Verbund

Target-OXY – Auf dem Weg zu einer zielgerichteten Behandlung der Alkoholsucht mit Oxytocin

Im Verbundprojekt Target-OXY steht die Behandlung von Alkoholsucht im Mittelpunkt der Arbeiten. Alkoholsucht ist weit verbreitet, allein in Europa sind schätzungsweise 23 Millionen Menschen alkoholabhängig. Ein Hauptziel der medikamentösen Therapie bei einer Alkoholsucht ist es, Rückfälle zu vermeiden. Die derzeit dafür zur Verfügung stehenden Medikamente sind jedoch oft nur begrenzt wirksam und unterscheiden sich stark in ihrer Wirkung. Es wird daher intensiv nach neuen Medikamenten und innovativen Behandlungsstrategien gesucht, die sich leicht in die klinische Routine übertragen lassen. Ein vielversprechender Ansatz in der Forschung ist hierbei die sogenannte prädiktive Behandlung, bei der sowohl das Rückfallverhalten als auch die Ansprechbarkeit auf klinisch verwendete Anti-Rückfall-Medikamente mithilfe mathematischer Modelle vorhergesagt wird.

Hier setzt Target-OXY an: Im Rahmen des Projekts soll – zunächst am Tiermodell – die klinische Anwendbarkeit des körpereigenen Hormons Oxytocin als Anti-Rückfall-Medikament bei der Behandlung einer Alkoholsucht evaluiert werden. Die im Rahmen dieser präklinischen Studie gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend schrittweise in eine Pilotstudie unter Alltagsbedingungen auf alkoholkranke Patientinnen und Patienten übertragen werden. Es ist geplant, zum Vergleich weitere Datensätze aus früheren Studien heranzuziehen. Die mithilfe dieser Pilotstudie erzeugten Langzeitdaten zu Trinkverhalten und Aktivität dienen anschließend als Rechenbasis, um mittels mathematischer Modelle die Rückfall-Wahrscheinlichkeit und die Zahl der Patientinnen und Patienten, die auf eine Oxytocin-Behandlung ansprechen, vorherzusagen.

Bei einem erfolgreichen Projektabschluss steht alkoholsüchtigen Patientinnen und Patienten mit Oxytocin ein neues Anti-Rückfall-Medikament zur Verfügung. Gleichzeitig kann der von Target-OXY verfolgte Ansatz auf andere wissenschaftliche Studien übertragen und zur Erforschung weiterer potenzieller Therapeutika zur Behandlung von Alkoholsucht und deren Ursachen genutzt werden.

Teilprojekte

Teilprojekt Mannheim

Förderkennzeichen: 031L0190A
Gesamte Fördersumme: 856.735 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Rainer Spanagel
Adresse: Zentralinstitut für Seelische Gesundheit
J 5
68159 Mannheim

Teilprojekt Mannheim

Teilprojekt Erlangen

Förderkennzeichen: 031L0190B
Gesamte Fördersumme: 234.932 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Christian Müller
Adresse: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Universitätsklinikum - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Schwabachanlage 6
91054 Erlangen

Teilprojekt Erlangen

Teilprojekt Berlin

Förderkennzeichen: 031L0190C
Gesamte Fördersumme: 224.522 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Christine Winter
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin - Campus Charité-Mitte - Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Teilprojekt Berlin