Verbund

TAKeOFF - Netzwerk zur Überwindung der Schwierigkeiten bei der Bekämpfung von Filariose

Für das Projekt TAKeOFF (Tackling the obstacles to fight filariasis) haben sich Experten in der Filarienforschung aus drei afrikanischen Ländern, sowie aus zwei deutschen Universitäten zusammengeschlossen. Es ist geplant eine Plattform für klinische Studien und Forschung auf dem Gebiet der Filarieninfektionen zu etablieren (F-CuRE; Filarial Clinical Trial & Research Platform), die zum Ziel hat, die Durchführung von klinischen Studien zur Behandlung des filarien-assoziierten Lymphödems, sowie der Podokoniose zu harmonisieren, sowie die Ausbildung für Wissenschaftlern und Klinikern zu erweitern und auszubauen unter Einbezug der Ministerien für Gesundheit in den afrikanischen Ländern und WHO Kontrollprogrammen.

Teilprojekte

Neue Projekte für 2021

Förderkennzeichen: 01KA2027
Gesamte Fördersumme: 759.993 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Achim Hörauf
Adresse: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie
Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn

Neue Projekte für 2021

Während der letzten vier Jahre haben die Mitglieder des TAKeOFF-Konsortiums große Fortschritte in der Lymphatischen-Filariose- (LF) und der Podokoniose-Forschung erzielt. Durch den ständigen Informationsaustausch über die unterschiedlichen Erfahrungen und bereits erzielten Forschungsergebnisse während der monatlichen Telefonkonferenzen sowie den jährlichen Tagungen wurden weitere wissenschaftliche Fragestellungen herausgearbeitet. Diese neuen Projekte sollen die Erkenntnisse aus den bereits existierenden Arbeitspaketen ergänzen und vertiefen und es erlauben, noch klarere Rückschlüsse aus diesen Forschungsarbeiten zu ziehen. In den neuen Projekten liegt der Fokus auf dem Ausbau der digitalen Hilfsmittel zur Erfassung von betroffenen Personen mit filarienbedingten oder podokoniosebedingten Symptomen, dem Vergleich zwischen LF und Podokoniose hinsichtlich Immunaktivation und Mikrobiom und der Feststellung der LF Transmission im Norden Ghanas.

Untersuchung von Erkrankten mit Lymphödemen verschiedener Ursachen

Förderkennzeichen: 01KA2026
Gesamte Fördersumme: 40.000 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2022
Projektleitung: Dr. Inge Kroidl
Adresse: Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinikum - Abt. für Infektions- und Tropenmedizin
Leopoldstr. 5
80802 München

Untersuchung von Erkrankten mit Lymphödemen verschiedener Ursachen

In den Studienländern des TAKeOFF Consortiums, Ghana, Kamerun und Tansania finden sich Patientinnen und Patienten mit Lymphödemen. Die Therapie des filarienbedingten Lymphödem in Ghana und Tansania ist das Thema des Work Package 4, die Therapie des Lymphödems durch Silikate, genannt Podoconiosis, welches sich in Kamerun findet, ist Thema des WP5. Die Münchener Gruppe hat bei den Patienten aus Ghana und Tansania (WP4) Untersuchungen zum Immunsystem bei Patienten mit verschiedenen Stadien durchgeführt. Diese Untersuchungen sollen erweitert werden und auch bei Patientinnen und Patienten mit Podoconiosis durchgeführt und mit den bereits vorliegenden Daten aus Ghana und Tansania verglichen werden.

Teilprojekt München

Förderkennzeichen: 01KA1612
Gesamte Fördersumme: 331.176 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2021
Projektleitung: Dr. Inge Kroidl
Adresse: Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinikum - Abt. für Infektions- und Tropenmedizin
Leopoldstr. 5
80802 München

Teilprojekt München

Die Universität München ist an der klinischen Betreuung der Studienpatienten mit Lymphödem und Hydrozelen beteiligt. Des Weiteren wird die Entwicklung der filarienassoziierten Pathologie bei Patienten mit HIV-Ko-infektion federführend von dem Münchener Teil des Konsortiums untersucht. Eine HIV- Ko-infektion scheint die Immunreaktion des Wirtes gegen Filarien zu vermindern. Die Befürchtung liegt nahe, dass eine Verbesserung der immunologischen Situation durch eine antiretrovirale Therapie (ART) zum Ausbruch von filarienassoziierten Pathologien, wie Lymphödem oder Hydrozele führen könnte. Dieses so genannte Immunrekonstitutionssyndrom  wurde für die Filariose bislang nicht evaluiert.

Teilprojekt Bonn

Förderkennzeichen: 01KA1611
Gesamte Fördersumme: 1.408.706 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Achim Hörauf
Adresse: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Parasitologie
Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn

Teilprojekt Bonn

Ein Konsortium von Experten in der Filarienforschung unter Bonner Beteiligung und Ko-Koordination hat in diesem Projekt zum Ziel, eine Plattform für Klinische Studien und Forschung auf dem Gebiet der Filarieninfektionen zu etablieren (F-CuRE; Filarial Clinical Trial & Research Platform). Die Plattform F-CuRE soll bei der Durchführung von Studien abstimmend vorbereiten und diese durchführen. F-CuRE hat weiterhin zum Ziel, die Ausbildung für Wissenschaftlern und Klinikern zu erweitern und auszubauen unter Einbezug der Ministerien für Gesundheit in den afrikanischen Ländern und WHO Kontrollprogrammen. Um die Diagnostik der Filarieninfektionen zu verbessern, soll eine Core-Facility nicht-invasiver Biomarker eingerichtet werden, um bereits bestehende Massenbehandlungen zu analysieren und die Wirkung neuer Substanzen zu testen. Die Einführung von Doxyzyklin zur Behandlung von Filarieninfektionen und Podoconiose soll mittels eines Informationsprogramms als möglicher Therapieansatz weiter ausgebaut werden. Erste Daten zeigen, dass eine Co-Infektion mit HIV und deren Behandlung die Immunreaktion verändert, weswegen Experten dieses Konsortiums sich mit Erforschung dieser beschäftigen werden.