Klinische Studien im Förderspektrum des BMBF

Deutschland gehört international zu den führenden Standorten für die klinische Forschung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt klinische Studien in Deutschland durch unterschiedliche Förderinitiativen.

Grafische Darstellung des Herzens

Viele klinische Studien widmen sich den großen Volkskrankheiten. Dazu zählen die Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

janulla/Thinkstock

Bei den großen Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, chronischen Lungenerkrankungen oder neurodegenerativen Erkrankungen besteht ein großer Bedarf an klinischer Forschung. Das Ziel dabei ist es, die Behandlung von teilweise vielen Millionen Patientinnen und Patienten alleine in Deutschland weiter zu verbessern.

  • Beispiel Herzinsuffizienz: Das BMBF fördert viele klinische Studien zu Volkskrankheiten. So wurde beispielsweise die Effektivität eines systematischen Behandlungsprogramms bei chronischer Herzschwäche belegt. Das Kompetenznetz Herzinsuffizienz organisierte diese Studie. Mehr als 700 Patientinnen und Patienten nahmen in zahlreichen Arztpraxen im Raum Würzburg daran teil.
  • Beispiel Parkinson: Eine große klinische Studie zur tiefen Hirnstimulation wurde im Rahmen des Kompetenznetzes Parkinson unter Leitung der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein organisiert. Die Studie zeigte erstmals, dass die tiefe Hirnstimulation im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Erkrankung Symptome besser lindern kann als eine rein medikamentöse Therapie.
  • Beispiel Diabetes: Klinische Studien zu den großen Volkskrankheiten unterstützt das BMBF auch im Rahmen der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG), die sich unterschiedlichen Volkskrankheiten widmen. So untersuchen die am Deutschen Zentrum für Diabetesforschung angesiedelte Deutsche Diabetes-Studie und die Prädiabetes-Lebensstil-Interventionsstudie, wie Folgeerkrankungen und die Entstehung von Diabetes verhindert werden können.

Seltene Erkrankungen und Kinder

Einen besonderen Schwerpunkt setzt das BMBF auf die Unterstützung klinischer Studien bei Seltenen Erkrankungen und bei Kindern. Krankheiten gelten als selten, wenn sie nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen betreffen. Ein Beispiel für eine Seltene Erkrankung ist das Nebennierenrindenkarzinom, das pro Jahr in Deutschland 120 Menschen betrifft. Durch eine finanzielle Unterstützung des Deutschen Nebennierenrindenkarzinom-Registers schuf das BMBF die Grundlage für mehrere klinische Studien, die die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit dieser Erkrankung deutlich verbessern sollen.

Auch klinische Studien bei Kindern werden vielfältig gefördert, beispielsweise im Rahmen der Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren (IFB).

Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren (IFB)

Das Zusammenspiel von Forschung und Patientenversorgung in der deutschen Hochschulmedizin verbessern – dafür stehen diese vom BMBF geförderten Modellzentren. In den IFB arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Grundlagenforschung und Klinik an einem gemeinsamen Standort eng zusammen. Dadurch optimieren sie die Voraussetzungen für eine exzellente klinische Forschung und eine schnelle Translation. Seit dem Jahr 2008 fördert das BMBF insgesamt acht Zentren, die sich wichtigen Krankheitsgebieten widmen.
Mehr Informationen: Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren (IFB)

Die Zukunft der klinischen Forschung

Kinder und Jugendliche, Männer und Frauen, ältere Menschen – sie alle haben unterschiedliche Merkmale – und dadurch auch unterschiedliche Anforderungen an die Gesundheitsversorgung. Mit seiner Förderinitiative „Gesund – ein Leben lang“ rückt das BMBF die Verschiedenheit der Bevölkerungsgruppen und Lebensphasen des Menschen in den Fokus der Gesundheitsforschung.
Gesund – ein Leben lang

Um die verschiedenen Bevölkerungsgruppen spezifischer und damit besser behandeln zu können, sind auch entsprechend fokussierte klinische Studien erforderlich. Diese Differenzierung der Studien wird künftig noch weiter voranschreiten. Denn die Forschung charakterisiert Patientinnen und Patienten sowie die verschiedenen Facetten ihrer Krankheiten immer genauer. Dabei spielt die Medizininformatik eine entscheidende Rolle: Mit innovativer IT-Technologie integriert sie die wachsenden Datenwelten aus Klinik und Forschung. Aus diesem Gesamtbild filtern intelligente Algorithmen neue Zusammenhänge und Erkenntnisse heraus. Mit diesem Wissen lassen sich Diagnosen präzisieren und Therapien individuell maßschneidern – das ist die Vision der individualisierten Medizin.
Individualisierte Medizin
Medizininformatik

Ergebnisse der Gesundheitsforschung

Ein Mann hält beide Hände an die Ohren.

Studie zur Hörsturz-Therapie gestartet

Eine Studie untersucht die Wirkung hochdosierter, kortison- oder kortisonähnlicher Medikamente.

Eine Ärztin und Assistenten in einem Operationssaal

Studie zur Ablation bei Vorhofflimmern

Die vollständige elektrische Abkopplung der Lungenvenen vom Herzen erzielt die besten Therapieerfolge.

Eine Frau legt beide Hände auf den schmerzenden Bauch.

Behandlung von Blasenentzündungen

Der Einsatz von Antibiotika ist oft nicht nötig. In vielen Fällen reichen entzündungshemmende Wirkstoffe.

Eine junge Frau mit Mütze schaut wie durch ein Fenster in die graue Landschaft.

Neue Antipsychotika wirken besser

Eine Studie belegt, dass moderne Antipsychotika den älteren grundsätzlich überlegen sind.