Verbund

ANTIBIO-LAB

Antibiotikaresistente Bakterien stellen ein zunehmendes Risiko für die Gesundheit dar. Sie sind unter anderem für Krankenhausinfektionen (sogenannte nosokomiale Infektionen) verantwortlich. Daher ist Forschung zur Entstehung der Resistenzen und ihrer Überwindung von größter Wichtigkeit.

Der Einsatz von Implantaten hat einen enormen medizinischen Fortschritt bewirkt. Jedoch kommt es durch die Entstehung von bakteriellen Biofilmen und dadurch verbundene Antibiotikaresistenzen immer wieder zu Infektionen. Daher soll in diesem Projekt ein neues Konzept zur Behandlung von antibiotikaresistenten Biofilm-Infektionen entwickelt werden.

Bakteriophagen sind Viren, die ausschließlich spezifische Bakterien innerhalb von Minuten bis Stunden infizieren und zerstören. Andere Lebewesen werden nicht infiziert. Mit Bakteriophagen lassen sich daher auf natürliche Weise auch Bakterien, die gegen mehrere Antibiotika resistent sind z. B. in Biofilmen auf Implantaten bekämpfen. Das Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung eines geeigneten Transportmaterials für Bakteriophagen, das nach lokaler Verabreichung gezielt zur Behandlung von antibiotikaresistenten Biofilm-Infektionen eingesetzt werden kann.

Das Vorhaben ist Teil eines transnationalen Forschungsverbundes im Rahmen der Joint Programming Initiative zu antimikrobieller Resistenz (JPIAMR). In dem Verbund arbeiten Wissenschaftler aus der Schweiz, Deutschland und Belgien gemeinsam an der Lösung dieser Forschungsfrage. Mit der Fördermaßnahme wird das Ziel verfolgt, sich ergänzende Expertisen und Ressourcen von einschlägig qualifizierten Arbeitsgruppen aus den teilnehmenden Ländern zusammenzuführen. Durch kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte bei Prävention, Surveillance und Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen erzielt werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen sind.

Teilprojekte

Bakteriophagen zur lokalen Antibiofilm-Therapie

Förderkennzeichen: 01KI1823
Gesamte Fördersumme: 627.336 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: PD Dr. Andrej Trampuz
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin - Campus Charité Mitte, Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Septische Chirurgie
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Bakteriophagen zur lokalen Antibiofilm-Therapie

Der Einsatz von medizinischen Implantaten hat einen enormen Fortschritt in der Fürsorge der Patienten bewirkt. Jedoch kann es durch die Entstehung von bakteriellen Biofilmen und dadurch verbundene Antibiotika-Resistenzen immer wieder zu Infektionen kommen. Diese Infektionen führen in allen medizinischen Bereichen zu schlechten Behandlungserfolgen und sehr oft ist ein Austausch des Implantats erforderlich. Dieses Projekt führt ein neues Konzept zur Behandlung von Antibiotika-resistenten Biofilm-Infektionen ein. Bakteriophagen infizieren und lysieren artspezifische bakterielle Zellen innerhalb von Minuten bis Stunden. Da Bakteriophagen zur Vermehrung lebende Bakterien benötigen, können sie sich, sobald die Infektion beseitigt ist, nicht weiter reproduzieren. Daher eignen sich Bakteriophagen auf natürliche und artspezifische Weise zur Therapie von Multi-Antibiotika-resistenten Biofilm-Infektionen. Das Hauptziel des Projekts ist es, ein geeignetes Material zur lokalen Verabreichung von Bakteriophagen zu entwickeln, welches zur Behandlung von Antibiotika-resistenten Biofilm-Infektionen eingesetzt werden kann. Die Komplementarität der Projektpartner bietet ein breitgefächertes Wissen bezüglich essentieller klinischer, mikrobiologischer und Verfahrens-Technologie. Die Projektpartner haben bereits gezeigt, dass die Bakteriophagen-Therapie sowohl im Labor als auch im Patienten eine wirkungsvolle Anti-infektiöse Therapie darstellt. Durch die Zusammenarbeit aller Projektpartner wird die Effektivität der Bakteriophagen-Therapie noch um einiges vorangetrieben, indem die neusten Technologien an lokalen Verabreichungsmaterien verwendet werden. Eine wirkungsvolle Antibiotika-resistente Biofilm-Infektions-Therapie hätte einen enormen Einfluss auf den Patienten.