Teilprojekt eines Verbundes

TP9: Zerebrale Organoide

Förderkennzeichen: 01GM1902G
Fördersumme: 362.438 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Michael
Adresse: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg, Universität Mainz
Langenbeckstr. 1
55131 Mainz

RASopathien sind eine Gruppe von seltenen, genetisch bedingten Erkrankungen, in der verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst werden. Gemeinsam ist ihnen, dass in den Körperzellen ein bestimmter molekularer Signalweg (der sogenannten RAS-MAPK-Signalweg) aufgrund von Veränderungen in verschiedenen Genen überaktiviert ist. Die Erkrankungen sind durch Wachstums- und Entwicklungsstörungen, Herzfehler, Skelettanomalien, einer erhöhten Neigung zur Tumorentwicklung, Anomalien der Haut und Haare und variable andere Organanomalien gekennzeichnet. Neurokognitive Defizite und die Herzerkrankung sind dabei wesentlich für die langfristige Morbidität verantwortlich. Ziel des Verbundes ist es, die Pathogenese und Pathophysiologie der RASopathien detaillierter zu analysieren und so neue therapeutische Ansatzpunkte zu erforschen. In diesem Vorhaben wird ein neues zelluläres Modellsystem entwickelt, dass die neurobiologische Charakterisierung der genetischen Veränderungen bei RASopathien ermöglicht. Dafür werden sogenannte induzierten pluripotente Stammzellen von Patientinnen und Patienten zu bestimmten Nervenzellen umgewandelt, die dann in Kultur gewebeähnliche Strukturen ausbilden, sogenannte zerebrale Organoide. Diese werden mit verschiedenen Verfahren detailliert analysiert. So sollen molekulare und zelluläre Veränderungen identifiziert werden, die die Ursachen für die Erkrankungen bilden. Somit werden Grundlagen für mögliche neue Therapieansätze geschaffen.