Teilprojekt eines Verbundes

UNMET - Antidepressiva-induzierte Manie: die Rolle von Glutamat

Förderkennzeichen: 01EW1911
Fördersumme: 309.711 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Peter Gass
Adresse: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
J 5
68159 Mannheim

Ziel des Gesamtverbundes ist es, in einem translationalen interdisziplinären Verfahren die neurobiologischen Grundlagen des raschen Wechsels von einer depressiven in eine manische Phase bei der Bipolaren Störung (manisch-depressiven-Erkrankung) zu untersuchen, zum einen im Rattenmodell, zum anderen in bipolaren Patienten. Das deutsche Teilprojekt wird dabei einerseits an der Verhaltenscharakterisierung der beiden Rattenlinien unter Basalbedingungen und unter Stimulation mit Antidepressiva partizipieren, zum anderen mithilfe eines MRT-Tierscanners bildgebende Untersuchungen in Analogie zu den beim Menschen stattfindenden Untersuchungen durchführen. Der so genannte "Switch" in eine manische Phase wird häufig durch Antidepressiva induziert, welche zur Behandlung einer depressiven Episode notwendig sind. Nach gegenwärtigen Hypothesen ist dabei der Neurotransmitter Glutamat ursächlich beteiligt. Mithilfe von zwei transgenen Rattenmodellen für manieartiges Verhalten sollen unter Einsatz von molekularen, biochemischen, elektrophysiologischen, bildgebenden und verhaltensbiologischen Methoden Veränderungen der glutamatergen Neurotransmission in spezifischen Hirnarealen identifiziert werden. Anschließend soll im Tiermodell die Therapierbarkeit dieser Veränderungen getestet werden. Gleichzeitig wird die Übertragbarkeit der Befunde mittels struktureller und funktioneller kernspintechnologiebasierter bildgebender Verfahren auf Patienten mit einer bipolaren Störung untersucht werden. Ziel ist es, Biomarker zu identifizieren, die eine Vorhersage des Switchrisikos erlauben, und gegebenenfalls entsprechende prophylaktische Behandlungsmaßnahmen. Das Vorhaben dient zum einen wissenschaftlichen Zwecken, wie der Klärung der Pathophysiologie von bipolaren Störungen, hat aber auch eine klinische und wirtschaftliche Bedeutung durch die Testung der Wirksamkeit neuer Mittel zur Prophylaxe einer manischen Phase.