Fördermaßnahme

Frühe klinische Studien

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2018
Förderzeitraum: 2020 - 2025
Gesamte Fördersumme:
Anzahl der Projekte:

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Viele Erkrankungen sind trotz des erheblichen medizinischen Fortschritts nach wie vor nicht oder nur unzureichend behandelbar. Zudem sind zahlreiche Therapieoptionen mit schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden, die zu einer nachhaltigen Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen und zu erheblichen Kosten für das Gesundheitssystem führen.

Die Lebenswissenschaften generieren kontinuierlich neue Erkenntnisse zu den zugrunde liegenden biologischen Mechanismen von Erkrankungen, die ein großes Potenzial für eine wirksame Behandlung besitzen. Hieraus ergeben sich mögliche Ansatzpunkte für die Entwicklung neuartiger Therapien oder für neue Indikationsgebiete bereits bekannter Arzneimittel. Oft besteht aufgrund eines begrenzten Einsatzspektrums oder aufgrund hoher wissenschaftlich-technischer Risiken zunächst kein unmittelbares kommerzielles Interesse pharmazeutischer Unternehmen an der weiteren klinischen Entwicklung dieser Therapieansätze. Mit dieser Fördermaßnahme verfolgt das BMBF das Ziel, durch die Förderung wissenschaftsinitiierter früher klinischer Studien bis Phase II dazu beizutragen, dass die oben genannten neuen Therapieansätze weiterverfolgt werden.

Gefördert werden frühe klinische Studien, die eine hohe Relevanz für die betroffenen Patientinnen und Patienten sowie für die medizinische Versorgung dieser Menschen in Deutschland aufweisen. Die Fördermaßnahme ist in zwei Module unterteilt:

  • Modul 1: Im Rahmen dieses Moduls sollen frühe klinische Studien gefördert werden, die untersuchen, ob ein bereits bekanntes Arzneimittel in einem neuen Indikationsgebiet, für das es bisher nicht zugelassen ist, eingesetzt werden kann (Repositionierung bzw. „repurposing“).
  • Modul 2: Im Rahmen dieses Moduls sollen frühe klinische Studien für neuartige Therapieansätze gefördert werden, wobei als neuartige Therapieansätze in dieser Förderrichtlinie vor allem Immun- und Gentherapeutika, somatische Zelltherapeutika sowie biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte definiert werden.

Einzelprojekte

Randomisiert-kontrollierte Studie zur präoperativen Injektion von Botulinumtoxin in den Sphinkter Oddi zur Reduktion der postoperativen Galleleckage nach Leberresektion – PREBOT-II

Förderkennzeichen: 01EN2013
Gesamte Fördersumme: 629.803 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Thilo Hackert
Adresse: Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Chirurgische Klinik, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg

Randomisiert-kontrollierte Studie zur präoperativen Injektion von Botulinumtoxin in den Sphinkter Oddi zur Reduktion der postoperativen Galleleckage nach Leberresektion – PREBOT-II

Bei der PREBOT-II-Studie handelt es sich um eine multizentrische, randomisiert-kontrollierte, klinische Studie der Phase II mit zwei parallelen Studienarmen. Primäres Ziel dieser Pilotstudie ist es, den Nutzen einer endoskopischen Injektion von Botulinumtoxin in den Sphinkter Oddi vor geplanter Leberteilresektion zur Reduktion der postoperativen Galleleckage zu untersuchen. Im Vordergrund steht hierbei die Überprüfung der Sicherheit und Machbarkeit des Verfahrens, es sollen aber auch erste Daten zur Wirksamkeit erhoben werden. In der Interventionsgruppe erhalten die Patienten 3-10 Tage vor der Operation an der Leber eine einmalige endoskopische Injektion von Botulinumtoxin in den Sphinkter Oddi. Die Kontrollgruppe erhält keine endoskopische Injektion vor der Operation. In beiden Gruppen erhalten die Patienten eine aufgrund ihrer Grunderkrankung erforderliche Leberteilresektion, welche nach heutigen Standardprozeduren durchgeführt wird. Nach der Operation werden die Patienten für drei Monate nachbeobachtet. Insgesamt sollen pro Gruppe 35 Patienten, also insgesamt 70 Patienten, randomisiert werden. Aufgrund der Untersuchung eines Arzneimittels wird die Studie nach Arzneimittelgesetz durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Studie dienen als Grundlage für eine sich anschließende konfirmatorische Studie der 9120 H Phase III.

XVIR-RIB-PEM - Monozentrische offene Phase-I-Dosis-Eskalationsstudie mit XVir-N-31 in Kombination mit Ribociclib und Pembrolizumab in Patienten mit refraktärem Sarkom

Förderkennzeichen: 01EN2009
Gesamte Fördersumme: 4.555.084 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2026
Projektleitung: Dr. Per Sonne Holm
Adresse: Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Klinik und Poliklinik für Urologie
Ismaninger Str. 22
81675 München

XVIR-RIB-PEM - Monozentrische offene Phase-I-Dosis-Eskalationsstudie mit XVir-N-31 in Kombination mit Ribociclib und Pembrolizumab in Patienten mit refraktärem Sarkom

Sarkome stellen eine lebensbedrohliche Erkrankung dar. Trotz multimodaler Therapieansätze ist nur in seltenen Fällen eine Heilung möglich. Mit diesem Projekt soll eine Phase I Studie mit einem für das Sarkom völlig neuen Studienkonzept initiiert werden. Zentraler Wirkstoff des Therapiekonzeptes ist das onkolytische Adenovirus XVir-N-31. Dieses Virus soll mit dem Zellzyklusinhibitor Ribociclib kombiniert werden, was zu einer erheblichen Steigerung der Vermehrung des Virus führt. Ribociclib ist ein für die Behandlung des metastasierten Brustkrebses zugelassenes Medikament, das die Moleküle CDK4/6 inhibiert, die für die Kontrolle der Zellteilung notwendig sind. Als Resultat der Kombinationstherapie findet eine bessere Lyse der Tumorzellen statt, was im Tiermodell zu einem signifikant besseren Therapieansprechen geführt hat. Ein besonderer Effekt bei der virusinduzierten Zelllyse der Krebszellen ist die Stimulation des Immunsystems gegen den Tumor. Dieser Effekt soll zusätzlich genutzt werden, weshalb die Studie in zwei Phasen gegliedert ist. In der ersten Phase wird die Verträglichkeit und Sicherheit der Kombinationstherapie des onkolytischen Virus XVir-N-31 mit Ribociclib zu evaluiert. In einer zweiten Phase sollen die Patienten zusätzlich mit dem Immuncheckpoint Inhibitor Pembrolizumab behandelt werden, um so den lytischen Effekt der Kombinationstherapie mit einer Stimulation des Immunsystems zu kombinieren.

Phase I/II-Studie zur Meclofenamat/Temozolomid-Kombinationstherapie bei rezidiviertem, MGMT-Promotor-methyliertem Glioblastom

Förderkennzeichen: 01EN2008
Gesamte Fördersumme: 1.848.079 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2024
Projektleitung: Prof. Dr. Ulrich Herrlinger
Adresse: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Klinik und Poliklinik für Neurologie
Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn

Phase I/II-Studie zur Meclofenamat/Temozolomid-Kombinationstherapie bei rezidiviertem, MGMT-Promotor-methyliertem Glioblastom

Glioblastome sind die häufigsten und aggressivsten Hirntumoren. Wenn nach erster Behandlung der Tumor erneut wächst, besteht selbst in der Untergruppe mit günstigerem Verlauf (MGMT-Promotor-methyliertes Glioblastom) nur noch eine mittlere Überlebenszeit von einem Jahr. Daher werden dringend wirksamere Therapien gesucht. Im Labor konnten gezeigt werden, dass das schon lange als Schmerzmittel bekannte Medikament Meclofenamat die Tumorzellen von Patienten mit MGMT-Promotor-methyliertem Glioblastom deutlich empfindlicher für eine Therapie mit dem Chemotherapeutikum Temozolomid macht. Das Prinzip einer durch Meclofenamat verstärkten Temozolomidtherapie soll mit der MecMeth-Studie in eine erste klinische Anwendung gebracht werden. In einem ersten Studienteil (Phase I) wird die optimale Dosis für die Meclofenamat/Temozolomid-Kombinationstherapie bestimmt, indem zwei unterschiedliche Dosen von Meclofenamat mit einer festen Standarddosis von Temozolomid kombiniert werden. Für den ersten Studienteil ist auch geplant, 7 bis 10 Tage nach Beginn der Behandlung den Tumor so gut wie möglich zu entfernen. Im dabei gewonnen Tumormaterial wird nach der Konzentration des Meclofenamats im Tumor und nach von Meclofenamat ausgelösten Veränderungen im Tumor geschaut. Im zweiten Studienteil (Phase II) wird nach Hinweisen für eine erhöhte Wirksamkeit (d. h. Verlängerung der Zeit bis zum nächsten Tumorrezidiv und/oder Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit) der Kombinationstherapie im Vergleich zur Standardtherapie gesucht. Dazu wird eine Gruppe von 30 Patienten mit der Meclofenamat/Temozolomid-Kombination behandelt und eine andere gleich große Gruppe von 30 Patienten mit der Temozolomid-Standardtherapie behandelt. Wenn in der Phase II-Studie Hinweise für eine überlegene Wirkung der Kombinationstherapie gesehen werden, dann kann diese Kombinationstherapie nach weiteren Bestätigungsstudien den Weg in eine breite medizinische Anwendung finden.

Sicherheit, Verträglichkeit und symptomatische Wirksamkeit des ROCK-Inhibitors Fasudil bei Patienten mit Morbus Parkinson (ROCK-PD)

Förderkennzeichen: 01EN2005
Gesamte Fördersumme: 1.650.978 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2024
Projektleitung: Prof. Dr. Paul Lingor
Adresse: Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Neurochirurgische Klinik und Poliklinik
Ismaninger Str. 22
81675 München

Sicherheit, Verträglichkeit und symptomatische Wirksamkeit des ROCK-Inhibitors Fasudil bei Patienten mit Morbus Parkinson (ROCK-PD)

Ziel dieser Phase IIa-Studie ist der Nachweis von Sicherheit, Verträglichkeit und symptomatischer Wirksamkeit des ROCK-Inhibitors Fasudil bei Patienten mit Morbus Parkinson (MP). Fasudil zeigte in Parkinsonmodellen in vitro und in vivo neuroprotektive, pro-regenerative, Mikroglia-modulierende und anti-aggregative Eigenschaften. Es wurde 1995 in Japan zur Behandlung von Vasospasmen zugelassen und hat ein gutes Sicherheitsprofil. Fasudil in zwei Dosierungen oder ein entsprechendes Placebo sollen oral zweimal täglich für drei Wochen bei 75 Parkinsonpatienten verabreicht werden. Sicherheit, Verträglichkeit und symptomatische Wirksamkeit werden bis zu vier Wochen nach Behandlungsende evaluiert. Das gute Sicherheitsprofil und das Fehlen anderweitiger krankheitsmodifizierender Medikamente für den MP rechtfertigen den Einsatz bei frühen MP-Patienten. ROCK-PD ist eine Voraussetzung für weitere Studien mit längerer Beobachtungszeit zur Untersuchung der krankheitsmodifizierenden Wirkung von Fasudil.

Sicherheit und Wirksamkeit einer beidseitigen, einmaligen subretinalen Injektion von rAAV.hCNGA3 in Erwachsenen und Kindern, die an CNGA3 verursachter Achromatopsie leiden

Förderkennzeichen: 01EN2003
Gesamte Fördersumme: 1.753.348 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Dr. Tobias Peters
Adresse: Eberhard Karls Universität Tübingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Universitäts-Augenklinik, Department für Augenheilkunde
Elfriede-Aulhorn-Str. 7
72076 Tübingen

Sicherheit und Wirksamkeit einer beidseitigen, einmaligen subretinalen Injektion von rAAV.hCNGA3 in Erwachsenen und Kindern, die an CNGA3 verursachter Achromatopsie leiden

Die Achromatopsie stellt eine seltene erblich bedingte Erkrankung dar, die zu einer kompletten Farbblindheit führt. Die für das Farbsehen verantwortlichen Zellen der Netzhaut (Zapfen) sind zwar in ausreichender Menge vorhanden, jedoch von Geburt an ohne Funktion. Trotz intensiver Forschung gibt es bislang jedoch keine wirksame Therapie, die den Patientinnen und Patienten die Fähigkeit gibt, Farben zu erkennen. In der geplanten Studie wird ein gentherapeutischer Ansatz zur Behandlung dieser Erkrankung untersucht. Bei dem zu testenden Medikament handelt es sich um den viralen Vektor rAAV.hCNGA3. Ein viraler Vektor ist ein genetisch verändertes Viruspartikel, mit dessen Hilfe Erbmaterial gezielt in bestimmte lebende Zellen transportiert werden kann. Der Vektor arbeitet dabei praktisch als Transporter. Mithilfe des rAAV.hCNGA3 Vektors soll das intakte Gen in die Zellen eingebracht werden und dort das defekte Gen ersetzen. Im Rahmen der Studie wird rAAV.hCNGA3 dabei unter die Netzhaut gespritzt (subretinale Injektion). Erste Studienergebnisse an erwachsenen Patientinnen und Patienten lassen erwarten, dass die Behandlung grundsätzlich sicher ist. Im Rahmen der nun erweiterten Studie sollen weitere Daten zur Sicherheit sowie erste Hinweise auf die Wirksamkeit der Behandlung gewonnen werden. Untersucht werden soll die Therapie bei Erwachsenen und bei Kindern. Die Behandlung im Kindesalter ist dabei von zentralem Interesse. Es gibt Hinweise darauf, dass es wichtig ist, früh zu behandeln, da sonst das Gehirn nicht mehr lernt, die erlangten Seheindrücke zu verarbeiten. Auch ist erstmals die Behandlung beider Augen vorgesehen. Dies ist für das räumliche Sehen entscheidend. Eine Erholung der für das Farbsehen wichtigen Zapfen, des Sehens bei schlechten Lichtverhältnissen und der Sehschärfe beidseits wird im Alltag von großem Nutzen für die Patienten sein.

MUST - Studie zur Untersuchung von Sicherheit und Wirksamkeit einer autologen Muskelstammzelltherapie zur Behandlung einer angeborenen Harninkontinenz bei Epispadie

Förderkennzeichen: 01EN2002
Gesamte Fördersumme: 3.308.840 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2026
Projektleitung: Prof. Dr. Simone Spuler
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Buch, Experimental and Clinical Research Center
Lindenberger Weg 80
13125 Berlin

MUST - Studie zur Untersuchung von Sicherheit und Wirksamkeit einer autologen Muskelstammzelltherapie zur Behandlung einer angeborenen Harninkontinenz bei Epispadie

Muskelstammzellen reparieren und regenerieren den Skelettmuskel, der 40% unseres Körpergewichts ausmacht. Da sie selten sind und in einer schwer erreichbaren Nische sitzen, konnten sie bisher noch nicht für zellbasierte Therapien genutzt werden. In der MUST Studie werden Muskelstammzellen (Prüfpräparat: Satori-01) erstmalig bei Patienten eingesetzt, die mit einem neuen, Patent-geprüften Verfahren hergestellt wurden. Es soll ein kleiner Muskel (Blasensphinkter) aufgebaut werden, der bei der seltenen, pränatalen Entwicklungsanomalie Epispadie unvollständig ausgebildet ist. Der Muskeldefekt führt zu Harninkontinenz. Die derzeit etablierten chirurgischen Rekonstruktionsmethoden (standard of care) sind invasiv, komplikationsbeladen und erzielen sehr selten physiologische Kontinenz. MUST ist eine Phase 1 (Sicherheit) und Phase 1/2a (Sicherheit und Wirksamkeit) Studie. Satori-01 enthält patienteneigene (autologe) Muskelstammzellen. Sie werden aus einer Muskelgewebeprobe aus dem Oberschenkel isoliert und vermehrt. Das Prüfpräparat wird in den Bereich des Sphinkter-Defekts injiziert. Es werden 21 Patienten mit Epispadie (Jungen, = drei Jahre) in die MUST Studie eingeschlossen (drei in Phase 1, 18 in Phase 1/2a). Das Phase 1/2a Studiendesign ist randomisiert (im Verhältnis 3:1), doppelblind und Placebo-kontrolliert. Wenn durch die Satori 01-Therapie eine Funktionalität des Blasensphinkters erreicht wird, haben die Patienten der Placebogruppe die Möglichkeit, ebenfalls die Muskelstammzell-Injektion zu erhalten. Die Gesamtstudiendauer ist 37 Monate. Primär wird die Sicherheit von Satori-01 geprüft. Wie sich die Intervention auf die Harnkontinenz auswirkt, berichten die Familien (PROMs) und wird durch eine Blasendruckmessung (LPP) quantifiziert. MUST wurde in enger Absprache mit dem Paul-Ehrlich-Institut konzipiert. Der Sponsor und die Studienzentren sind international renommiert, das Data Safety and Monitoring Board ist interdisziplinär zusammengesetzt, erfahren und unabhängig.

Epirubicin für die Behandlung von Sepsis und septischem Schock, Phase I

Förderkennzeichen: 01EN2001
Gesamte Fördersumme: 1.427.213 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: PD Dr. Sebastian Weis
Adresse: Universitätsklinikum Jena, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Am Klinikum 1
07747 Jena

Epirubicin für die Behandlung von Sepsis und septischem Schock, Phase I

Sepsis ist die schwerste Verlaufsform von Infektionserkrankungen, die als eine lebensbedrohliche Organdysfunktion, aufgrund einer fehlregulierten Wirtsantwort auf eine Infektion definiert ist. Sie kann sich aus jedem Infektionsfokus entwickeln und ist mit hoher Mortalität und Langzeitfolgen bei Überlebenden verbunden. Trotz enormer Anstrengungen gibt es bisher keine Therapie, die spezifisch die zugrundeliegende Organfunktionsstörung behandelt. Es wurde im Tiermodell gezeigt, dass niedrig dosiertes Epirubicin, ein Medikament, das seit über 30 Jahren in der Krebstherapie angewendet wird, die Sepsis-Mortalität senkt, indem es Organschäden reduziert. Geplant ist, eine randomisierte, kontrollierte doppelt-verblindete Phase-1-Eskalationsstudie, um zu untersuchen, ob niedrig-dosiertes Epirubicin bei Patienten mit Sepsis und septischem Schock unbedenklich ist. Dafür sollen an fünf deutschen Universitätsklinken bis zu 45 Patienten rekrutiert werden. Die Ergebnisse und das Studienprotokoll werden über die etablierten Strukturen des vom BMBF geförderten CSCC und der in Jena ansässigen Deutschen Sepsis-Gesellschaft verbreitet.