Fördermaßnahme

Epidemiologische Forschung

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2010
Förderzeitraum: 2012 - 2022
Gesamte Fördersumme: bis zu 17 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: Modul 1: 3 Einzelvorhaben Modul 2: 6 Einzelvorhaben in 1. Förderphase; 1 Verbund und 4 Einzelvorhaben in 2. Förderphase

1. Ziel des Förderschwerpunktes

Durch die Fördermaßnahme „Gesundheitsbezogene epidemiologische Forschung an Hochschulen“ soll der Auf- und Ausbau von Forschungs- und Lehrkapazitäten in der Epidemiologie verbessert und eine entsprechende Profilbildung von Hochschulstandorten unterstützt werden. Die Förderung erfolgt in Form konkreter Forschungsprojekte. Der Förderschwerpunkt umfasst zwei Module, zum einen zur Einrichtung von Nachwuchsgruppen und zum anderen zur Einrichtung von Professuren. Mit diesen Förderinstrumenten wird die Heranbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses unterstützt und die Forschungs- und Lehrkapazitäten im Bereich Epidemiologie an deutschen Hochschulen erweitert. Die Nachhaltigkeit wird in beiden Modulen durch die Fakultäten gewährleistet.

2. Stand der Fördermaßnahme

Im Modul 1 werden seit 2012 drei Nachwuchsgruppen für sechs Jahre gefördert, wobei nach drei Jahren eine Zwischenevaluation durchgeführt wurde.

Modul 2 umfasste zunächst sechs Vorhaben für drei Jahre. Nach einer Evaluation von Anschlussanträgen werden ein Verbund und vier Einzelprojekte in einer zweiten Förderphase für weitere drei Jahre bis 2022 gefördert.

Die Projekte decken ein weites Themengebiet in der klinischen, bevölkerungs- und versorgungsbezogenen epidemiologischen Forschung ab.

Einzelprojekte

Abgeschlossen

RAPC-Atemwegsallergien und Luftschadstoffe in Städten – Machbarkeitsstudie Allergieforschung

Förderkennzeichen: 01KX1910
Gesamte Fördersumme: 783.137 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Torsten Zuberbier
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Bereich Allergologie
Charitéplatz 1
10117 Berlin

RAPC-Atemwegsallergien und Luftschadstoffe in Städten – Machbarkeitsstudie Allergieforschung

Das Ziel der Studie ist es, besser zu verstehen, warum Personen, die an einer polleninduzierten allergisch bedingten Entzündung der Nasenschleimhäute leiden, in Städten ausgeprägtere Symptome haben als in ländlichen Gebieten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung der Rolle der innerstädtischen Luftverschmutzung. Zu diesem Zweck wird eine Kohortenstudie geplant, in der Gräserpollenallergiker, die der Innenstadtluft ausgesetzt sind, mit Gräserpollenallergikern verglichen werden, die in ländlichen Gebieten mit einer geringeren Feinstaubbelastung leben und arbeiten. Die persönliche Belastung der Studienteilnehmer durch Pollen und Luftverschmutzung wird mit speziellen tragbaren Messgeräten erfasst und die Symptomatik mit einem E-Tagebuch dokumentiert. Darüber hinaus werden Provokationstests mit Pollen und Ozon in einer mobilen Pollenexpositionskammer durchgeführt. In der Machbarkeitsphase werden die persönlichen Messgeräte und das E-Tagebuch entwickelt und validiert. Anhand einer Pilotstudie wird die Machbarkeit des Untersuchungsansatzes getestet sowie die primären und sekundären Endpunkte für eine spätere Kohortenstudie spezifiziert.

Abgeschlossen

Epidemiologie von Schlafcharakteristiken, kardiovaskulären Erkrankungen und der Nierenfunktion

Förderkennzeichen: 01ER1704
Gesamte Fördersumme: 925.379 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Stang
Adresse: Universität Duisburg-Essen, Universitätsklinikum Essen, Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Hufelandstr. 55
45147 Essen

Epidemiologie von Schlafcharakteristiken, kardiovaskulären Erkrankungen und der Nierenfunktion

Ziel des Vorhabens ist es, unterschiedliche Fragestellungen aus dem Kontext von Schlafcharakteristiken, kardiovaskulären Erkrankungen und der Nierenfunktion zu beantworten. Dazu werden bereits etablierte Kohortenstudien wie die Heinz Nixdorf Recall Studie, die MehrGenerationenStudie und die Bonner Venenstudie genutzt. Darüber hinaus werden auch neue Patientinnen und Patienten untersucht, um spezifische Fragestellungen zu beantworten.

Abgeschlossen

Die Epidemiologie funktionaler und dysfunktionaler behavioraler und psychologischer Faktoren bei Gesundheit und Krankheit

Förderkennzeichen: 01ER1703
Gesamte Fördersumme: 1.138.096 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Katja Beesdo-Baum
Adresse: Technische Universität Dresden, Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften, Institut für Klinische-, Diagnostische und Differentielle Psychologie, Abt. Klinische Psychologie und Psychotherapie
Chemnitzer Str. 46
01187 Dresden

Die Epidemiologie funktionaler und dysfunktionaler behavioraler und psychologischer Faktoren bei Gesundheit und Krankheit

Verhaltensbezogenen Faktoren, einschließlich kognitiv-affektiven Faktoren, wird eine bedeutsame Rolle bei der Entstehung der meisten Erkrankungen beigemessen. Allerdings ist ihre objektive und ökologisch valide Messung in epidemiologischen Studien, insbesondere in Bezug auf psychische Gesundheitsstörungen, bisher defizitär. Dieses Projekt hat zum Ziel, neue objektive verhaltensbezogene Erhebungsmethoden zu entwickeln und diese in einer Kohortenstudie Jugendlicher und junger Erwachsener einzusetzen, um das komplexe Zusammenspiel von persönlichen Eigenschaften, Verhaltensweisen und Umweltfaktoren bei der Entwicklung der häufigsten psychischen Störungen (Angststörungen, Depression, Störungen durch Substanzkonsum) aufzudecken.

Abgeschlossen

Verbesserung des Schulerfolgs und der Partizipation chronisch kranker Kinder im Grundschulalter durch gezielte schulbasierte Förderung und Versorgung

Förderkennzeichen: 01ER1702
Gesamte Fördersumme: 933.038 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Urschitz
Adresse: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik
Obere Zahlbacherstr. 69
55131 Mainz

Verbesserung des Schulerfolgs und der Partizipation chronisch kranker Kinder im Grundschulalter durch gezielte schulbasierte Förderung und Versorgung

Das Projekt untersucht die Auswirkungen von chronischen Erkrankungen zum Zeitpunkt der Einschulung auf Schulerfolg, Partizipation und Lebensqualität im Grundschulalter. Hierzu sollen zwei bereits etablierte Kohorten (ikidS I Pilotkohorte; N˜500 und ikidS I Hauptkohorte; N˜2000) weitergeführt (Teilprojekt S1), eine systematische Literaturrecherche zur Entwicklung einer schulbasierte Intervention vorgenommen (Teilprojekt S2) und die daraus entwickelte Intervention im Rahmen einer Machbarkeitsstudie (Teilprojekt S3) überprüft werden.

Abgeschlossen

Identifizierung und Charakterisierung der genetischen Basis von altersbedingter Makuladegeneration unter spezieller Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen und anderen nicht-genetischen Effekten (2. Förderphase)

Förderkennzeichen: 01ER1507
Gesamte Fördersumme: 574.601 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Iris Heid
Adresse: Universität Regensburg, Klinikum, Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93053 Regensburg

Identifizierung und Charakterisierung der genetischen Basis von altersbedingter Makuladegeneration unter spezieller Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen und anderen nicht-genetischen Effekten (2. Förderphase)

Ziel des Vorhabens ist die Identifizierung und Charakterisierung der genetischen Basis der Entwicklung und Progression der altersbedingten Makuladegeneration (AMD), sowie die Interaktion von genetischen mit nicht-genetischen Faktoren. Die AMD ist eine Erkrankung vor allem der älteren Bevölkerung und einer der führenden Gründe für Erblindung. Eine bessere Kenntnis der genetischen Basis der AMD-Entwicklung und Progression wird helfen, die Mechanismen der Erkrankung zu verstehen, und damit verbesserte Maßnahmen zur Prävention, Diagnose und Therapie zu entwickeln. Das Vorhabenziel wird durch drei parallel verlaufende Arbeitsprogramme bearbeitet: 1) Meta-Analysen genomweiter Assoziationsstudien (GWAMAS) werden im Rahmen internationaler Konsortiums-Arbeiten weitergeführt. Hierfür werden neue Datensätze mit intermediären Phänotypen und individuellen genomweiten Daten der Teilnehmer eingesetzt. Die Analysen werden erweitert, um seltene Varianten bzw. Haplotypen zu identifizierten und Gen-Umwelt-Interkationen aufzudecken. 2) METHODEN: Methodische und softwareseitige Entwicklungen zur Unterstützung der GWAMAS und zur Analyse von seltenen Varianten bzw. Haplotypen, Gen-Umwelt-Interaktionen und Fein-Phänotypisierung werden angestrebt. 3) STUDIE: AMD-Patienten-Kohorten und eine Kohorte gesunder Kontrollen vergleichbaren Alters zur Identifizierung von Risikofaktoren für die AMD-Progression sowie zur Etablierung einer Plattform für die Untersuchung von Erkrankungen des Alters werden ausgebaut.

Abgeschlossen

Prädiktoren und Risikofaktoren für relevante chronische Erkrankungen und Inanspruchnahme gesundheitsbezogener Leistungen unter besonderer Berücksichtigung von Aussiedlern

Förderkennzeichen: 01ER1306
Gesamte Fördersumme: 1.445.221 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Heiko Becher
Adresse: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Zentrum für Experimentelle Medizin, Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie
Martinistr. 52
20251 Hamburg

Prädiktoren und Risikofaktoren für relevante chronische Erkrankungen und Inanspruchnahme gesundheitsbezogener Leistungen unter besonderer Berücksichtigung von Aussiedlern

Im Rahmen großer prospektiven Kohortenstudien, darunter die Nationale Kohorte und die Hamburg City Health Studie sollen aktuelle epidemiologische Forschungsfragestellungen zu relevanten chronischen Erkrankungen bearbeitet werden, um damit eine epidemiologische Forschungsstruktur am UKE aufzubauen. Diese Forschungsfragestellungen fallen in die Gebiete Gesundheitsversorgung, somatische Symptome, Brustkrebs, Zahngesundheit, Herz-Kreislauf- und zerebrovaskuläre Erkrankungen und psychische Gesundheit und Arbeitsmedizin. In mehreren Teilprojekten ist ein Vergleich einer speziellen Migrantengruppe, den (Spät)-aussiedlern mit der deutschen Gesamtbevölkerung geplant. Dazu werden 500 (Spät)-aussiedler zusätzlich erhoben, die das vollständige Untersuchungsprogramm durchlaufen werden. Nach Erstellung der Studienprotokolle für alle Teilstudien und Handlungsanweisungen wird die Ziehung der Stichprobe aus dem Einwohnermeldeamt durchgeführt. Spezifische Analysedatenbanken für alle Teilprojekte werden programmiert. Nach Abschluss aller Vorarbeiten wird die Rekrutierung der Zusatzstichprobe der (Spät)-aussiedler ab dem fünften Monat der Förderung durchgeführt. Eine Zusammenführung mit den Daten der allgemeinen Studienteilnehmer von NAKO/HCH erfolgt in Abstimmung und Kooperation mit dem Personal für dieses Projekt. Die interne Qualitätssicherung erfolgt regelmäßig während der Erhebung. Nach 12 bzw. 18 Monaten werden interne Zwischenauswertungen für Plausibilitätstests durchgeführt. Die Statistische Analyse der Daten beginnt mit der Entwicklung der Analyseprogramme im 20. Monat der Förderung. Im Monat 30 ist ein internationaler Workshop geplant, bei dem die Ergebnisse präsentiert und diskutiert, und bei dem die Details der Folgeprojekte konkretisiert werden.

Abgeschlossen

Schlafcharakteristiken, Schlafstörungen und gesundheitsbezogene Konsequenzen

Förderkennzeichen: 01ER1305
Gesamte Fördersumme: 1.445.042 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Stang
Adresse: Universität Duisburg-Essen, Universitätsklinikum Essen, Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Hufelandstr. 55
45147 Essen

Schlafcharakteristiken, Schlafstörungen und gesundheitsbezogene Konsequenzen

In den letzten Jahren hat es vermehrt Studien zur Bedeutung von Schlafcharakteristiken und Schlafstörungen für das Risiko von  Herzkreislauferkrankungen gegeben, die sich zum Teil widersprechen. Ein Grund hierfür ist die Tatsache, dass Schlafcharakteristiken und Schlafstörungen von weiteren Faktoren beeinflusst werden, die einen Einfluss auf das Risiko der Herzkreislauferkrankungen haben (Confounding). Aus diesem Grunde bedarf es großer epidemiologischer Studien, bei denen Confounding statistisch kontrolliert werden kann. Die Kohortenstudien mit den Namen Heinz Nixdorf Recall Studie, Multigenerationen Studie und die Nationale Kohortenstudie bieten die besondere Gelegenheit, wichtige Fragestellungen zur gesundheitlichen Bedeutung von Schlafcharakteristiken und Schlafstörungen unter ausführlicher statistischer Kontrolle der zu erwartenden Effektvermengungen valide zu beantworten. Folgende längsschnittliche Forschungsprojekte werden zu folgenden Themen im Rahmen dieser Kohortenstudien zusätzlich durchgeführt: 1) Zusammenhang zwischen selbst-berichteten Schlafcharakteristiken und der Inzidenz des Bluthochdrucks, Diabetes mellitus und der Übergewichtigkeit/Adipositas; 2) Zusammenhang zwischen selbst-berichteten Schlafcharakteristiken und der Progression der Koronarsklerose; 3) Zusammenhang zwischen selbst-berichteten Schlafcharakteristiken und der Inzidenz der koronaren Herzkrankheit; 4) Zusammenhang zwischen selbstberichteten Schlafcharakteristiken und der Inzidenz von Hirninsulten; 5) Zusammenhang zwischen selbstberichteten Schlafcharakteristiken und der Inzidenz von Schlafstörungen sowie des Mittagsschlafs; 6) Schlaf-bedingte Atemstörungen und das Risiko der koronaren Herzkrankheit sowie des  Hirninsults; 7) Familiäre Clusterung von Schlafcharakteristiken und  Schlafstörungen; 8) Objektive Messung von Schlafcharakteristiken mittels Aktimetrie.

Abgeschlossen

Inzidenz von Zweitmalignomen in Sachsen und die Auswirkung der Therapie von Ersttumoren auf die Entstehung von Zweitmalignomen

Förderkennzeichen: 01ER1304
Gesamte Fördersumme: 452.394 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Stefanie Klug
Adresse: Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Universitäts KrebsCentrum Dresden, Tumorepidemiologie
Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Inzidenz von Zweitmalignomen in Sachsen und die Auswirkung der Therapie von Ersttumoren auf die Entstehung von Zweitmalignomen

Die Studie untersucht die Inzidenz von Zweitmalignomen in Sachsen sowie die Auswirkungen der Therapie des Ersttumors auf die Entstehung des Zweitmalignoms. Dieses Forschungsprojekt ist in zwei Phasen unterteilt und beantwortet die folgenden Forschungsfragen: A. Wie hoch ist die Inzidenz von Zweitmalignomen in Sachsen? B. Welche Ersttumoren sind die häufigsten in Sachsen? C. Wie groß ist die Latenzzeit zwischen Ersttumor und Zweitmalignom? D. Sind die Therapiedaten vollständig in den Datenbanken der klinischen Krebsregister in Sachsen erfasst? E. Hat die Therapie des Ersttumors Auswirkungen auf die Inzidenz von Zweitmalignomen? F. Gibt es eine Dosis-Wirkungsbeziehung zwischen der Dosis der Therapie des Ersttumors und der Inzidenz des Zweitmalignoms? G. Welche Auswirkungen haben weitere Risikofaktoren auf die Inzidenz von Zweitmalignomen? In Phase I (Querschnittstudie) werden alle zwischen 2011 und 2013 diagnostizierte Zweitmalignome in Sachsen untersucht. Die Daten der Zweitmalignome werden aus den fünf sächsischen klinischen Krebsregistern erhalten (Forschungsfragen A-D). Daran anschließend werden in Phase II (Fall-Kontroll-Studie) fünf Zweitmalignome für eine detaillierte Untersuchung ausgewählt. Als Fälle werden inzidente Fälle der fünf Zweitmalignome bezeichnet, welche zwischen 2014 und 2016 diagnostiziert werden. Kontrollen dagegen sind Patientinnen und Patienten mit Primärtumor, die kein Zweitmalignom entwickeln. Fehlende Daten von den klinischen Krebsregistern zu Therapie des Ersttumors werden mit Daten der behandelnden Kliniken und Praxen vervollständigt. Um weitere relevante Risikofaktoren untersuchen zu können, werden außerdem Fragebögen an alle teilnehmenden Patientinnen und Patienten versendet.

Abgeschlossen

Die Epidemiologie von funktionalen und dysfunktionalen behavioralen und psychologischen Faktoren bei psychischer Gesundheit und Krankheit

Förderkennzeichen: 01ER1303
Gesamte Fördersumme: 1.486.399 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Katja Beesdo-Baum
Adresse: Technische Universität Dresden, Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften, Institut für Klinische-, Diagnostische und Differentielle Psychologie, Abt. Klinische Psychologie und Psychotherapie
Chemnitzer Str. 46
01187 Dresden

Die Epidemiologie von funktionalen und dysfunktionalen behavioralen und psychologischen Faktoren bei psychischer Gesundheit und Krankheit

Verhaltensbezogenen Faktoren, einschließlich kognitiv-affektiven Faktoren, wird eine bedeutsame Rolle bei der Entstehung der meisten Erkrankungen beigemessen. Allerdings ist ihre objektive und ökologisch valide Messung in epidemiologischen Studien bisher mangelhaft. Dieses Projekt hat zum Ziel, die Rolle verhaltensbezogener und psychologischer Faktoren sowie ihr komplexes Zusammenspiel mit biologischen und sozial-umweltbezogenen Faktoren bei der Entwicklung der häufigsten psychischen Störungen (Angststörungen, Depression, Störungen durch Substanzkonsum) aufzuklären. Hierzu werden einerseits verfügbare epidemiologische Datensätze mit vereinzelten verhaltensbezogenen Indikatoren für umfassende Re-Analysen in einer Datenbank zusammengeführt, andererseits standardisierte Methoden zur objektiven Erfassung des Verhaltens von Personen in lebensnahen sowie kontrollierten Situationen für den Einsatz in epidemiologischen Studien entwickelt und eine neue verhaltensbezogen-epidemiologische Kohorte Jugendlicher und junger Erwachsener aufgebaut. Es wird ein Datenbank aufgebaut, in welche nach und nach vorhandene epidemiologische Datensätze mit verhaltensbezogenen Indikatoren integriert und übergreifend analysiert werden. Parallel werden experimentelle und nicht-experimentelle verhaltensbezogene Messmethoden für den Einsatz in epidemiologischen Studien entwickelt und erprobt. Eine bevölkerungs-repräsentative Stichprobe von 1000 14- bis 30-jährigen Personen aus Dresden wird schließlich umfassend im Quer- und Längsschnitt anhand objektiver verhaltensbezogener Methoden, Interviews und Fragebögen untersucht. Zudem werden Bioproben gesammelt und eine eingebettete Familienstudie durchgeführt.

Abgeschlossen

Beeinflussen chronische Erkrankungen im Kindesalter die Einschulungsphase und den frühen Schulerfolg?

Förderkennzeichen: 01ER1302
Gesamte Fördersumme: 1.477.680 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Urschitz
Adresse: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik
Obere Zahlbacherstr. 69
55131 Mainz

Beeinflussen chronische Erkrankungen im Kindesalter die Einschulungsphase und den frühen Schulerfolg?

Im Vorhaben werden der Zusammenhang zwischen chronischen Erkrankungen bei Kindern bzw. besonderen medizinischen Gegebenheiten und erfolgreicher Einschulung untersucht. Dabei soll die Rolle der Einschulungsuntersuchung und der daraus resultierenden Fördermaßnahmen beleuchtet werden. Mögliche positive Effekte von Fördermaßnahmen werden unter Berücksichtigung von individuellen Faktoren und von Schulfaktoren erfasst. Innerhalb von drei unterschiedlichen Einzelstudien werden Kinder vor oder zum Zeitpunkt ihrer Einschulungsuntersuchung auf das Vorliegen chronischer Erkrankungen bzw. besonderer medizinischer Gegebenheiten und bereits begonnener Fördermaßnahmen untersucht. Gesundheitsbezogene Veränderungen werden durch zwei Nachbefragungen erfasst, die drei bzw. zwölf Monate nach der Einschulung stattfinden. Am Ende der ersten Klasse wird erhoben, in welchem Maße Lernziele erreicht wurden. Je nach Einzelstudie werden bereits existierende Daten aus einem Geburtsregister, einem Krebsregister und der Landesdatenbank der Einschulungsergebnisse mit der Studiendatenbank verlinkt. Die Zusammenhänge von chronischen Erkrankungen bzw. medizinischen Gegebenheiten mit erfolgreicher Einschulung wird unter Beachtung von persönlichen, familiären und schulischen Faktoren beschrieben. Positive Effekte von Fördermaßnahmen werden erfasst.

Abgeschlossen

Geschlechtsunterschiede im alternden Gehirn - Muster, Mechanismen und Auswirkungen

Förderkennzeichen: 01ER1205
Gesamte Fördersumme: 1.033.584 EUR
Förderzeitraum: 2012 - 2019
Projektleitung: Dr. Heike Wersching
Adresse: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Universitätsklinikum, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin
Domagkstr. 3
48149 Münster

Geschlechtsunterschiede im alternden Gehirn - Muster, Mechanismen und Auswirkungen

Es gibt Hinweise dafür, dass das Auftreten, das Fortschreiten und die Ursachen verschiedener Veränderungen im alternden Gehirn geschlechtspezifisch sind und sich insbesondere im Alter von 40-60 Jahren entwickeln‚ wenn Frauen die Menopause durchlaufen. Ziel dieses Projektes ist die Aufdeckung von Auftreten und Verlauf geschlechtsspezifischer Gehirnveränderungen mittels Magnetresonanztomographie und deren Zusammenhang mit geschlechtsspezifischen Risikofaktoren, insbesondere Sexualhormonen und Entzündungswerten im Blut sowie mit Auftreten und Verlauf von Gedächtniseinschränkungen und Depressionen. In der Studie werden die Daten von 1.750 Männern und Frauen im Alter von 35-65 Jahren untersucht. Diese sind Teilnehmer der BiDirect-Studie, einer Kohortenstudie, die den Zusammenhang von Depression und subklinischer Gefäßverkalkung untersucht. Während des Studienzeitraums von sechs Jahren durchlaufen alle Probanden drei standardisierte Untersuchungen inklusive einer Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns, Gedächtnistests, Depressionsskalen und einer Blutabnahme zur Bestimmung von genetischen Merkmalen sowie von Hormonen und Entzündungswerten im Blut. Nach Erstellung eines MRT-Auswertungsprotokolls werden die Bilder der Erst- und Folgeuntersuchungen mit den erhobenen Risikofaktoren, u. a. den Blutparametern und genetischen Markern, und mit dem Auftreten und Verlauf von depressiven Symptomen und Gedächtniseinschränkungen verglichen und auf eine Geschlechterspezifität überprüft.

Abgeschlossen

Die Entstehung gesundheitlicher Ungleichheit in Deutschland: Untersuchung individueller und kontextueller Ursachen in der Kindheit bei Nachkommen von Migranten und Migrantinnen

Förderkennzeichen: 01ER1202
Gesamte Fördersumme: 1.314.589 EUR
Förderzeitraum: 2012 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Jacob Spallek
Adresse: Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG 3 Epidemiologie & International Public Health
Universitätsstr. 25
33615 Bielefeld

Die Entstehung gesundheitlicher Ungleichheit in Deutschland: Untersuchung individueller und kontextueller Ursachen in der Kindheit bei Nachkommen von Migranten und Migrantinnen

Die Bedeutung gesundheitsbezogener epidemiologischer Forschung hat in den vergangenen Jahrzehnten erheblich zugenommen. Entstehung und Verlauf von Krankheiten werden durch ein komplexes Zusammenspiel von persönlichen Eigenschaften und Umweltfaktoren bestimmt. Epidemiologische Forschung führt zu einem besseren Verständnis dieser Zusammenhänge. Die Umsetzung dieser Erkenntnisse aus der epidemiologischen Forschung führen zu Verbesserung der Gesundheit des Einzelnen, Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Gesellschaft und zur Reduktion von Kosten. Ziel dieser Studie ist es, den Einfluss persönlicher Eigenschaften und Umweltfaktoren auf die Entstehung gesundheitlicher Ungleichheit bei Kindern mit und ohne Migrationshintergrund zu untersuchen. Die Rolle von Faktoren wie z. B. sozioökonomische Vorraussetzungen, gesundheitsrelevante Verhaltensweisen, oder das Vorhandensein bestimmter Umweltfaktoren ist speziell bei Migrantenfamilien bisher nicht ausreichend untersucht. Daher werden in dieser prospektiven Studie 1.500 Kinder in Bielefeld von der Schwangerschaft der Mutter über die Geburt bis zur Einschulung beobachtet. Diese Langzeitverfolgung verspricht neue Erkenntnisse insbesondere über Einflüsse während der ersten Lebensjahre auf die Gesundheit. Es werden verschiedene relevante gesundheitliche Aspekte im Kindesalter wie z. B. physische und psychische Entwicklung, Allergien in die Analyse miteinbezogen. Die Rekrutierung und Nachverfolgung erfolgt durch enge Zusammenarbeit mit Frauenärzten, Hebammen, Geburtskliniken und Kinderärzten und durch persönlichen Kontakt mit den teilnehmenden Familien. Ein besseres Verständnis der Ursachen für gesundheitliche Ungleichheit ermöglicht die Entwicklung von Versorgungsansätzen, die zu einer Verringerung der gesundheitlichen Ungleichheit und somit zu einer Verbesserung der Versorgung von benachteiligten Gruppen führen.

Abgeschlossen

Reduktion der Unterernährung bei Kleinkindern durch ein integriertes Landwirtschaftsprojekt mit Frauengruppen: Eine Gruppen-randomisierte Interventionsstudie im ländlichen Bangladesch

Förderkennzeichen: 01ER1201
Gesamte Fördersumme: 2.925.803 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2022
Projektleitung: Dr. Sabine Gabrysch
Adresse: Universitätsklinikum Heidelberg, Medizinische Fakultät, Institute of Public Health
Im Neuenheimer Feld 324
69120 Heidelberg

Reduktion der Unterernährung bei Kleinkindern durch ein integriertes Landwirtschaftsprojekt mit Frauengruppen: Eine Gruppen-randomisierte Interventionsstudie im ländlichen Bangladesch

Die Studie soll untersuchen, inwiefern die Unterernährung von Kleinkindern in Ländern mit geringem Einkommen durch eine integrierte Förderung von Frauengruppen in den Bereichen Gartenbau, Ernährung und Gesundheit verringert werden kann. Die wichtigsten Zielgrößen sind Wachstumsverzögerung, Untergewicht, Mikronährstoffmangel und Durchfallhäufigkeit bei Kleinkindern, sowie Untergewicht und Mikronährstoffmangel bei deren Müttern. Außerdem soll der Einfluss der Landwirtschaftsförderung auf die Erntemenge, das Einkommen der Familie, die Ernährungssicherheit, die Nahrungsverteilung innerhalb des Haushalts und die Kleinkindernährung untersucht werden. In Zusammenarbeit mit der Nichtregierungsorganisation Helen Keller International wird die Nachwuchsgruppe eine Interventionsstudie im ländlichen Bangladesch durchführen, welche 120 Dörfer in der Region Sylhet und circa 20 junge Frauen pro Dorf einschließt. Nach der Basiserhebung 2014 werden die Dörfer zufallsmäßig in zwei Gruppen aufgeteilt: 60 Interventionsdörfer und 60 Kontrolldörfer. In den Interventionsdörfern erhalten die Frauen in den folgenden Jahren Schulungen zu Hausgärten, Kleinkindernährung und -gesundheit, nicht jedoch in den Kontrolldörfern. Eine Zwischenerhebung 2016 wird den Grad der Umsetzung beurteilen. In der Enderhebung 2018 wird der Ernährungszustand von 1.200 Kindern und deren Müttern zwischen Interventions- und Kontrolldörfern verglichen, so dass die Wirksamkeit der Intervention beurteilt werden kann.