Verbund

SEEGEN: Seelische Gesundheit am Arbeitsplatz Krankenhaus

Gesundheit, Entstehung und Verlauf von Krankheiten werden durch sehr verschiedene Faktoren bestimmt. Neben der genetischen Ausstattung haben auch das berufliche und gesellschaftliche Umfeld Auswirkungen auf die Gesundheit und darauf, wie Krankheiten bewältigt werden können.

Ziel der „Förderinitiative ‚Gesund – ein Leben lang‘ – Förderung von Forschungsverbünden zur Gesundheit in der Arbeitswelt“ ist es, einen wichtigen Beitrag für eine gesundheitsförderliche Arbeitswelt zu leisten. Hierzu werden Konzepte entwickelt und erprobt, die psychische Belastungen im Arbeitsleben reduzieren und individuelle Bewältigungsressourcen steigern. Insbesondre werden auch Konzepte für ein betriebliches Gesundheitsmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) entwickelt und erprobt. Diese Fördermaßnahme wird aus Mitteln des Rahmenprogramms „Gesundheitsforschung“ der Bundesregierung und des Programms „Zukunft der Arbeit“ finanziert.

Das Ziel der SEEGEN Studie besteht in der Entwicklung und Evaluation einer komplexen Intervention zur Gesundheitsförderung im Setting Krankenhaus. In der ersten Phase des Projekts werden einzelne Interventionen für unterschiedliche Zielgruppen entwickelt und pilothaft implementiert. In der zweiten Phase des Projekts werden die verschiedenen entwickelten Einzelinterventionen in einer komplexen Intervention zusammengeführt. Anschließend erfolgt eine Evaluation der Wirksamkeit dieser komplexen Interventionen mittels eines kontrollierten klinischen Studiendesigns. Ein wichtiger Teil des Verbundvorhabens besteht in der gesundheitsökonomischen Begleitung des Projekts, in der generelle Erkenntnisse über Einsparpotentiale durch betriebliche Gesundheitsförderung im Krankenhaus gewonnen werden sollen.

Teilprojekte

Koordination und Teilprojekte 1D und 2

Förderkennzeichen: 01GL1752A
Gesamte Fördersumme: 942.857 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Harald Gündel
Adresse: Universität Ulm, Universitätsklinikum, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Albert-Einstein-Allee 23
89081 Ulm

Koordination und Teilprojekte 1D und 2

Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, eine komplexe Intervention zum betrieblichen Gesundheitsmanagement im Krankenhaus zu entwickeln und deren Wirksamkeit in einer clusterrandomisierten Studie (CRT) zu prüfen. In den ersten zwei Jahren der Projektlaufzeit werden fünf unterschiedliche Interventionen unterschiedlichen Typs und mit unterschiedlichen Zielgruppen von den Projektpartnern an den einzelnen Standorten entwickelt: (TP1.A) Grundsätzliche Sensibilisierung oberer Führungskräfte (FK) für das betriebliche Gesundheitsmanagement in der Klinik; (TP1.B) Dilemmakompetenztraining für zwei FK in Sandwichposition; (TP1.C) gesundheitsbezogene Führungskompetenz mittlerer FK als Gestalter der Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter; (TP1.D) + (TP1.E) Lebensphasenspezifische Interventionen im mittleren und höheren Lebensalter (Vereinbarkeit Familie und Beruf, Gesund-Älter-Werden in der Pflege). Dabei werden durch den Verbund verhaltens- und verhältnispräventive Bausteine kombiniert, welche sowohl die Schulung von FK als auch Angebote für Mitarbeiter in potenziell vulnerablen Lebensphasen beinhalten.

Teilprojekte 1A und 3 der Universität Düsseldorf

Förderkennzeichen: 01GL1752B
Gesamte Fördersumme: 686.801 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2021
Projektleitung: Dr. Andreas Müller
Adresse: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin
Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf

Teilprojekte 1A und 3 der Universität Düsseldorf

Im Verbundprojekt "SEEGEN" soll eine komplexe Intervention zur Förderung der psychischen Gesundheit von Beschäftigten im Krankenhaus auf Basis verhaltens- und verhältnispräventiver Maßnahmen entwickelt, geprüft und in die Anwendung gebracht werden. Im arbeitsmedizinischen Teilvorhaben wird ein Workshop zur Sensibilisierung von Führungspersonen auf Abteilungsebene, sowie Verantwortliche des Arbeits- und Gesundheitsschutzes und Personalvertretungen entwickelt. Dieser Workshop wird dann in das interdisziplinäre TP "Komplexe Intervention” integriert und evaluiert. Im betriebswirtschaftlichen Teilvorhaben wird erforscht, wie Veränderungsprozesse gestaltet sein müssen, um die Interventionen nachhaltig in Strukturen, Prozesse und das Berichtswesen von Krankenhäusern zu integrieren. Darüber hinaus sollen Kennzahlen zur Wirkungsmessung der Interventionen partizipativ entwickelt werden.

Teilprojekt 1C

Förderkennzeichen: 01GL1752C
Gesamte Fördersumme: 311.884 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2021
Projektleitung: Dr. Florian Junne
Adresse: Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Medizinische Klinik, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Osianderstr. 5
72076 Tübingen

Teilprojekt 1C

Das Ziel dieses Teilprojektes des SEEGEN-Verbundes ist die Entwicklung und Pilotierung einer Fortbildungsintervention im partizipativen Ansatz zur Verbesserung der verhältnispräventiven Führungskompetenz von Akteuren der mittleren Führungsebene (z.B. Oberärzte, Stationsleitung Pflege) mit dem Ziel der Verringerung der psychischen Belastung ihrer jeweiligen zugeordneten Mitarbeiter des Arbeitsbereiches. Die Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie der Medizinischen Universitätsklinik und das Insitut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Versorgungsforschung in Kooperation mit der Akademie für Bildung im Personalwesen des Universitätsklinikums Tübingen, bündeln dazu die spezifischen Kompetenzen und Erfahrungen u.a. aus umfangreichen Vorarbeiten zu dem Thema, um eine innovative Fortbildungsintervention mit Hilfe eines aktuellen medialen Ansatzes ("blended learning") in einem hoch relevanten Bereich der Prävention zu entwickeln und zu erproben.

Teilprojekte 1B, 1E und Biometrie

Förderkennzeichen: 01GL1752D
Gesamte Fördersumme: 716.464 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2021
Projektleitung: Dr. Imad Maatouk
Adresse: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik
Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg

Teilprojekte 1B, 1E und Biometrie

Ziel der in Heidelberg durchgeführten Teilprojekte ist es, zwei zentrale Problemfelder zu bearbeiten, die eine Gefährdung der seelischen Gesundheit am Arbeitsplatz Krankenhaus bedingen. Des Weiteren wird die statistische Planung und Auswertung innerhalb des gesamten Verbundes durch das Institut für Medizinische Biometrie und Informatik in Heidelberg durchgeführt. In den ersten beiden Jahren (Phase I) werden die Interventionsbausteine "Wege aus krankmachenden Zwickmühlen - Dilemmakompetenz für mittlere Führungskräfte im Gesundheitswesen" und "Gesund Altern im Pflegeberuf (GAP)" entwickelt und im Rahmen von Pilotstudien evaluiert. Der Baustein zum gesunden Altern im Pflegeberuf hat als übergeordnetes Ziel, ein längeres Verbleiben im Pflegeberuf zu bewirken. Folgende Ziele werden verfolgt: Verbesserung des Wohlbefindens, Modifikation von Altersstereotypen, Förderung des Verbleibens im Pflegeberuf. Der Baustein zur Förderung der Dilemmakompetenz soll es mittleren Führungskräften ermöglichen, die Fähigkeit, unvermeidliche Konflikte zu reflektieren, eigene Standpunkte zu klären und tragbare Lösungen auszuhandeln. Die Auswirkung des Trainings auf Gesundheitsmaße wird evaluiert. Im 3. und 4. Jahr (Phase II) werden die Interventionsbausteine im Rahmen einer clusterrandomisierten Studie in Kombination mit anderen im Verbund entwickelten Bausteinen evaluiert.

Teilprojekte 1A und 3 der Universität Duisburg-Essen

Förderkennzeichen: 01GL1752E
Gesamte Fördersumme: 258.406 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2022
Projektleitung: PD Dr. Andreas Müller
Adresse: Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Bildungswissenschaften, Institut für Psychologie, Lehrstuhl für Lehr-Lernpsychologie
Berliner Platz 6-8
45127 Essen

Teilprojekte 1A und 3 der Universität Duisburg-Essen

Im Verbundprojekt "SEEGEN" soll eine komplexe Intervention zur Förderung der psychischen Gesundheit von Beschäftigten im Krankenhaus auf Basis verhaltens- und verhältnispräventiver Maßnahmen zu entwickelt, geprüft und in die Anwendung gebracht werden. Im Teilvorhaben der Universität Duisburg-Essen (UDE) wird gemeinsam mit dem arbeitsmedizinischen Teilprojekt der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ein Workshop zur Sensibilisierung von Führungspersonen auf Abteilungsebene, sowie von Verantwortlichen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes und Personalvertretungen entwickelt. Das Teilprojekt der UDE wird dabei in Experteninterviews die inhaltlichen Schwerpunkte und Rahmenbedingungen der Workshops explorieren sowie die Prozessevaluation vornehmen. Der Workshop wird dann in das interdisziplinäre TP "Komplexe Intervention” integriert und evaluiert.