Verbund

SYNSCHIZ

Die Schizophrenie und andere Psychosen sind für viele Menschen der Inbegriff psychischer Erkrankungen. Zu den charakteristischen Merkmalen von Psychosen zählen unter anderem Wahnvorstellungen und Halluzinationen, die oft auch von Stimmungsschwankungen begleitet werden. Die zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen sind bisher nur unzureichend verstanden, und verfügbare Therapien erzielen oft keine Heilung. Zudem ist Schizophrenie eine der am stärksten genetisch bedingten psychischen Erkrankungen. Ziel des Forschungsverbundes “SYNSCHIZ“ ist es, Risiko- und Krankheitsmechanismen auf molekularer und genetischer Ebene zu untersuchen.

Der Verbund vermutet, dass ein Risikomechanismus für Schizophrenie in einer gestörten Kommunikation zwischen Nervenzellen liegt. Daher werden Untersuchungen auf Ebene der Gene, der Neuronen und von Hirnnetzwerken vorgenommen. Aus umfangreichen Stichproben von Patienten mit Schizophrenie werden genetische Risikovarianten identifiziert und charakterisiert. Zudem wird ein neues Rechenmodell für Schizophrenie entwickelt und an Zellen erprobt. Die Modellvorhersagen werden abschließend in einer klinischen Kohorte psychiatrischer Patienten überprüft. Bei positivem Ergebnis kann aus dem Modell ein neuartiger Biomarker entwickelt werden. Die Ergebnisse werden wesentlich zum Verständnis der Schizophrenie beitragen und die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten voranbringen.

Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst eine Forschungs-gruppe aus Deutschland, sowie jeweils eine Gruppe aus Norwegen, Schweiz, Finnland und den Niederlanden. Der deutsche Partner trägt mit der Identifizierung und Charakterisierung von Genen zu den Verbundzielen bei.

Teilprojekte

Untersuchung synaptischer Dysfunktion als Risikomechanismus der Schizophrenie

Förderkennzeichen: 01EW1810
Gesamte Fördersumme: 290.328 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Marcella Rietschel
Adresse: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
J 5
68159 Mannheim

Untersuchung synaptischer Dysfunktion als Risikomechanismus der Schizophrenie

Das SYNSCHIZ Projekt stellt eine Zusammenarbeit von Experten aus Norwegen, Deutschland, der Schweiz, Finnland, Rumänien, und den Niederlanden dar, mit dem Ziel synaptische Dysfunktion als Risikomechanismus der Schizophrenie (SCZ) zu untersuchen. Hierbei werden in einem transdisziplinären Ansatz Untersuchungen auf Ebene der Gene, der Neuronen und von Hirnnetzwerken integriert. In einem Mehrebenenansatz, der durch die einzelnen Arbeitspakete (AP) abgedeckt wird, sollen klinisch relevante Biomarker identifiziert werden, die für die Früherkennung und prognostische Prädiktion in SCZ benötigt werden, z.B. indem pluripotente Stammzellen zum Screening eingesetzt werden. SYNSCHIZ verfolgt eine starke translationale Komponente, durch die wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in die klinische Anwendung übertragen werden. Die in SYNSCHIZ erzielten Ergebnisse werden wesentlich zum Verständnis der Pathophysiologie von SCZ beitragen und die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten initiieren. Das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit ist an zwei Arbeitspaketen (AP) mit den folgenden Zielen beteiligt: 1) Identifizierung der genetischen Architektur von synaptischer Dysfunktion in SCZ (AP1) und 2) Innovation, Schutz geistigen Eigentums, kommerzielle Verwertung (AP5).