Verbund

ROCKET – Phänotypisierung von Nierentransplantaten und Entwicklung eines klinischen Expertensystems

Das internationale Verbundprojekt ROCKET, an dem insgesamt fünf Partner aus Belgien, Frankreich und Deutschland beteiligt sind, beschäftigt sich mit dem Thema Nierentransplantation, genauer gesagt mit der Aufklärung von Krankheitsprozessen in transplantierten Nieren. Die Lebensdauer eines Nierentransplantats beträgt in der Regel etwa 15 Jahre, bedingt durch verschiedene immunologische und nicht-immunologische Transplantatschädigungen, die letztlich zum Organverlust führen. Goldstandard für die Diagnose dieser Prozesse ist heute die Gewebeuntersuchung mittels Transplantat-Biopsie, wobei eine sichere Aussage oft nicht möglich ist. In der Vergangenheit gab es daher Versuche, molekulare Marker in Blut und Urin für eine nicht-invasive Diagnostik zu etablieren. Bisher gelang es jedoch nicht, diese hoch komplexen Muster verschiedener molekularer Informationen sinnvoll in die Routinediagnostik zu integrieren.

Hier setzt nun das vorliegende Verbundprojekt an: Ziel ist es, die Diagnostik zu optimieren und so die Lebensdauer von Nierentransplantaten zu verlängern. Biomaterialdaten aus Blut, Urin und Transplantat-Biopsat von mehr als 2000 Patienten wurden bereits durch einige ROCKET-Verbundpartner untersucht und analysiert. Es ist geplant, im Rahmen von ROCKET diese hoch komplexen molekularen Daten, verschiedene klinische Daten sowie die Ergebnisse von Feingewebsuntersuchungen mit Methoden der Systemmedizin zu integrieren und zu modellieren. So sollen Krankheitsprozesse und -phänotypen besser definiert und für die klinische Diagnose nutzbar gemacht werden. Es ist vorgesehen, entsprechende mathematische und computergestützte Methoden zu entwickeln, um sowohl die Diagnose als auch die Beurteilung der Prognose von Nierentransplantaten zu verbessern.

Mit Hilfe der erhaltenen Ergebnisse soll schließlich eine Web-basierte Anwendung zur Patienten-individuellen Diagnose, Prognose und Risikostratifizierung von Nierentransplantations-Patienten entwickelt und aufgebaut werden.

Teilprojekte

Teilprojekt Hannover

Förderkennzeichen: 031L0139A
Gesamte Fördersumme: 347.548 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Wilfried Gwinner
Adresse: Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Teilprojekt Hannover

Teilprojekt Dresden

Förderkennzeichen: 031L0139B
Gesamte Fördersumme: 251.014 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Deutsch
Adresse: Technische Universität Dresden - Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH)
Helmholtzstr. 10
01069 Dresden

Teilprojekt Dresden