe des Kindes angepasst sind, sind daher von besonderer Bedeutung. Eine wichtige Rolle für die Gesundheit in der Kindheit und im weiteren Leben spielen auch prägende Einflüsse vielfältiger Umweltfaktoren. Diese können bereits im Mutterleib und der Kindheit – zunächst ohne direkten Krankheitswert – weichenstellend wirken.

Ziel dieser Fördermaßnahme ist, die Grundlage dafür zu schaffen, dass Kinder und Jugendliche gesund bleiben oder schneller genesen. Hierzu soll in prioritären Forschungsfeldern exzellente und umsetzungsorientierte Forschung gefördert werden. Konkret sollen kindgerechte Präventions- und Therapieansätze für chronische Erkrankungen und psychische Störungen entwickelt werden. Für Risikogruppen sollen spezifische Konzepte der Gesunderhaltung und Prävention erarbeitet und erprobt werden. Darüber hinaus sollen die biologischen und molekularen Mechanismen prägender Einflüsse auf Gesundheit und Krankheit weiter aufgeklärt werden.

2. Stand der Fördermaßnahme

Die eingegangenen Projektskizzen für Forschungsverbünde wurden durch ein international und interdisziplinär besetztes Gremium bewertet. Auf dieser Grundlage wurden 10 Verbünde zur Förderung empfohlen, an denen insgesamt 34 Zuwendungsempfänger (Universitäten, Universitätskliniken, außeruniversitäre Forschungsorganisationen, Einrichtungen der Gesundheitsversorgung, Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft) beteiligt sind. Es ist eine vierjährige Förderung vorgesehen. Das BMBF stellt dafür in den Jahren 2017 bis 2022 insgesamt 37,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Themen der Verbünde umfassen ein breites Spektrum an Erkrankungen und Umwelteinflüssen bei Heranwachsenden in verschiedenen Altersstufen: Gesundheitsversorgung bei chronisch kranken Jugendlichen; Psychische Probleme z. B. Emotionsregulation; Selbstverletzendes Verhalten und Suchterkrankungen; Entwicklung des Immunsystems, Allergie und Toleranz; Programmierende Effekte von Stress, Kinder psychisch kranker Eltern sowie die Gesundheit chronisch kranker Flüchtlinge.

Einzelprojekte

Transdiagnostische psychopathologische Merkmale, Risikofaktoren und Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen mit verschiedenen psychischen Störungen

Förderkennzeichen: 01GL1902
Gesamte Fördersumme: 428.289 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Dr. Anja Görtz-Dorten
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
Robert-Koch-Str. 10
50931 Köln

Transdiagnostische psychopathologische Merkmale, Risikofaktoren und Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen mit verschiedenen psychischen Störungen

In dem geplanten Querschnittsprojekt werden über sieben Verbünde der Fördermaßnahme "Gesund - ein Leben lang: Kinder- und Jugendgesundheit" hinweg Daten zu psychopathologischen Merkmalen, Risikofaktoren und Lebensqualität bei Kindern mit verschiedenen psychischen Störungen analysiert. Ziel ist es, durch die Datenanalysen aus den verschiedenen Stichproben eine "dimensionale" Beschreibung und Klassifikation psychischer Störungen zu etablieren, die über die bisherige kategoriale Diagnostik hinausgeht. Zusätzlich sollen über die verschiedenen Störungsgruppen hinweg Unterschiede hinsichtlich psychopathologischer Merkmale, Risikofaktoren und Lebensqualität / Funktionsniveau bei psychischen Störungen überprüft und Strukturgleichungsmodelle über den Zusammenhang dieser Risikofaktoren mit psychopathologischen Merkmalen und Lebensqualität / Funktionsniveau entwickelt werden. Damit trägt das Projekt zur Optimierung der Diagnostik und Versorgung im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit bei. Es leistet einen Beitrag zur Entwicklung einer neuen internationalen Klassifikation psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen.