Verbund

reCOVer - Autoantikörper gegen G-Protein gekoppelte Rezeptoren als schädliches Agens für die Mikrozirkulation als Ursache für die Symptompersistenz in "Long-Covid"

Viele Covid-19-Patientinnen und -Patienten leiden auch Wochen oder Monate nach ihrer Erkrankung noch an Symptomen. Es gibt aber noch keine ausreichenden wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse über diese Krankheitsausprägungen und darüber, wie den Betroffenen bestmöglich geholfen werden kann.

Ergänzend zu bereits bestehenden Aktivitäten zielt diese Fördermaßnahme daher darauf ab, möglichst schnell den verfügbaren wissenschaftlichen Kenntnisstand über die Spätsymptome von Covid-19 zu erschließen und für eine bessere Versorgung der Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln.

Ziel des Verbundes ist die Aufklärung des Zusammenhangs zwischen der Bildung von Autoantikörpern nach einer SARS-CoV-2 Infektion und einer reduzierten Durchblutung der feinsten Blutgefäße, der sogenannten Mikrozirkulation. Beobachtungen aus individuellen Heilversuchen mit dem Medikament BC 007 legen nahe, dass ein Teil der Long-Covid Beschwerden durch eine eingeschränkte Mikrozirkulation zustande kommt. BC 007 konnte in den durchgeführten Heilversuchen gebildete Autoantikörper neutralisieren und die Mikrozirkulation verbessern. In einer klinischen Pilotstudie mit 20 Long-Covid-Patientinnen und -Patienten soll BC 007 daher als möglicher Therapieansatz erstmalig überprüft werden. Weiterhin soll anhand der veränderten Mikrozirkulation, die im Auge der Patientinnen und Patienten gemessen werden kann, eine schnelle Diagnostik für Long-Covid entwickelt werden.

Teilprojekte

Mikrozirkulation und Klinische Studie

Förderkennzeichen: 01EP2108A
Gesamte Fördersumme: 885.577 EUR
Förderzeitraum: 2022 - 2023
Projektleitung: Dr. Dr. Bettina Hohberger
Adresse: Universitätsklinikum Erlangen, Lehrstuhl für Augenheilkunde
Schwabachanlage 6
91054 Erlangen

Mikrozirkulation und Klinische Studie

Der erfolgreiche Heilversuch eines Glaukompatienten mit Long-Covid mit einer Infusion eines Aptamers (BC 007) stellt die Grundlage für die Hypothese dar, das Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR-AAb) in der Pathogenese von Long-Covid eine bedeutende Rolle spielen können. BC007 bindet und neutralisiert die durch SARS-Cov2 getriggerte Bildung von Autoimmunantikörpern gegen GPCR, die bei Patienten mit Long-Covid im Serum identifiziert wurden und in einem Krankheitsmodel (Glaukom) einen Bezug zur Mikrozirkulation aufweisen. Aus dieser klinischen Beobachtung heraus wird 1) die klinische Kohorte der bisherigen reCOVer Studie weiterführend ausgebaut und mit der Rheologie korreliert (in Kooperation mit P2); 2) die möglichen Veränderungen auf endothelialer Ebene durch die GPCR-AAb molekularbiologisch aufgearbeitet sowie 3) die Einzelfallbeobachtung im Rahmen einer Pilotstudie (Investigator Initiated Trial, IIT) verifiziert.

Antibody-Catching

Förderkennzeichen: 01EP2108B
Gesamte Fördersumme: 206.986 EUR
Förderzeitraum: 2022 - 2023
Projektleitung: Dr. Andre Dallmann
Adresse: Humboldt-Universität zu Berlin, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät I, Institut für Chemie
Brook-Taylor-Str. 2
12489 Berlin

Antibody-Catching

DNA-Aptamere sind eine Stoffklasse mit vielen biologischen Anwendungen in der Biosensorik, im Bioimaging und als Arzneimittel. Gegen bestimmte Biomoleküle entwickelte Aptamere binden diese z. B. in physiologischen Flüssigkeiten weitestgehend selektiv. Andere Aptamere, die weniger auf Selektivität getrimmt sind, sind geeignet sich einen qualitativen und quantitativen Einblick in ein gesamtes Proteom zu verschaffen und so dutzende, sogar hunderte Proteine zu detektieren und teilweise zu identifizieren. Auf diese Weise lassen sich in Humanseren von gesunden Spendern und Patienten Unterschiede im Profil der gebundenen Proteine feststellen. Die Untersuchungen zielen darauf, Veränderungen im Krankheitsverlauf von Long-Covid Patienten festzustellen. So sollen bestimmte Muster in der Art und Menge der Antikörper im Serum von Long-Covid Patienten erkannt werden. Als DNA-Aptamer für die Untersuchungen wird das GPCR-Antikörper-bindende Aptamer BC007, von welchem auch die Bindung am Corona-Spikeprotein und der RNA-abhängigen RNA-Protease nachgewiesen wurde, verwendet. Dieses Aptamer dient im Verbundprojekt sowohl der Anreicherung und Analytik von GPCR-Autoantikörpern, die für Long-Covid verantwortlich gemacht werden als auch der Therapie von Long-Covid durch Neutralisation von GPCR-Autoantikörpern.

Blutzellphysik

Förderkennzeichen: 01EP2108C
Gesamte Fördersumme: 92.252 EUR
Förderzeitraum: 2022 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Jochen Guck
Adresse: Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts
Staudtstr. 2
91058 Erlangen

Blutzellphysik

Der erfolgreiche Heilversuch eines Glaukompatienten mit Long-Covid mit einer Infusion eines Aptamers (BC 007) stellt die Basis für die Annahme dar, dass Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR-AAb) in der Pathogenese von Long-Covid eine bedeutende Rolle spielen können. BC007 bindet und neutralisiert die durch SARS-Cov2 getriggerte Bildung von GPCR-AAb, die bei Patienten mit Long-Covid im Serum beobachtet wurden und in einem Krankheitsmodel (Glaukom) einen Bezug zur Mikrozirkulation aufweisen. Aus dieser klinischen Beobachtung heraus wird 1) die Einzelfallbeobachtung im Rahmen eines Investigator Initiated Trial (IIT) verifiziert (in Kooperation mit P1 and P4); 2) die klinische Kohorte der bisherigen reCOVer Studie weiterführend ausgebaut (P1), die Mikrozirkulatorischen Eigenschaften mit der Blutrheologie und der Einzellzellmechanik der Blutzellen korreliert. Weiterhin wird ein Schnelltest für die Anwesenheit von GPCR-AAbs im Patientenserum entwickelt (in Kooperation mit P3) und 3) die möglichen Veränderungen auf endothelialer Ebene durch die GPCR-AAb molekularbiologisch aufgearbeitet (P1).