Europäische Forschung

Lösungen für die drängendsten Fragen der Gesundheitsförderung und Medizin werden heute nicht mehr in rein nationalen Forschungsansätzen entwickelt. Nur international vernetzt können die Herausforderungen unserer Zeit bewältigt werden.

Medizinische Fachkraft im Labor

Länderübergreifende Infrastrukturen, Forschungsnetze und Programmplanungen sind die zentralen Erfolgsfaktoren für eine starke europäische Forschung.

NGFN/BMBF

Europäische Ressourcen bündeln

Die europaweite Vernetzung der Gesundheitsforschung und die Entwicklung europäischer Forschungsinfrastrukturen fördern den medizinischen Fortschritt. 15 Prozent aller Fördermittel werden in Europa für internationale Projekte vergeben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) engagiert sich bei der Umsetzung des aktuellen europäischen Rahmenprogramms für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ sowie das Nachfolgeprogramms „Horizont Europa“, das alle forschungs- und innovationsrelevanten Förderprogramme der Europäischen Kommission zusammenführt.

Die Förderstrategie des BMBF auf europäischer Ebene ruht auf drei Säulen: Sie fokussiert sich auf Infrastrukturen, gemeinsame Initiativen zur Programmplanung und europäische Forschungsnetze.

Den Auf- und Ausbau europäischer Infrastrukturen vorantreiben (ESFRI)

Das „European Strategy Forum on Research Infrastructures“ (ESFRI) hat die Aufgabe, den Bedarf an Forschungsinfrastrukturen in Europa zu identifizieren und deren Auf- und Ausbau voranzutreiben. Das BMBF fördert ESFRI-Projekte, die für die medizinische Forschung von grundlegender Bedeutung sind.

Initiativen der gemeinsamen Programmplanung (JPI) 

Das Konzept der „Joint Programming Initiative“ (JPI) zielt auf eine verstärkte strategische Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten im Bereich Forschung und Entwicklung ab, um bedeutende gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam bewältigen zu können.

Nationale Forschungsprogramme zu den wichtigsten Forschungsthemen werden europaweit aufeinander abgestimmt. Im Rahmen von JPI entwickeln die Staaten gemeinsame Zukunftsvisionen für wissenschaftliche und gesellschaftliche Themenbereiche und zugleich eine strategische Agenda, mit der sie ihre Ziele gemeinsam in die Tat umsetzen wollen. Im Bereich Gesundheit ist das BMBF an JPI zu folgenden Themen beteiligt:

Gemeinsam fördern und forschen: Europäische Forschungsnetze (ERA-Netze) 

Ein weiterer Beitrag zur Stärkung des Europäischen Forschungsraumes („European Research Area“, ERA) sind die sogenannten ERA-Netze, in denen Ministerien und andere Förderorganisationen aus vielen europäischen Ländern zusammen arbeiten.

Eines der wichtigsten Ziele dieser Netzwerke ist die Durchführung länderübergreifender Bekanntmachungen, wobei insbesondere kleine bis mittlere Forschungsverbünde unterstützt werden. Zusätzlich sind die Bestandsaufnahme nationaler Förderprogramme sowie der Austausch positiver Erfahrungen bei der Forschungsförderung ausgewiesenes Ziel der ERA-Netze. Im Bereich Gesundheitsforschung beteiligt sich das BMBF an folgenden ERA-Netzen:

  • Herzkreislauf-Erkrankungen
    ERA-CVD

Koordinieren und kooperieren

Jeden Menschen die bestmögliche medizinische Behandlung bieten zu können – diesem Ziel hat sich sowohl die nationale als auch die internationale Gesundheitsforschung verschrieben. IC PerMed, das internationale Konsortium für personalisierte Medizin, leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Das Konsortium bringt mehr als 40 europäische und internationale Partner aus Ministerien, Forschungsförderorganisationen und der Europäischen Kommission zusammen. Zentrales Ziel von IC PerMed ist es, die Anstrengungen in der Erforschung und Umsetzung personalisierter Medizin auf europäischer und internationaler Ebene zu koordinieren und den Austausch der Akteure zu fördern.