Verbund

PILGRIM

PILGRIM ist eine multinationale und multizentrische Studie, die den Einfluss krankheitserregender Darmbakterien auf das individuelle Behandlungsergebnis von Patienten mit einem hohen Risiko für eine Krankenhausinfektion untersucht.

Infektionen mit Vancomycin-resistenten Enterokokken, Extended-Spectrum Beta-Laktamase-produzierenden Bakterien und Clostridium difficile stellen eine unmittelbare Bedrohung für Krankenhauspatienten und -patientinnen dar. Bisher gibt es kaum Studien, die den Einfluss dieser Keime auf den individuellen Krankheits- und Therapieverlauf untersuchen. Auch ist unbekannt, ob und wie Hygienemaßnahmen und ein rationaler Antibiotikaeinsatz (Antimicrobial Stewardship) den Betroffenen helfen können. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen daher, wie sich diese beiden Maßnahmen auf den Erwerb und  die Kolonisierung der Keime auswirken. Darüber hinaus bestimmen sie, inwieweit die Maßnahmen dazu beitragen, eine Verdrängung anderer Darmbakterien zu verhindern und die daraus möglicherweise resultierenden Infektionen zu verhindern. Die Ergebnisse der Studie sollen dazu dienen, die Behandlung der Darminfektionen in Krankenhäusern zu optimieren.

Das Vorhaben ist Teil eines transnationalen Forschungsverbundes im Rahmen der Joint Programming Initiative zu antimikrobieller Resistenz (JPIAMR). In dem Verbund arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Kanada, Schweden, Norwegen, Lettland und Israel gemeinsam an der Lösung dieser Forschungsfrage. Mit der Fördermaßnahme wird das Ziel verfolgt, sich ergänzende Expertisen und Ressourcen von einschlägig qualifizierten Arbeitsgruppen aus den teilnehmenden Ländern zusammenzuführen. Durch kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte bei Prävention, Surveillance und Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen erzielt werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen sind.

Teilprojekte

Einfluss von Rezeptqualität, Infektionskontrolle und Antimicrobial Stewardship auf die Dominierung der Darmflora durch therapieassoziierte Erreger

Förderkennzeichen: 01KI1735
Gesamte Fördersumme: 761.644 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Janne Vehreschild
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Klinik I für Innere Medizin
Kerpener Str. 62
50937 Köln

Einfluss von Rezeptqualität, Infektionskontrolle und Antimicrobial Stewardship auf die Dominierung der Darmflora durch therapieassoziierte Erreger

Infektionen mit Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE), Extended-Spectrum Beta-Laktamase-produzierenden Bakterien (ESBL) und Clostridium difficile stellen eine unmittelbare Bedrohung für hospitalisierte Patienten dar. Bisher gibt es kaum Studien, die den Einfluss von VRE/ESBL/C. difficile auf den individuellen Krankheits- und Therapieverlauf untersuchen. Auch ist unbekannt, ob und vor allem in welchem Umfang Hygienemaßnahmen (Infection Control, IC) und ein rationaler Antibiotikaeinsatz (Antimicrobial Stewardship, AMS) die Sequenz Erwerb, Kolonisierung, intestinale Domination unter antibiotischem Selektionsdruck und daraus potentiell resultierende Infektionen durch diese Mikroorganismen durchbrechen können. PILGRIM ist eine multinationale, multizentrische Studie zur Untersuchung des Einflusses von VRE/ESBL/C. difficile auf das individuelle Behandlungsergebnis bei Patienten mit hohem Risiko für eine nosokomiale Infektion.