Verbund

aSynProtec

Die Parkinson Erkrankung ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Die Betroffenen leiden an Symptomen wie etwa Muskelstarre, verlangsamten Bewegungen oder Haltungsinstabilität. Auf molekularer Ebene ist die Ansammlung des Proteins AlphaSynuclein charakteristisch für die Erkrankung. Aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass die Entwicklung und der Verlauf der Parkinson Erkrankung durch die kontinuierliche Ausbreitung solcher AlphaSynuclein Aggregate angetrieben wird. Die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen sind jedoch erst zum Teil erforscht. Der transnationale Forschungsverbund aSynProtec untersucht die Mechanismen der AlphaSynuclein-Ausbreitung. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf dem Zusammenspiel von genetischen und umweltbedingten Risikofaktoren bei der Entstehung und dem Verlauf der Erkrankung. Ein besseres Verständnis der molekularen, strukturellen und zellulären Krankheitsprozesse ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung neuer Therapien und präventiver Ansätze.

Teilprojekte

Ausbreitung von Alpha-Synuclein Aggregaten: Die Rolle des Mikrobioms

Förderkennzeichen: 01ED1608A
Gesamte Fördersumme: 327.758 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Tiago Outeiro
Adresse: Georg-August-Universität Göttingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Zentrum Neurologische Medizin, Neurodegeneration und Neurorestaurationsforschung
Waldweg 33
37073 Göttingen

Ausbreitung von Alpha-Synuclein Aggregaten: Die Rolle des Mikrobioms

Die Fehlfaltung und Aggregation des Proteins Alpha-Synuclein (a-Syn) ist charakteristisch für die Parkinson Erkrankung. Entsprechende Proteinaggregate lassen sich in Form von Lewy-Körpern und Lewy-Neuriten feststellen, die neuropathologischen Merkmale der Parkinson-Erkrankung sind. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass humane a-Syn Strukturen, sogenannte Fibrillen, von Nervenzellen aufgenommen werden können. Solche a-Syn Fibrillen können sowohl aus dem Gehirn von Parkinson Patientinnen und Patienten wie auch aus Tiermodellen der Parkinson Erkrankung, etwa aus Mäusen, isoliert werden. Die isolierten a-Syn Fibrillen führen wiederum zur Aggregation des körpereigenen a-Syn, etwa nach Injektion in das Gehirn gesunder Mäuse. Weiterhin ist bekannt, dass Mikroorganismen im menschlichen oder tierischen Körper Einfluss auf die Aggregation von a-Syn nehmen. Die Gesamtheit der körpereigenen Mikroorganismen, zu denen beispielsweise Bakterien gehören, wird als Mikrobiom bezeichnet. Die genauen molekularen Zusammenhänge und Mechanismen sind jedoch bislang nur wenig verstanden. Im Vorhaben der Universität Göttingen soll daher der Einfluss des Mikrobioms auf die Ausbreitung von a-Syn näher untersucht werden. Das Vorhaben beinhaltet Zellkulturversuche und verschiedene biochemische und zellbiologische Methoden. Die zu erwartenden Erkenntnisse stellen wichtige Informationen für die zukünftige Entwicklung von Therapien oder präventiven Ansätzen dar.

Einfluss der Darmflora auf die Entwicklung der Synucleinopathie in Nagetiermodellen des Morbus Parkinson

Förderkennzeichen: 01ED1608B
Gesamte Fördersumme: 341.402 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Olaf Rieß
Adresse: Eberhard Karls Universität Tübingen, Universitätsklinikum, Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik
Calwerstr. 7
72076 Tübingen

Einfluss der Darmflora auf die Entwicklung der Synucleinopathie in Nagetiermodellen des Morbus Parkinson

Verschiedene Studien zeigen, dass die Parkinson Erkrankung im Gastrointestinal Trakt beginnt. Während die Rolle der Darmflora (auch Mikrobiom genannt) für die normale Funktion des Darms ausführlich untersucht wurde, ist über ihren Beitrag zur Entwicklung von Erkrankungen nur wenig bekannt. Um diese genauer zu untersuchen werden Laborratten verwendet, welche einer kontrollierten Diät unterliegen und der kontrollierten Exposition von Erregern ausgesetzt sind. Hierdurch wird eine reproduzierbarere und gleichzeitig weniger komplexe Darmflora erreicht als sie im Menschen zu finden ist. Zur Induktion von Parkinson wird ein transgenes Rattenmodell verwendet, welches eine erbliche Form der Parkinson Erkrankung modelliert. In vorherigen Studien konnte bereits gezeigt werden, dass sich die Erkrankung in diesem Modell sowohl im Gehirn als auch im Darm entwickelt.