Fördermaßnahme

ERA PerMed

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2018
Förderzeitraum: 2019 - 2021
Gesamte Fördersumme: bis zu 3 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 25 Verbünde, davon 22 mit deutscher Beteiligung; insgesamt 25 Zuwendungen

1. Ziele der Fördermaßnahme

ERA PerMed ist ein Konsortium aus 32 nationalen Förderorganisationen aus 23 Ländern und Regionen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die personalisierte Medizin in Europa voranzubringen und nationale Forschungsaktivitäten zu koordinieren. Personalisierte Medizin bezieht sich dabei auf ein medizinisches Modell, das die Charakterisierung des individuellen Phänotyps und Genotyps (z. B. molekulare Informationen, medizinische Bildgebung und Lebensstildaten) einsetzt, um spezifisch für jeden Menschen und zur richtigen Zeit maßgeschneiderte Behandlungsstrategien oder Präventionsansätze anzubieten. ERA PerMed arbeitet eng mit dem Internationalen Konsortium für Personalisierte Medizin, ICPerMed, zusammen. Im Rahmen von ERA PerMed soll die starke europäische wissenschaftliche Gemeinschaft weiterentwickelt werden, u. a. durch gemeinsame transnationale Förderbekanntmachungen.

Die folgenden Länder und Förderorganisationen haben sich im Rahmen von ERA PerMed zusammengeschlossen und veröffentlichen gemeinsame Bekanntmachungen („Joint Transnational Call“, kurz: JTC) zur Förderung multinationaler, kooperativer Forschungsprojekte zur personalisierten Medizin:

Austrian Science Fund, (FWF)

AUSTRIA

Canadian Institutes of Health Research, (CIHR)

CANADÁ

Fonds de recherche du Québec – Santé, (FRQS)

CANADA, QUEBEC

Ministry of Science and Education of the Republic of Croatia, (MSE)

CROATIA

Innovation Fund Denmark, (InnoFond)

DENMARK

Estonian Research Council, (ETAg)

ESTONIA

Estonian Ministry of Social Affairs, (MSA)

ESTONIA

Academy of Finland, (AKA)

FINLAND

Agence Nationale de la Recherche, (ANR)

FRANCE

Federal Ministry of Education and Research, (BMBF)   German Aerospace Centre e.V. – Programme Management Agency, (DLR)

GERMANY

Saxon State Ministry for Higher Education, Research and the Arts, (SMWK)

GERMANY (SACHSEN)

National Research, Development and Innovation Office, (NKFIH)

HUNGARY

Health Research Board, (HRB)

IRELAND

Chief Scientist Office, Ministry Of Health, (CSO-MOH)

ISRAEL

Italian Ministry of Health, (IT-MoH)

ITALY

Regional Foundation for Biomedical Research, (FRRB)

ITALY (LOMBARDY)

State Education Development Agency (VIAA)

LATVIA

National Research Fund, (FNR)

LUXEMBOURG

The Research Council of Norway, (RCN)

NORWAY

National Centre for Research and Development, (NCBR)

POLAND

Executive Agency for Higher Education, Research, Development and Innovation Funding, (UEFISCDI)

ROMANIA

Ministry of Education, Science and Sport, (MIZS)

SLOVENIA

National Institute of Health Carlos III (ISCIII)

SPAIN

Centro Tecnológico Industrial, (CDTI)

SPAIN

Health Department – Generalitat de Catalunya, (DS-CAT)

SPAIN (CATALONIA)

Government of Navarre, (GN)

SPAIN (NAVARRE)

Swedish Research Council, (SRC)

SWEDEN

The Netherlands Organisation for Health Research and Development, (ZonMw)

THE NETHERLANDS

The Scientific and Technological Research Council of Turkey, (TUBITAK)

TURKEY

2. Stand der Födermaßnahme

Die erste transnationale Bekanntmachung, auf die sich internationale Forschungskonsortien aus den beteiligten Ländern bewerben konnten, wurde 2018 veröffentlicht. Insgesamt werden 25 transnationale Konsortien gefördert, 22 davon mit deutscher Beteiligung. BMBF fördert die beteiligten deutschen Zuwendungsempfänger mit 5,3 Mio. Euro.

Einzelprojekte

JAKSTAT-TARGET – Neue individualisierte Therapien für JAK/STAT-getriebene T-Zell-Neoplasien

Förderkennzeichen: 01KU1921
Gesamte Fördersumme: 300.000 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Dr. Marco Herling
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Klinik I für Innere Medizin
Kerpener Str. 62
50937 Köln

JAKSTAT-TARGET – Neue individualisierte Therapien für JAK/STAT-getriebene T-Zell-Neoplasien

Das Vorhaben ist Teil des transnationalen Verbundprojekts "JAKSTAT-Target" der Förderinitiative "ERA PerMed" und hat einen finnischen Koordinator sowie vier weitere Projektpartner. Das Verbundvorhaben zielt auf eine grundlegend verbesserte individualisierte Therapie von Patientinnen und Patienten mit reifen T-Zell-Leukämien bzw. -Lymphomen ab. Dazu werden mit Hilfe von Algorithmen des maschinellen Lernens, Datensätze zu Genom-Profilen, Substanz-Sensitivitätsmustern und klinischen Verläufen integriert und schließlich Vorhersagen zum Patienten-individuellen Therapie-Ansprechen und zur Auswahl optimaler Studiendesigns getroffen. Unterschieden werden hierbei die T-Zell-Prolymphozytenleukämie und die T-Zell-Leukämie mit großen granulären Lymphozyten. Das Teilprojekt an der Uniklinik Köln wird in diesem Rahmen genetische und funktionelle Analysen an primärem Patientenmaterial durchführen und bei der Zusammenstellung der klinischen Daten helfen. Mittels Mausmodellen von reifen T-Zell-Leukämien / -Lymphomen werden in Köln in vivo-Effektivitätstestungen neu etablierter Substanzen durchgeführt.

PERMIT - Personalisierte Medizin bei Infektionserkrankungen: Von Systembiomedizin und Immunometabolismus zur Präzisionsdiagnostik und Stratifikation

Förderkennzeichen: 01KU1918
Gesamte Fördersumme: 512.144 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2023
Projektleitung: Prof. Dr. Dipl.-Ing. Vitor Martins dos Santos
Adresse: LifeGlimmer GmbH
Markelstr. 38
12163 Berlin

PERMIT - Personalisierte Medizin bei Infektionserkrankungen: Von Systembiomedizin und Immunometabolismus zur Präzisionsdiagnostik und Stratifikation

PERMIT baut auf dem erfolgreich absolvierten FP7-Verbundprojekt INFECT auf, dessen Ressourcen und Ergebnisse dem Vorhaben in vollem Umfang zur Verfügung stehen. So ist im Zuge des INFECT-Projekts die weltgrößte Kohorte für NSTI-Patienten entstanden, welche u. a. durch "multiomics"-Daten und pathophysiologische Modelle angereichert wurde. Basierend auf den Daten und Ergebnissen aus INFECT werden in PERMIT verschiedene Teilziele definiert: 1) Identifizierung von Krankheitssignaturen durch computergestützte Analyse der heterogenen Datensätze; 2) Konstruktion von maßgeschneiderten Modellen zur Validierung und Intervention; 3) Validierung der Signaturen zur Patientenklassifizierung in der Kohorte; 4) Entwicklung von neuen Konzepten und Stratifizierungsschemata zur individualisierten Behandlung; 5) Durchführung von exploratorischen klinischen Studien gemäß der neuen Konzepte; 6) Entwicklung und Einsatz von IKT-Entscheidungsfindungssystemen. Um diese Ziele zu erreichen kann PERMIT auf ein internationales und interdisziplinäres Konsortium bestehend aus Klinikern, Experimentatoren, Bioinformatikern und Modellierern zurückgreifen. LifeGlimmer übernimmt die Etablierung eines Patienten-Verbundregisters, die computergestützte Analyse von "omics"-Daten sowie die Entwicklung neuer Behandlungskonzepte und schließlich eines klinischen Entscheidungsunterstützungssystems zur individualisierten Behandlung von Patientinnen und Patienten.

RADprecise – Personalisierte Radiotherapie: Einbeziehung der zellulären Reaktion auf Bestrahlung in die personalisierte Behandlungsplanung zur Minimierung der Radiotherapie-Nebenwirkungen

Förderkennzeichen: 01KU1912
Gesamte Fördersumme: 298.146 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Jenny Chang-Claude
Adresse: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Abt. Epidemiologie von Krebserkrankungen (C020)
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg

RADprecise – Personalisierte Radiotherapie: Einbeziehung der zellulären Reaktion auf Bestrahlung in die personalisierte Behandlungsplanung zur Minimierung der Radiotherapie-Nebenwirkungen

Das Ziel des translationalen Kooperationsvorhabens RADprecise ist die Radiotherapie (RT) für Krebspatienten auf individueller Patientenebene anzupassen, um die Langzeit-Nebenwirkungen zu minimieren und gleichzeitig die Tumorkontrolle zu maximieren. Hierbei sollen Biomarker-Informationen aus verbesserten Vorhersage-Modellen für RT-bedingte Nebenwirkungen in Behandlungsplanungs-systeme einbezogen werden. Die Infrastruktur und Daten einer etablierten prospektiven Patienten-Kohorte (Brust- und Prostatakrebs) werden aus dem REQUITE-Projekt (www.requite.eu) genutzt. Die klinischen, dosi-metrischen und Nebenwirkungsdaten wurden bis zu zwei Jahre nach RT standardisiert erhoben und eine Biomaterialbank aufgebaut. In RADprecise wird das Follow-up der Patienten-Kohorte auf fünf Jahre ausgedehnt und die zentrale Datenbank erweitert, um die Bewertung von Langzeit-Nebenwirkungen zu ermöglichen. Ein zellulärer Assay wird an neu gesammelten Proben und RNA-Analysen unter Verwendung verfügbarer PAXgene-Proben durchgeführt. Diese neuen Biomarker-Informationen werden in Bezug auf das Auftreten RT bedingter Nebenwirkungen untersucht. Es werden parametrische statistische Analysen und "Machine Learning-Methoden" verwendet, um Biomarker für Strahlen Empfindlichkeit zu identifizieren und verbesserte Vorhersage-Modelle für Langzeit-Nebenwirkungen zu entwickeln. Diese sollen in einer unabhängigen Stichprobe validiert und die Algorithmen der besten Vorhersage-Modelle in Planungssysteme als "biologisch erweitertes Treatment Planning System" integriert werden. Des Weiteren werden gesundheitsökonomische Analysen durchgeführt. Das DKFZ übernimmt die Koordination des Verbundprojekts und wird eine Patientenkohorte mit Langzeit-Nebenwirkungsdaten etablieren. Das vom DKFZ geleitete Arbeitspaket WP1 wird das Follow-up einer etablierten Patientenkohorte auf fünf Jahre erweitern. Außerdem betreut das DKFZ das lokale Follow-up der deutschen Kliniken.