Fördermaßnahme

Evidenzbasierung und Transfer in der Präventionsforschung

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2018
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Gesamte Fördersumme: bis zu 8,5 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: Sieben Verbünde mit neun Zuwendungsempfängern; 21 Einzelvorhaben

1. Ziele der Fördermaßnahme

Inzwischen existieren national wie international eine ganze Reihe komplexe und lebensweltbezogene Programme und Maßnahmen der Primärprävention und Gesundheitsförderung. Jedoch ist vielfach unklar, ob bzw. unter welchen Bedingungen diese Programme langfristig wirken und/oder auf andere Lebenswelten übertragbar sind. Ziel dieser Fördermaßnahme ist es, die Evidenzbasierung der Präventionsforschung und deren Ergebnistransfer zu stärken. Es sollen wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur Primärprävention und Gesundheitsförderung in unterschiedlichen Lebenswelten und zum Transfer von Forschungsergebnissen in den Alltag generiert werden.

2. Stand der Fördermaßnahme

Die Förderung erstreckt sich über drei verschiedene Module:

Modul 1: Systematische Übersichtsarbeiten nach internationalen Standards,

Modul 2: Konfirmatorische Studien zur Wirksamkeit von komplexen und lebensweltbezogenen Maßnahmen der Primärprävention und Gesundheitsförderung und

Modul 3: Nacherhebungsuntersuchungen von abgeschlossenen Evaluationsstudien.

Modul 4: Implementierung von Forschungsergebnissen in die Praxis wird erst ausgeschrieben, wenn Vorhaben aus den Modulen 2 und 3 erfolgreich abgeschlossen sind.

Einzelprojekte

I-GEP: Schulische Interventionen der Gesundheitsförderung und Primärprävention zur Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheiten im Kindes- und Jugendalter

Förderkennzeichen: 01EL2036
Gesamte Fördersumme: 94.367 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Irene Moor
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Medizinische Soziologie
Magdeburger Str. 8
06112 Halle

I-GEP: Schulische Interventionen der Gesundheitsförderung und Primärprävention zur Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheiten im Kindes- und Jugendalter

Viele gesundheitsfördernde Maßnahmen erreichen Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Schichten nicht oder nicht ausreichend und können damit soziale Ungleichheiten in der Gesundheit und im Gesundheitsverhalten gar vergrößern. Deshalb widmet sich unsere Studie der Identifikation von Interventionen, die alle Heranwachsenden bzw. gezielt auch sozioökonomisch benachteiligte Heranwachsende erreichen und zu einer Verringerung von Ungleichheit in den Gesundheitschancen beitragen können.

EArly: Effekt von körperlicher Aktivität auf Kraft, Gleichgewichtsfähigkeit und Stürze bei gesunden Erwachsenen zwischen 40 und 65 Jahren

Förderkennzeichen: 01EL2035
Gesamte Fördersumme: 99.517 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Michael Schwenk
Adresse: Universität Heidelberg, Netzwerk AlternsfoRschung (NAR)
Bergheimer Str. 20
69115 Heidelberg

EArly: Effekt von körperlicher Aktivität auf Kraft, Gleichgewichtsfähigkeit und Stürze bei gesunden Erwachsenen zwischen 40 und 65 Jahren

Der Fokus aktueller Leitlinien und Cochrane-Reviews zur Sturzprävention liegt bei Älteren über 65 Jahren oder bereits Gestürzten. Allerdings beginnen bereits ab 40 Jahren die ersten Abnahmen von Kraft und Gleichgewichtsfähigkeit. Systematische Reviews bei Älteren zeigen, dass über Trainingsinterventionen die Sturzrate um 23 % reduziert werden kann. Hier besteht also noch erhebliches Potenzial, Interventionen effektiver zu gestalten. Ein Schlüssel dazu könnte in der Primärprävention in Form von Training im mittleren Lebensalter liegen. Das geplante Projekt hat das Ziel, ein systematisches Review mit Meta-Analyse zu den akuten und langfristigen Effekten von Interventionen zur Steigerung der körperlichen Aktivität/körperlichem Training auf den Erhalt/die Verbesserung von Kraft, Gleichgewichtsfähigkeit, Sturzrisiko, Stürzen, und Sturzverletzungen. Im Gegensatz zu einer Vielzahl von Reviews mit Personen über 65 Jahren, werden in das geplante Review-Projekt Studien mit Erwachsenen im mittleren Alter zwischen 40 und 65 Jahren eingeschlossen. Zudem soll ein Vergleich der akuten und langfristigen Effekte von Interventionen zur Steigerung der allgemeinen körperlichen Aktivität und spezifischem körperlichen Training im Hinblick auf Sturzrisiko, Stürze, und Sturzverletzungen erfolgen. Dazu werden sowohl randomisierten kontrollierten Studien (RCT) als auch zweiarmige, nicht-randomisierten Studien (NRS) eingeschlossen, um über eine Vielzahl von Studien bessere Aussagen über die akuten und langfristigen Effekte von Aktivität/Training auf verschiedene Endpunkte treffen zu können. Subgruppenanalysen bezüglich Altersgruppen, Geschlecht und Interventionsparametern (Interventionstyp, Intensität, Frequenz, Dauer) werden spezifische Informationen liefern, welche Interventionsformen (z. B. im Hinblick auf Trainingsart und Trainingsparameter wie Intensität, Frequenz, Dauer) in den verschiedenen Zielgruppen (Geschlecht, Altersgruppen) am effektivsten sind.

Kiddie: Wirksamkeitsnachweise von digitalen Präventionsmaßnahmen bei Kindern im Alter von 3-10 Jahren auf Bewegung, Motorik und Ernährung im Setting Kindertagesstätte und Schule

Förderkennzeichen: 01EL2034
Gesamte Fördersumme: 99.977 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Peter Schwarz
Adresse: Technische Universität Dresden, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik III, Abt. Prävention
Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Kiddie: Wirksamkeitsnachweise von digitalen Präventionsmaßnahmen bei Kindern im Alter von 3-10 Jahren auf Bewegung, Motorik und Ernährung im Setting Kindertagesstätte und Schule

Die Vielzahl verfügbarer und denkbarer digitaler Unterstützungswege von Digitalisierung im Setting Kita und Schule ist nicht nur mit Investitionskosten für die Einrichtungen, sondern auch mit einem Fortbildungsbedarf der beteiligten Pädagoginnen und Pädagogen verbunden. Die systematische Aufarbeitung der aktuell verfügbaren internationalen Evidenz wird es erlauben, zielgerichtete Empfehlungen für Bildungseinrichtungen und deren Kostenträger zu liefern. Die primäre Forschungsfrage ist: Welche Effekte haben digital-unterstützte Maßnahmen der Primärprävention und Gesundheitsheitsförderung in den Bereichen Bewegung, Motorik und Ernährung auf die kindliche Entwicklung im Setting Kindertagesstätte und Schule in Hinblick auf (BMI / Gewicht, Kalorienzufuhr, motorische Entwicklung und Lebensstil). Die Arbeit ist geplant als systematische Übersichtsarbeit nach internationalen Standards.

SRofHarms: Unerwünschte Auswirkungen von Public Health Interventionen: ein Mixed-Method systematisches Review mit Framework-Entwicklung

Förderkennzeichen: 01EL2032
Gesamte Fördersumme: 97.829 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Eva Rehfuess
Adresse: Ludwig-Maximilians-Universität München, Fakultät für Medizin, Institut für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie, Arbeitsgruppe Evidence-based Public Health
Marchioninistr. 15
81377 München

SRofHarms: Unerwünschte Auswirkungen von Public Health Interventionen: ein Mixed-Method systematisches Review mit Framework-Entwicklung

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines konzeptionellen Frameworks für die strukturierte Erfassung von nicht-intendierten und unerwünschten Effekten von Public Health Interventionen. Dieses Framework soll Entscheidungsträger aus Politik, Praxis und Wissenschaft dabei unterstützen, nicht-intendierte und unerwünschte Effekte bei der Entscheidung über sowie der Planung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen zu berücksichtigen, und solche Effekte soweit wie möglich zu vermeiden, zu lindern oder zu kompensieren. Desweiteren soll es die Erfassung solcher Effekte in Forschungsvorhaben und Evaluationen verbessern. Grundlage der Framework-Entwicklung ist ein systematisches Mixed-Methods Review von theoretischen und konzeptionellen Studien zu nicht-intendierten und unerwünschten Effekten von Public Health Interventionen. Diese werden mit der best-fit framework synthesis Methode ausgewertet, um ausgehend vom sogenannten WHO-INTEGRATE Framework ein allgemeines Framework zu nicht-intendierten und unerwünschten Effekten von Public Health Interventionen zu entwickeln. In einem zweiten Schritt soll das allgemeine Framework auf Basis von empirischer Evidenz zu einem spezifischen Framework für die Erfassung nicht-intendierter und unerwünschter Effekte von Süßgetränke-Interventionen weiterentwickelt werden. Hierfür wird ein Overview of Reviews und eine best-fit framework synthsis ausgehend vom allgemeinen Framework durchgeführt werden.

AFKAB: "Finanzielle Anreizsysteme durch Arbeitgeber zur Förderung körperlicher Aktivität von Angestellten im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements"

Förderkennzeichen: 01EL2031
Gesamte Fördersumme: 95.310 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Till Seuring
Adresse: Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS GmbH, Abt. Prävention und Evaluation
Achterstr. 30
28359 Bremen

AFKAB: "Finanzielle Anreizsysteme durch Arbeitgeber zur Förderung körperlicher Aktivität von Angestellten im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements"

Ein Ansatz der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) als Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) ist die Steigerung der körperlichen Aktivität der Belegschaft. Eine Möglichkeit Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen für eine Teilnahme an bewegungsfördernden Maßnahmen zu motivieren, bilden finanzielle Anreize. So haben, unter anderem, die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Möglichkeit, ihren Mitgliedern für die Teilnahme an BGF-Maßnahmen Boni zu gewähren. Um die bisher schwache Evidenzbasis dieser Maßnahme zu stärken, wird diese Übersichtsarbeit die Evidenz für die Effektivität dieses Ansatzes im betrieblichen Setting systematisch und nach PRISMA-Vorgaben zusammenfassen sowie per Meta-Analyse analysieren. Durch eine fachübergreifende Suche in acht Datenbanken, der "Grauen Literatur" sowie Studienregistern werden Studien mit randomisiertem oder cluster-randomisiertem Studiendesign eingeschlossen. Um eine gewisse Vergleichbarkeit zum deutschen Kontext zu gewährleisten, müssen diese in einem betrieblichen Umfeld in einem Land mit hohem Einkommensniveau stattgefunden haben. Untersuchte finanzielle Anreize müssen die Form von Geld oder geldähnlichen Mitteln (z. B. Gutscheine) haben, welche für die Programmteilnahme oder das Erreichen bestimmter bewegungsbezogener Ziele, ausgezahlt werden. Dies soll eine klare Interpretation des Wirkungszusammenhangs zwischen Intervention und Outcome gewährleisten. Erste Diskussionen mit dem Projektbeirat haben eine hohe Relevanz der Fragestellung in der Praxis der BGF gezeigt. Es besteht daher die Möglichkeit, dass die Ergebnisse dieser Arbeit zu einer effizienteren Anwendung von Bonuszahlungen als Teil der BGF führen können. Die praktische Umsetzbarkeit wird bei Vorliegen der Ergebnisse unter Einbezug des Beirats diskutiert werden.

PRAE-Frail: Bestimmung der Effektivität von Interventionen zur Prävention von Frailty bei der vulnerablen Zielgruppe "ältere Menschen" (ab 65 Jahren)

Förderkennzeichen: 01EL2030
Gesamte Fördersumme: 103.586 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Jürgen Bauer
Adresse: Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg

PRAE-Frail: Bestimmung der Effektivität von Interventionen zur Prävention von Frailty bei der vulnerablen Zielgruppe "ältere Menschen" (ab 65 Jahren)

Ziel des Projekts ist es, die Effektivität von Interventionen zur Prävention von Frailty bei der vulnerablen Zielgruppe "ältere Menschen" (ab 65 Jahren) zu bestimmen. So sollen Modellinterventionen identifiziert werden, die in Deutschland älteren Personen in der Kommune, im häuslichen Umfeld und/oder im Pflegeheim als individuelle verhaltensbezogene Präventionsmaßnahmen angeboten werden können, oder aber die - im Sinne der Verhältnisprävention - von relevanten Akteuren wie Kommunen, Seniorenzentren, Vereinen, Einrichtungen der ambulanten pflegerischen Langzeitversorgung oder stationären Einrichtungen der Altenpflege umgesetzt werden können, um das Auftreten von Frailty im Alter möglichst lange zu verhindern. Dazu werden in eine Übersichtsarbeit und Meta-Analyse nach Cochrane-Standards alle derzeit verfügbaren randomisierten kontrollierten Studien mit als nicht oder pre-frail eingestuften Teilnehmenden eingeschlossen, die das Ziel hatten, das Auftreten von Frailty zu verringern (primärer Endpunkt). Darüber hinaus werden potenzielle unerwünschte Effekte der Interventionen und die Wirkung der Interventionen auf die einzelnen Frailty-Komponenten (körperliche Leistungsfähigkeit, körperliche Aktivität, Muskelkraft, Erschöpfung, Ernährungszustand) untersucht. Außerdem werden Interventionseffekte auf Aspekte, die durch Frailty beeinträchtigt werden (z. B. Selbständigkeit in den alltäglichen Verrichtungen, subjektives Gesundheitsempfinden, Teilhabe, Lebensqualität) und auf die längerfristigen Folgen von Frailty (etwa Stürze, Frakturen, Krankenhausaufenthalte, Pflegeheimaufnahmen, Belastungen der Angehörigen, verursachte Kosten) betrachtet. Das geplante Projekt soll ein aktuelles und umfassendes Bild zur Evidenzlage dieser Thematik liefern und die Übertragbarkeit der als wirksam identifizierten Interventionen auf die Rahmenbedingungen in Deutschland evaluieren.

65+ - Evidenzbasierte partizipative Gesundheitsförderung im Setting Kommune bei älteren Menschen

Förderkennzeichen: 01EL2029
Gesamte Fördersumme: 94.461 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Eckhard Nagel
Adresse: Universität Bayreuth, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften
Prieserstr. 2
95447 Bayreuth

65+ - Evidenzbasierte partizipative Gesundheitsförderung im Setting Kommune bei älteren Menschen

Ziel des Vorhabens ist die systematische Aufbereitung des Forschungsstands zu partizipativen gesundheitsfördernden Maßnahmen bei älteren Personen zwischen 65 und 79 Jahren. Die spezifische Ausgestaltung gesundheitsfördernder Maßnahmen soll sich nach bester verfügbarer Evidenz richten, damit die Maßnahmen möglichst effektiv sind. Die sogenannte "Partizipation" der Zielgruppe wird als wichtiges "Good Practice" Kriterium in der Gesundheitsförderung und Prävention angesehen. Unter dem Begriff "Partizipation" werden Beteiligungsmöglichkeiten der Zielgruppe bei der Planung, Implementierung, Durchführung und Evaluation von Maßnahmen verstanden, die idealerweise über die Stufen der Information und Anhörung hinausgehen. Es wird davon ausgegangen, dass durch eine solche Beteiligung der Zielgruppe passgenauere Maßnahmen entwickelt werden können, die zu einer höheren Akzeptanz bei der Zielgruppe sowie einer nachhaltigen Verankerung beitragen können. Im antragsgegenständlichen Vorhaben steht daher die Identifizierung von Erfolgsfaktoren und Hürden für partizipative Maßnahmen, z. B. in Hinblick auf den Zugang zur Zielgruppe, der Steigerung der Akzeptanz für partizipative Maßnahmen sowie der Ausbildung von Führungseigenschaften und Problemlösungsfertigkeiten (Empowerment bzw. Kapazitätsaufbau), im Fokus. Durch die Übersichtsarbeit können konkrete Handlungsempfehlungen für die Ausgestaltung effektiver gesundheitsfördernder Maßnahmen für die Zielgruppe älterer Personen zwischen 65 und 79 Jahren abgeleitet werden. Dies erscheint vor dem Hintergrund des demografischen Wandels von besonderer Relevanz.

PraevAlk-B: Primärprävention von Alkoholkonsum in Betrieben

Förderkennzeichen: 01EL2028
Gesamte Fördersumme: 99.009 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Renate Soellner
Adresse: Stiftung Universität Hildesheim, Fachbereich 1: Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Institut für Psychologie
Universitätsplatz 1
31141 Hildesheim

PraevAlk-B: Primärprävention von Alkoholkonsum in Betrieben

Die zentrale Forschungsfrage des hier vorliegenden Forschungsvorhabens lautet: Inwiefern lassen sich Effekte für primäre arbeitsplatzbezogene Präventionsmaßnahmen, die von und in Betrieben in Bezug auf den Alkoholkonsum initiiert wurden, metaanalytisch generalisieren? In Anlehnung an zwei zu diesem Themenbereich veröffentlichten systematischen Übersichtsarbeiten (Webb et al., 2009; Kolar & von Treuer, 2015) soll eine Analyse von Studien zur Wirkung alkoholbezogener Präventionsprogramme in Betrieben durchgeführt werden. Hierzu wird die internationale Befundlage über die letzten 20 Jahre systematisch untersucht und hinsichtlich ihrer Effekte metaanalytisch zusammengefasst. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen spezifische Empfehlungen für die (Weiter)Entwicklung primärer Präventionsmaßnahmen am Arbeitsplatz zur Prävention von Alkoholkonsums in Deutschland abgeleitet werden.

MASH: Männerschuppen als gemeindebezogene Gesundheitsförderung für Männer 50 plus

Förderkennzeichen: 01EL2026
Gesamte Fördersumme: 97.468 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: PD Dr. Karin Bammann
Adresse: Universität Bremen, Fachbereich 11 Human- und Gesundheitswissenschaften, Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP)
Grazer Str. 2
28359 Bremen

MASH: Männerschuppen als gemeindebezogene Gesundheitsförderung für Männer 50 plus

Das Ziel des Vorhabens ist die Erstellung einer systematischen Übersichtsarbeit gesundheitsbezogener Auswirkungen von gemeindebasierten Männerschuppen bei älteren Männern. Männerschuppen wurden als komplexe Interventionen entwickelt, um soziale Aktivitäten unter älteren Männern zu fördern. Gemeindebasierte Männerschuppen, die ursprünglich in Australien durch Bürgerinitiative entstanden sind, stellen eine lebensweltliche Intervention zur Gesundheitsförderung und zur Reduzierung sozialer Isolation älterer Männer dar. Männer unterscheiden sich deutlich von Frauen bezüglich ihrer Lebenserwartung, der Morbidität, dem gesundheitsrelevanten Verhalten und der Inanspruchnahme von Vorsorgeleistungen. Nichtsdestotrotz gibt es einen ausgesprochenen Mangel an männerspezifischen Präventions- und Gesundheitsförderangeboten. Des Weiteren weisen insbesondere ältere Männer ein erhöhtes Risiko sozialer Isolation auf. Aufgrund der negativen Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit sollten Interventionen die Stärkung sozialer Beziehungen und Eingebundenheit berücksichtigen. Männerschuppen finden bislang vor allem Verbreitung in englischsprachigen Ländern, jedoch gibt es bislang keine robuste Beweisgrundlage ihrer Wirksamkeit. Weil die breitere Implementierung von Männerschuppen ein neueres Phänomen darstellt, ist der Großteil der Literatur zu Männerschuppen vor allem im Zeitraum der letzten fünf Jahre publiziert und fand daher in bisherigen Reviews noch keine Berücksichtigung. Um ein möglichst reiches und umfassendes Bild der gegenwärtigen Evidenzlage zu gewinnen, aber auch um möglichst viel Informationen zu sammeln um die Übertragbarkeit auf Deutschland bewerten zu können, sollen sowohl quantitative als auch qualitative Studien in die systematische Übersichtsarbeit einbezogen werden. Neben der Effektivität der Maßnahme sollen in MASH auch Fragestellungen zur Praxis der Implementierung bearbeitet werden.

PraevRueck - Arbeitsplatzbezogene Interventionen zur Prävention unspezifischer Rückenschmerzen bei berufstätigen Erwachsenen

Förderkennzeichen: 01EL2024
Gesamte Fördersumme: 99.605 EUR
Förderzeitraum: 2021 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Jörg Meerpohl
Adresse: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Medizinische Fakultät, Institut für Evidenz in der Medizin
Breisacher Str. 153
79110 Freiburg im Breisgau

PraevRueck - Arbeitsplatzbezogene Interventionen zur Prävention unspezifischer Rückenschmerzen bei berufstätigen Erwachsenen

Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche arbeitsplatzbezogenen Interventionen, sind wirksam zur Primärprävention von unspezifischen Rückenschmerzen bei Erwerbstätigen. Im Rahmen einer Komponenten-Netzwerkmetaanalyse sollen Elemente komplexer Interventionen identifiziert sowie deren Unterschiede in der Wirkung untersucht werden. Darüber hinaus soll durch Subgruppenanalysen herausgearbeitet werden, wie sich die Wirksamkeit je nach Schwere der körperlichen Tätigkeit im Beruf unterscheidet, damit zukünftige Programme optimal an die spezifischen Bedürfnisse der Populationen oder einem speziellen Kontext angepasst werden können. Aus den Ergebnissen lassen sich Optimierungen der Interventionen ableiten, die zu einem gezielteren Einsatz der Ressourcen genutzt werden können. Die Durchführung einer Komponenten-Netzwerkmetaanalyse könnte in Zukunft auf andere Fragestellungen der Präventionsforschung übertragen werden. Die systematische Suche erfolgt in folgenden Datenbanken: CENTRAL, MEDLINE, EMBASE, CINAHL, PsycINFO, PEDro und SPORTDiscus. Zusätzlich werden internationale Studienregister durchsucht, sowie Autoren angeschrieben. Sowohl die Studienselektion als auch die Datenextraktion erfolgt unabhängig von zwei Reviewern mit Covidence. Es wird eine Komponenten-Netzwerkmetaanalyse unter Verwendung eines random-effects Modells durchgeführt. Kontinuierliche Daten werden als (ggf. standardisierte) Mittelwertdifferenzen und dichotome Daten als Relative Risiken analysiert. Die statistische Konsistenz wird mit spezifischen Tests (insbesondere Design-by-Treatment-Test, SIDE-Ansatz) untersucht. Folgende Subgruppenanalysen sollen durchgeführt werden: 1. Körperliche Tätigkeit während der Arbeit (keine, entsprechend einer sitzenden Tätigkeit, leichte Tätigkeit, schwere Tätigkeit); 2. Geschlecht (Männer/Frauen). Es sind folgende Metaregressionen geplant: Mittleres Alter, Eggers Test zur Identifikation von Publikationsbias.

STUPS: Stadtnatur unterstützt psychisches Wohlbefinden – Effekte und Wirkmechanismen

Förderkennzeichen: 01EL2023
Gesamte Fördersumme: 99.712 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Mathias Hofmann
Adresse: Technische Universität Dresden, Medienzentrum
Strehlener Str. 22/24
01069 Dresden

STUPS: Stadtnatur unterstützt psychisches Wohlbefinden – Effekte und Wirkmechanismen

Es werden die wirksamsten Formen und Bedingungen von Naturexposition identifiziert, die die mentale Gesundheit fördern und im Rahmen konkreter Maßnahmen zur Gestaltung der Lebensbedingungen in Deutschland umsetzbar sind. Weil psychische Erkrankungen immer häufiger auftreten und somit eine Belastung für das Gesundheitssystem und die Wirtschaft in Deutschland darstellen, muss nach nachgewiesen wirksamen, kostengünstigen Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung gesucht werden. Im Rahmen des Vorhabens wird deshalb ein systematisches Review der weltweit vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu dieser Frage erstellt. Ermittelt wird, welche «Dosis» (Dauer, Intensität) von welcher Art der Naturexposition (Qualität) mindestens benötigt wird, um einen für psychisches Wohlbefinden bedeutsamen Effekt zu erzielen. Unterschieden wird auch nach Bevölkerungsgruppen (z. B. Allgemeinbevölkerung, ältere Menschen, Kinder, Bewohner bestimmter Stadtteile) und Lebenskontexten (insbesondere: Wohnen, Arbeiten, Lernen, Genesung). Es werden eine quantitative und eine qualitative Synthese durchgeführt, d. h. einerseits Metaanalysen zur Ermittlung von Effektstärken und Interaktionen und andererseits ein narrativer Beitrag, der die Ergebnisse konzeptuell verarbeitet und eine Grundlage für eine Theorie der verantwortlichen Wirkmechanismen darstellt. Die Ergebnisse tragen dazu bei, die psychische Gesundheit der Bevölkerung effizient und nachhaltig zu verbessern und die Gesundheitssysteme Deutschlands durch die präventive Nutzung von Natur zu entlasten.

Netzwerkmetaanalyse zur Effektivität von Ernährungsinterventionsstrategien in der Primärprävention von Übergewicht und Adipositas im Setting Schule

Förderkennzeichen: 01EL2022
Gesamte Fördersumme: 94.448 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Lukas Schwingshackl
Adresse: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Medizinische Fakultät , Institut für Evidenz in der Medizin
Breisacher Str. 153
79110 Freiburg im Breisgau

Netzwerkmetaanalyse zur Effektivität von Ernährungsinterventionsstrategien in der Primärprävention von Übergewicht und Adipositas im Setting Schule

Die Primärprävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen hat eine sehr hohe Relevanz. Im Vergleich zu normalgewichtigen Gleichaltrigen weisen Kinder mit Übergewicht häufiger einen erhöhten Blutdruck, Fettstoffwechselstörungen und Glukosestoffwechselstörungen auf, allesamt wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bisherige systematische Übersichtarbeiten betrachteten Übergewicht nicht als Outcome, schlossen auch randomisiert kontrollierte Interventionsstudien (RCTs) ohne Ernährungskomponente ein, führten keine Metaanalyse (MA) durch, beschränkten sich auf die Therapie von Übergewicht und Adipositas, oder verglichen nur eine spezifische Ernährungsintervention (z. B. Ernährungserziehung und Ernährungsbildung) mit einer Kontrollgruppe. Das Ziel dieses Vorhabens ist es, verschiedene Typen von Ernährungsinterventionen, die in RCTs evaluiert wurden, mit einer Netzwerkmetaanalyse (NMA) (Synthese aus direkter und indirekter Evidenz) zu vergleichen, um daraus ein Ranking der wirksamsten Ernährungsinterventionsstrategien in der Primärprävention von Übergewicht und Adipositas und zur Verbesserung der Ernährungsqualität bei Kindern und Jugendlichen im Setting Schule abzuleiten. Dieses Projekt wird die erste NMA in diesem Forschungsbereich sein. Anhand der Ergebnisse dieser NMA lässt sich ein Ranking der wirksamsten Ernährungsinterventionsstrategien im Setting Schule ableiten. Die Planung zukünftiger RCTs wird durch die Ergebnisse dieser NMA erleichtert, da hierdurch Evidenzlücken identifiziert werden, und eine evidenzbasierte Studienplanung inkl. Abschätzung der erforderlichen Stichprobenumfänge unterstützt werden können.

LEFaG: Literaturrecherche und Evidenzauswertung von Ansätzen zur Gesundheitsförderung bei sozial belasteten Familien

Förderkennzeichen: 01EL2021
Gesamte Fördersumme: 98.028 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Raimund Geene
Adresse: Alice-Salomon-Hochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin
Alice-Salomon-Platz 5
12627 Berlin

LEFaG: Literaturrecherche und Evidenzauswertung von Ansätzen zur Gesundheitsförderung bei sozial belasteten Familien

Es erfolgt eine nationale und internationale Literaturrecherche zu Ansätzen der Gesundheitsförderung und Prävention bei sozial belasteten Familien in den einschlägigen Datenbanken. Zwei Reviewer*innen werden die recherchierten Studien sichten und deren Eignung für das Review bewerten. Die Gründe für den Ein- bzw. Ausschluss einer Studie werden dokumentiert. Die Studien werden, soweit vergleichbar, mit metaanalytischen Verfahren zusammengefasst. Dafür werden die Daten extrahiert und mit dem "Cochrane Collaboration's tool for assessing risk of bias" bewertet. Für dichotome Outcome-Parameter werden vorrangig Relative Risiken und für metrisch skalierte Outcome-Parameter standardisierte Mittelwertsdifferenzen erfasst. Für RCT’s, für nicht-randomisierte, kontrollierte Studien und für Studien ohne Kontrollgruppe werden separate Metaanalysen durchgeführt. Sind Metaanalysen aufgrund der Heterogenität nicht möglich, werden diese Studien narrativ zusammengefasst. Zu den Outcomes für mentale Gesundheit, Stressbewältigung und Erziehungskompetenz werden getrennte Analysen für die Zielgruppen Alleinerziehende, Familien in Armutslagen und Familien mit elterlicher Suchtproblematik durchgeführt. In dem Zusatzmodul sollen auf Basis von repräsentativen, deutschlandweiten Daten ("Kinder- und Jugendgesundheitssurvey", KiGGS Welle 1 und Welle 2) sowie "Gesundheit in Deutschland aktuell" (GEDA-Studien 2009-2015) belastbare Aussagen zur gesundheitlichen Lage von Eltern und ihren Kindern in den umrissenen Lebenslagen getroffen sowie konkret adressierbare Belastungsfaktoren identifiziert werden.

LUCAS-AGIL: Aktive Gesundheitsförderung implemeniert in Longitudinale Urbane Cohorten-Alters-Studie (LUCAS) seit 20 Jahren

Förderkennzeichen: 01EL2011
Gesamte Fördersumme: 413.837 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Ulrich Thiem
Adresse: Albertinen-Haus, Zentrum für Geriatrie und Gerontologie
Sellhopsweg 18-22
22459 Hamburg

LUCAS-AGIL: Aktive Gesundheitsförderung implemeniert in Longitudinale Urbane Cohorten-Alters-Studie (LUCAS) seit 20 Jahren

Das Forschungsvorhaben LUCAS AGIL will wissenschaftlich begründete Prinzipien und Empfehlungen für nachhaltige gesundheitsfördernde und präventive Maßnahmen für ältere Menschen (gem. ICF-Modell der WHO) entwickeln. Grundlage ist die Longitudinale Urbane Cohorten-Alters-Studie (LUCAS), eine repräsentative Langzeitkohorte von initial (Jahr 2000) 3.326 selbstständig lebenden älteren Menschen in Hamburg, die damals mindestens 60 Jahre alt waren (ohne obere Altersbegrenzung) sowie keine dementielle Erkrankung oder Pflegebedarf gem. MDK-Begutachtung hatten. In LUCAS Welle 2001-2002 wurde ein randomisiert kontrolliertes Design (RCT mit Intention-to-Treat-Analysen) eingebettet, in dem eine multidimensionale, interdisziplinäre, verhaltens- und verhältnisorientierte Intervention angeboten wurde als a) Kleingruppenberatung "Aktive Gesundheitsförderung im Alter" oder b) "Präventiver Hausbesuch". Im kurzfristigen 1-Jahres-Follow-Up zeigte die Interventions-Gruppe gegenüber der Kontrollgruppe eine signifikant vorteilhaftere Entwicklung in allen gesundheitsbezogenen Merkmalen (ITT). Subgruppenanalysen zur Wahl (Präferenz) zeigten, dass a) 2/3 die "Aktive Gesundheitsförderung im Alter" wählte und b) die signifikanten Gesamteffekte auf diese Personen zurückzuführen sind. Für LUCAS AGIL waren diese Hinweise ausschlaggebend, um langfristig bis einschließlich LUCAS Nacherhebungswelle 2019-2020 (=19,8 Jahre nach Rekrutierung) neben dem ITT-Untersuchungspfad zusätzlich die Wirksamkeit der "Aktiven Gesundheitsförderung im Alter" konsequent zielgruppenorientiert (gem. Präferenz) zu analysieren.

Alltagswirksamkeit der schulbasierten "PROTECT" Primärprävention gegen Computerspiel- und Internetabhängigkeit in 15 Regionalzentren in Baden-Württemberg

Förderkennzeichen: 01EL2007
Gesamte Fördersumme: 549.986 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Katajun Lindenberg
Adresse: Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Psychologie

69120 Heidelberg

Alltagswirksamkeit der schulbasierten "PROTECT" Primärprävention gegen Computerspiel- und Internetabhängigkeit in 15 Regionalzentren in Baden-Württemberg

Die hohen Prävalenzzahlen von Computerspiel- und Internetabhängigkeit sowie die damit einhergehenden psychosozialen Beeinträchtigungen verdeutlichen die Notwendigkeit von wirksamen und ökonomischen Maßnahmen zur Prävention. Mit der Aufnahme der (Internet) Gaming Disorder in die aktuellen Klassifikationssysteme psychischer Störungen (DSM-5 sowie ICD-11) wurde gezielt zur Entwicklung von Präventions- und Frühinterventionsmaßnahmen aufgerufen, da die Präventionsforschung zu diesem jungen Störungsbild, insbesondere im Kindes- und Jugendalter, bisher unterrepräsentiert ist. Das von der Arbeitsgruppe entwickelte Programm "PROTECT" zur Prävention von Computerspiel- und Internetabhängigkeit wurde in einer randomisiert-kontrollierten Wirksamkeitsstudie unter Forschungsbedingungen (Efficacy-Studie) sowie in einer weiteren einarmigen Längsschnittstudie evaluiert. Darauf aufbauend wird nun durch eine Förderung des Ministeriums für Soziales und Integration in Baden-Württemberg eine Disseminationsstruktur gegründet, die es erlaubt, PROTECT in Baden-Württemberg nachhaltig zu verbreiten und zu verankern. Um dies zu erreichen, sollen landesweit 15 Regionalzentren bestehend aus kommunalen Suchtbeauftragten sowie Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus verschiedenen Beratungsstellen mit einem Präventionsauftrag in Schulen aufgebaut werden. In diesen Regionalzentren sollen im Laufe der Förderphase von drei Jahren insgesamt 90 Trainer und Trainerinnen fortgebildet und zertifiziert werden, die eigenständig die PROTECT Prävention in 90 Klassen in den Schulen vor Ort durchführen. Somit ist die Durchführung der primärpräventiven Maßnahme finanziert. Um die Wirksamkeit der PROTECT Primärprävention nun unter Realbedingungen (d.h. Durchführung durch die zertifizierten Multplikatoren; Effectiveness-Studie) zu überprüfen, soll im Rahmen dieses Projekts eine konfirmatorische, prospektive Langzeitstudie an 1.800 Schülern und Schülerinnen (90 Schulklassen) durchgeführt werden.

Besser leben! Selbstfürsorge für Lehrkräfte

Förderkennzeichen: 01EL2004
Gesamte Fördersumme: 423.414 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Ingmar Hosenfeld
Adresse: Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, Zentrum für empirische pädagogische Forschung
Bürgerstr. 23
76829 Landau

Besser leben! Selbstfürsorge für Lehrkräfte

Ausgangspunkt des Vorhabens ist die Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahme "Besser leben! Selbstfürsorge für psychosoziale Fachkräfte", deren Ziel es ist, die Selbstfürsorge zu stärken und dadurch arbeitsbedingten Belastungsfolgen – insbesondere Stress und Burnout – vorzubeugen. Die Wirksamkeit und der langfristige präventive Nutzen des Seminars wurden in einer randomisiert-kontrollierten Studie nachgewiesen. Ziel dieses Vorhabens ist es, das Besser leben!-Konzept auf die psychisch belastete Berufsgruppe der Lehrkräfte zu übertragen und die Wirksamkeitsstudie mit dieser Zielgruppe zu replizieren. Die Studie ist als randomisiertes 2*2-faktorielles Warte-Kontrollgruppen-Messwiederholungs-Experiment mit vier Messzeitpunkten mit N = 144 Teilnehmenden angelegt. Neben dem Faktor Experimentalgruppe vs. Warte-Kontrollgruppe (EG vs. WG) wird die Schulform (Grundschule, GS vs. weiterführende Schule, WS) als zweite unabhängige Variable untersucht. Als abhängige Variablen werden entsprechend des zugrunde gelegten Wirkungsmodells zu allen Messzeitpunkten Einschätzungen der Selbstfürsorge (Selbstfürsorge-Veränderungs-Skala; Dahl, 2017) und der Achtsamkeit (Mindful Attention and Awareness Scale; Michalak, Heidenreich, Ströhle & Nachtigall, 2008) sowie die mittelbar durch die Intervention zu beeinflussenden Konstrukte des subjektiven Stresserlebens (Perceived Stress Questionnaire; Fliege, Rose, Arck, Levenstein & Klapp, 2001) und des Ausmaßes an Erschöpfung (Copenhagen Burnout Inventory; Kristensen, Borritz, Villadsen & Christensen, 2005) erhoben. Im Rahmen einer partizipativen Vorstudie wird die Passung des Seminars und der Evaluationsinstrumente für die Zielgruppe der Lehrkräfte formativ evaluiert (Pilot) und Experten werden zu den Implementationsvoraussetzungen der Maßnahme befragt. Das angestrebte Ergebnis ist die Implementation einer innovativen und wirksamen Präventionsmaßnahme für Lehrkräfte, die der Erhaltung ihrer psychischen Gesundheit dient.

JOBS Programm Deutschland zur Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen in der kommunalen Lebenswelt mit Einbezug der Einrichtungen der Arbeitsförderung

Förderkennzeichen: 01EL2001
Gesamte Fördersumme: 537.835 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Alfons Hollederer
Adresse: Universität Kassel, Fachbereich 01 Humanwissenschaften, Institut für Sozialwesen
Arnold-Bode-Str. 10
34127 Kassel

JOBS Programm Deutschland zur Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen in der kommunalen Lebenswelt mit Einbezug der Einrichtungen der Arbeitsförderung

Das Präventionsprogramm "Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt" von GKV-Spitzenverband und gesetzlichen Krankenkassen, der Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen Landkreistages und des Deutschen Städtetages zielt auf die systematische Verbesserung der Gesundheit von arbeitslosen Menschen. Sie werden schwer von der Gesundheitsförderung erreicht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) koordiniert die konzertierten Aktivitäten an 129 Standorten. Sie plant dabei, das vom Michigan Prevention Research Center (MPRC) entwickelte multimodale "JOBS Program" mit Elementen von sozialem Lernen und Selbstwirksamkeit zu transferieren und in Trainings zu integrieren. Die konzeptgetreue Schulung von Trainern wird durch das Finnish Institute of Occupational Health gewährleistet. Für das wissenschaftliche Ausgangsprojekt wurden in kontrollierten Interventionsstudien in den USA und Finnland bei Arbeitslosen signifikante positive Gesundheitseffekte und verbesserte Chancen zur Arbeitsmarktintegration nachgewiesen. Es ist aber im internationalen Vergleich zu beachten, dass die Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen stark mit Gesundheits- und Sozialversicherungssystemen sowie Arbeitsmarktstrukturen verbunden ist. Die konfirmatorische Studie soll überprüfen, ob der JOBS Program-Ansatz sich übertragen lässt und die positiven Effekte auch bei Arbeitslosen in Deutschland entsprechend der grundlegenden Forschungsfragen entfaltet. Unter "Realweltbedingungen" wird eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) mit insgesamt ca. 1.400 Arbeitslosen in Interventions- und Wartekontrollgruppen geplant. Nach Vortest und Informationsveranstaltungen werden CATI-Telefoninterviews zu drei Messzeitpunkten mit Prätest vor der Intervention (ca. 60 einwöchige Trainings), Posttest sowie 6-Monate-Follow up durchgeführt. Für die formative Evaluation sind teilstandardisierte Fragebogenerhebungen bei Trainern sowie Veranstaltern prozessbegleitend vorgesehen.