Verbund

CicProt

Alzheimer Demenz (AD) und die Huntington Erkrankung (HD) werden durch eine gestörte Signalweitergabe in den neuronalen Netzwerken des Gehirns hervorgerufen. Besonders betroffen sind hierbei die Gehirnregionen des Neocortex, Hippocampus und das Striatum. Bislang existieren keine effizienten Behandlungsmethoden für diese Erkrankungen. Daher ist es besonders wichtig, Schutzmechanismen und präventive Aspekte zu erforschen. Das Protein BDNF ist hierbei interessant, denn es wirkt protektiv gegen AD und HD. Veränderungen des BDNF-Stoffwechsels spielen nach derzeitigen Erkenntnissen eine Rolle beim Ausbruch beider Erkrankungen. Die zellulären Ursachen dafür sind jedoch noch weitgehend unverstanden. Das CircProt Konsortium wird daher die Funktion von BDNF für den Schutz der neuronalen Netzwerke, die bei den beiden Erkrankungen betroffen sind, näher erforschen. Das interdisziplinäre und transnationale Konsortium umfasst insgesamt acht europäische Forschungsgruppen.

Teilprojekte

Protektion synaptischer Schaltkreise durch BDNF/TrkB- und Arc-Signalwege in Mausmodellen der Alzheimer-Demenz (AD) und des Morbus Huntington (HD)

Förderkennzeichen: 01ED1616A
Gesamte Fördersumme: 326.677 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Volkmar Lessmann
Adresse: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Institut für Physiologie
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg

Protektion synaptischer Schaltkreise durch BDNF/TrkB- und Arc-Signalwege in Mausmodellen der Alzheimer-Demenz (AD) und des Morbus Huntington (HD)

Das Vorhaben der Universität Magdeburg konzentriert sich auf Mausmodelle beider Erkrankungen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen mit mikroskopischen Techniken die synaptische Sekretion von BDNF in AD/HD-Mäusen. Störungen der synaptischen Plastizität werden mit elektrophysiologischen Methoden in Hirnschnitten untersucht. Verändertes Lernen (bei AD) bzw. veränderte Motorik (bei HD) werden verhaltensphysiologisch ausgewertet. Im Zuge der Arbeiten werden pharmakologische und aktivitätsabhängige Therapiemöglichkeiten betrachtet.

Dynamik dendritischer "spines" und strukturelle Plastizität

Förderkennzeichen: 01ED1616B
Gesamte Fördersumme: 282.802 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Kurt Gottmann
Adresse: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Institut für Neuro- und Sinnesphysiologie
Universitätsstr. 1, Geb. 22.03
40225 Düsseldorf

Dynamik dendritischer "spines" und strukturelle Plastizität

Das Düsseldorfer Vorhaben beschäftigt sich insbesondere mit sogenannten dendritischen Dornfortsätzen (Spines). Hierbei handelt es sich um feine, oft pilzförmige Vorwölbungen der Oberfläche von Nervenzellen, die sich überwiegend an Nervenzellen des Gehirns finden. Spines nehmen Einfluss auf die Funktion einer Synapse (synaptische Plastizität) und können zu Verstärkungen von synaptischen Verknüpfungen führen. In neurodegenerativen Erkrankungen ist die Stabilität und Dynamik dieser Spines, und damit auch die Stabilität von Synapsen, gestört. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen daher eine mögliche protektive Rolle von BDNF (Brain-derived neurotrophic factor) bei der Stabilisierung von Spines. Sie untersuchen die Veränderungen der Dynamik von spines in Mausmodellen von Alzheimer Demenz (AD) und der Huntington Erkrankung (HD), bei denen BDNF aufgrund genetischer Defekte nur noch reduziert gebildet wird. Um die Funktion von BDNF auf mechanistischer Ebene besser zu verstehen, wird der Einfluss des Zelladhäsionsproteins N-cadherin auf die Dynamik von Spines untersucht. Im Zuge der Arbeiten sollen stets auch mögliche Therapiemöglichkeiten betrachtet werden.