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NeWIS

Antibiotikaresistente Bakterien stellen ein zunehmendes Risiko für die Gesundheit dar. Sie sind unter anderem für Krankenhausinfektionen (sogenannte nosokomiale Infektionen) verantwortlich. Daher ist Forschung zur Entstehung der Resistenzen und ihrer Überwindung von größter Wichtigkeit.

Durch kooperative Ansätze sollen Fortschritte bei Prävention, Surveillance und Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen erzielt werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen sind. Das übergeordnete Ziel des NeWIS Expertennetzwerkes ist es, die weitere Ausbreitung  bakterieller Hochrisikoklone im Gesundheitswesen zu verhindern. Hochrisikoklone zeichnen sich durch mindestens eine der drei folgenden Eigenschaften aus: hohes Übertragungspotential, erhöhtes Erkrankungspotential und erschwerte Behandelbarkeit.

Um die Ausbreitung dieser Hochrisikoklone zu verhindern, werden die Grundlagen für ein neuartiges Erfassungssystem (Surveillance Netzwerk) geschaffen. Dieses neue Surveillance-Netzwerk wird, anders als bereits existierende Surveillancesysteme, auch Versorgungsdaten des Gesundheitswesens nutzen. Dafür wird das Aufnahme- und Überweisungsverhalten von Anbietern der stationären Gesundheitsversorgung erfasst. Dadurch werden Patientenbewegungen innerhalb regionaler, nationaler und internationaler Versorgungsnetzwerke sichtbar und abgebildet. Auf diese Weise kann die Verbreitungsdynamik von Hochrisikoklonen beschrieben und mittels mathematischer Modellbildung vorhergesagt werden.

Teilprojekte

Struktur und Nutzung nationaler Gesundheitssysteme sowie Patientenbewegungen zwischen Krankenhäusern: Netzwerkanalyse zur Verbesserung der Surveillance

Förderkennzeichen: 01KI1831
Gesamte Fördersumme: 50.742 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2020
Projektleitung: Prof. Hajo Grundmann
Adresse: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Universitätsklinikum Freiburg, Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene
Breisacher Str. 115 b
79106 Freiburg im Breisgau

Struktur und Nutzung nationaler Gesundheitssysteme sowie Patientenbewegungen zwischen Krankenhäusern: Netzwerkanalyse zur Verbesserung der Surveillance

Das übergeordnete Ziel des NeWIS Netzwerkes ist die weitere Ausbreitung sogenannter Hochrisikoklone im Gesundheitswesen zu verhindern, indem die Grundlagen für ein neuartiges Erfassungssystem (Surveillance Netzwerk) geschaffen werden. Hochrisikoklone zeichnen sich durch mindestens eine der drei folgenden Eigenschaften aus: hohes Übertagungspotential (Tenazität), erhöhtes Erkrankungspotential (Virulenz), erschwerte Behandelbarkeit (Resistenz). Die zunehmende Verbreitung dieser Klone wird daher mit wachsender Besorgnis wahrgenommen. Spätestens seit dem Erscheinen einer Prioritätenliste der WHO, welche die wichtigsten multiresistenten Erreger (MRE) als globale Bedrohung aufzählt, ist dieser globale Diskurs auch in Deutschland angekommen und gewinnt an gesundheitspolitischer Bedeutung. Dieses neue Surveillance Netzwerk soll nicht einfach nur (nosokomiale) Infektionen erfassen, sondern anders als existierende Surveillancesysteme sich vielmehr der Nutzung von Versorgungsdaten des Gesundheitswesens verschreiben, und dabei das Aufnahme- und Überweisungsverhalten von Anbietern stationärer Gesundheitsversorgung (Krankenhäuser, Zuweiser und nachsorgende Einrichtungen) erfassen. Dadurch werden Patientenbewegungen innerhalb regionaler, nationaler und internationaler Versorgungsnetzwerke sichtbar und als Netzwerke abgebildet. Dieser innovative Ansatz wird in der Lage sein, die Verbreitungsdynamik von Hochrisikoklonen zu beschreiben und mittels mathematischer Modellbildung vorherzusagen. Zum Erfolg dieses Ansatzes wird eine kritische Masse an Experten auf den verschiedenen Gebieten der Mikrobiologie, der Krankenhaushygiene, Public Health und mathematischen Modellierern beitragen.