Verbund

topdownPTSD

Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, engl. PTSD) wird durch eine lebensbedrohliche Erfahrung ausgelöst, die eine bleibende Spur der Angst im Gedächtnis hinterlässt. Ein traumatisches Ereignis löst bei allen Betroffenen eine akute Reaktion aus, jedoch entwickelt nur eine kleine Untergruppe letztendlich PTBS. Ziel des Forschungsverbundes „topdownPTSD“ ist es, die Entstehung von PTBS im Tiermodell und im Menschen zu verstehen.

Der multidisziplinäre Forschungsverbund untersucht systematisch Fehlfunktionen in der Signalübertragung zwischen Nervenzellen als Ursache der PTBS. Dabei werden besonders die Nervenzellen zwischen bestimmten Hirnarealen betrachtet, die das Gedächtnis für Angst ausmachen. Methodisch benutzt die Studie (epi-) genetische Untersuchungen im Tiermodell und funktionelle und anatomische Untersuchungen mittels bildgebender Verfahren im Tier und bei Patienten mit PTBS. Das besser Verständnis der grundlegenden Mechanismen ist die Voraussetzung, um neue Therapiekonzepte entwickeln zu können.

Der Verbund ist Teil des transnationalen ERA-NET NEURON und umfasst eine Forschungs-gruppe aus Deutschland, zwei Gruppen aus Spanien, sowie je eine Gruppe aus Norwegen, Polen und Italien. Der deutsche Partner trägt mit Bildgebungsstudien im PTBS-Tiermodell und bei Patienten zu den Verbundzielen bei.

Teilprojekte

Untersuchung und Manipulation der Top-Down-Kontrolle des Erinnerungsengramms der posttraumatischen Belastungsstörung

Förderkennzeichen: 01EW1811
Gesamte Fördersumme: 261.685 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2021
Projektleitung: Dr. Philipp Böhm-Sturm
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte, Centrum für Schlaganfallforschung Berlin
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Untersuchung und Manipulation der Top-Down-Kontrolle des Erinnerungsengramms der posttraumatischen Belastungsstörung

Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) wird durch eine lebensbedrohliche Erfahrung ausgelöst, die eine bleibende Spur im Angstgedächtnis hinterlässt. Menschen mit PTBS sind nicht in der Lage, zwischen verschiedenen Kontexten zu unterscheiden. Erinnerungen werden weitgehend verallgemeinert, so dass ein ähnlicher Kontext eine robuste Erinnerung an eine schlechte Erfahrung erzeugt. Typische Folgen sind ein gelähmtes Verhalten und damit einhergehend eine erhebliche Einschränkung des individuellen Wohlbefindens und der Fähigkeit alltägliche Aktivitäten auszuführen. Derzeit gibt es keine ideale Behandlung für die menschliche PTBS. In diesem Projekt wird die Hypothese untersucht, ob PTBS durch eine dysfunktionale top-down synaptische Kontrolle vom medialen präfrontalen Cortex (mPFC) auf amygdalare und hippocampale Domänen verursacht wird, die die Generalisierung und eine Beeinträchtigung der Auslöschung des Angstgedächtnisses orchestrieren. Ziel des Verbundprojekts ist es, grundlegende Einblicke in erfahrungsabhängige dynamische Veränderungen im Gehirn zu geben, um einen Teil der PTBS-Ätiologie im Tiermodell und im Menschen zu verstehen. Ziel des Projekts auf deutscher Seite ist es, Konnektivitätsveränderungen des Gehirns im Tiermodell mittels funktioneller und struktureller Magnetresonanztomographie zu untersuchen und diese mit Patientendaten zu vergleichen.