Verbund

nEUrotalk - Störung des Raum-Zeit Dialogs zwischen migrierenden kortikalen Neuronen als grundlegender Faktor bei einer Autismus-Spektrum-Störung

Die Autismus Spektrum Störung (ASD) ist eine psychische Entwicklungsstörung, die bei ungefähr jedem 60. Kind auftritt. Die betroffenen Kinder treten seltener mit ihrem sozialen Umfeld in Kontakt als gesunde Kinder. Darüber hinaus entwickeln sie häufig stereotype Verhaltensweisen, beispielsweise ein stetiges Hin- und Herwippen. Die weitere Ausprägung des Krankheitsbildes ist jedoch sehr unterschiedlich. Deshalb ist noch immer nicht geklärt, wie diese Krankheit im Einzelnen entsteht und wie sie erfolgreich therapiert werden kann.

Zu diesem Zweck untersucht der Verbund nEUrotalk gezielt die Gehirnareale, deren Funktion durch ASD beeinträchtigt ist. Dazu werden unterschiedliche ASD-Mausmodelle genutzt. Zusätzlich werden Zellen aus Hirngewebe von Verstorbenen ASD-Patienten im Labor kultiviert, die sich zu sogenannten Organoiden entwickeln. Die Forschenden können dadurch erkranktes menschliches Gewebe langfristig unter Laborbedingungen untersuchen. In beiden Modellsystemen werden die jeweils beteiligten Hirnzellen charakterisiert und ihre Vernetzung untereinander analysiert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen so neue Erkenntnisse über den komplexen Entstehungsmechanismus der ASD gewinnen.

Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst jeweils eine Forschungsgruppe aus Spanien, Belgien, Frankreich und Deutschland. Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München trägt federführend dazu bei, die Organoide aus menschlichem Gewebe herzustellen und zu untersuchen.

Teilprojekte

nEUrotalk - Störung des Raum-Zeit Dialogs zwischen migrierenden kortikalen Neuronen als grundlegender Faktor bei einer Autismus-Spektrum-Störung

Förderkennzeichen: 01EW1907
Gesamte Fördersumme: 225.110 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Dr. Silvia Cappello
Adresse: Max-Planck-Institut für Psychiatrie
Kraepelinstr. 2-10
80804 München

nEUrotalk - Störung des Raum-Zeit Dialogs zwischen migrierenden kortikalen Neuronen als grundlegender Faktor bei einer Autismus-Spektrum-Störung

Eine Autismus-Spektrum-Störung (ASD) ist eine Störung der Entwicklung des Nervensystems, die in erster Linie durch beeinträchtigte soziale Kommunikation und repetitive Verhaltensweisen sowie durch eingeschränkte Interessen gekennzeichnet ist und 1 von 59 Kindern betrifft. Die Möglichkeit, die 3D-Zytoarchitektur des Gehirns in vitro von betroffenen Personen zu rekapitulieren, ist ein sehr wertvolles Instrument zum Verständnis der Krankheitsentstehung. Es werden Assembloide/Organoide aus Fibroblasten von Patienten mit Mutationen in den ausgewählten ASD-Genen generiert. Obwohl Autismus ein heterogener und in den meisten Fällen multigener Zustand ist, können aus einer begrenzten Anzahl von Patienten zelluläre und molekulare Mechanismen abgeleitet werden, die für die Krankheit relevant sind, indem man sich auf Patienten mit definierten genetischen Mutationen konzentriert, die eine relativ homogene und gut charakterisierte klinische Manifestation zeigen.