Fördermaßnahme

Nachwuchsförderung - Klausurwochen

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2015 und 2017
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Gesamte Fördersumme: bis zu 1,1 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: fünf und zehn Einzelvorhaben

Das Zusammenwirken verschiedener Forschungsrichtungen über die Grenzen der jeweils eigenen Disziplin hinweg ist ein wichtiger Baustein für funktionierende ELSA-Forschung. Traditionell eher isoliert voneinander handelnde Forschungsdisziplinen aus den medizinisch-naturwissenschaftlichen und den geistes- bzw. sozialwissenschaftlichen Fächern müssen in Beziehung gebracht und füreinander interessiert werden. Schaffung von Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für interdisziplinär orientierte Nachwuchswissenschaftler gehört zu den Prioritäten der ELSA-Förderung. Zu diesem Zweck wird jungen, interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durch Förderung von Klausurwochen die Möglichkeit zum Training ihrer fächerübergreifenden Arbeits- und Kommunikationsfähigkeiten geboten. Auch in der Nachwuchsförderung wird zunehmend international gearbeitet.

Einzelprojekte

ProfEth - Professionsethik am Lebensende - Ein französisch-deutscher Vergleich

Förderkennzeichen: 01GP1889
Gesamte Fördersumme: 73.163 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Sabine Salloch
Adresse: Universitätsmedizin Greifswald - Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
Ellernholzstr. 1-2
17489 Greifswald, Hansestadt

ProfEth - Professionsethik am Lebensende - Ein französisch-deutscher Vergleich

Im Rahmen einer einwöchigen, interdisziplinären und englischsprachig durchgeführten Klausurwoche sollen NachwuchswissenschaftlerInnen im binationalen Vergleich ethische Herausforderungen in der Betreuung von PatientInnen am Lebensende herausarbeiten. Der besondere Fokus liegt auf den Rollen der im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen (ÄrztInnen, Pflege u.a.) sowie der interprofessionellen Kooperation im kulturbezogenen Ländervergleich zwischen Frankreich und Deutschland. Ziele der Klausurwoche sind die Förderung der wissenschaftlichen Qualifikation und der interdisziplinären Kompetenzen der teilnehmenden NachwuchswissenschaftlerInnen sowie die Erarbeitung und öffentlichkeitswirksame Präsentation eines Ländervergleichs Frankreich-Deutschland unter ergänzender Berücksichtigung weiterer nationaler Perspektiven. Die Präsentation der Ergebnisse erfolgt im Rahmen einer öffentlichen Abendveranstaltung, einer open access-Publikation und eines Sammelbandes. Darüber hinaus bildet die Klausurwoche die Grundlage zur Entwicklung künftiger gemeinsamer Forschungsprojekte in ländervergleichender Perspektive.

DigitAs - Möglichkeiten und Grenzen digitaler Assistenzsysteme für alternde Menschen

Förderkennzeichen: 01GP1888
Gesamte Fördersumme: 76.556 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Jochen Vollmann
Adresse: Ruhr-Universität Bochum - Medizinische Fakultät und Klinikum - Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin
Marktstr. 258a, Malakowturm
44799 Bochum

DigitAs - Möglichkeiten und Grenzen digitaler Assistenzsysteme für alternde Menschen

Digitale Assistenztechnologien (DATs) besitzen das Potential, Versorgungslücken im Gesundheitssystem abzumildern und die Situation von alternden Menschen zu verbessern. Aus ethischer Perspektive wird der Erhalt von Selbstständigkeit, Privatheit, professioneller oder persönlicher Beziehungen und Wohlbefinden trotz zunehmender Beeinträchtigung gesichert. Zugleich werden jedoch brisante Fragen aufgeworfen. DATs bergen die Gefahr, ihren Nutzern die Unterstützung lediglich vorzugaukeln und die Immaterialität dieser Vorspiegelung zu überdecken. Im Rahmen einer internationalen, englischsprachigen Klausurwoche gibt das Projekt Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, den unterschiedlichen ethischen Dimensionen von DATs nachzugehen. Dabei sollen Abwägungsentscheidungen zwischen der wünschenswerten Förderung von Teilhabe und den Gefahren einer täuschenden Simulation derselben entwickelt werden. Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen der ethischen Zulässigkeit von DATs zu beleuchten. Dabei sollen die unterschiedlichen Kontexte der schweizerischen und deutschen Diskussion berücksichtigt werden.

MAHFDM - Migration als Herausforderung für die Medizin. Ethische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte im Ländervergleich Deutschland, Kroatien und Österreich

Förderkennzeichen: 01GP1887
Gesamte Fördersumme: 67.251 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Florian Steger
Adresse: Universität Ulm - Universitätsklinikum - Medizinische Fakultät - Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin
Parkstraße 11
89073 Ulm

MAHFDM - Migration als Herausforderung für die Medizin. Ethische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte im Ländervergleich Deutschland, Kroatien und Österreich

Durch die verstärkte fluchtbedingte Migration seit Sommer 2015 ergeben sich neue Herausforderungen für die medizinische Versorgung in den Transit- und Zielländern. Im Rahmen der beantragten Klausurwoche sollen am Beispiel von drei ausgewählten europäischen Ländern, Deutschland (Zielland), Kroatien (Transitland) und Österreich (Transit- und Zielland), die Herausforderungen für die medizinische Versorgung unter ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Aspekten diskutiert werden. Auf dieser Grundlage sollen dann länderspezifische Lösungsangebote für die medizinische Versorgung entwickelt werden. Dazu werden Nachwuchswissenschaftler und ausgewiesene Experten aus Deutschland, Kroatien und Österreich zusammenkommen, um in einem interdisziplinären Austausch gemeinsam über länderspezifische ethische, rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu diskutieren und Lösungsangebote zu entwerfen.

BioOekonTech: Bioökonomie und moderne Biotechnogen - Ethische und rechtliche Aspekte

Förderkennzeichen: 01GP1886
Gesamte Fördersumme: 58.382 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2019
Projektleitung: PD Dr. Dirk Lanzerath
Adresse: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften
Bonner Talweg 57
53113 Bonn

BioOekonTech: Bioökonomie und moderne Biotechnogen - Ethische und rechtliche Aspekte

Um eine globale Versorgung mit Nahrungsmitteln, Energie und Rohstoffen für die zukünftige globale Gesellschaft dauerhaft sicherzustellen, wird mit der Entwicklung und Züchtung neuer Biota (z.B. stressresistente, produktivere Nutztiere, ertragreichere, widerstandsfähige Nutzpflanzen, biologische Energieträger, Kunststoffe und Pharmazeutika) eine effizientere und schonendere Nutzung von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen angestrebt. Als Element einer hybriden Wirtschaftsweise werden hierzu Forschungen aus Technik, Biologie und Ökonomie enger mit biologischen und nicht-biologischen nachhaltigen Nutzungsformen verknüpft. Diese Strategie neuer synergetischer Verbindungen zur Nutzung der Biomasse wird als Bioökonomie bezeichnet. Den verwendeten Verfahren wie etwa Genome Editing, synthetische Biologie, Nutrigenomik, Precision Farming/ Breeding oder Bioinformatik werden einerseits Vorteile hinsichtlich Effizienz und Zielgenauigkeit zugesprochen, andererseits bergen sie aber auch mögliche Risiken für Umwelt und Gesundheit. Zudem werden unter Aspekten der sozialen Gerechtigkeit (z.B. Monopolisierung zu Lasten kleinerer Betriebe) kritische Stimmen laut. Sehr grundsätzlich wird der bioökonomische Ansatz als eine inadäquate Form der Ökonomisierung der lebendigen Natur kritisiert. Im Rahmen der Klausurwoche soll ein unvoreingenommener und ergebnisoffener Austausch zwischen Experten/innen und Nachwuchswissenschaftlern/innen aus unterschiedlichen Disziplinen zu einem Thema gefördert werden, das die gesamte Ausrichtung moderner Gesellschaften betrifft. ELSA-Aspekte der Verfahren und Ziele der Bioökonomie sollen ebenso diskutiert werden wie ihre ökologischen und wirtschaftlichen Dimensionen. Die Beiträge zur Klausurwoche werden in einem Tagungsband publiziert, der auch gemeinsam entwickelte Handlungsempfehlungen enthält. Zudem soll ein begleitender Band "Bioökonomie" in der DRZE Reihe "Sachstandsberichte" entstehen.

BatLotH - Bioethik und das Erbe des Holocaust

Förderkennzeichen: 01GP1885
Gesamte Fördersumme: 50.000 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2020
Projektleitung: PD Dr. Heiko Stoff
Adresse: Medizinische Hochschule Hannover - Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

BatLotH - Bioethik und das Erbe des Holocaust

Im Sommer 2017 hat sich eine israelisch-deutsche Arbeitsgruppe konstituiert, die sich erstmals am 9.7.2017 im Haus der Wanseekonferenz zu einem Skypeworkshop zusammengefunden hat, um die Auswirkungen des Holocaust auf die Entwicklung der Bioethik in Israel und Deutschland zu untersuchen. Die Arbeitsgruppe soll zukünftig qua eines Projektantrages verstetigt werden. Um dies zu gewährleisten, ist es unbedingt notwendig, dass sich die Teilnehmenden in einer Klausurwoche zusammenfinden. Diese soll es ermöglichen, dass zudem ausgewählte Forschende aus dem Bereich des Nachwuchses aus Deutschland und Israel partizipieren. Während der Klausurwoche stellen alle Teilnehmende in moderierten Diskussionsrunden ihr jeweiliges Papier in Referaten und unter der Hinzuziehung von Koreferierenden vor. In dem Forschungsvorhaben sollen explizit "ethische, rechtliche und soziale Aspekte der modernen Lebenswissenschaften" sowohl aus einer historischen, ethischen, politologischen und soziologischen als auch anwendungsbezogenen Perspektive betrachtet werden. Befragt wird, auf welch unterschiedliche Weise der gesellschaftliche Diskurs zu bioethischen Aspekten in den modernen Lebenswissenschaften in den Ländern der Täter und der Opfer geführt wurde und ob dies auch zu unterschiedlichen Formen der Rechtsprechung sowie zu unterschiedlichen biotechnologischen Praktiken geführt hat. Es geht also zentral um die jeweiligen nationalen Diskussionen, wobei unter Heranziehung der für die internationale Debatte maßgeblichen US-amerikanischen Diskurse auch der internationale Austausch starke Berücksichtigung finden soll. Dazu ist es in der Tat notwendig, die Historizität der jeweiligen nationalen Sichtweisen erst noch herauszuarbeiten. Damit soll ein bisher noch nicht geleisteter bedeutsamer Beitrag zur bioethischen Debatte sowohl in Israel und Deutschland selbst als auch im transnationalen Bezug geleistet werden.

HumanMeD - Umsetzung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen (UN-BRK) in der Gesundheitsversorgung von Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen

Förderkennzeichen: 01GP1884
Gesamte Fördersumme: 50.000 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2020
Projektleitung: Dr. Matthé Scholten
Adresse: Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät und Klinikum, Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin
Markstr. 258 a, Malakowturm
44799 Bochum

HumanMeD - Umsetzung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen (UN-BRK) in der Gesundheitsversorgung von Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen

Das Ziel der Klausurwoche ist, die Interpretation und Umsetzung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen (UN-BRK) und ihre Implikationen für die gesundheitliche Versorgung von Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen aus ethischer, rechtlicher und sozialwissenschaftlicher Perspektive kritisch zu beleuchten. Die zentrale Fragestellung der Klausurwoche ist, wie die UN-BRK in der Gesundheitsversorgung umzusetzen ist, damit gemäß ihrer Zielsetzung die Autonomie von Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen gefördert und ihre Gleichbehandlung gewährleistet wird. Das Thema soll aus interdisziplinärer und internationaler Perspektive von Nachwuchswissenschaftlern aus den Disziplinen Medizinethik, Rechtswissenschaften, Disability Studies, Philosophie, Psychiatrie, und Sozialarbeit bearbeitet werden. Als Partnerländer sind Großbritannien und Irland gewählt worden, da die von der UN-BRK aufgeworfenen Fragen und möglichen Gesetzesänderungen im Bereich der Gesundheitsversorgung von Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen in diesen Ländern besonders intensiv und unterschiedlich bearbeitet worden sind.

VALUEMED - Wertbestimmung medizinischer Maßnahmen. Normative und empirische Herausforderungen

Förderkennzeichen: 01GP1883
Gesamte Fördersumme: 49.849 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Jan Schildmann
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
Magdeburger Str. 8
06112 Halle

VALUEMED - Wertbestimmung medizinischer Maßnahmen. Normative und empirische Herausforderungen

Gegenstand der Klausurwoche sind Analysen zu normativen und empirischen Herausforderungen bei der Bestimmung des Wertes medizinischer Maßnahmen unter besonderer Berücksichtigung der in verschiedenen Ländern etablierten Medizintechnik-Folgenabschätzung (engl. Health Technology Assessments, HTAs). Einen thematischen Fokus bildet der Vergleich der HTA-Verfahren zur Bewertung neuer Arzneimittel in Deutschland und England. Die Arbeitsergebnisse der an der Klausurwoche teilnehmenden Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen bilden die Grundlage für eine Veröffentlichung mit Thesen zum Potential und den Grenzen länderübergreifender Strategien zur Durchführung von HTAs neuer Arzneimittel sowie interdisziplinären Vorschlägen zur Weiterentwicklung von Methoden der Wertbestimmung medizinischer Maßnahmen.

AniWel - Wohlergehen von Tieren – Ethische, wissenschaftstheoretische und biologische Perspektiven

Förderkennzeichen: 01GP1882
Gesamte Fördersumme: 50.000 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2020
Projektleitung: Dr. Beate Lüttenberg
Adresse: Westfälische Wilhelms-Universität Münster - Centrum für Bioethik
Schlossplatz 2
48149 Münster

AniWel - Wohlergehen von Tieren – Ethische, wissenschaftstheoretische und biologische Perspektiven

Die Frage einer angemessenen und ethisch vertretbaren Behandlung von Tieren wird seit geraumer Zeit sowohl in der Wissenschaft als auch in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Zum Begriff des Tierwohls, zur Tierwohldiagnostik und zu den Indikatoren des Tierwohls, die in dieser Diskussion eine zentrale Rolle spielen, gibt es erheblichen Forschungsbedarf. Die konzeptionellen, normativen und wissenschaftstheoretischen Herausforderungen, denen sich die Tierwohlforschung dabei gegenübersieht, werden im Zentrum einer interdisziplinär ausgerichteten Klausurwoche stehen, an der bis zu 15 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler (Doktorandinnen und Doktoranden sowie Postdoktorandinnen und Postdoktoranden) aus den einschlägigen Disziplinen (Ethik, Wissenschaftstheorie, Verhaltensbiologie) teilnehmen werden. Die Klausurwoche wird vom 25.-29. März 2019 in Münster stattfinden.

Nehemiah - Neue ethische Herausforderungen in der datenreichen Medizin: ein Ländervergleich von Einwilligungsformen in UK, Österreich, Deutschland

Förderkennzeichen: 01GP1881
Gesamte Fördersumme: 50.000 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Alena Buyx
Adresse: Technische Universität München, Fakultät für Medizin, Institut für Geschichte und Ethik in der Medizin
Ismaninger Str. 22
81675 München

Nehemiah - Neue ethische Herausforderungen in der datenreichen Medizin: ein Ländervergleich von Einwilligungsformen in UK, Österreich, Deutschland

Übergeordnetes Ziel ist es, die ethischen und juristischen Diskussionen um die massenhafte Datennutzung zu medizinischen Forschungszwecken zu schärfen und durch den internationalen Vergleich (DE, UK, AT) um neue Aspekte zu ergänzen. Um die Praxisrelevanz in den Blick zu nehmen, werden die ethischen, juristischen und sozialen Implikationen verschiedener Einwilligungsmodelle zur Sekundärdatennutzung in der Forschung diskutiert. Für die zukünftige Politikgestaltung in der datenreichen Medizin werden nationale und länderübergreifende praktische Handlungsempfehlungen abgeleitet. Im interdisziplinären Austausch werden ethische, (datenschutz-) rechtliche, sowie soziale Herausforderungen der Einwilligung zur komplexen Sekundärnutzung immer größerer Datenmassen (Big Data) für die medizinische Forschung diskutiert. Dies erfolgt im Dialog zwischen Fachexperten und Nachwuchswissenschaftlern. Grundlage ist der länderspezifische Vergleich von aktuellen und geplanten Einwilligungsformen, u.a. in Auseinandersetzung mit der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (EUVerordnung 2016/679) und die Diskussion der jeweiligen normativen Implikationen in den drei Beispielländern.

CRISPR-GOV - Braucht es einen globalen Regulierungsrahmen für die Editierung der menschlichen Keimbahn?

Förderkennzeichen: 01GP1880
Gesamte Fördersumme: 50.000 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2019
Projektleitung: Dr. Fruzsina Molnár-Gábor
Adresse: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg - Marsilius Kolleg
Seminarstr. 2
69117 Heidelberg

CRISPR-GOV - Braucht es einen globalen Regulierungsrahmen für die Editierung der menschlichen Keimbahn?

Die internationale Regulierung von Keimbahnänderungen beim Menschen kann dazu beitragen, das Potenzial der Genomeditierung in der Humanmedizin grenzüberschreitend und risikobewusst auszuschöpfen, den ethisch-moralischen Wertvorstellungen zur Technologieanwendung gerecht zu werden sowie Missbrauch zu verhindern. Bisher existiert keine globale Regulierung zum Einsatz dieser Technologie beim Menschen, nur ein nichtverbindliches Moratorium wurde auf internationaler Ebene verabschiedet. Die Klausurwoche setzt sich zum Ziel der Frage nachzugehen, wie die Anwendung der Genomeditierung zur Keimbahnänderung beim Menschen auf internationaler Ebene differenziert reguliert werden könnte. Dabei sollen die Entstehung, Gestaltung und der Anwendungsbereich sowie der Verbindlichkeitsgrad der möglichen internationalen Steuerung genau eruiert und das Potenzial der möglichen Einheitlichkeit der Normierung regionen- und länderübergreifend untersucht werden. Unterschiedliche soziokulturelle Einsichten und ihr Einfluss auf die verschiedenen Regulierungen sollen vor dem Hintergrund von tatsächlichen und erwarteten Anwendungen der Genomeditierung beim Menschen anhand der Forschungspraxis berücksichtigt werden. Die Klausurwoche ist klar auf die förderpolitischen Zielen der Interdisziplinarität, Internationalität und Nachwuchsförderung ausgerichtet. Die Berücksichtigung neuester technologischer und regulativer Entwicklungen wird durch eine kontinuierliche Literaturrecherche und durch ein Symposium gewährleistet, das in der Mitte der Klausurwoche stattfinden soll. Dabei werden internationale Experten eingebunden, um über die Teilnehmer hinaus auch die akademische Öffentlichkeit über den Stand der Technologie und ihre normative Bewertung zu informieren. Auch die interessierte allgemeine Öffentlichkeit soll durch eine öffentliche Abendveranstaltung eingebunden werden. Die Ergebnisse der Klausurwoche werden in einem Positionspaper in einem internationalen Fachjournal publiziert.
Abgeschlossen

Genom-Hacking - Klausurwoche zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten moderner Verfahren der Genom-Editierung und deren möglicher Anwendungen

Förderkennzeichen: 01GP1684
Gesamte Fördersumme: 85.017 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2018
Projektleitung: Dr. Harald König
Adresse: Sondervermögen Großforschung beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen

Genom-Hacking - Klausurwoche zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten moderner Verfahren der Genom-Editierung und deren möglicher Anwendungen

In der Klausurwoche sollen Nachwuchswissenschaftler/innen aus Natur- , Geistes- und Sozial- sowie der Rechtswissenschaften zusammen mit Experten aus diesen Bereichen und der Genom-Editing-Forschung sowie Biohacker das Potenzial und das Einsatzspektrum aktueller Genom-Editierungsverfahren, anhand von praxisnahen Beispielen und Simulationsspielen, einer kritischen Prüfung unterziehen. Darauf aufbauend sollen Governance- und Regulierungsmöglichkeiten sowie Fragen zu geistigem Eigentum und Verantwortung erörtert werden. Die Ergebnisse sollen einerseits filmisch dokumentiert und für eine Online-Präsentation aufgearbeitet werden sowie zu einer gemeinsamen Open-Access-Publikation der Teilnehmer mit Handlungsempfehlungen führen.

Abgeschlossen

Genom-Editierung in der Humanmedizin? Ethische und rechtliche Probleme der Anwendung am Menschen: Ein Ländervergleich zwischen Deutschland, Österreich und Schweiz

Förderkennzeichen: 01GP1683
Gesamte Fördersumme: 71.409 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2018
Projektleitung: Dr. Beate Lüttenberg
Adresse: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Centrum für Bioethik
Von-Esmarch-Str. 62
48149 Münster

Genom-Editierung in der Humanmedizin? Ethische und rechtliche Probleme der Anwendung am Menschen: Ein Ländervergleich zwischen Deutschland, Österreich und Schweiz

Moderne Verfahren der Genom-Editierung tangieren neben der Medizin, der Ethik und dem Recht auch die Biologie, Philosophie, Anthropologie und Politik. Die geplante Klausurwoche soll daher der Notwendigkeit einer interdisziplinären und internationalen Herangehensweise an die aktuellen Fragen der Genom-Editierung besonders Rechnung tragen. Als Teilnehmer/innen werden 15 Nachwuchswissenschaftler/innen aus den drei Vergleichsländern und den entsprechenden Disziplinen eingeladen. Bei der Auswahl der Teilnehmer/innen wird – neben der Qualität der eingereichten Papiere – entsprechend das Erreichen einer disziplinären und länderspezifischen Perspektiven-Vielfalt eine besondere Rolle spielen.

Abgeschlossen

Eine neue Genrevolution? Ethische Rechtliche und Soziale Herausforderungen des Gen-Editing

Förderkennzeichen: 01GP1682
Gesamte Fördersumme: 51.870 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2018
Projektleitung: Prof. Dr. Peter Dabrock
Adresse: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie, Institut für Systematische Theologie, Lehrstuhl für Systematische Theologie II (Ethik)
Kochstr. 6
91054 Erlangen

Eine neue Genrevolution? Ethische Rechtliche und Soziale Herausforderungen des Gen-Editing

Die Klausurwoche setzt sich zum Ziel die ethischen, rechtlichen und sozialen Herausfoderungen im Umgang mit Gen-Editing Techniken aus einer genuin interdisziplinären Perspektive zu bearbeiten. Ein Schwerpunkt liegt dabei darauf präziser zu verstehen, welche Wertvorstellungen, Rechtsprinzipien Hintergrundannahmen und kulturelle Muster im Umgang mit Gen-Editing Techniken im Allgemeinen und CRISPRCas im Besonderen leitend sind, bzw. leitend sein könnten. Besonders Gewicht kommt dabei dem Vergleich zwischen dem Diskurs in Deutschland und in Großbritannien zu, gelten diese doch als paradigmatisch für einen eher vorsichtigen bzw. eher progressiven Umgang mit neuen Bio-Technologien.

Abgeschlossen

Jenseits des Vorsorgeprinzips? Ethische, rechtliche und soziale Aspekte einer produktbezogenen Regulierung neuer Züchtungstechniken bei Pflanzen und Tieren

Förderkennzeichen: 01GP1681
Gesamte Fördersumme: 80.164 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2018
Projektleitung: Dr. Stephan Schleissing
Adresse: Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Katharina-von-Bora-Str. 11
80333 München

Jenseits des Vorsorgeprinzips? Ethische, rechtliche und soziale Aspekte einer produktbezogenen Regulierung neuer Züchtungstechniken bei Pflanzen und Tieren

Die neuen Methoden der Genom-Editierung machen es notwendig, die Rolle des Vorsorgeprinzips bei der wissenschaftlichen Risikobewertung von neuen Pflanzenzüchtungen und Techniken der Tierzucht zu diskutieren. Die internationale Klausurwoche diskutiert deshalb in vergleichender Absicht die unterschiedliche Debattenlage in Deutschland und Großbritannien. Thema sind rechtliche, soziale und ethische Aspekte der Risikobewertung und die Suche nach neuen Möglichkeiten der Kennzeichnung solcher Produkte. Dazu wird auch die aktuelle Debatte über die GVO-Kennzeichnung in den USA herangezogen. Die fünftägige Klausurwoche wendet sich vor allem an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus den Disziplinen der Molekularbiologie ebenso wie der Agrar- und Sozialwissenschaften, dem Recht und der Praktischen Philosophie/Ethik. Ziel ist die Erarbeitung von Empfehlungen für den Umgang mit einer produktbezogenen Regulierung neuer Züchtungstechniken bei Pflanzen und Tieren sowie Vorschläge für eine bessere gesellschaftliche und ethische Kommunikation des Themas im Hinblick auf die zu verwirklichende Wahlfreiheit des Verbrauchers.

Kinderwunsch und Genomchirurgie: Ethische, rechtliche und soziale Aspekte der Anwendung der Genomchirurgie in der In-vitro Fertilisation

Förderkennzeichen: 01GP1680
Gesamte Fördersumme: 69.700 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Urban Wiesing
Adresse: Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
Gartenstr. 47
72074 Tübingen

Kinderwunsch und Genomchirurgie: Ethische, rechtliche und soziale Aspekte der Anwendung der Genomchirurgie in der In-vitro Fertilisation

Die Klausurwoche soll NachwuchswissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen dazu befähigen, Fragestellungen zu den ethischen, legalen und sozialen Aspekten des Einsatzes der Genomchirurgie im Kontext der In-vitro Fertilisation zu bearbeiten. Dabei werden insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Anwendung einer international vergleichenden Perspektive gefördert. Vorgehensweise: Die Klausurwoche bringt NachwuchswissenschaftlerInnen und ExpertInnen aus den Bereichen Genomchirurgie, In-vitro Fertilisation, Ethik, Sozialwissenschaften und Rechtswissenschaften zusammen, um eine interdisziplinäre Herangehensweise zu fördern. Großbritannien ist hinsichtlich der erlaubten Methoden bei der assistierten Reproduktion und der Genomchirurgie liberaler als Deutschland und daher besonders gut als Vergleichsland geeignet. Um die internationale Vernetzung zu fördern, werden für die Klausurwoche sieben TeilnehmerInnen aus Deutschland und sieben TeilnehmerInnen aus Großbritannien sowie ExpertInnen aus beiden Ländern eingeladen. Die TeilnehmerInnen bewerben sich auf eine Ausschreibung mit Abstracts zu eigenen Beiträgen, die in der Klausurwoche vorgestellt und diskutiert werden. Die Klausurwoche verbindet unterschiedliche methodische Zugänge: Vorträge von TeilnehmerInnen, Expertenvorträge, Kleingruppenarbeit sowie einen Theaterworkshop. Im Anschluss an die Veranstaltung werden die TeilnehmerInnen bei der Veröffentlichung ihrer Beiträge unterstützt.

Moralische Grenzen der Regenerativen Medizin am Beispiel der Verwendung humaner embryonaler Stammzellen

Förderkennzeichen: 01GP1488
Gesamte Fördersumme: 85.086 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Projektleitung: Dr. Susanne Müller
Adresse: Universität Leipzig, Translationszentrums für Regenerative Medizin (TRM) Leipzig
Philipp-Rosenthal-Str. 55
04103 Leipzig

Moralische Grenzen der Regenerativen Medizin am Beispiel der Verwendung humaner embryonaler Stammzellen

Im Rahmen dieser Klausurwoche soll interdisziplinär zwischen den Rechtskreisen Deutschland, Großbritannien und Kanada geklärt werden, ob die kommerzielle und/oder industrielle Verwendung von humanen embryonalen Stammzellen im Bereich der Regenerativen Medizin durch andere mitgliedsstaatliche und/oder andere unionsrechtliche Behörden im Bereich des Arzneimittelwesens legalisiert werden kann, obwohl der Europäische Gerichtshof als höchstes unionsrechtliches Rechtsprechungsorgan die Patentierung von Erfindungen auf Grundlage von humanen embryonalen Stammzellen wegen der darin liegenden kommerziellen oder industriellen Verwendung humaner Embryonen als Verstoß gegen den unionsrechtlichen ordre public gewertet hat. Die gewählte Fragestellung der Klausurwoche wird einführend jeweils durch Impulsvorträge wissenschaftlich begleitet. Der Hauptfokus der Arbeitsweise innerhalb der Klausurwoche liegt auf einer sich anschließenden durch Gruppenarbeit sowie durch moderierte Diskussionen ergebnisorientierten Interaktion zwischen den NachwuchswissenschaftlerInnen und den eingeladenen ExpertInnen. Der wissenschaftliche Wert der Klausurwoche soll unabhängig überprüft werden, indem die Ergebnisse der Klausurwoche als Aufsatzsammlung in Buchform veröffentlicht werden. Zudem erhalten die TeilnehmerInnen der Klausurwoche die Möglichkeit, die Ergebnisse der Klausurwoche zum einen als Poster und zum anderen als Sprechbeiträge bei der im Jahre 2015 in Leipzig stattfindenden und vom TRM mitorganisierten „Weltkonferenz für Regenerative Medizin" einem interdisziplinären und internationalen Fachpublikum vorzustellen.

Abgeschlossen

Digitale Epidemiologie aus ethischer, rechtlicher und sozialer Perspektive

Förderkennzeichen: 01GP1487
Gesamte Fördersumme: 69.888 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2017
Projektleitung: Dr. Tim Eckmanns
Adresse: Robert Koch-Institut (RKI), Abt. für Infektionsepidemiologie
Seestr. 10
13353 Berlin

Digitale Epidemiologie aus ethischer, rechtlicher und sozialer Perspektive

Projekt-Internetseite 

Die Klausurwoche "Digitale Epidemiologie aus ethischer, rechtlicher und sozialer Perspektive” ("Digital Epidemiology and its ethical, legal and social aspects”/DELSI) will die gesellschaftlichen Implikationen von neuesten infektionsepidemiologischen Surveillanceansätzen untersuchen. Gemeinsam mit TeilnehmerInnen und ExpertInnen aus der Epidemiologie und der Public Health, den Computerwissenschaften wie auch den Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften sollen digitale Verfahren des Big Data und Data Mining, die die Erfassung, Speicherung und Auswertung epidemiologisch relevanter Daten aus dem Internet und den sozialen Medien beinhalten, hinterfragt und erörtert werden. Hierbei gilt es die Frage zu beantworten, ob und inwieweit eine Digitalisierung der öffentlichen Infektionsüberwachung epidemiologische Aufmerksamkeitsverlagerungen, Transformationen organisatorischer Abläufe und Entscheidungsprozesse sowie weitergehende Konflikte zwischen den Imperativen von Gesundheit, (globaler, nationaler) Sicherheit, sozialer Gerechtigeit und Bürgerrechten (Privatheit etc.) erwarten lässt. Potentielle Entwicklungspfade einer digitalisierten Infektionsüberwachung sollen auf der Basis eines Planspiels sowie des Vergleichs der Public-Health Sektoren in der Bundesrepublik Deutschland und in Großbritannien identifiziert und gerade auch im Hinblick auf Erfahrungen mit dem aktuellen Ebolafieberausbruch in Westafrika diskutiert werden. Arbeitspaket 1: Wissenschaftliche Konzeption, Forschung und Weiterentwicklung des Thema; Arbeitspaket 2: Wissenschaftliche Vor- und Nachbereitung des Planspiel; Arbeitspaket 3: Administrative Koordination, Buchhaltung und Assistenz; Arbeitspaket 4: Durchführung der Klausurwoche; Arbeitspaket 5: Nachbereitung, Publikationen, Ergebnisverwertung.

Abgeschlossen

Ethische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte invasiver und nichtinvasiver genetischer Pränataldiagnostik in Deutschland und Polen

Förderkennzeichen: 01GP1486
Gesamte Fördersumme: 70.769 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2018
Projektleitung: Dr. Maximilian Schochow
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
Magdeburger Str. 8
06112 Halle

Ethische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte invasiver und nichtinvasiver genetischer Pränataldiagnostik in Deutschland und Polen

Die europaweite Einführung neuer, leicht zugänglicher und nichtinvasiver pränataler Gendiagnostik wie dem PraenaTest® führte international zu unterschiedlich gelagerten Diskussionen über die Chancen und Risiken genetischer Diagnostik. Am Beispiel von Deutschland und Polen sollen die mit der Einführung solcher Tests verbundenen ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Fragen diskutiert werden. In beiden Ländern wird invasive und nichtinvasive genetische Pränataldiagnostik praktiziert, zugleich aber kontrovers und mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten diskutiert. Dabei wird auf die Erfahrungen und Vorarbeiten des Forschungsnetzwerkes „Interdisziplinärer Arbeitskreis Ethik in der Medizin in Polen und Deutschland" zurückgegriffen, welches sich seit 2012 in der internationalen medizinethischen Diskussion etabliert hat. Gemeinsam mit deutschen und polnischen Wissenschaftlern aus verschiedenen Fachbereichen ermöglicht die Klausurwoche eine international ausgerichtete interdisziplinäre Arbeit an zentralen ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Themen, welche die Weiterentwicklung und Etablierung genetischer Pränataldiagnostik aufgeworfen hat. Für die interdisziplinäre Beschäftigung mit Fragen invasiver und nichtinvasiver genetischer Pränataldiagnostik wird den Teilnehmern ein strukturiertes Programm mit aufeinander aufbauenden Modulen angeboten. Die Module zu ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Fragen genetischer Pränataldiagnostik sind in einer deutsch-polnischen Perspektive ausgerichtet. In den einzelnen Modulen präsentieren und diskutieren die deutschen und polnischen Teilnehmer ihre Beiträge. Für die vertiefte Auseinandersetzung mit den Themen der Klausurwoche werden international ausgewiesene wissenschaftliche Experten eingeladen. In kleinen Workshops werden Lektüre, Analyse und Diskussion von Primär- und Sekundärtexten ermöglicht. Binationale Fragestellungen können weiter ausgearbeitet.

Abgeschlossen

Caring about Care. Der Sorgebegriff im Gesundheitswesen. Ein Vergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden

Förderkennzeichen: 01GP1485
Gesamte Fördersumme: 77.675 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2017
Projektleitung: M.A. Franziska Krause
Adresse: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Medizinische Fakultät, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
Stefan-Meier-Str. 26
79104 Freiburg

Caring about Care. Der Sorgebegriff im Gesundheitswesen. Ein Vergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden

Sorge ist ein integraler Bestandteil des Handelns im Gesundheitswesen. Innerhalb der Heil- und Pflegeberufe und in der öffentlichen Wahrnehmung wird zunehmend befürchtet, dass der Bedeutung der Sorge im Gesundheitswesen nicht mehr angemessen Rechnung getragen werden kann. Die Klausurwoche hat erstens zum Ziel, im Rückgriff auf die Sorgekonzepte der Care-Ethik vertieft zu klären, was unter Sorge zu verstehen ist. Zweitens soll in einem Ländervergleich zwischen Deutschland und den Niederlanden untersucht werden, wie Sorge in der Praxis umgesetzt werden kann und welche Entwicklungen und Rahmenbedingungen sorgendes Handeln im Gesundheitswesen unterstützen bzw. hemmen können. Beantragt wird die Förderung der Organisation und Durchführung einer Klausurwoche. Diese beinhaltet: Präsentation und gemeinsame Diskussion von Vorträgen der Teilnehmenden und der Experten, Einzelinterviews mit Experten, Kleingruppenarbeit zur Analyse länderspezifischer Besonderheiten, öffentliche Podiumsdiskussion.

Abgeschlossen

Der Fetus als Patient - ein tragfähiges Konzept für klinische Interaktionen im Rahmen neuer pränatalmedizinischer Technologien?

Förderkennzeichen: 01GP1484
Gesamte Fördersumme: 79.912 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2017
Projektleitung: PD Dr. Dagmar Schmitz
Adresse: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Fakultät 10 - Medizin und Universitätsklinikum, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik in der Medizin
Wendlingweg 2
52074 Aachen

Der Fetus als Patient - ein tragfähiges Konzept für klinische Interaktionen im Rahmen neuer pränatalmedizinischer Technologien?

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Die Pränatalmedizin wirft zunehmend die Frage auf, ob der Embryo bzw. der Fetus im klinischen Kontext als "Patient" verstanden werden kann bzw. soll. Es ist in ganz neuer Form und Dimension möglich geworden, den Fetus direkt zu untersuchen.  Zusätzlich stehen verstärkt auch Optionen der pränatalen Therapie zur Verfügung. Ein so zuwachsender Patientenstatus aber geht im üblichen Verständnis einher mit einem bestimmten moralischen Status und bindet den Arzt im Rahmen definierter professioneller Verpflichtungen. Diese stehen jedoch insbesondere im Umgang mit den  neuen, nicht-invasiven Diagnostikverfahren  unter Umständen im Widerspruch zu den behandlerischen Verpflichtungen gegenüber der Schwangeren. Die Klausurwoche hat das Ziel, aus interdisziplinärer und internationaler Perspektive zu diskutieren, ob und unter welchen Prämissen das Konzept des "Fetus als Patient" trotz dieses inhärenten Konfliktes als ein tragfähiges Konzept für die Interaktionen im Umgang mit Pränataldiagnostik ausformuliert werden kann bzw. welche Alternativen dazu denkbar sind. Grundlage der Diskussion bilden drei, zum Teil bereits abgeschlossene empirische Projekte in den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland zu Einstellungen und Wünschen im Hinblick auf neue nicht-invasive pränataldiagnostische Verfahren (NIPT). Neben dem Austausch zu den hier erzielten empirischen Ergebnissen im Hinblick auf den Patientenstatus des Feten soll gemäß der interdisziplinären Ausrichtung auch eine philosophisch-theoretische Analyse hierzu vorgenommen werden. Insgesamt soll versucht werden, aus unterschiedlichen Perspektiven (in Gynäkologie, Huamngenetik, Pädiatrie, Medizinrecht, Medizinethik, Medizingeschichte) den Blick auf den normativen Gehalt des Patientenbegriffes in seiner Verwendung in Bezug auf den Feten zu lenken und wenn möglich eine gemeinsame, disziplinübergreifende begriffliche Basis zu formulieren, der ein einheitliches normatives Verständnis zugrunde liegt. Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Uniklinikums der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen zu finden: www.fetalpatient.ukaachen.de.

Abgeschlossen

Gesundheitsversorgung von Migrantinnen und Migranten: Ethische Herausforderungen im Ländervergleich Deutschland - Vereinigtes Königreich/England

Förderkennzeichen: 01GP1483
Gesamte Fördersumme: 91.214 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2018
Projektleitung: Dr. Katja Kühlmeyer
Adresse: Ludwig-Maximilians-Universität München, Medizinische Fakultät, Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin
Lessingstr. 2
80336 München

Gesundheitsversorgung von Migrantinnen und Migranten: Ethische Herausforderungen im Ländervergleich Deutschland - Vereinigtes Königreich/England

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Im Rahmen eines Ländervergleichs zwischen Deutschland und Großbritannien ist die Klausurwoche um die Fragestellung organisiert: "Was sind ethisch angemessene Strategien, um Herausforderungen in der öffentlich-staatlichen Gesundheitsversorgung von Migrant/inn/en zu begegnen?" Die methodisch-didaktische Bearbeitung dieser zentralen Fragestellung erfolgt durch eine vertiefte, interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Forschungsarbeiten in diesem Bereich, Vorträge von Expert/inn/en, sowie Exkursionen und Gruppenarbeiten.  Die Teilnehmer/innen bearbeiten diese Frage in aufeinander aufbauenden Schritten: Im ersten Schritt wird thematisiert, anhand welcher Begriffe und Konzepte bestimmte Gruppen als "Migrant/innen" bzw. "ethnische Minderheiten" kategorisiert werden und wie sich dies auf die Erforschung ihrer gesundheitlichen Belange auswirkt. Darauf aufbauend analysieren wir, welche Herausforderungen auf der Systemebene bestehen: 1) Formal - rechtliche Barrieren (für Menschen ohne Aufenthaltsrecht bzw. ohne Versicherungsschutz) erfordern eine Reflexion über die Inklusion/Exklusion dieser Gruppen in die öffentlich-staatliche Gesundheitsversorgung und 2) systemimmanente Barrieren (für Migrant/inn/en mit Versicherungsschutz) erfordern eine Reflexion über die Distribution von Verantwortung für die Beseitigung dieser Barrieren. Zuletzt werden Herausforderungen auf der Mikroebene behandelt, die sich insbesondere aufgrund pluralistischer Wertvorstellungen stellen.  Doktorand/inn/en und Nachwuchswissenschaftler/innen profitieren von der Möglichkeit, ihre Thesen vor einem internationalen, interdisziplinären Publikum zu präsentieren und schulen so fächerübergreifende Arbeits- und Kommunikationsfähigkeiten. Sie haben die Gelegenheit, sich mit anderen Wissenschaftlern (Peers und Expert/inn/en) international zu vernetzen, und gemeinsame Vorhaben anzubahnen. Außerdem werden Ergebnisse generiert, die für moderne, pluralistische Gesellschaften und ihre Gesundheitssysteme relevant sind.

Abgeschlossen

Lebenswissenschaftliche Praxis der Forschung an pluripotenten Stammzellen in Deutschland und Großbritannien und ihre ethische, legale und soziale Kommentierung

Förderkennzeichen: 01GP1482
Gesamte Fördersumme: 80.031 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2017
Projektleitung: PD Dr. Arne Manzeschke
Adresse: Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Marsstr. 19/V
80335 München

Lebenswissenschaftliche Praxis der Forschung an pluripotenten Stammzellen in Deutschland und Großbritannien und ihre ethische, legale und soziale Kommentierung

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Ziel der geplanten Klausurwoche ist es die aktuelle Diskurslage zur Stammzellforschung und ihre Hintergründe in Deutschland in besonderem Vergleich mit Großbritannien zu rekonstruieren. Aus lebenswissenschaftlicher, medizinischer, rechtlicher, sozialer sowie ethischer Perspektive ist jeweils nach einer Weiterentwicklung zu fragen, so dass rechtlich und ethisch eine größere Konsistenz und in den Lebenswissenschaften eine größere Handlungssicherheit gewonnen wird. Schwerpunkte der Klausurwoche: I. Stand der molekularbiologischen Debatte II. Der epistemologische und ethische Status von Stammzellen als "Biofakten" und ihre Vermittlung in die gesellschaftlichen Debatten und Entscheidungen III. Die ethische und rechtliche Kommentierung der Stammzelldebatte in Großbritannien und Deutschland IV. Konklusionen für eine europäische und internationale Stammzellregelung.

Abgeschlossen

Pädiatrisches Neuro-Enhancement – ethische, soziale und rechtliche Fragen im Vergleich Nordamerika-Deutschland

Förderkennzeichen: 01GP1481
Gesamte Fördersumme: 75.685 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2018
Projektleitung: Prof. Dr. Saskia K. Nagel
Adresse: Universität Osnabrück, Institut für Kognitionswissenschaft
Albrechtstr. 28
49076 Osnabrück

Pädiatrisches Neuro-Enhancement – ethische, soziale und rechtliche Fragen im Vergleich Nordamerika-Deutschland

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Die Klausurwoche diskutiert den Einsatz von (meist) verschreibungspflichtigen Medikamenten zur Steigerung von kognitiven Leistungen und Verbesserung von affektiven Zuständen bei Kindern und Jugendlichen (pädiatrisches Neuro-Enhancement). Pädiatrisches Neuro-Enhancement scheint kein universelles Problem zu sein, sondern ist von kulturellen Faktoren beeinflusst. Die Anzahl der Fälle, in denen pädiatrisches Neuro-Enhancement in Deutschland eingesetzt wird,  unterscheidet sich von der in Nordamerika. Wie sind diese Unterschiede zu begründen, und welche Entwicklungen sind zu erwarten? Die Unterschiede in den Gesundheitssystemen und den Bildungssystemen spielen hierher ebenso eine Rolle wie die Einstellungen von Eltern und Lehrern zum Konsum von Psychopharmaka bei Kindern. Während der Klausurwoche wird diskutiert werden, welche Intuitionen und Argumente in der Öffentlichkeit bestehen, wer innerhalb der Arzt-Kind-Eltern-Beziehung bezüglich Neuro-Enhancement Entscheidungsgewalt haben kann, da Kinder und Jugendliche noch nicht autonom sind, und welche gesellschaftlichen Konsequenzen es gibt. Die Teilnehmer werden vorbereitet mit den Thesenpapieren aller Teilnehmer und der Gastreferenten, grundlegenden Artikel zur Thematik sowie einer Einführung zur Interdisziplinarität zur Klausurwoche. Die Klausurwoche wird nicht nach den klassischen Wissenschaftsdisziplinen strukturiert, sondern nach thematischen Einheiten, zu denen jeweils Teilnehmer unterschiedlicher Disziplinen referieren. Vorhabenziel ist eine transdisziplinäre vergleichende Diskussion zwischen Nordamerika und Deutschland, die das pädiatrische Enhancement analysiert, Bewertungen vorschlägt, und zu gesellschaftlich relevanten Handlungsempfehlungen führen kann, die in einen Sammelband münden. Die Teilnehmer der Klausurwoche werden mit den Referenten erste Schritte zu einer internationalen Studie entwickeln, die die Öffentlichkeit in die Diskussion einbezieht.