Teilprojekt eines Verbundes

Untersuchung neurobiologischer Veränderungen bei Patienten mit Nicht-Suizidaler Selbstverletzung (TP3)

Förderkennzeichen: 01GL1747C
Fördersumme: 549.867 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Christian Schmahl
Adresse: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin
J 5
68159 Mannheim

Querschnittsstudien zeigen Veränderungen der Neurobiologie bei Patienten, die sich regelmäßig selbst verletzen. Demnach zeigen diese eine erhöhte Vulnerabilität für Stress. Weiterhin wurden Veränderungen der Gehirnaktivität während der Verarbeitung von Schmerzreizen, und während der Regulation von Gefühlen beobachtet. Die Erfahrung, durch andere Menschen ausgeschlossen zu werden, löst ebenfalls Stress aus. Andererseits wird angenommen, dass Schmerzreize eine beruhigende Wirkung für Patienten mit Nicht-Suizidaler Selbstverletzung (NSSI) haben. Bisherige Studien wurden jedoch größtenteils an erwachsenen Frauen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) durchgeführt, weswegen sich die Ergebnisse nicht ohne weiteres auf Kinder und Jugendliche übertragen lassen. In diesem Projekt sollen neurobiologische Veränderungen bei Jugendlichen mit NSSI untersucht werden. Mit Hilfe von funktioneller Kernspintomografie werden neuronale Prozesse der Emotionsregulation, sowie neuronale Antwortmuster auf Schmerzreize und soziale Zurückweisung untersucht. Stress-Reaktivität über eine Charakterisierung des vegetativen Nervensystems bestimmt. Eine genetische Beteiligung an der Entstehung von NSSI wird ebenfalls untersucht. Schließlich soll die langfristige Entwicklung der Symptomatik später anhand neurobiologischer Variablen vorhergesagt werden, abhängig davon ob die Patienten eine Therapie erhalten.