Verbund

DiSCoVeR

Depressionen sind eine der häufigsten psychischen Störungen, die zudem  ohne adäquate Behandlung oft chronisch verlaufen. Etwa ein Drittel aller depressiven Patientinnen und Patienten spricht jedoch nicht ausreichend auf die klassische medikamentöse Behandlung an. Daher besteht dringender Bedarf an innovativen therapeutischen Alternativen. Nicht-invasive Hirnstimulationsverfahren wie die transkranielle Gleichstromstimulation stellen eine solche Alternative dar. Ihr Einsatz ist risikoarm, kostengünstig und kann auf verschiedenste Gegebenheiten und Patientenprofile angewendet werden.

Im Verbund DiSCoVeR soll eine Therapie entwickelt werden, die zusätzlich zur transkraniellen Gleichstromstimulation ein interaktives Videospiel einsetzt. Das Videospiel dient dazu, die emotionale und kognitive Kontrolle der Patientinnen und Patienten über ihre eigene Stimmung zu trainieren. Es soll erforscht werden, wie beide Ansätze kombiniert werden können. Durch die Kombination beider Therapieformen wird ein zusätzlicher Behandlungserfolg erwartet. Um eine hohe Akzeptanz zu erzielen, soll diese kombinierte Behandlungsmethode von den Patientinnen und Patienten selbständig im häuslichen Umfeld angewendet werden können. Der optimale Therapieablauf wird ermittelt und auf Wirksamkeit, Durchführbarkeit und Sicherheit geprüft.

Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst jeweils eine Forschungsgruppe aus Deutschland und Lettland und jeweils zwei Forschungsgruppen aus Israel und der Schweiz. Die Ludwig-Maximilians-Universität München übernimmt hierbei hauptsächlich die Testung des entwickelten Videospiels.

Teilprojekte

Untersuchung der Effekte eines Videospiels zur kognitiven Kontrolle und selbst applizierter, nicht invasiver Gehirnstimulation zur Behandlung von Depression - Effizienz- und Durchführbarkeitsprüfung

Förderkennzeichen: 01EW1903
Gesamte Fördersumme: 325.642 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: PD Dr. Frank Padberg
Adresse: Klinikum der Universität München, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Nußbaumstr. 7
80336 München

Untersuchung der Effekte eines Videospiels zur kognitiven Kontrolle und selbst applizierter, nicht invasiver Gehirnstimulation zur Behandlung von Depression - Effizienz- und Durchführbarkeitsprüfung

Ziel des interdisziplinären und internationalen Forschungsvorhabens ist die Entwicklung und Testung der Wirksamkeit, Durchführbarkeit und Sicherheit eines innovativen kombinierten Ansatzes zur Behandlung von Depression, der non-invasive tDCS mit einem aktiven Training der kognitiven Kontrolle in Form eines einnehmenden Videospiels verknüpft. Besonders relevant ist der Behandlungsansatz für den Anteil der Patienten, der nicht ausreichend auf klassische pharmakologische Behandlungen anspricht. Das kombinierte Behandlungsverfahren soll selbstständig im häuslichen Setting der Patienten angewendet und kontinuierlich durch erfahrenes Studienpersonal überwacht werden. Die Testung der Wirksamkeit, Adhärenz und Sicherheit des kombinierten Ansatzes erfolgt im Rahmen einer placebo-kontrollierten, doppelblinden, randomisierten "proof-of-concept"-Studie. Durch den Wirksamkeitsnachweis des Behandlungsansatzes wird eine alternative bzw. komplementäre Behandlung zur pharmakologischen Behandlung von Depression ermöglicht. Ziel ist es, ein therapeutisches Verfahren für (medikamentenresistente) Patienten mit Depression zu entwickeln, das tolerabel, sicher und kostengünstig ist. Durch eine überwachte Heimanwendung soll die Behandlung einer breiten Patientenpopulation zugänglich und die Lücke geringer oder fehlender Betreuung der Patienten außerhalb des klinischen Settings geschlossen werden.