Verbund

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Ziel des Projektes ist die Erforschung der Übertragung von multiresistenten gastrointestinalen Pathogenen in Gesundheitssystemen ausgewählter Länder in Europa und in Israel. Dabei werden sowohl die Rolle der Patientenströme zwischen den Krankenhäusern und während der stationären Aufenthalte als auch die Eigenschaften unterschiedlicher gastrointestinaler Pathogene betrachtet. Auf der Basis der Patientenströme wird ein generisches Netzwerkmodell entwickelt, in dem die Auswirkungen unterschiedlicher Präventionsstrategien wie z.B. Einsatz von gezielten Screening- bzw. Isolierungs­maßnahmen untersucht werden. Aus den Ergebnissen dieser Analysen können Empfehlungen für Präventionsstrategien abgeleitet werden.

Das Vorhaben ist Teil eines transnationalen Forschungsverbundes im Rahmen der Joint Programming Initiative zu antimikrobieller Resistenz (JPIAMR). In dem Verbund arbeiten Wissenschaftler aus Deutschland, Israel, Holland, Polen und Spanien gemeinsam an der Lösung dieser Forschungsfrage. Mit der Fördermaßnahme wird das Ziel verfolgt, sich ergänzende Expertisen und Ressourcen von einschlägig qualifizierten Arbeitsgruppen aus den teilnehmenden Ländern zusammenzuführen. Durch kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte bei Prävention, Surveillance und Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen erzielt werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen sind.

Teilprojekte

Wirksamkeit von Maßnahmen gegen Übertragung multiresistenter Enterobacteriaceae innerhalb und zwischen Krankenhäusern – Einblicke aus einem mathematischen Netzwerkmodell.

Förderkennzeichen: 01KI1704A
Gesamte Fördersumme: 241.698 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: PD Dr. Axel Kola
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Institut für Hygiene und Umweltmedizin
Hindenburgdamm 27
12203 Berlin

Wirksamkeit von Maßnahmen gegen Übertragung multiresistenter Enterobacteriaceae innerhalb und zwischen Krankenhäusern – Einblicke aus einem mathematischen Netzwerkmodell.

Multiresistente Enterobacteriaceae (MDR-E) sind eine substantielle Gefahr für das Gesundheitswesen in vielen Europäischen Ländern. Traditionelle Primärpräventionsmaßnahmen zielen auf die Eindämmung der Übertragung innerhalb des Krankenhauses ab, neuerdings wird die Bedeutung der Patientenströme zwischen den Krankenhäusern zunehmend erkannt. Das Konsortium EMerGE-NeT bringt Expertise in Modellierung, Simulationsstudien, Epidemiologie, klinischer Medizin und Mikrobiologie zusammen, um ein Netzwerkmodel für die Übertragung von MDR-E innerhalb und zwischen den Krankenhäusern zu entwickeln.

Wirksamkeit von Maßnahmen gegen Übertragung multiresistenter Enterobacteriaceae innerhalb und zwischen Krankenhäusern - Einblicke aus einem mathematischen Netzwerkmodell -TP 8

Förderkennzeichen: 01KI1704B
Gesamte Fördersumme: 31.800 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Susanne Häußler
Adresse: Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH
Inhoffenstr. 7
38124 Braunschweig

Wirksamkeit von Maßnahmen gegen Übertragung multiresistenter Enterobacteriaceae innerhalb und zwischen Krankenhäusern - Einblicke aus einem mathematischen Netzwerkmodell -TP 8

Zur Identifizierung von Übertragungen von multiresistenten Enterobacteriaceen (MDR-E) innerhalb und zwischen den Krankenhäusern werden in diesem Vorhaben klinische Isolate mittels RAPID-Massarray Technologie getestet. RAPID ist ein molekularer Test, der Informationen über die phylogenetische Verwandtschaft der klinischen Isolate liefert ebenso wie Informationen über das Vorhandensein von Resistenzmarkern.

Wirksamkeit von Maßnahmen gegen Übertragung multiresistenter Enterobacteriaceae innerhalb und zwischen Krankenhäusern – Einblicke aus einem mathematischen Netzwerkmodell.

Förderkennzeichen: 01KI1704C
Gesamte Fördersumme: 317.390 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Rafael Mikolajczyk
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik
Magdeburger Str. 8
06112 Halle (Saale)

Wirksamkeit von Maßnahmen gegen Übertragung multiresistenter Enterobacteriaceae innerhalb und zwischen Krankenhäusern – Einblicke aus einem mathematischen Netzwerkmodell.

Dieses Projekt besteht aus drei ineinandergreifenden inhaltlichen Arbeitspaketen (AP1–3) sowie einem Arbeitspaket zum Projektmanagement (AP4). AP1: Auf der Basis von Daten zu Patientenströmen zwischen den Krankenhäusern wird ein generisches Netzwerkmodell mit mehreren Ebenen entwickelt. Das Modell wird einerseits an die strukturellen Aspekte jeweiligen Gesundheitssysteme angepasst, anderseits auf der Basis empirischer Daten zu Patientenströmen entwickelt. Das Modell wird die Betrachtung der Übertragungsdynamik wie auch der Auswirkungen von spezifischen Interventionen in AP3 ermöglichen. AP2: Daten aus einer bereits implementierten Nachverfolgung von Patienten mit MDR-E und einer neu durchzuführenden Studie mit einer aktiven Surveillance werden genutzt um die Übertragungsparameter für unterschiedliche Spezies und Stämme der Pathogene zu schätzen. In diesen Studien werden wir eine neuartige Methode einer selektierten Genotypisierung einsetzen, die kostensparende Durchführung von epidemiologischen Studien ermöglicht AP3: Mit Hilfe eines systematischen Literatur-Reviews und in einem Delphi-Prozess werden die Parameter für die Übertragung von MDR-E und die erfolgsversprechenden Strategien zur Infektionskontrolle identifiziert und in einem weiteren Schritt im Rahmen von Simulationen untersucht.