Fördermaßnahme

Evidenzbasierung und Transfer in der Präventionsforschung

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2018
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Gesamte Fördersumme: bis zu 8,5 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: Sieben Verbünde mit neun Zuwendungsempfängern; 21 Einzelvorhaben

1. Ziele der Fördermaßnahme

Inzwischen existieren national wie international eine ganze Reihe komplexe und lebensweltbezogene Programme und Maßnahmen der Primärprävention und Gesundheitsförderung. Jedoch ist vielfach unklar, ob bzw. unter welchen Bedingungen diese Programme langfristig wirken und/oder auf andere Lebenswelten übertragbar sind. Ziel dieser Fördermaßnahme ist es, die Evidenzbasierung der Präventionsforschung und deren Ergebnistransfer zu stärken. Es sollen wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur Primärprävention und Gesundheitsförderung in unterschiedlichen Lebenswelten und zum Transfer von Forschungsergebnissen in den Alltag generiert werden.

2. Stand der Fördermaßnahme

Die Förderung erstreckt sich über drei verschiedene Module:

Modul 1: Systematische Übersichtsarbeiten nach internationalen Standards,

Modul 2: Konfirmatorische Studien zur Wirksamkeit von komplexen und lebensweltbezogenen Maßnahmen der Primärprävention und Gesundheitsförderung und

Modul 3: Nacherhebungsuntersuchungen von abgeschlossenen Evaluationsstudien.

Modul 4: Implementierung von Forschungsergebnissen in die Praxis wird erst ausgeschrieben, wenn Vorhaben aus den Modulen 2 und 3 erfolgreich abgeschlossen sind.

Teilprojekte

I-GEP: Schulische Interventionen der Gesundheitsförderung und Primärprävention zur Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheiten im Kindes- und Jugendalter

Förderkennzeichen: 01EL2036
Gesamte Fördersumme: 94.367 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Irene Moor
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Institut für Medizinische Soziologie
Magdeburger Str. 8
06112 Halle

I-GEP: Schulische Interventionen der Gesundheitsförderung und Primärprävention zur Reduzierung gesundheitlicher Ungleichheiten im Kindes- und Jugendalter

Viele gesundheitsfördernde Maßnahmen erreichen Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Schichten nicht oder nicht ausreichend und können damit soziale Ungleichheiten in der Gesundheit und im Gesundheitsverhalten gar vergrößern. Deshalb widmet sich unsere Studie der Identifikation von Interventionen, die alle Heranwachsenden bzw. gezielt auch sozioökonomisch benachteiligte Heranwachsende erreichen und zu einer Verringerung von Ungleichheit in den Gesundheitschancen beitragen können.

Kiddie: Wirksamkeitsnachweise von digitalen Präventionsmaßnahmen bei Kindern im Alter von 3-10 Jahren auf Bewegung, Motorik und Ernährung im Setting Kindertagesstätte und Schule

Förderkennzeichen: 01EL2034
Gesamte Fördersumme: 99.977 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Peter Schwarz
Adresse: Technische Universität Dresden, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik III, Abt. Prävention
Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Kiddie: Wirksamkeitsnachweise von digitalen Präventionsmaßnahmen bei Kindern im Alter von 3-10 Jahren auf Bewegung, Motorik und Ernährung im Setting Kindertagesstätte und Schule

Die Vielzahl verfügbarer und denkbarer digitaler Unterstützungswege von Digitalisierung im Setting Kita und Schule ist nicht nur mit Investitionskosten für die Einrichtungen, sondern auch mit einem Fortbildungsbedarf der beteiligten Pädagoginnen und Pädagogen verbunden. Die systematische Aufarbeitung der aktuell verfügbaren internationalen Evidenz wird es erlauben, zielgerichtete Empfehlungen für Bildungseinrichtungen und deren Kostenträger zu liefern. Die primäre Forschungsfrage ist: Welche Effekte haben digital-unterstützte Maßnahmen der Primärprävention und Gesundheitsheitsförderung in den Bereichen Bewegung, Motorik und Ernährung auf die kindliche Entwicklung im Setting Kindertagesstätte und Schule in Hinblick auf (BMI / Gewicht, Kalorienzufuhr, motorische Entwicklung und Lebensstil). Die Arbeit ist geplant als systematische Übersichtsarbeit nach internationalen Standards.

AFKAB: "Finanzielle Anreizsysteme durch Arbeitgeber zur Förderung körperlicher Aktivität von Angestellten im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements"

Förderkennzeichen: 01EL2031
Gesamte Fördersumme: 95.310 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Dr. Till Seuring
Adresse: Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS GmbH, Abt. Prävention und Evaluation
Achterstr. 30
28359 Bremen

AFKAB: "Finanzielle Anreizsysteme durch Arbeitgeber zur Förderung körperlicher Aktivität von Angestellten im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements"

Ein Ansatz der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) als Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) ist die Steigerung der körperlichen Aktivität der Belegschaft. Eine Möglichkeit Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen für eine Teilnahme an bewegungsfördernden Maßnahmen zu motivieren, bilden finanzielle Anreize. So haben, unter anderem, die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Möglichkeit, ihren Mitgliedern für die Teilnahme an BGF-Maßnahmen Boni zu gewähren. Um die bisher schwache Evidenzbasis dieser Maßnahme zu stärken, wird diese Übersichtsarbeit die Evidenz für die Effektivität dieses Ansatzes im betrieblichen Setting systematisch und nach PRISMA-Vorgaben zusammenfassen sowie per Meta-Analyse analysieren. Durch eine fachübergreifende Suche in acht Datenbanken, der "Grauen Literatur" sowie Studienregistern werden Studien mit randomisiertem oder cluster-randomisiertem Studiendesign eingeschlossen. Um eine gewisse Vergleichbarkeit zum deutschen Kontext zu gewährleisten, müssen diese in einem betrieblichen Umfeld in einem Land mit hohem Einkommensniveau stattgefunden haben. Untersuchte finanzielle Anreize müssen die Form von Geld oder geldähnlichen Mitteln (z. B. Gutscheine) haben, welche für die Programmteilnahme oder das Erreichen bestimmter bewegungsbezogener Ziele, ausgezahlt werden. Dies soll eine klare Interpretation des Wirkungszusammenhangs zwischen Intervention und Outcome gewährleisten. Erste Diskussionen mit dem Projektbeirat haben eine hohe Relevanz der Fragestellung in der Praxis der BGF gezeigt. Es besteht daher die Möglichkeit, dass die Ergebnisse dieser Arbeit zu einer effizienteren Anwendung von Bonuszahlungen als Teil der BGF führen können. Die praktische Umsetzbarkeit wird bei Vorliegen der Ergebnisse unter Einbezug des Beirats diskutiert werden.

PRAE-Frail: Bestimmung der Effektivität von Interventionen zur Prävention von Frailty bei der vulnerablen Zielgruppe "ältere Menschen" (ab 65 Jahren)

Förderkennzeichen: 01EL2030
Gesamte Fördersumme: 103.586 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Jürgen Bauer
Adresse: Universitätsklinikum Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg

PRAE-Frail: Bestimmung der Effektivität von Interventionen zur Prävention von Frailty bei der vulnerablen Zielgruppe "ältere Menschen" (ab 65 Jahren)

Ziel des Projekts ist es, die Effektivität von Interventionen zur Prävention von Frailty bei der vulnerablen Zielgruppe "ältere Menschen" (ab 65 Jahren) zu bestimmen. So sollen Modellinterventionen identifiziert werden, die in Deutschland älteren Personen in der Kommune, im häuslichen Umfeld und/oder im Pflegeheim als individuelle verhaltensbezogene Präventionsmaßnahmen angeboten werden können, oder aber die - im Sinne der Verhältnisprävention - von relevanten Akteuren wie Kommunen, Seniorenzentren, Vereinen, Einrichtungen der ambulanten pflegerischen Langzeitversorgung oder stationären Einrichtungen der Altenpflege umgesetzt werden können, um das Auftreten von Frailty im Alter möglichst lange zu verhindern. Dazu werden in eine Übersichtsarbeit und Meta-Analyse nach Cochrane-Standards alle derzeit verfügbaren randomisierten kontrollierten Studien mit als nicht oder pre-frail eingestuften Teilnehmenden eingeschlossen, die das Ziel hatten, das Auftreten von Frailty zu verringern (primärer Endpunkt). Darüber hinaus werden potenzielle unerwünschte Effekte der Interventionen und die Wirkung der Interventionen auf die einzelnen Frailty-Komponenten (körperliche Leistungsfähigkeit, körperliche Aktivität, Muskelkraft, Erschöpfung, Ernährungszustand) untersucht. Außerdem werden Interventionseffekte auf Aspekte, die durch Frailty beeinträchtigt werden (z. B. Selbständigkeit in den alltäglichen Verrichtungen, subjektives Gesundheitsempfinden, Teilhabe, Lebensqualität) und auf die längerfristigen Folgen von Frailty (etwa Stürze, Frakturen, Krankenhausaufenthalte, Pflegeheimaufnahmen, Belastungen der Angehörigen, verursachte Kosten) betrachtet. Das geplante Projekt soll ein aktuelles und umfassendes Bild zur Evidenzlage dieser Thematik liefern und die Übertragbarkeit der als wirksam identifizierten Interventionen auf die Rahmenbedingungen in Deutschland evaluieren.

65+ - Evidenzbasierte partizipative Gesundheitsförderung im Setting Kommune bei älteren Menschen

Förderkennzeichen: 01EL2029
Gesamte Fördersumme: 94.461 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Eckhard Nagel
Adresse: Universität Bayreuth, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften
Prieserstr. 2
95447 Bayreuth

65+ - Evidenzbasierte partizipative Gesundheitsförderung im Setting Kommune bei älteren Menschen

Ziel des Vorhabens ist die systematische Aufbereitung des Forschungsstands zu partizipativen gesundheitsfördernden Maßnahmen bei älteren Personen zwischen 65 und 79 Jahren. Die spezifische Ausgestaltung gesundheitsfördernder Maßnahmen soll sich nach bester verfügbarer Evidenz richten, damit die Maßnahmen möglichst effektiv sind. Die sogenannte "Partizipation" der Zielgruppe wird als wichtiges "Good Practice" Kriterium in der Gesundheitsförderung und Prävention angesehen. Unter dem Begriff "Partizipation" werden Beteiligungsmöglichkeiten der Zielgruppe bei der Planung, Implementierung, Durchführung und Evaluation von Maßnahmen verstanden, die idealerweise über die Stufen der Information und Anhörung hinausgehen. Es wird davon ausgegangen, dass durch eine solche Beteiligung der Zielgruppe passgenauere Maßnahmen entwickelt werden können, die zu einer höheren Akzeptanz bei der Zielgruppe sowie einer nachhaltigen Verankerung beitragen können. Im antragsgegenständlichen Vorhaben steht daher die Identifizierung von Erfolgsfaktoren und Hürden für partizipative Maßnahmen, z. B. in Hinblick auf den Zugang zur Zielgruppe, der Steigerung der Akzeptanz für partizipative Maßnahmen sowie der Ausbildung von Führungseigenschaften und Problemlösungsfertigkeiten (Empowerment bzw. Kapazitätsaufbau), im Fokus. Durch die Übersichtsarbeit können konkrete Handlungsempfehlungen für die Ausgestaltung effektiver gesundheitsfördernder Maßnahmen für die Zielgruppe älterer Personen zwischen 65 und 79 Jahren abgeleitet werden. Dies erscheint vor dem Hintergrund des demografischen Wandels von besonderer Relevanz.

PraevAlk-B: Primärprävention von Alkoholkonsum in Betrieben

Förderkennzeichen: 01EL2028
Gesamte Fördersumme: 99.009 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Renate Soellner
Adresse: Stiftung Universität Hildesheim, Fachbereich 1: Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Institut für Psychologie
Universitätsplatz 1
31141 Hildesheim

PraevAlk-B: Primärprävention von Alkoholkonsum in Betrieben

Die zentrale Forschungsfrage des hier vorliegenden Forschungsvorhabens lautet: Inwiefern lassen sich Effekte für primäre arbeitsplatzbezogene Präventionsmaßnahmen, die von und in Betrieben in Bezug auf den Alkoholkonsum initiiert wurden, metaanalytisch generalisieren? In Anlehnung an zwei zu diesem Themenbereich veröffentlichten systematischen Übersichtsarbeiten (Webb et al., 2009; Kolar & von Treuer, 2015) soll eine Analyse von Studien zur Wirkung alkoholbezogener Präventionsprogramme in Betrieben durchgeführt werden. Hierzu wird die internationale Befundlage über die letzten 20 Jahre systematisch untersucht und hinsichtlich ihrer Effekte metaanalytisch zusammengefasst. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen spezifische Empfehlungen für die (Weiter)Entwicklung primärer Präventionsmaßnahmen am Arbeitsplatz zur Prävention von Alkoholkonsums in Deutschland abgeleitet werden.

STUPS: Stadtnatur unterstützt psychisches Wohlbefinden – Effekte und Wirkmechanismen

Förderkennzeichen: 01EL2023
Gesamte Fördersumme: 99.712 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Mathias Hofmann
Adresse: Technische Universität Dresden, Medienzentrum
Strehlener Str. 22/24
01069 Dresden

STUPS: Stadtnatur unterstützt psychisches Wohlbefinden – Effekte und Wirkmechanismen

Es werden die wirksamsten Formen und Bedingungen von Naturexposition identifiziert, die die mentale Gesundheit fördern und im Rahmen konkreter Maßnahmen zur Gestaltung der Lebensbedingungen in Deutschland umsetzbar sind. Weil psychische Erkrankungen immer häufiger auftreten und somit eine Belastung für das Gesundheitssystem und die Wirtschaft in Deutschland darstellen, muss nach nachgewiesen wirksamen, kostengünstigen Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung gesucht werden. Im Rahmen des Vorhabens wird deshalb ein systematisches Review der weltweit vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu dieser Frage erstellt. Ermittelt wird, welche «Dosis» (Dauer, Intensität) von welcher Art der Naturexposition (Qualität) mindestens benötigt wird, um einen für psychisches Wohlbefinden bedeutsamen Effekt zu erzielen. Unterschieden wird auch nach Bevölkerungsgruppen (z. B. Allgemeinbevölkerung, ältere Menschen, Kinder, Bewohner bestimmter Stadtteile) und Lebenskontexten (insbesondere: Wohnen, Arbeiten, Lernen, Genesung). Es werden eine quantitative und eine qualitative Synthese durchgeführt, d. h. einerseits Metaanalysen zur Ermittlung von Effektstärken und Interaktionen und andererseits ein narrativer Beitrag, der die Ergebnisse konzeptuell verarbeitet und eine Grundlage für eine Theorie der verantwortlichen Wirkmechanismen darstellt. Die Ergebnisse tragen dazu bei, die psychische Gesundheit der Bevölkerung effizient und nachhaltig zu verbessern und die Gesundheitssysteme Deutschlands durch die präventive Nutzung von Natur zu entlasten.

LEFaG: Literaturrecherche und Evidenzauswertung von Ansätzen zur Gesundheitsförderung bei sozial belasteten Familien

Förderkennzeichen: 01EL2021
Gesamte Fördersumme: 98.028 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Raimund Geene
Adresse: Alice-Salomon-Hochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik Berlin
Alice-Salomon-Platz 5
12627 Berlin

LEFaG: Literaturrecherche und Evidenzauswertung von Ansätzen zur Gesundheitsförderung bei sozial belasteten Familien

Es erfolgt eine nationale und internationale Literaturrecherche zu Ansätzen der Gesundheitsförderung und Prävention bei sozial belasteten Familien in den einschlägigen Datenbanken. Zwei Reviewer*innen werden die recherchierten Studien sichten und deren Eignung für das Review bewerten. Die Gründe für den Ein- bzw. Ausschluss einer Studie werden dokumentiert. Die Studien werden, soweit vergleichbar, mit metaanalytischen Verfahren zusammengefasst. Dafür werden die Daten extrahiert und mit dem "Cochrane Collaboration's tool for assessing risk of bias" bewertet. Für dichotome Outcome-Parameter werden vorrangig Relative Risiken und für metrisch skalierte Outcome-Parameter standardisierte Mittelwertsdifferenzen erfasst. Für RCT’s, für nicht-randomisierte, kontrollierte Studien und für Studien ohne Kontrollgruppe werden separate Metaanalysen durchgeführt. Sind Metaanalysen aufgrund der Heterogenität nicht möglich, werden diese Studien narrativ zusammengefasst. Zu den Outcomes für mentale Gesundheit, Stressbewältigung und Erziehungskompetenz werden getrennte Analysen für die Zielgruppen Alleinerziehende, Familien in Armutslagen und Familien mit elterlicher Suchtproblematik durchgeführt. In dem Zusatzmodul sollen auf Basis von repräsentativen, deutschlandweiten Daten ("Kinder- und Jugendgesundheitssurvey", KiGGS Welle 1 und Welle 2) sowie "Gesundheit in Deutschland aktuell" (GEDA-Studien 2009-2015) belastbare Aussagen zur gesundheitlichen Lage von Eltern und ihren Kindern in den umrissenen Lebenslagen getroffen sowie konkret adressierbare Belastungsfaktoren identifiziert werden.

LUCAS-AGIL: Aktive Gesundheitsförderung implemeniert in Longitudinale Urbane Cohorten-Alters-Studie (LUCAS) seit 20 Jahren

Förderkennzeichen: 01EL2011
Gesamte Fördersumme: 413.837 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Ulrich Thiem
Adresse: Albertinen-Haus, Zentrum für Geriatrie und Gerontologie
Sellhopsweg 18-22
22459 Hamburg

LUCAS-AGIL: Aktive Gesundheitsförderung implemeniert in Longitudinale Urbane Cohorten-Alters-Studie (LUCAS) seit 20 Jahren

Das Forschungsvorhaben LUCAS AGIL will wissenschaftlich begründete Prinzipien und Empfehlungen für nachhaltige gesundheitsfördernde und präventive Maßnahmen für ältere Menschen (gem. ICF-Modell der WHO) entwickeln. Grundlage ist die Longitudinale Urbane Cohorten-Alters-Studie (LUCAS), eine repräsentative Langzeitkohorte von initial (Jahr 2000) 3.326 selbstständig lebenden älteren Menschen in Hamburg, die damals mindestens 60 Jahre alt waren (ohne obere Altersbegrenzung) sowie keine dementielle Erkrankung oder Pflegebedarf gem. MDK-Begutachtung hatten. In LUCAS Welle 2001-2002 wurde ein randomisiert kontrolliertes Design (RCT mit Intention-to-Treat-Analysen) eingebettet, in dem eine multidimensionale, interdisziplinäre, verhaltens- und verhältnisorientierte Intervention angeboten wurde als a) Kleingruppenberatung "Aktive Gesundheitsförderung im Alter" oder b) "Präventiver Hausbesuch". Im kurzfristigen 1-Jahres-Follow-Up zeigte die Interventions-Gruppe gegenüber der Kontrollgruppe eine signifikant vorteilhaftere Entwicklung in allen gesundheitsbezogenen Merkmalen (ITT). Subgruppenanalysen zur Wahl (Präferenz) zeigten, dass a) 2/3 die "Aktive Gesundheitsförderung im Alter" wählte und b) die signifikanten Gesamteffekte auf diese Personen zurückzuführen sind. Für LUCAS AGIL waren diese Hinweise ausschlaggebend, um langfristig bis einschließlich LUCAS Nacherhebungswelle 2019-2020 (=19,8 Jahre nach Rekrutierung) neben dem ITT-Untersuchungspfad zusätzlich die Wirksamkeit der "Aktiven Gesundheitsförderung im Alter" konsequent zielgruppenorientiert (gem. Präferenz) zu analysieren.

Alltagswirksamkeit der schulbasierten "PROTECT" Primärprävention gegen Computerspiel- und Internetabhängigkeit in 15 Regionalzentren in Baden-Württemberg

Förderkennzeichen: 01EL2007
Gesamte Fördersumme: 549.986 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Katajun Lindenberg
Adresse: Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Psychologie

69120 Heidelberg

Alltagswirksamkeit der schulbasierten "PROTECT" Primärprävention gegen Computerspiel- und Internetabhängigkeit in 15 Regionalzentren in Baden-Württemberg

Die hohen Prävalenzzahlen von Computerspiel- und Internetabhängigkeit sowie die damit einhergehenden psychosozialen Beeinträchtigungen verdeutlichen die Notwendigkeit von wirksamen und ökonomischen Maßnahmen zur Prävention. Mit der Aufnahme der (Internet) Gaming Disorder in die aktuellen Klassifikationssysteme psychischer Störungen (DSM-5 sowie ICD-11) wurde gezielt zur Entwicklung von Präventions- und Frühinterventionsmaßnahmen aufgerufen, da die Präventionsforschung zu diesem jungen Störungsbild, insbesondere im Kindes- und Jugendalter, bisher unterrepräsentiert ist. Das von der Arbeitsgruppe entwickelte Programm "PROTECT" zur Prävention von Computerspiel- und Internetabhängigkeit wurde in einer randomisiert-kontrollierten Wirksamkeitsstudie unter Forschungsbedingungen (Efficacy-Studie) sowie in einer weiteren einarmigen Längsschnittstudie evaluiert. Darauf aufbauend wird nun durch eine Förderung des Ministeriums für Soziales und Integration in Baden-Württemberg eine Disseminationsstruktur gegründet, die es erlaubt, PROTECT in Baden-Württemberg nachhaltig zu verbreiten und zu verankern. Um dies zu erreichen, sollen landesweit 15 Regionalzentren bestehend aus kommunalen Suchtbeauftragten sowie Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus verschiedenen Beratungsstellen mit einem Präventionsauftrag in Schulen aufgebaut werden. In diesen Regionalzentren sollen im Laufe der Förderphase von drei Jahren insgesamt 90 Trainer und Trainerinnen fortgebildet und zertifiziert werden, die eigenständig die PROTECT Prävention in 90 Klassen in den Schulen vor Ort durchführen. Somit ist die Durchführung der primärpräventiven Maßnahme finanziert. Um die Wirksamkeit der PROTECT Primärprävention nun unter Realbedingungen (d.h. Durchführung durch die zertifizierten Multplikatoren; Effectiveness-Studie) zu überprüfen, soll im Rahmen dieses Projekts eine konfirmatorische, prospektive Langzeitstudie an 1.800 Schülern und Schülerinnen (90 Schulklassen) durchgeführt werden.

Besser leben! Selbstfürsorge für Lehrkräfte

Förderkennzeichen: 01EL2004
Gesamte Fördersumme: 423.414 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Ingmar Hosenfeld
Adresse: Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, Zentrum für empirische pädagogische Forschung
Bürgerstr. 23
76829 Landau

Besser leben! Selbstfürsorge für Lehrkräfte

Ausgangspunkt des Vorhabens ist die Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahme "Besser leben! Selbstfürsorge für psychosoziale Fachkräfte", deren Ziel es ist, die Selbstfürsorge zu stärken und dadurch arbeitsbedingten Belastungsfolgen – insbesondere Stress und Burnout – vorzubeugen. Die Wirksamkeit und der langfristige präventive Nutzen des Seminars wurden in einer randomisiert-kontrollierten Studie nachgewiesen. Ziel dieses Vorhabens ist es, das Besser leben!-Konzept auf die psychisch belastete Berufsgruppe der Lehrkräfte zu übertragen und die Wirksamkeitsstudie mit dieser Zielgruppe zu replizieren. Die Studie ist als randomisiertes 2*2-faktorielles Warte-Kontrollgruppen-Messwiederholungs-Experiment mit vier Messzeitpunkten mit N = 144 Teilnehmenden angelegt. Neben dem Faktor Experimentalgruppe vs. Warte-Kontrollgruppe (EG vs. WG) wird die Schulform (Grundschule, GS vs. weiterführende Schule, WS) als zweite unabhängige Variable untersucht. Als abhängige Variablen werden entsprechend des zugrunde gelegten Wirkungsmodells zu allen Messzeitpunkten Einschätzungen der Selbstfürsorge (Selbstfürsorge-Veränderungs-Skala; Dahl, 2017) und der Achtsamkeit (Mindful Attention and Awareness Scale; Michalak, Heidenreich, Ströhle & Nachtigall, 2008) sowie die mittelbar durch die Intervention zu beeinflussenden Konstrukte des subjektiven Stresserlebens (Perceived Stress Questionnaire; Fliege, Rose, Arck, Levenstein & Klapp, 2001) und des Ausmaßes an Erschöpfung (Copenhagen Burnout Inventory; Kristensen, Borritz, Villadsen & Christensen, 2005) erhoben. Im Rahmen einer partizipativen Vorstudie wird die Passung des Seminars und der Evaluationsinstrumente für die Zielgruppe der Lehrkräfte formativ evaluiert (Pilot) und Experten werden zu den Implementationsvoraussetzungen der Maßnahme befragt. Das angestrebte Ergebnis ist die Implementation einer innovativen und wirksamen Präventionsmaßnahme für Lehrkräfte, die der Erhaltung ihrer psychischen Gesundheit dient.

JOBS Programm Deutschland zur Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen in der kommunalen Lebenswelt mit Einbezug der Einrichtungen der Arbeitsförderung

Förderkennzeichen: 01EL2001
Gesamte Fördersumme: 537.835 EUR
Förderzeitraum: 2020 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Alfons Hollederer
Adresse: Universität Kassel, Fachbereich 01 Humanwissenschaften, Institut für Sozialwesen
Arnold-Bode-Str. 10
34127 Kassel

JOBS Programm Deutschland zur Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen in der kommunalen Lebenswelt mit Einbezug der Einrichtungen der Arbeitsförderung

Das Präventionsprogramm "Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt" von GKV-Spitzenverband und gesetzlichen Krankenkassen, der Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen Landkreistages und des Deutschen Städtetages zielt auf die systematische Verbesserung der Gesundheit von arbeitslosen Menschen. Sie werden schwer von der Gesundheitsförderung erreicht. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) koordiniert die konzertierten Aktivitäten an 129 Standorten. Sie plant dabei, das vom Michigan Prevention Research Center (MPRC) entwickelte multimodale "JOBS Program" mit Elementen von sozialem Lernen und Selbstwirksamkeit zu transferieren und in Trainings zu integrieren. Die konzeptgetreue Schulung von Trainern wird durch das Finnish Institute of Occupational Health gewährleistet. Für das wissenschaftliche Ausgangsprojekt wurden in kontrollierten Interventionsstudien in den USA und Finnland bei Arbeitslosen signifikante positive Gesundheitseffekte und verbesserte Chancen zur Arbeitsmarktintegration nachgewiesen. Es ist aber im internationalen Vergleich zu beachten, dass die Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen stark mit Gesundheits- und Sozialversicherungssystemen sowie Arbeitsmarktstrukturen verbunden ist. Die konfirmatorische Studie soll überprüfen, ob der JOBS Program-Ansatz sich übertragen lässt und die positiven Effekte auch bei Arbeitslosen in Deutschland entsprechend der grundlegenden Forschungsfragen entfaltet. Unter "Realweltbedingungen" wird eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) mit insgesamt ca. 1.400 Arbeitslosen in Interventions- und Wartekontrollgruppen geplant. Nach Vortest und Informationsveranstaltungen werden CATI-Telefoninterviews zu drei Messzeitpunkten mit Prätest vor der Intervention (ca. 60 einwöchige Trainings), Posttest sowie 6-Monate-Follow up durchgeführt. Für die formative Evaluation sind teilstandardisierte Fragebogenerhebungen bei Trainern sowie Veranstaltern prozessbegleitend vorgesehen.