Fördermaßnahme

Vernetzungsplattform Forschung für Globale Gesundheit – German Alliance for Global Health Research

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2019
Förderzeitraum: 2020 - 2025
Gesamte Fördersumme: bis zu 3,3 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: Geschäftsstelle

1. Ziele der Fördermaßnahme

Das BMBF fördert den Aufbau einer Vernetzungsplattform/Allianz Forschung für Globale Gesundheit. Mit der Allianz wird ein wissenschaftsgetriebenes Forum für die deutsche Forschungsszene im Bereich der Globalen Gesundheit aufgebaut. Die Allianz stärkt einerseits die standort- und disziplinübergreifende Zusammenarbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Globalen Gesundheit in Deutschland. Andererseits dient sie der Anbahnung und dem Ausbau der wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Zu diesem Zweck sollen im Rahmen der Allianz innovative und interdisziplinäre Pilotprojekte durchgeführt werden. Die Plattform fördert ebenfalls den Austausch mit ausländischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowohl in hochentwickelten Ländern als auch in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Eine spätere Einbeziehung von weiteren nationalen wie internationalen Förderern und gesellschaftlichen Akteuren ist geplant. Ein wichtiges Ziel der Plattform ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, u.a. die Förderung von speziellen Trainings- und Fortbildungsprogrammen, die den wissenschaftlichen Nachwuchs frühzeitig an disziplinübergreifende Ansätze der Globalen Gesundheit heranführen. Insgesamt soll die Plattform dazu beitragen, Deutschland als hochinnovativen Forschungsstandort im Bereich der Globalen Gesundheit weiter zu entwickeln.

In diesem Vorhaben wird der Aufbau und Betrieb einer Geschäftsstelle zur Umsetzung der Ziele der Allianz gefördert. Die Arbeiten der Vernetzungsplattform und der Geschäftsstelle werden durch ein Steuerungsgremium begleitet, welches die Begutachtung der Forschungsprojekte übernimmt. Angesiedelt ist die Geschäftsstelle an der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

2. Stand der Fördermaßnahme

Die Geschäftsstelle wird seit dem 1.2.2020 vom BMBF gefördert. Bisher gibt es noch keine geförderten Projekte.

Einzelprojekte

IndoCerCa - Populationsbasiertes Gebärmutterhalskrebs-Screening und Präventionsansätze in Indonesien

Förderkennzeichen: 01KA2104
Gesamte Fördersumme: 239.807 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Haier
Adresse: Medizinische Hochschule Hannover, Comprehensive Cancer Center Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

IndoCerCa - Populationsbasiertes Gebärmutterhalskrebs-Screening und Präventionsansätze in Indonesien

Die "Deutsche Allianz für globale Gesundheitsforschung" (GLOHRA) setzt sich für den Ausbau der standort- und disziplinübergreifenden Zusammenarbeit und die wissenschaftliche Nachwuchsförderung im Bereich der Globalen Gesundheit ein. Zu diesem Zweck werden im Rahmen der GLOHRA innovative sektorübergreifende und interdisziplinäre Projekte sowie Global Health Fellowships gefördert. Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die vierthäufigste Krebsart bei Frauen, zumeist verursacht durch eine Infektion mit Humanem Papilloma Virus (HPV). Gleichzeitig ist Gebärmutterhalskrebs eine der wenigen Krebsarten, die sich präventiv verhindern lassen. Die Prävention beruht auf zwei wesentlichen Säulen: Screening und Impfung. Die Weltgesundheitsorganisation hat sich zum Ziel gesetzt, dass 70% aller weiblichen Erwachsenen eine Früherkennungsuntersuchung erhalten sollen, aber in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen wie Indonesien bestehen noch Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Das sektorenübergreifende Projekt IndoCerCa verfolgt das Ziel klinisch-effektive, kostengünstige und von der Zielgruppe akzeptierte Strategien zur Elimination von Gebärmutterhalskrebs in der Provinz Yogyakarte in Indonesien zu etablieren. Dafür werden mögliche Implementierungsbarrieren und wichtige Aspekte, wie die spezifische Akzeptanz und den Zugang zur Versorgung vor allem von vulnerablen Gruppen, bei der Einführung von HPV-Selbsttests in Indonesien analysiert. Zentrales Teilprojekt ist eine klinische Studie mit 2.000 Frauen, in der zwei verschiedene Techniken zu HPV- Selbsttests verglichen werden.

DiFiCol - Einfluss von Umweltfaktoren auf das Darmkrebsrisiko in Subsahara-Afrika: Ballaststoffe und chronische Darminfektionen mit pathogenen Bakterien

Förderkennzeichen: 01KA2103
Gesamte Fördersumme: 198.138 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2023
Projektleitung: Dr. Sören Ocvirk
Adresse: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal

DiFiCol - Einfluss von Umweltfaktoren auf das Darmkrebsrisiko in Subsahara-Afrika: Ballaststoffe und chronische Darminfektionen mit pathogenen Bakterien

Darmkrebs ist eine der am häufigsten auftretenden Krebserkrankungen weltweit und wird zu großen Teilen von Umweltfaktoren wie der Ernährung beeinflusst. In vorherigen Arbeiten konnte gezeigt werden, dass eine hohe Zufuhr von Ballaststoffen hohe Konzentrationen an kurzkettigen Fettsäuren im Darm bedingt, welche mit einem geringen Darmkrebsrisiko assoziiert sind. Das Ziel dieses Vorhabens ist die Untersuchung eines neuen Zusammenhangs, welcher die tumorunterdrückende Wirkung von Ballaststoffen erklären kann: Der hohe Verzehr von Ballaststoffen verstärkt das Auftreten bestimmter pathogener Bakterien im Darm, welche vor Veränderungen in der Darmschleimhaut schützen, die mit Darmkrebs assoziiert sind.

German Alliance for Global Health Research

Förderkennzeichen: 01KA1919
Gesamte Fördersumme: 3.351.977 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2025
Projektleitung: Dr. Jörg Heldmann
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin
Chariteplatz 1
10117 Berlin

German Alliance for Global Health Research

Die "German Alliance for Global Health Research" ist eine forschungsorientierte Plattform, deren Ziel es ist, die interdisziplinäre, internationale und sektorübergreifende Forschung und Zusammenarbeit zur globalen Gesundheit in und außerhalb Deutschlands zu unterstützen. Sie besteht aus drei Organen und Gremien: der General Assembly, dem interdisziplinären Steering Committee und der Geschäftsstelle (Secretariat) an der Charité in Berlin. Sie zielt ab auf den Aufbau einer interdisziplinären deutschen Global Health Forschungs-Community, die Stärkung des deutschen Beitrags zur Global Health Forschung, die Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Stärkung der sektorübergreifenden Zusammenarbeit im Bereich globale Gesundheit in Deutschland und darüber hinaus.