Fördermaßnahme

Klinische Studien

Veröffentlichung der Bekanntmachung: 2003 (seither jährlich)
Förderzeitraum: 2005 - 2026
Gesamte Fördersumme: bis zu 146,4 Mio. Euro
Anzahl der Projekte: 225

1. Ziele des Förderschwerpunktes

Die systematische Beobachtung definierter Patientenpopulationen mit klinischen Studien und systematischen Übersichtsarbeiten ist ein zentrales Instrument der klinischen Forschung. Solche Arbeiten bilden die Grundlage für Evidenz und Qualität in der medizinischen Versorgung. Sie müssen mit einem hohen Maß an Professionalität geplant und durchgeführt werden, um internationalen Anforderungen und Standards zu genügen. Dies bedeutet einen großen organisatorischen und finanziellen Aufwand, der in vielen Fällen von der pharmazeutischen Industrie erbracht wird. Es gibt aber klinische Fragestellungen, die für die Industrie nicht interessant sind, dennoch aber für das deutsche Gesundheitssystem eine hohe Relevanz haben. Mit dieser Fördermaßnahme verfolgt das BMBF das Ziel, Lösungen für solche Fragestellungen zu erarbeiten. Es werden daher Projekte unterstützt, die die wichtigsten Erkenntnislücken im medizinischen Alltag schließen unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse betroffener Patientinnen und Patienten.

Gefördert werden wissenschaftsinitiierte, multizentrische, prospektive, kontrollierte klinische Studien zum Wirksamkeitsnachweis von Therapiekonzepten, die eine Intervention an Patientinnen und Patienten beinhalten und eine konfirmatorische Zielsetzung aufweisen. Darüber hinaus werden systematische Übersichtsarbeiten von klinischen Studien nach internationalen Standards gefördert. Alle geförderten Projekte haben höchste Relevanz für das deutsche Gesundheitssystem und müssen Patientenvertretungen in die Projektplanung eingebunden haben.

In der Fördermaßnahme gibt es keine thematische Eingrenzung. Sie deckt querschnittshaft verschiedene medizinische Fachgebiete ab. Die am häufigsten vertretenen Fachgebiete sind Psychiatrie/Psychologie, Onkologie, Dermatologie und Neurologie.

2. Stand der Fördermaßnahme

Bisher wurden seit 2003 12 Bekanntmachungen veröffentlicht. Seit 2013 wird ein Schwerpunkt auf „Klinische Studien mit hoher Relevanz für die Patientenversorgung“ gesetzt. Bislang wurden insgesamt 225 Projekte mit rund 146,4 Mio. € finanziert.  Aktuell findet das Begutachtungsverfahren der Anträge statt, die im Rahmen der Bekanntmachung von 2017 eingereicht wurden.

Einzelvorhaben

a) Klinische Studien

b) Systematische Reviews

Einzelprojekte

Anti-HIV Genkonstrukt zur CD34+ hämatopoetischen Stammzell Gentherapie für die HIV-Heilung beim HIV-assoziierten diffusen großen B Zell Lymphom

Förderkennzeichen: 01KG1811
Gesamte Fördersumme: 5.242.649 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2027
Projektleitung: Prof. Dr. Nicolaus Kröger
Adresse: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf - Onkologisches Zentrum - Interdisziplinäre Klinik für Stammzelltransplantation
Martinistraße 52
20251 Hamburg

Anti-HIV Genkonstrukt zur CD34+ hämatopoetischen Stammzell Gentherapie für die HIV-Heilung beim HIV-assoziierten diffusen großen B Zell Lymphom

Das HI-Virus (HIV) integriert seine DNA (provirale DNA bzw. Provirus) in das Erbgut der Wirtszelle. Das Provirus wird von der derzeitigen antiretrovirale Therapy (ART) nicht angegriffen. Aus diesem Grund kann ART zwar die HIV Vermehrung unterdrücken, die Infektion wird aber nicht geheilt. Beim Absetzen von ART kommt es dementsprechend rasch zum Wiederauftreten von HI-Viren (wiederauftretende Virämie). ART muss deshalb lebenslang verabreicht werden. Langjährige Einnahme von ART kann jedoch vielfältige toxische Nebenwirkungen oder die Bildung resistenter Viren hervorrufen. Neuartige, auf Genom-Editing basierende Behandlungsstrategien haben deshalb die Inaktivierung der proviralen DNA zum Ziel. Konkret ermöglicht die HIV-spezifische Designer-Rekombinase Brec1 die sichere, kontrollierte und akkurate Entfernung der HIV-1 proviralen DNA aus dem Erbgut der Wirtszelle und könnte deshalb zur Heilung von Infektionen mit HIV beitragen. In dieser Gentherapie-Studie sollen HIV-infizierte Lymphom-Patienten, deren Lymphom durch Chemotherapie (R-CHOP) behandelt werden muss, zusätzlich körpereigene (autologe) Brec1 genetisch modifizierte blutbildenden Stammzellen (CD34+ HSC) erhalten. Dadurch soll der Blutkreislauf dieser Patienten mit Zellen versorgt werden, welche bei Infektion das HIV-Erbgut (das Provirus) wieder entfernen und dadurch ihre Funktion als Immunzellen weiterhin ausüben. Eine entsprechende funktionelle Wiederherstellung des Patienten-Immunsystems könnte zur ART-freien Kontrolle der Virämie (Funktionelle Heilung) entscheidend beitragen. Studienziele sind die Machbarkeit und Sicherheit eines antiviralen Brec1 Gentransfers in HSC und der Nachweis genmodifizierter peripherer Blutzellen zur Provirus-Entfernung.

CBTlate – Kognitive Verhaltenstherapie für die Behandlung von Altersdepression - Eine multizentrische, randomisierte, beobachterblinde, kontrollierte Studie

Förderkennzeichen: 01KG1716
Gesamte Fördersumme: 1.956.582 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Frank Jessen
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Kerpener Str. 62
50937 Köln

CBTlate – Kognitive Verhaltenstherapie für die Behandlung von Altersdepression - Eine multizentrische, randomisierte, beobachterblinde, kontrollierte Studie

Die Studie CBTlate befasst sich mit dem medizinischen Problem der unzureichenden Behandlung der Altersdepression (late life depression, kurz: LLD). Im Vergleich zur Depression im frühen Erwachsenenalter, sind die Behandlungsmöglichkeiten der LLD begrenzt. In CBTlate wird ein speziell für die LLD entworfenes 8-wöchiges kognitives Verhaltenstherapie-Programm (cognitive behavioural therapy, kurz: CBT) im Hinblick auf die Wirksamkeit im Vergleich zu einer unspezifischen Kontrollintervention in einer multizentrischen Studie bei n=248 ambulanten Patienten im Alter von 60 Jahren mit mäßiger bis schwerer unipolarer Depression untersucht. Die Studie wird durchgeführt an sieben deutschen Zentren (Berlin, Bonn, Freiburg, Köln, Leipzig, Mannheim, Tübingen).

Effekt der Geburtsumgebung auf den Geburtsmodus und das Wohlbefinden von Frauen am Geburtstermin: eine randomisiert kontrollierte Studie (RCT) (BE-UP)

Förderkennzeichen: 01KG1715
Gesamte Fördersumme: 1.109.632 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Dr. Gertrud M. Ayerle
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft
Magdeburger Str. 8
06112 Halle

Effekt der Geburtsumgebung auf den Geburtsmodus und das Wohlbefinden von Frauen am Geburtstermin: eine randomisiert kontrollierte Studie (RCT) (BE-UP)

Es ist weitestgehend bekannt, dass Bewegung während der Geburt sowie eine aufrechte Körperhaltung der Frau die Wahrscheinlichkeit für eine physiologische Geburt des Kindes erhöht. Unbekannt hingegen ist, ob die Gestaltung der Geburtsumgebung die Gebärende bezüglich ihres Drangs sich zu bewegen beeinflusst. Um dieser Frage nachzugehen, wird in zwölf Kliniken jeweils ein Gebärraum räumlich wie folgt verändert: das in der jeweiligen Klinik übliche Gebärbett wird aus dem Sichtfeld der Gebärenden geräumt. Es liegen Matratzen und in Größe und Beschaffenheit verschiedene Kissen auf der Erde. An den Wänden befinden sich Poster, die verschiedene aufrechte Gebärhaltungen abbilden. Der Raum ist zudem mit einer Essecke, der Möglichkeit Snacks und Getränke zuzubereiten, Paravents, indirektem Licht sowie einem DVD Player ausgestattet. Die anderen Gebärräume der jeweiligen Kliniken behalten die für sie übliche Gestaltung bei. Der gewohnte medizinische Standard bleibt in beiden Raummodellen erhalten. Die Wünsche der Frauen werden - angepasst an die geburtshilfliche Situation - zu jeder Zeit berücksichtigt.

Perioperative Versorgung nach hüftgelenknaher Fraktur bei älteren Patienten: eine multizentrische, randomisiert kontrollierte Studie um die Effizienz der Spinalanästhesie versus der Allgemeinanästhesie zu untersuchen

Förderkennzeichen: 01KG1714
Gesamte Fördersumme: 2.193.422 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Mark Coburn
Adresse: Universitätsklinikum Aachen, Klinik für Anästhesiologie
Pauwelsstr. 30
52074 Aachen

Perioperative Versorgung nach hüftgelenknaher Fraktur bei älteren Patienten: eine multizentrische, randomisiert kontrollierte Studie um die Effizienz der Spinalanästhesie versus der Allgemeinanästhesie zu untersuchen

Die Untersuchung der Effizienz einer Spinalanästhesie versus einer Allgemeinanästhesie, bezogen auf die 30-Tage Letalität und auf neu aufgetretene, schwere kardiale und pulmonale Komplikationen nach Hüftfraktur, ist das primäre Ziel von iHOPE. Es besteht ein enormer humanitärer und sozioökonomischer Bedarf, die Qualität und Effizienz der perioperativen Versorgung von Patienten mit Hüftfraktur zu verbessern. Zahlreiche plausible Mechanismen, durch die eine Spinalanästhesie möglicherweise das Outcome nach Hüftfraktur verbessern könnte, wurden identifiziert. Dennoch haben relevante Guidelines und systematische Übersichtsarbeiten große Evidenzlücken aufgezeigt. iHOPE wird die Effizienz zweier weit verbreiteter Standard-Anästhesieverfahren für die Hüftfraktur-OP vergleichen: Standard Spinalanästhesie versus Standard Allgemeinanästhesie. In dieser pragmatischen, multizentrischen, randomisiertkontrollierten Studie ist es das Ziel, alle Patienten älter als 65 Jahre mit akuter Hüftfraktur, die einer operativen Versorgung bedürfen, nach erfolgter schriftlicher Einwilligung, einzuschließen. Das primäre Ziel von iHOPE ist die Untersuchung der Effizienz einer Spinalanästhesie versus einer Allgemeinanästhesie bezogen auf die 30 Tage Letalität und neu aufgetretene, schwere kardiale und pulmonale Komplikationen nach Hüftfraktur. Des Weiteren werden auf den Patienten fokussierte sekundäre Zielparameter erfasst, wie z. B. postoperatives Delirium, Depressionen, Fähigkeit zu laufen, chronischer Schmerz, Gesundheits- und Invaliditäts-Status und gesundheitsbedingte Lebensqualität, die bis zu 365 Tage nach der Operation nachverfolgt werden. iHOPE wird Behandlungsprotokolle verwenden, die der gängigen Praxis der Allgemein- und Spinalanästhesie entsprechen. iHOPE wird Ärzten, Patienten, Beratungsorganisationen und Interessengruppen weitgehende, generalisierbare, klinisch anwendbare Informationen liefern, um das Outcome der Patienten mit Hüftfraktur zu verbessern.

Wirksamkeit von Lichttherapie bei stationär behandelten Jugendlichen mit Depression: Eine doppelblinde, randomisierte kontrollierte klinische Studie (DeLight)

Förderkennzeichen: 01KG1713
Gesamte Fördersumme: 1.795.799 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Dr. Martin Holtmann
Adresse: Ruhr-Universität Bochum, LWL-Universitätsklinik Hamm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatikll
Heithofer Allee 64
59071 Hamm

Wirksamkeit von Lichttherapie bei stationär behandelten Jugendlichen mit Depression: Eine doppelblinde, randomisierte kontrollierte klinische Studie (DeLight)

Depressive Störungen bei Kindern und Jugendlichen zeigen eine hohe Zuwachsrate. Trotz der großen Bedeutung dieser Erkrankung im Kindes- und Jugendalter sind Effektivität und Sicherheit der gängigen pharmako- und psychotherapeutischen Behandlungsansätze immer noch unzureichend untersucht. Daher ist die Prüfung ergänzender Therapien notwendig. Studien an Erwachsenen belegen die Effektivität von morgendlicher Lichttherapie nicht nur bei saisonaler bedingter Depression. Erste eigene kontrollierte Pilot-Studien belegen die Praktikabilität von zwei Wochen Lichttherapie bei stationär behandelten depressiven Jugendlichen. Die Remissionsrate der depressiven Symptome betrug 46.7% nach Lichttherapie und 25.9% in der Kontrollbedingung; wegen der zu kleinen Fallzahl wurde dieser Unterschied nicht signifikant.Die Lichttherapie zeigte signifikant bessere Effekte auf die Schlafqualität und die Normalisierung des Tag-Nacht-Rhythmus.

Phosphodiesterase-5-Inhibition bei Patienten mit kombinierter prä- und postkapillärer pulmonaler Hypertonie durch Herzinsuffizienz mit konservierter Ejektionsfraktion (PASSION): eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie

Förderkennzeichen: 01KG1712
Gesamte Fördersumme: 3.278.218 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2023
Projektleitung: Carmen Schade-Brittinger
Adresse: Philipps-Universität Marburg, FB 20 Medizin und Universitätsklinikum, Koordinierungszentrum für Klinische Studien
Karl-von-Frisch-Str. 4
35037 Marburg

Phosphodiesterase-5-Inhibition bei Patienten mit kombinierter prä- und postkapillärer pulmonaler Hypertonie durch Herzinsuffizienz mit konservierter Ejektionsfraktion (PASSION): eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie

Die PASSION Studie untersucht Wirksamkeit und Sicherheit der Langzeitanwendung von Tadalafil, einem Phosphodiesterase-5 (PDE5)-Inhibitor in Patienten mit kombinierter prä-und postkapillärer pulmonaler Hypertonie (PH) auf dem Boden einer Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (CpcPH-HFpEF). Weltweit ist CpcPH-HFpEF eine der häufigsten Formen der PH mit einer hohen Morbidität und Mortalität. Für diese Erkrankung gibt es bisher keine effektiven Behandlungsmöglichkeiten. Es gibt wirksame Therapien für andere Formen der pulmonalen Hypertonie, aber es ist unklar, ob solche Medikamente auch bei Patienten mit CpcPH-HFpEF sicher und wirksam sind. Dennoch werden PDE5-Inhibitoren weltweit bei diesen Patienten häufig eingesetzt. Da diese Substanzen bereits generisch sind bzw. in Kürze generisch werden, gibt es kein Interesse von Seiten der Industrie, in weitere Studien zu dieser Indikation zu investieren. Die Durchführung einer randomisierten, placebokontrollierten Studie zur langfristigen Beurteilung von Sicherheit und Wirksamkeit von Tadalafil bei Patienten mit CpcPH-HFpEF wird geplant. Der kombinierte primäre Endpunkt umfasst Gesamtmortalität und Krankenhauseinweisungen wegen kardialer Ursachen. Wichtige sekundäre Endpunkte umfassen Nebenwirkungen, Lebensqualität und körperliche Belastbarkeit. Die Studie wird 356 Patienten einschließen.

Verbesserung des funktionellen Ergebnisses für Patienten mit neu diagnostiziertem Grad II oder III-Gliom mit Kodeletion von 1p/19q - IMPROVE CODEL: eine NOA-Studie

Förderkennzeichen: 01KG1605
Gesamte Fördersumme: 2.948.233 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2026
Projektleitung: Prof. Dr. Wolfgang Wick
Adresse: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Neurologische Klinik
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg

Verbesserung des funktionellen Ergebnisses für Patienten mit neu diagnostiziertem Grad II oder III-Gliom mit Kodeletion von 1p/19q - IMPROVE CODEL: eine NOA-Studie

Diffuse Hirntumore gehören weiterhin zu den unheilbaren Erkrankungen mit erheblicher persönlicher und gesellschaftlicher Relevanz. In den letzten Jahren haben wissenschaftliche Untersuchungen zu einem besseren Verständnis der molekularen Besonderheiten dieser Erkrankung geführt. Einfache genetische Tests am Tumorgewebe erlauben die Unterteilung in prognostisch günstigere und ungünstigere Subgruppen. Das Studienvorhaben plant eine Behandlung von Patienten mit molekular günstiger diffuser hirneigener Tumorerkrankung (WHO Grad II und III-Gliome mit 1p und 19q Kodeletion). Die Standardtherapie für diese Patienten besteht seit kurzem aus einer kombinierten Radio-Chemo-Therapie. Diese Radio-Chemo-Therapie besteht aus einer Teilhirnbestrahlung und einer medikamentösen Behandlung mit Procarbazin, Lomustin und Vincristin. Die langjährige Erfahrung mit dieser aggressiven Therapie zeigt, dass die Effektivität für viele Patienten sehr gut ist, Nebenwirkungen den Nutzen der Patienten von dieser Therapie aber limitieren. Diese Nebenwirkungen bestehen aus relevanten neurokognitiven, funktionellen Lebensqualitätseinschränkungen durch die aggressive Therapie. Die aktuelle Studie, die über die Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Krebsgesellschaft (NOA) durchgeführt werden soll, plant die Fokussierung der Primärtherapie auf eine alkylierende Chemotherapie und eine Verzögerung der Radiotherapie oder anderer (z.B. immun-)therapeutischer Maßnahmen im Vergleich zur Standardtherapie. Hauptzielkriterium ist eine Verlängerung der Zeit ohne Progression und ohne die Lebensqualität und Funktion beeinträchtigende Einschränkungen. Zusätzlich wird diese Studie aufgrund der umfangreichen wissenschaftlichen Projekte wesentliche Erkenntnisse der biologischen Besonderheiten und der Weiterentwicklung der Therapie für diese Patientengruppe liefern.

Studie zu Morbus Bechterew: Vergleich einer einfachen TNF-Blocker-Therapie und einer Kombinationstherapie mit NSAR

Förderkennzeichen: 01KG1603
Gesamte Fördersumme: 2.239.418 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2020
Projektleitung: PD Dr. Denis Poddubnyy
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Medizinische Klinik I, Abt. für Gastroenterologie/Infektiologie/Rheumatologie
Hindenburgdamm 30
12203 Berlin

Studie zu Morbus Bechterew: Vergleich einer einfachen TNF-Blocker-Therapie und einer Kombinationstherapie mit NSAR

Morbus Bechterew oder ankylosierende Spondylitis ist eine besondere Form von entzündlichem Rheuma. Sie kann zu Rücken- und Gelenkschmerzen sowie zu einer Versteifung der Wirbelsäule führen. Die Krankheitssymptome werden mit entzündungshemmenden Mitteln behandelt, wie etwa nicht-steroidalen Antirheumatika oder TNF-Blockern. Das Ziel des Vorhabens ist es, die Behandlung von Patienten mit ankylosierender Spondylitis (M. Bechterew) zu optimieren, um die Langzeitprognose dieser Erkrankung zu verbessern. In einer multizentrischen Studie werden zwei Behandlungsstrategien hinsichtlich der Verlangsamung der Progression von Strukturschäden (knöcherner Versteifung) in der Wirbelsäule verglichen: eine einfache Therapie mit dem TNF-Blocker Golimumab und eine Kombinationstherapie aus Golimumab und dem nicht-steroidalen Antirheumatikum Celecoxib. Insgesamt sollten 170 Patienten innerhalb von 18 Monaten an 21 Prüfzentren in Deutschland in die Studie eingeschlossen werden. Eingeschlossene Patienten werden zunächst für drei Monate mit Golimumab behandelt. Diejenigen, die nach drei Monaten ein gutes Ansprechen auf Golimumab zeigen, werden zufällig in eine von zwei Studiengruppen (Golimumab allein oder Golimumab plus Celecoxib) eingeteilt. Der primäre Endpunkt der Studie ist die röntgenologische Progression in der Wirbelsäule in beiden Behandlungsgruppen nach zwei Jahren Therapie. In der Praxis werden nicht-steroidale Antirheumatika bei einer Behandlung mit TNF-Blockern oft abgesetzt, sodass die Effekte einer Kombinationstherapie bis jetzt nicht ausreichend untersucht sind. Es gibt Daten, die belegen, dass nicht-steroidale Antirheumatika nicht nur symptomatisch, sondern auch krankheitsmodifizierend durch die Hemmung der Knochenneubildung in der Wirbelsäule bei der ankylosierenden Spondylitis wirken können.

Randomisiert kontrollierte multizentrische Studie zur Prüfung einer automatischen Regelung des Sauerstoffanteils im Atemgas (FiO2-C) hinsichtlich Sicherheit und Effekt auf Häufigkeit und Schweregrad potentiell durch Hypoxie oder Hyperoxie ausgelöste

Förderkennzeichen: 01KG1602
Gesamte Fördersumme: 5.187.440 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Axel Franz
Adresse: Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Kinder- und Jugendmedizin
Hoppe-Seyler-Str. 1
72076 Tübingen

Randomisiert kontrollierte multizentrische Studie zur Prüfung einer automatischen Regelung des Sauerstoffanteils im Atemgas (FiO2-C) hinsichtlich Sicherheit und Effekt auf Häufigkeit und Schweregrad potentiell durch Hypoxie oder Hyperoxie ausgelöste

Unreife Atemregulation und Lungenfunktion führen bei sehr unreifen Frühgeborenen häufig zu Schwankungen der Sauerstoffsättigung im Blut und damit zu Schwankungen der Sauerstoffversorgung aller Organe. Beobachtungsstudien zeigen, dass die Häufigkeit und die Schwere von Schwankungen der Sauerstoffsättigung mit Häufigkeit bzw. Schweregrad der für Frühgeborene typischen Netzhaut-, Lungen-, und Darmerkrankungen sowie der Sterblichkeit assoziiert sind. Eine automatische Regelung des Sauerstoffanteils im Atemgas (FiO2-C) kann die Häufigkeit und die Schwere von Sauerstoffmangelzuständen vermindern. Die Sicherheit der langfristigen Anwendung dieser Technik ist, ebenso wie ihr Nutzen für die langfristige Entwicklung der Frühgeborenen noch unerforscht. Ziel des Vorhabens ist, Sicherheit und Auswirkung der FiO2-C-Technik bei sehr unreifen Frühgeborenen in einer randomisiert kontrollierten multizentrischen Studie zu prüfen, bevor durch deren Markteinführung Fakten ohne hinreichende Risiko-/Nutzenbewertung geschaffen wurden. Der Arbeitsplan umfasst alle erforderlichen Vorbereitungen zur Durchführung einer klinischen Studie nach höchsten internationalen Standards: Dies umfasst die Entwicklung von Studienprotokoll, Datenbank, Daten Management Plan, Statistischem Analyse Plan und Monitoring-Handbuch zur Sicherung höchster Datenqualität. Es müssen Studienzentren gewonnen werden, die gewährleisten, dass 2.340 sehr unreife Frühgeborene nach Zustimmung durch deren Eltern in die Studie eingeschlossen werden. Diese Frühgeborenen werden dann unter Einhaltung der Leitlinie zur Guten Klinischen Praxis und kontinuierlicher Überwachung der Patientensicherheit nach dem Zufallsprinzip zu einer von zwei Behandlungsgruppen zugeteilt: 1) konventionelle, d.h. allein manuelle Steuerung des Sauerstoffanteils im Atemgas oder 2) FiO2-C zusätzlich zur manuellen Steuerung. Die mittel- und langfristige Entwicklung aller Studienteilnehmer wird anhand standardisierter Zielkriterien erhoben.

Verringerung des Einsatzes von Antibiotika bei unkomplizierten Harnwegsinfekten durch Behandlung mit Uva ursi - eine vergleichende Effektivitätsstudie in hausärztlichen Praxen

Förderkennzeichen: 01KG1601
Gesamte Fördersumme: 1.486.333 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Dr. Ildikó Gágyor
Adresse: Georg-August-Universität Göttingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Zentrum Innere Medizin, Allgemeinmedizin
Humboldtallee 38
37073 Göttingen

Verringerung des Einsatzes von Antibiotika bei unkomplizierten Harnwegsinfekten durch Behandlung mit Uva ursi - eine vergleichende Effektivitätsstudie in hausärztlichen Praxen

Der unkomplizierte Harnwegsinfekt ist ein häufiges Krankheitsbild in der Hausarztpraxis. Nach hausärztlichen Leitlinien wird dieser üblicherweise antibiotisch behandelt. Aufgrund der zunehmenden Resistenzproblematik wird jedoch mehr und mehr gefordert, die Zahl der antibiotischen Verschreibungen gerade im hausärztlichen Bereich so weit als möglich zu reduzieren. Eine alternative Behandlungsmöglichkeit sind pflanzliche Medikamente mit Bärentraubenblätter (Uva ursi)-Extrakt. Die Wirksamkeit dieser Medikamente ist jedoch bislang noch nicht wissenschaftlich belegt. Ziel der geplanten klinischen Studie ist es, die Wirksamkeit von Bärentraubenblätter-Extrakt und dem Antibiotikum Fosfomycin bei unkompliziertem Harnwegsinfekt zu vergleichen. Konkret untersucht die Studie, ob in der Therapie des unkomplizierten Harnwegsinfektes durch eine Behandlung mit Bärentraubenblätter-Extrakt (Interventionsgruppe) im Vergleich zur sofortigen Behandlung mit dem Antibiotikum Fosfomycin (Kontrollgruppe) eine Reduktion des Antibiotikaverbrauchs ohne wesentliche Beeinträchtigung des Symptomverlaufs und der Komplikationsrate erreicht werden kann. Die Studie wird in ca. 36 verschiedenen Hausarzt-Praxen in Norddeutschland durchgeführt. Dabei sollen insgesamt 400 Patientinnen eingeschlossen werden. Sollte sich zeigen, dass Bärentraubenblätter-Extrakt eine Alternative zur antibiotischen Behandlung darstellt, stünde damit eine weitere nicht antibiotische und nicht rezeptpflichtige Therapiemöglichkeit für Frauen mit einem unkomplizierten Harnwegsinfekt zur Verfügung. Nicht erforderliche Antibiotikaverordnungen könnten dadurch weiter eingeschränkt werden.

Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit einer systemischen Hochdosis-Glukokortikoid-Therapie im Vergleich zur Standarddosis-Therapie in der Behandlung des einseitigen akuten idiopathischen Hörsturzes, angewendet als Primärtherapie

Förderkennzeichen: 01KG1427
Gesamte Fördersumme: 1.916.419 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Stefan Plontke
Adresse: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle

Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit einer systemischen Hochdosis-Glukokortikoid-Therapie im Vergleich zur Standarddosis-Therapie in der Behandlung des einseitigen akuten idiopathischen Hörsturzes, angewendet als Primärtherapie

Der Hörsturz ist ein weit verbreitetes Krankheitsbild. Dabei treten plötzlich und ohne erkennbare Ursache Hörprobleme auf, die typischerweise nur eins der beiden Ohren betreffen. Die Betroffenen hören dann deutlich schlechter oder fast gar nichts mehr. Hinzu kommen oftmals Ohrgeräusche ("Tinnitus") und Schwindel. Zur Behandlung des Hörsturzes werden zwar verschiedene Medikamente eingesetzt, deren Wirksamkeit jedoch bislang noch nicht wissenschaftlich belegt ist. Ziel des geplanten Vorhabens ist es, die Wirksamkeit und die Sicherheit der in der deutschen Leitlinie zur Behandlung des Hörsturzes empfohlenen Hochdosis-Steroidtherapie zu untersuchen. Die Studie wird über knapp fünf Jahre an ca. 50 verschiedenen Zentren durchgeführt. Dabei sollen insgesamt 312 Patientinnen und Patienten eingebunden werden. Diese erhalten in der dreiarmigen Studie über mehrere Tage entweder eine hohe Dosis Dexamethason (in Tablettenform) oder eine hohe bzw. eine niedrige Dosis Prednisolon als intravenöse Therapie oder in Tablettenform. An diese Behandlung schließt sich eine insgesamt sechsmonatige Nachbeobachtungsphase an. Über den gesamten Zeitraum sind immer wieder Untersuchungen geplant, bei denen die Hörfähigkeit der Patientinnen und Patienten bewertet wird. Die Ergebnisse sollen zum einen in die Leitlinie zum Hörsturz einfließen und somit einen Beitrag zur Verbesserung der Behandlung der Betroffenen leisten. Zum anderen könnten Mittel im Gesundheitswesen eingespart werden, da bei erfolgreichem Studienausgang die geeignetste Form der Steroidtherapie identifiziert und die sehr kostenintensiven Behandlungen mit Hörhilfen seltener benötigt würden.

Vergleich der Wirksamkeit autologer Knorpelzellen mit autologen Knochenmarkszentrifugaten zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk

Förderkennzeichen: 01KG1426
Gesamte Fördersumme: 1.467.354 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Philipp Niemeyer
Adresse: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Medizinische Fakultät, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
Hugstetter Str. 49
79106 Freiburg

Vergleich der Wirksamkeit autologer Knorpelzellen mit autologen Knochenmarkszentrifugaten zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk

Eine Knorpelverletzung verursacht sowohl während der Bewegung als auch im Ruhezustand Schmerzen und Schwellungen und stellt einen Risikofaktor für das spätere Auftreten einer Arthrose dar. Zur Behandlung dieser Knorpelverletzungen stehen zurzeit mehrere zuverlässige Operationsverfahren zur Verfügung. Ziel dieser klinischen Studie ist es daher, Erkenntnisse darüber zu erhalten, welches Verfahren die bestmögliche Behandlung für Patienten mit Knorpelverletzungen des Knies bietet. Im Rahmen dieser klinischen Studie soll ein etabliertes zweizeitiges Operationsverfahren (die Knorpelzelltransplantation) mit einem neuartigen einzeitigen Operationsverfahren hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit verglichen werden. Patienten mit isoliertem Knorpelschaden werden im Rahmen der vorliegenden Studie mit einem aus Knochenmark während der operativen Versorgung gewonnenen Konzentrat aus mesenchymalen Vorläufern (Bone Marrow Stroma Cells) behandelt. Als Kontrollgruppe dient die bereits seit vielen Jahren etablierte Knorpelzelltransplantation. Diese Behandlung besteht im Gegensatz zur neuen Behandlung aus zwei getrennten Operationen zu unterschiedlichen Zeitpunkten: Nach Entnahme von Knorpelzellen im Rahmen einer Gelenkspiegelung werden diese in einem Labor expandiert und dann im Rahmen einer zweiten Operation transplantiert. Die Gruppenzuteilung erfolgt zufällig. Hauptzielkriterium der Studie ist das klinische Behandlungsergebnis nach 24 Monaten. Der Nachverfolgungszeitraum beträgt fünf Jahre.

Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie mit topischer Trichloressigsäure versus Elektrokauterisation von analen intraepithelialen Neoplasien bei HIV-positiven Patienten (TECAIN) – eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie

Förderkennzeichen: 01KG1425
Gesamte Fördersumme: 1.846.975 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2019
Projektleitung: Dr. Stefan Esser
Adresse: Universität Duisburg-Essen, Universitätsklinikum Essen, Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Hufelandstr. 55
45147 Essen

Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie mit topischer Trichloressigsäure versus Elektrokauterisation von analen intraepithelialen Neoplasien bei HIV-positiven Patienten (TECAIN) – eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie

Die chronische Infektion der Analregion mit Humanen Papillomviren (HPV) kann Analkrebsvorstufen (anale intraepitheliale Neoplasien (AIN)) verursachen, aus denen sich Analkarzinome (AC) entwickeln können. Bei HIV-positiven Patienten finden sich häufig HPV-induzierte AIN und im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein mehr als 30-fach erhöhtes Risiko für die Entstehung eines AC. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung der AIN kann AC verhindern. Deshalb empfehlen Leitlinien für HIV-infizierte Patienten das Screening auf und die Therapie von AIN. Bisher wurden nur wenige klinische Studien zur Therapie der AIN bei HIV-Infizierten veröffentlicht. Eine weniger aufwendige, kostensparende Lokalbehandlung mit Trichloressigsäure (TCA) wäre, im Gegensatz zur Standardtherapie mittels Elektrokauterisation (ECA), auch in einer Arztpraxis ohne Spezialisierung und besondere technische Ausstattung möglich. Ziel der klinischen prospektiv 1:1 randomisierten TECAIN Studie ist die vergleichende Untersuchung der Wirksamkeit und Sicherheit der lokalen TCA-Behandlung mit der operativen ECA in maximal bis zu vier Behandlungssitzungen alle vier Wochen von histologisch gesicherten AIN bei 560 HIV-positiven Patienten nach deren Einwilligung zur Studienteilnahme in neun deutschen proktologischen Zentren, die jährlich etwa 1.850 HIV-Infizierte im Rahmen des Analkrebs-Screenings betreuen. Der Erfolg und die Nebenwirkungen der jeweiligen Therapie wird vier und 24 Wochen nach der letzten Behandlung durch eine hochauflösende Anoskopie mit gezielten Probebiopsien beurteilt.

Kontrollierte Therapiestudie zur Vakzinierung neudiagnostizierter Glioblastompatienten mit Tumorlysat-beladenen, reifen Dendritischen Zellen integriert in die Standardradiochemotherapie

Förderkennzeichen: 01KG1424
Gesamte Fördersumme: 3.135.545 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Michael C. Sabel
Adresse: Universitätsklinikum Düsseldorf, Neurochirurgische Klinik
Moorenstr. 5
40225 Düsseldorf

Kontrollierte Therapiestudie zur Vakzinierung neudiagnostizierter Glioblastompatienten mit Tumorlysat-beladenen, reifen Dendritischen Zellen integriert in die Standardradiochemotherapie

Das Glioblastom ist der häufigste hirneigene Tumor. Trotz kombinierter Therapie aus operativer Entfernung des Tumors, Strahlen- und Chemotherapie liegt das mediane Überleben neudiagnostizierter Patientinnen und Patienten bei 14,6 Monaten mit einer Zweijahresüberlebensrate von 27,2%. Die Impfung mit Dendritischen Zellen ist eine vielversprechende Form aktiver Immuntherapie. Sie zielt darauf ab, das Immunsystem der Erkrankten spezifisch gegen den Tumor zu aktivieren und so eine antitumorale Immunantwort zu induzieren, die letztlich zur Beseitigung der Tumorzellen führen soll. Beim Glioblastom liegen aus zahlreichen kleineren, unkontrollierten Studien ermutigende Ergebnisse vor, weshalb nun in einer multizentrischen, kontrollierten Studie an einem größeren Patientenkollektiv geprüft werden soll, ob die Impftherapie als Zusatz zur Standardtherapie das Überleben der Patientinnen und Patienten gegenüber der Standardtherapie alleine signifikant verbessern kann. Nach der Fertigstellung, Einreichung und Genehmigung des Studienprotokolls und Ethikantrags soll im Oktober 2015 mit der Rekrutierung der Patientinnen und Patienten begonnen werden, die Anfang 2018 abgeschlossen sein wird. Nach einer weiteren Nachbeobachtungszeit von zwei Jahren, kann die abschließende Analyse der Studie, bei der neben dem Überleben auch das Nebenwirkungsprofil und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten ausgewertet werden, bis Juli 2020 abgeschlossen werden. Immunologische Analysen werden die Rekrutierungs- und Nachbeobachtungszeit begleiten. Durch sie soll ein möglicher mechanistischer Zusammenhang zwischen antitumoraler Immunantwort und klinischem Ansprechen abgeklärt werden. Ferner soll geprüft werden, ob für das Ansprechen von Patientinnen und Patienten auf die Therapie prädiktive Parameter definiert und die Zielstrukturen der antitumoralen Immunantwort molekular identifiziert werden können.

Eine randomisierte Phase-III-Studie zum Vergleich von Arsentrioxid (ATO) in Verbindung mit ATRA und Idarubicin versus ATRA in Kombination mit einer Anthracyclin-basierten Chemotherapie (AIDA) bei Patienten mit neu diagnostizierter, akuter Promyelozytenleu

Förderkennzeichen: 01KG1423
Gesamte Fördersumme: 1.955.542 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2022
Projektleitung: Prof. Dr. Uwe Platzbecker
Adresse: Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Medizinische Klinik und Poliklinik I
Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Eine randomisierte Phase-III-Studie zum Vergleich von Arsentrioxid (ATO) in Verbindung mit ATRA und Idarubicin versus ATRA in Kombination mit einer Anthracyclin-basierten Chemotherapie (AIDA) bei Patienten mit neu diagnostizierter, akuter Promyelozytenleu

Die akute Promyelozytenleukämie (APL) ist eine seltene Form der akuten myeloischen Leukämie mit spezifischen klinischen, morphologischen und genetischen Merkmalen. Trotz der zumeist erfolgreichen Erstbehandlung mit all-trans Retinsäure (ATRA) in Kombination mit Idarubicin (AIDA-Regime) erleiden etwa 20 % der APL-Patienten später ein Rezidiv. Zudem ist diese Behandlung mit erheblicher Toxizität assoziiert. Diese ist vor allem auf das erhöhte Infektionsrisiko als Folge der Myelosuppression zurückzuführen. In einer kürzlich von uns durchgeführten randomisierten klinischen Studie mit APL-Patienten ohne Hochrisikomerkmale (Leukozytenwert bei Diagnose = 10 GPt/l, APL0406), die mit einer Therapiekombination von Arsentrioxid (ATO) und ATRA behandelt wurden, ergab sich eine vergleichbare Überlebensrate mit deutlich verringerter Toxizität im Vergleich zur AIDA-basierenden Standardtherapie. Damit ist es erstmalig gelungen, eine Form der Leukämie ohne Chemotherapie zu heilen. Aufgrund dieser Ergebnisse planen wir eine randomisierte klinische Studie zur Behandlung von Patienten mit APL und Hochrisikomerkmalen (Leukozytenwert bei Diagnose > 10 GPt/l) mit einer ATO/ATRA-Kombination und nur niedrig-dosiertem Idarubicin im Vergleich zum aktuellen Standard mit Chemotherapie (AIDA). Es wird erwartet, dass der ATO/ATRA-Behandlungsarm weniger toxisch ist, dies zu einer geringeren behandlungsassoziierten Mortalität führt und sich somit auch die Lebensqualität im Vergleich zum klassischen AIDA-Regime verbessert. Diese klinische Prüfung wird als Europäische Intergroup Studie u.a. in Kooperation mit der italienischen GIMEMA Studiengruppe durchgeführt. Die Umsetzung der beantragten APOLLO-Studie unterteilt sich in drei Projektphasen (Vorbereitung, Datenerhebung/Studiendurchführung und Auswertung), die jeweils in drei bis zehn unterschiedliche Arbeitspakete aufgegliedert werden.

Abgeschlossen

Effekte von Acetyl-DL-Leucin auf zerebelläre Ataxie - eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, plazebo-kontrollierte, 2-Weg-Crossover Phase III Studie

Förderkennzeichen: 01KG1422
Gesamte Fördersumme: 1.044.865 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Strupp
Adresse: Klinikum der Universität München, Campus Großhadern, Neurologische Klinik und Poliklinik
Marchioninistr. 15
81377 München

Effekte von Acetyl-DL-Leucin auf zerebelläre Ataxie - eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, plazebo-kontrollierte, 2-Weg-Crossover Phase III Studie

Bislang existiert für Kleinhirnerkrankungen keine allgemein akzeptierte, effektive Therapie. Bei Acetyl-DL-Leucin handelt es sich um eine modifizierte Aminosäure. Elektrophysiologische Messungen zeigten einen Effekt des Medikaments auf eine spezifische Gruppe von Nervenzellen, die im Gehirn für den Gleichgewichtssinn zuständig sind. Als möglicher Wirkmechanismus wird postuliert, dass durch Einlagerung in die Zellmembran eine Normalisierung der elektrischen Spannung über die Zellmembran erreicht wird. In einer eigenen Vorarbeit mit 13 Patienten, die Acetyl-DL-Leucin über jeweils eine Woche in einer Dosierung von 5 g täglich erhielten, zeigten sich positive Effekte im Hinblick auf die verwendeten Ataxie-Scores. Dabei zeigte sich eine Besserung der Ataxie-Symptome ohne wesentliche Nebenwirkungen und somit mit gutem Nutzen-Risiko-Profil. Diese Effekte sollen nun in einer placebokontrollierten Studie bestätigt und überprüft werden. Die in der geplanten Studie zu untersuchenden Patienten leiden allesamt an einer chronischen Erkrankung, welche langsam fortschreitet. Die geplante Studie dient dem Nachweis der Wirksamkeit der symptomatischen Therapie. Ein wesentliches Voranschreiten der Krankheit ist innerhalb der geplanten Studiendauer nicht zu erwarten, weshalb für die Studie ein Crossover-Design vorgesehen ist, wobei jeder Patient als eigene Kontrolle dient. Im Rahmen der Studie erhalten Patienten, auf welche die Einschlusskriterien zutreffen, in einem Cross-Over-Design placebokontrolliert Acetyl-DL-Leucin bzw. Placebo über jeweils sechs Wochen mit einer vierwöchigen "Auswasch-Phase". Untersucht werden als primäre Endpunkte die Ataxie-Scores (SARA, SCAFI) jeweils zu den Studienterminen. Sekundäre Endpunkte sind der Einfluss der Medikation auf die Lebensqualität sowie die Untersuchung der Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen unter der Medikation im Vergleich zu Placebo.

Randomisierte kontrollierte klinische Studie zur Wirksamkeit einer Internet-basierten Verhaltenstherapie von Patientinnen und Patienten mit Tic-Störungen

Förderkennzeichen: 01KG1421
Gesamte Fördersumme: 1.133.569 EUR
Förderzeitraum: 2015 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Kirsten Müller-Vahl
Adresse: Medizinische Hochschule Hannover, Zentrum für Seelische Gesundheit, Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

Randomisierte kontrollierte klinische Studie zur Wirksamkeit einer Internet-basierten Verhaltenstherapie von Patientinnen und Patienten mit Tic-Störungen

Das Gilles de la Tourette-Syndrom (Tourette-Syndrom) ist eine chronisch verlaufende neuropsychiatrische Erkrankung, die durch motorische und vokale Tics gekennzeichnet ist, das heißt, plötzlich auftretende, schnelle Bewegungen einzelner Muskeln und Lautäußerungen oder das Aussprechen von Wörtern und Sätzen. Tics sind unwillkürlich und können allenfalls kurzzeitig unterdrückt werden. Sie führen oft zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Bisher galt die medikamentöse Behandlung von Tics als Therapie der 1. Wahl. Allerdings sind alle gebräuchlichen Substanzen nicht für diese Indikation zugelassen und rufen häufig erhebliche Nebenwirkungen hervor. Nachdem jüngst gezeigt werden konnte, dass eine Verhaltenstherapie mit "Comprehensive Behavioral Intervention for Tics (CBIT)" ebenfalls zu einer Tic-Reduktion von 30-40% führt, wird nunmehr - vor dem Einsatz von Medikamenten - zunächst eine Verhaltenstherapie empfohlen. Patienten in Deutschland haben allerdings kaum Zugang zu dieser wirksamen Behandlung, weil qualifizierte Therapeuten fehlen. Ziel dieser Studie ist es zu zeigen, dass CBIT alternativ auch Intern-basiert (iCBIT) - völlig unabhängig von einem Therapeuten - erfolgreich angewendet werden kann. Sollte sich iCBIT als wirksam erweisen, stünde in Deutschland eine effektive Therapie für Patienten mit Tourette-Syndrom zur Verfügung, die jederzeit verfügbar wäre und zudem höchst kosteneffizient ist. Im Rahmen einer Deutschland weiten, multizentrischen (n=6), randomisierten, kontrollierten, einfach blinden Studie soll die Wirksamkeit von iCBIT im Vergleich zu einer internet-basierten Psychoedukation mit Entspannungstraining nachgewiesen werden. Das internet-basierte Therapieprogramm beinhaltet acht Therapiesitzungen über zehn Wochen analog dem ursprünglichen Therapiekonzept CBIT nach Woods et al. Innerhalb von 24 Monaten sollen 160 erwachsene Patienten mit Tourette-Syndrom und anderen chronischen Tic-Störungen in die Studie eingeschlossen werden.

Abgeschlossen

Randomisierte kontrollierte Studie zur Dekolonisierung von ESBL-positiven Bakterien im Darm zur Infektionsprävention

Förderkennzeichen: 01KG1309
Gesamte Fördersumme: 434.846 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Winfried Kern
Adresse: Universitätsklinikum Freiburg, Innere Medizin II - Infektiologie
Hugstetter Str. 55
79106 Freiburg

Randomisierte kontrollierte Studie zur Dekolonisierung von ESBL-positiven Bakterien im Darm zur Infektionsprävention

In den letzten Jahren haben Infektionen des Darms mit Krankenhauskeimen weltweit stark zugenommen. Besonders gefährlich sind dabei solche Bakterien, die die gängigsten Antibiotika unwirksam machen können, sogenannte ESBL (Extended Spectrum beta-Lactamasen)-bildende Bakterien. Sie gefährden vor allem Patienten, deren Immunsystem durch eine chronische Erkrankung geschwächt ist. Bislang gibt es keine effektive Strategie zur Eindämmung dieser Epidemie. Ziel dieser Studie ist, zu untersuchen, ob die Bekämpfung von ESBL-bildenden Bakterien durch eine medikamentöse Behandlung effektiver ist als das Beobachten und Abwarten ohne Behandlung. Die Ergebnisse werden wichtig sein, um bessere Strategien gegen die Bekämpfung von multiresistenten Bakterien zu entwickeln. Im Rahmen der Studie erhalten Patienten über drei Wochen eine Kombination aus zwei oralen nicht-absorbierbaren Antibiotika, Colistin und Rifaximin. Die Kontrollgruppe bekommt keine medikamentöse Behandlung. An die 3-wöchige Behandlung schließt sich ein 9-wöchiges follow-up an. Über den gesamten Zeitraum sind immer wieder mikrobiologische Untersuchungen geplant, bei denen auf ESBL-bildende Bakterien untersucht wird. Die Studie wird über 36 Monate an 20 verschiedenen Zentren durchgeführt. Dabei sollen 174 Patienten eingebunden werden.

Definierte Dauer einer Nukleosidanaloga-Therapie bei HBEAG-negativen Patienten mit chronischer Hepatitis B: eine randomisierte Studie (STOP-NUC)

Förderkennzeichen: 01KG1308
Gesamte Fördersumme: 1.132.345 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2020
Projektleitung: Dr. Florian van Bömmel
Adresse: Universität Leipzig, Klinik und Poliklinik für Gastroenterologie und Rheumatologie
Liebigstr. 20
04103 Leipzig

Definierte Dauer einer Nukleosidanaloga-Therapie bei HBEAG-negativen Patienten mit chronischer Hepatitis B: eine randomisierte Studie (STOP-NUC)

Mit etwa 350 Millionen chronisch infizierten Menschen ist die Hepatitis B weltweit eine der häufigsten Virusinfektionen. Die Therapie einer chronischen Hepatitis B ist schwierig, meist ist keine vollständige Heilung zu erwarten. Die Patientinnen und Patienten müssen also in vielen Fällen ein Leben lang Medikamente einnehmen. Diese Medikamente sind jedoch mit belastenden Nebenwirkungen und hohen Kosten für das Gesundheitssystem verbunden. In der Behandlung HBe-Antigen (HBeAg) negativer Patientinnen und Patienten mit chronischer Hepatitis B wird das oberste Behandlungsziel, der Verlust der HBs-Antigens (HBsAg), nur in weniger als 1% der Fälle erreicht. Daher benötigen die meisten Erkrankten eine lebenslange Therapie mit Nukleos(t)id-Analoga (NUC). Ziel des Vorhabens ist die Evaluation eines innovativen Behandlungskonzeptes, nämlich einer Therapie mit NUC mit zeitlich begrenzter Dauer im Vergleich zur bisher empfohlenen lebenslangen Therapie. Nach einer Phase der Studienvorbereitung sollen 160 Patienten in ca. 20 Prüfzentren eingeschlossen werden. Die Patienten werden zu Beendigung bzw. Weiterführung der NUC-Therapie randomisiert. Dann werden über zwei Jahre regelmäßig die relevanten virologischen, biochemischen und klinischen Parameter beobachtet. Sollte es bei einem Patienten nach Beendigung der Therapie zu einer Verschlechterung der Parameter kommen, erfolgt umgehend eine Wiederaufnahme der NUC-Therapie. Die Studie endet mit der Auswertung und der Publikation der Ergebnisse.

Randomisierte, plazebo-kontrollierte multizentrische Studie zur antisuizidalen Wirksamkeit von Lithium (+ TAU) bei depressiven Patienten mit suizidalen Gedanken und/oder suizdialem Verhalten

Förderkennzeichen: 01KG1307
Gesamte Fördersumme: 924.332 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Bauer
Adresse: Technische Universität Dresden, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Randomisierte, plazebo-kontrollierte multizentrische Studie zur antisuizidalen Wirksamkeit von Lithium (+ TAU) bei depressiven Patienten mit suizidalen Gedanken und/oder suizdialem Verhalten

Das Ziel dieser Studie ist es, die Frage zu beantworten, ob die Behandlung mit Lithium bei suizidalen Patienten mit affektiven Störungen (Major depressive disorder, uni-/bipolare Störung gemäß DSMIV) zur akuten Verringerung suizidalen Verhaltens (inkl. Gedanken) führt. Es soll die Hypothese getestet werden, dass eine Lithiumbehandlung (+ Treatment as usual = TAU) verglichen mit einer Plazebobehandlung (+TAU) bei stationär behandelten Patienten mit depressiver Episode zu einer signifikant stärkeren Verringerung von suizidalen Gedanken und/oder Verhalten über fünf Wochen führt. Dazu wird die Änderung der fremdgerateten Sheehan-Suicidality Tracking Scale (S-STS) zwischen Beginn und Ende (fünf Wochen) der Behandlung gemessen und innerhalb der beiden Behandlungsgruppen verglichen. In die Prüfung werden insgesamt 254 Patienten (Haupteinschlusskriterium: Vorliegen eines mindestens mäßiggradig schweren depressiven Syndroms sowie von akuter Suizidalität) davon 127 in jeden Behandlungsarm eingeschlossen. Die geplante Rekrutierungsdauer beträgt 36 Monate, die Studiendauer pro Patient beträgt fünf Wochen (+1 Woche Follow up). Folgende psychometrische Skalen werden zur Untersuchung der primären und sekundären Zielgrößen verwendet: S-STS, HAM-A, MADRS, YMRS, CGI, BIS, C-SSRS. Die Erhebung der fremdgerateten Skalen erfolgt wöchentlich. Daneben erfolgen regelmäßige Blutuntersuchungen zur Bestimmung des Lithium-Serumspiegels.

Behandlung der Optikusneuritis mit Erythropoietin

Förderkennzeichen: 01KG1306
Gesamte Fördersumme: 203.620 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Wolf Lagrèze
Adresse: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Medizinische Fakultät Augenklinik
Killianstr. 5
79106 Freiburg

Behandlung der Optikusneuritis mit Erythropoietin

In einer Pilotstudie an Patienten mit Sehnerventzündung wurde kürzlich gezeigt, dass eine dreitägige intravenöse Gabe von Erythropoietin das Absterben von Nervenzellen reduzieren kann. Daher wird nun eine klinische Studie (Phase II) mit 100 Patienten mit Sehnerventzündung durchgeführt, in welcher verblindet und zufällig zugeteilt entweder Plazebo oder Erythropoietin gegeben wird. Diese Behandlung erfolgt zusätzlich zur Standardtherapie mit Methylprednisolon. Innerhalb von sechs Monaten werden danach mehrfach Sehfunktion sowie Nervenzell- und Nervenfasergehalt der Netzhaut berührungsfrei gemessen. Ein positiver Ausgang dieser klinischen Studie wäre nicht nur ein Beweis für einen klinisch wirksamen Schutz des Sehnervs, sondern würde bestehende Konzepte der Therapie der Multiplen Sklerose (MS) sinnvoll ergänzen. Im Rahmen der TONE-Studie erhalten die Patienten parallel zur leitlinienkonformen Standardtherapie mit hochdosiertem Methylprednisolon entweder Plazebo oder über drei Tage jeweils 30.000 Einheiten Erythropoietin intravenös. Zu Beginn sowie einen, vier und sechs Monate nach Einschluss des Patienten in die Studie werden die oben erwähnten Messungen durchgeführt. An die verblindete 6-monatige Studienphase schließt sich eine unverblindete 1,5-jährige Phase an, zu deren Ende die Patienten erneut nach obigem Schema untersucht werden. Hierbei wird insbesondere neben den augenheilkundlichen Messparametern der neurologische Status der Patienten besonders im Hinblick auf 1) einen Übergang eines ersten klinisch isolierten Syndroms zur klinisch definierten MS oder 2) dem Voranschreiten einer MS von Interesse sein.

Abgeschlossen

Wirksamkeit von Aprepitant bei Histamin-refraktärem chronischen Pruritus: randomisierte, doppelblinde, Plazebo-kontrollierte, crossover Phase II Multizenterstudie (APREPRU)

Förderkennzeichen: 01KG1305
Gesamte Fördersumme: 679.267 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Sonja Ständer
Adresse: Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten
Von-Esmarch-Str. 58
48149 Münster

Wirksamkeit von Aprepitant bei Histamin-refraktärem chronischen Pruritus: randomisierte, doppelblinde, Plazebo-kontrollierte, crossover Phase II Multizenterstudie (APREPRU)

Chronischer Juckreiz (Pruritus) ist ein häufiges und die Lebensqualität schwer beeinträchtigendes Symptom. Derzeitige Therapien zeigen geringe Wirksamkeit; neue Therapiemöglichkeiten werden dringend benötigt. Ziel des Vorhabens ist es, die juckreizlindernden Eigenschaften des Neurokinin 1-Rezeptor-Antagonisten "Aprepitant" anhand einer hochqualitativen Phase II Studie in einem randomisierten, Plazebo-kontrollierten Design bei Patienten mit chronischem Juckreiz zu demonstrieren. Das Medikament "Aprepitant", das die Wirkung des Neuropeptids Substanz P blockiert und so das Jucken unterdrückt, wurde bereits bei über 100 Patienten mit überzeugendem Erfolg angewandt. Bis heute fehlt jedoch ein Vergleich der Wirkung von "Aprepitant" mit einer nur mit Plazebo behandelten Patientengruppe. In vier nationalen Expertenzentren sollen Patienten mit "Aprepitant" und Plazebo im sogenannten cross-over Design behandelt werden. Nach einer 4-wöchigen Auswaschphase wird der Patient einer Behandlungsgruppe zugeteilt und erhält entweder 80 mg Aprepitant oder Plazebo für vier Wochen. Nach einer einwöchigen Pause folgt eine zweite Behandlungsphase mit dem jeweils anderen Präparat (Plazebo oder 80 mg Aprepitant) für vier Wochen. Während der Studie wird vom Patienten mehrfach die Intensität und Qualität des Pruritus, der Therapienutzen und die Lebensqualität beurteilt. Regelmäßige Visiten, körperliche Untersuchungen und Blutanalysen sollen die Wirksamkeit, Nebenwirkungen und Sicherheit von "Aprepitant" überwachen.

Abgeschlossen

EVITA-Studie: Effekt einer zusätzlichen Therapie mit Vitamin D bei Vitamin-D-insuffizienten Patienten mit schwergradigem Asthma

Förderkennzeichen: 01KG1304
Gesamte Fördersumme: 856.439 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2017
Projektleitung: Prof. Roland Buhl
Adresse: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz III., Medizinische Klinik und Poliklinik
Langenbeckstr. 1
55131 Mainz

EVITA-Studie: Effekt einer zusätzlichen Therapie mit Vitamin D bei Vitamin-D-insuffizienten Patienten mit schwergradigem Asthma

Asthma ist eine sehr häufige Ursache von Luftnot. In Deutschland sind 10% aller Kinder und 5% aller Erwachsenen betroffen. Patienten mit schwerem Asthma sind auf die Einnahme hoher Dosen Kortison angewiesen, zur Inhalation und oft auch als Tablette, um ihre Asthma-Beschwerden zu lindern. Gerade bei diesen Patienten besteht häufig auch ein Vitamin D-Mangel. Vitamin D erfüllt im Körper viele wichtige Immunfunktionen, u.a. soll es das Ansprechen auf eine Behandlung mit Kortison verbessern. Die EVITA-Studie untersucht Patienten mit schwerem Asthma und prüft über 24 Wochen, ob die Behandlung eines Vitamin D-Mangels durch Einnahme eines Vitamin D-Präparates einen günstigen Einfluss auf das Asthma hat. Die Patienten erhalten während der Studie zusätzlich zu den normalen Asthma-Medikamenten entweder Vitamin D oder ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff (Plazebo). Zur Beurteilung der Wirksamkeit der Behandlung mit Vitamin D wird u. a. untersucht, ob sich der Vitamin D-Mangel und die Asthma-Beschwerden bessern und ob sogar eine Weiterbehandlung mit einer geringeren Kortison-Dosis möglich ist. Falls sich diese Annahme bestätigt, wäre dies von großer Bedeutung für die Asthma-Behandlung. Multizentrische, randomisierte, placebo-kontrollierte klinische Studie über sechs Monate.

DIGIT-HF, Digitalis zur Verbesserung der Gesamtmortalität und Hospitalisierung aufgrund einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz bei Patienten mit fortgeschrittener, chronischer, systolischer Herzinsuffizienz (Stadium NYHA III-IV)

Förderkennzeichen: 01KG1303
Gesamte Fördersumme: 3.172.930 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2019
Projektleitung: Dr. Udo Bavendiek
Adresse: Medizinische Hochschule Hannover, Abt. Kardiologie und Angiologie
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

DIGIT-HF, Digitalis zur Verbesserung der Gesamtmortalität und Hospitalisierung aufgrund einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz bei Patienten mit fortgeschrittener, chronischer, systolischer Herzinsuffizienz (Stadium NYHA III-IV)

Die chronische Herzinsuffizienz ist eine Hauptursache für die Sterblichkeit und Erkrankungsrate weltweit, die häufigste Ursache für Krankenhausaufnahmen in Deutschland, und verursacht trotz der Therapiefortschritte eine schlechte Lebensqualität und Prognose. Das Herzglykosid Digitoxin besitzt aufgrund der aktuellen Datenlage wahrscheinlich deutliche Vorteile in der Behandlung der Herzinsuffizienz verglichen mit dem überwiegend verwendeten Herzglykosid Digoxin, für welches eine prognostische Bedeutung nicht geklärt ist. Bisher nicht existente, klinische Studien mit Wirknachweis von Digitoxin auf klinische Endpunkte bei Herzinsuffizienz wären von enormer gesundheitlicher und gesundheits-ökonomischer Bedeutung. Wir wollen daher untersuchen, ob Digitoxin die Gesamtsterblichkeit und Krankenhausaufnahmen aufgrund einer zunehmenden Herzinsuffizienz bei Patienten mit fortgeschrittener, chronischer, systolischer Herzinsuffizienz senkt. Es werden insgesamt 2.190 Patienten (>35 klinische Zentren) eingeschlossen. Alle Patienten erhalten eine standardisierte, leitliniengerechte Herzinsuffizienztherapie und zusätzlich zufällig zugeteilt in einem doppel-verblindeten Ansatz Digitoxin oder Placebo in Tablettenform über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten und maximal 48 Monaten. Während dieser Behandlung erfolgen Kontrollvisiten 6 (und ggf. 12) Wochen sowie alle 6 Monate nach Beginn der Studienmedikation und es wird das Auftreten der Studienendpunkte dokumentiert und biometrisch analysiert.

Abgeschlossen

Anti-inflammatorische pulmonale Therapie mit Amitriptylin und Placebo bei Mukoviszidose-Patienten – eine Parallelgruppen-Studie der Phase III

Förderkennzeichen: 01KG1302
Gesamte Fördersumme: 839.620 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2018
Projektleitung: Dr. Andreas Hector
Adresse: Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Kinder- und Jugendmedizin
Hoppe-Seyler-Str. 1
72076 Tübingen

Anti-inflammatorische pulmonale Therapie mit Amitriptylin und Placebo bei Mukoviszidose-Patienten – eine Parallelgruppen-Studie der Phase III

Dies ist eine placebokontrollierte Behandlungsstudie der Phase III an Mukoviszidose-Patienten. Es werden 51 Patienten mit 2 x 25 mg Amitriptylin täglich über einen Zeitraum von 16 Wochen behandelt. Es werden zum Vergleich ebenfalls 51 Patienten mit 2 x 25 mg Placebo (Maisstärke) täglich über einen Zeitraum von 16 Wochen behandelt. Ziel der Studie ist die Senkung der Entzündung in der Lunge und dabei eine Verbesserung der Lungenfunktion um 4% zum Ausgangswert in der Behandlungsgruppe Amitriptylin nach acht Wochen Therapie. Sekundäre Zielparameter sind weitere Lungenfunktionsparameter auch nach 16 Wochen Therapie; die Ceramid-, Zytokin-, und Granulozytenkonzentration im Sputum; die Bakteriendichte im Sputum und die Exzerbationshäufigkeit unter den beiden Therapiearmen. Zudem soll die Lebensqualität mittels eines standardisierten Fragebogens (CFQR) abgefragt werden. Sowohl das Votum der Ethikkommission der Universität Tübingen (federführend) als auch das Votum des BfArM sind Voraussetzungen, um die Studie nach GCP-Richtlinien durchführen zu dürfen. Das Ziel der Studie ist der Nachweis, daß das Medikament Amitriptylin zur antiinflammtorischen pulmonalen Behandlung bei Mukoviszidose tauglich ist. Im Verlauf der Studie werden Sicherheitsdaten (UEs, SUEs) über das Medikament gesammelt und nach einem und zwei Jahren der Therapie mit dem DSMB diskutiert und an die Behörden gemeldet. Effektdaten (FEV1) werden analog des statistischen Plans nach 102 Patienten berechnet.

Randomisierte, kontrollierte, multizentrische Therapiestudie zur Initialtherapie der Erstmanifestation des idiopathischen nephrotischen Syndroms im Kindesalter mit Mycophenolatmofetil versus Prednison (INTENT Studie)

Förderkennzeichen: 01KG1301
Gesamte Fördersumme: 2.018.203 EUR
Förderzeitraum: 2014 - 2021
Projektleitung: Dr. Burkhard Tönshoff
Adresse: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Klinik Kinderheilkunde I
Im Neuenheimer Feld 153
69120 Heidelberg

Randomisierte, kontrollierte, multizentrische Therapiestudie zur Initialtherapie der Erstmanifestation des idiopathischen nephrotischen Syndroms im Kindesalter mit Mycophenolatmofetil versus Prednison (INTENT Studie)

Das idiopathische nephrotische Syndrom im Kindealter ist eine seltene und in circa 65% der Fälle wiederkehrende Erkrankung. Sie wird durch die Kombination aus großer Eiweißausscheidung über den Urin und einem Mangel an Eiweiß im Blut, welcher meist zu Wassereinlagerungen im Gewebe führt, gekennzeichnet. Nach den aktuellen Leitlinien wird das erste Auftreten dieser Erkrankung über 12 Wochen mit einer hohen Dosis an dem Immunsuppressivum Prednison behandelt. Diese wirksame Therapie ist mit einer hohen Nebenwirkungsrate assoziiert: Gewichtszunahme, Erhöhung des kardiovaskulären Risikos und psychische Nebenwirkungen. Die Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie hat ein neues Therapieprotokoll entwickelt und möchte prüfen, ob es genauso effektiv ist, gleichzeitig jedoch weniger Nebenwirkungen aufweist. Dafür wurde die Substanz Mycophenolatmofetil gewählt, da diese Kinder mit einem häufig wiederkehrenden nephrotischen Syndrom effektiv in Remission hält. Insgesamt sollen 400 Kinder, die eine Erstmanifestation eines nephrotischen Syndroms haben, in diese Studie eingeschlossen und für 24 Monate nachbeobachtet werden. Hierbei werden mögliche Rückfälle und Nebenwirkungen dokumentiert. Mit dem Einschluss des ersten Patienten beginnt die Rekrutierungsphase. Die Rekrutierungsphase der Patienten erfolgt aufgrund der Seltenheit der Erkrankung über einen Zeitraum von 36 Monaten. Der Zeitraum first patient in bis last patient out wird auf 63 Monate veranschlagt.

Abgeschlossen

Neoadjuvante Radiochemotherapie für resezierbare, nicht metastasierte Adenokarzinome des Pankreaskopfes (NEOPA)

Förderkennzeichen: 01KG1208
Gesamte Fördersumme: 1.158.619 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Jakob R. Izbicki
Adresse: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie
Martinistr. 52
20251 Hamburg

Neoadjuvante Radiochemotherapie für resezierbare, nicht metastasierte Adenokarzinome des Pankreaskopfes (NEOPA)

Die Überlebensrate bei der häufigsten Form des Pankreaskrebses, dem duktalen Adenokarzinom, ist nach wie vor schlecht. In der Regel liegt die Rate der Patienten, die fünf Jahre nach Diagnosestellung noch am Leben sind bei ca. 5%. Durch eine alleinige Operation kann in der Regel keine Heilung erreicht werden, es entstehen häufig frühzeitige Rezidive im Bereich des Operationsgebietes sowie die Ausbildung von Fernmetastasen (v.a. Lunge, Leber, Bauchfell). Die Standardbehandlung besteht aktuell aus einer operativen Entfernung des Tumors mit nachfolgender Chemotherapie. Ob neben der Operation eine zusätzliche Kombinationstherapie aus Strahlen- und Chemotherapie zu einem verbesserten Langzeitüberleben bei Patienten führt ist bislang durch Studien nicht belegt. Ziel dieser Studie ist zu untersuchen, inwieweit eine kombinierte Strahlen- /Chemotherapie, verabreicht vor einer Operation, das Gesamtüberleben bei Patienten mit einem Pankreaskarzinom verbessert. Die primäre Zielgröße ist eine Verbesserung der 3-Jahresüberlebensrate von 30% auf 42%. Es werden zwei Gruppen mit jeweils 205 Patienten gebildet. In der Kontrollgruppe werden Patienten direkt operiert und erhalten im Anschluss eine Chemotherapie, die Behandlungsgruppe erhält vor der Operation eine kombinierte Strahlen-/Chemotherapie gefolgt von einer Operation. Als Medikament zur präoperativen Chemotherapie wird Gemcitabin verwendet. Die Patienten werden zufällig einem der beiden Studienarme zugelost (randomisiert).

Abgeschlossen

Hochdosis-Chemotherapie und autologe Stammzelltransplantation oder konsolidierende konventionelle Chemotherapie bei primären ZNS-Lymphomen (MATRix) – eine randomisierte Phase III-Studie

Förderkennzeichen: 01KG1207
Gesamte Fördersumme: 1.708.240 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2018
Projektleitung: Prof. Dr. Gerald Illerhaus
Adresse: Klinikum Stuttgart, Stuttgart Cancer Center SCC, Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl
Kriegsbergstr. 60
70174 Stuttgart

Hochdosis-Chemotherapie und autologe Stammzelltransplantation oder konsolidierende konventionelle Chemotherapie bei primären ZNS-Lymphomen (MATRix) – eine randomisierte Phase III-Studie

Das Ziel dieser Studie ist es, die Behandlung von Patienten unter 70 Jahren mit primär zerebralen Lymphomen zu optimieren. Aufbauend auf unseren bisherigen Studienergebnissen steht aktuell die Frage nach dem Stellenwert der Hochdosis - Chemotherapie im Vergleich zu einer konventionellen Konsolidierung an. In der multizentrischen Phase III Studie werden die beiden Therapiestrategien verglichen. Alle Patienten werden mit vier Zyklen einer intensivierten Induktionstherapie mit Methotrexat, Cytarabin, Thiotepa und Rituximab (MATRix) behandelt. Für Patienten, die auf die Induktionstherapie im Sinne einer partiellen oder kompletten Remission ansprechen, erfolgt die Randomisierung zwischen einer Hochdosis-Chemotherapie mit BCNU und Thiotepa gefolgt von einer autologen Stammzelltransplantation und einer konventionellen Konsolidierung mit Dexamethason, VP-16, Carboplatin (DeVIC). Mit der Therapie nach dem DeVIC-Protokoll steht ein nicht kreuzresistentes sehr gut liquorgänges Chemotherapie-Protokoll zur Verfügung, von dem man sich einen konsolidierenden Effekt verspricht. Stammzellsammlung erfolgt in beiden Armen nach dem zweiten Zyklus MATRix. Primärer Endpunkt ist das Event-Free-Survival (EFS), sekundäre Endpunkte sind die Rate an kompletten Remissionen nach jeder Behandlung, Toxizität und behandlungsassoziierte Mortalität.

ABACOPD-Studie - Randomisierte, doppelblinde, Plazebo-Kontrollierte Studie um nachzuweisen, dass Antibiotika bei moderaten akuten Exazerbationen einer COPD nicht benötigt werden

Förderkennzeichen: 01KG1206
Gesamte Fördersumme: 1.040.280 EUR
Förderzeitraum: 2012 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Gernot Rohde
Adresse: CAPNETZ STIFTUNG, Geschäftsstelle Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover

ABACOPD-Studie - Randomisierte, doppelblinde, Plazebo-Kontrollierte Studie um nachzuweisen, dass Antibiotika bei moderaten akuten Exazerbationen einer COPD nicht benötigt werden

Vorrangiges Studienziel ist es, unnötige Antibiotikaverordnungen, welche maßgeblich zur Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen in der Bevölkerung beitragen, zu reduzieren. Dabei soll demonstriert werden, dass es keine signifikante Zunahme von Therapieversagen bei Patienten mit moderater Exazerbation der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) gibt, wenn kein Antibiotikum zusätzlich zur Standardtherapie gegeben wird. Es werden insgesamt 980 Patienten in über 20 deutschen Kliniken rekrutiert. Alle Patienten erhalten eine Standardtherapie und werden in einen Plazebo- oder einen Antibiotika-Arm randomisiert, therapiert und bis zu 52 Wochen beobachtet. CAPNETZ ist für die Studienkoordination, die CRF-Erstellung und das Datenmanagement verantwortlich. Es unterstützt mit seiner etablierten Infrastruktur die erfolgreiche Durchführung der Studie. Die klinischen Zentren des CAPNETZs und weitere Kliniken bereits etablierter Vorhaben wie PROGRESS und COSYCONET werden die Patientenrekrutierung sicher stellen. Das klinische Studienzentrum der MHH, HCTC - Hannover Clinical Trial Center, wird als Sponsor das Monitoring der Studie übernehmen. Das SAE-Management und die biometrische Unterstützung nehmen Abteilungen der MHH vor. Die Prüfmedikation wird in der Apotheke der Universität Ulm hergestellt.

Abgeschlossen

Wirksamkeit und Sicherheit von oralem Prednison als Add-on Therapie in der prophylaktischen Behandlung von Cluster Kopfschmerz: eine randomisierte, placebo-kontrollierte Parallelstudie

Förderkennzeichen: 01KG1205
Gesamte Fördersumme: 536 EUR
Förderzeitraum: 2012 - 2018
Projektleitung: Dr. Mark Obermann
Adresse: Universität Duisburg-Essen, Universitätsklinikum Essen, Klinik für Neurologie
Hufelandstr. 55
45147 Essen

Wirksamkeit und Sicherheit von oralem Prednison als Add-on Therapie in der prophylaktischen Behandlung von Cluster Kopfschmerz: eine randomisierte, placebo-kontrollierte Parallelstudie

Cluster-Kopfschmerzen sind durch unerträgliche einseitige Kopfschmerzattacken charakterisiert. Aufgrund starker Schmerzen können Patienten meist nicht ruhig liegen oder sitzen, sondern müssen aufstehen und umhergehen. Die Selbstmordrate bei Patienten mit Cluster-Kopfschmerzen ist deutlich höher als in der Normalbevölkerung, weil viele Betroffene die regelmäßigen Schmerzen nicht aushalten können. Die Kopfschmerzattacken treten zumeist mehrmals pro Tag über einen Zeitraum von mehreren Wochen auf. Gefolgt werden die Kopfschmerzphasen von kopfschmerzfreien Zeiträumen, die Wochen bis Jahre andauern können. Die Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen gestaltet sich häufig schwierig. Es gibt verschiedene Therapien zur Behandlung akuter Kopfschmerzattacken. Zusätzlich wird oft mit einer prophylaktischen Medikation (z. B. mit Verapamil) begonnen, die weitere Attacken verhindern und die Kopfschmerzepisoden beenden soll. Allerdings setzt die Wirkung dieser prophylaktischen Medikamente oft erst nach 10 bis 14 Tage ein. Aus diesem Grund wird häufig Prednison als zusätzliche Medikation eingesetzt, um diese ersten Tage zu überbrücken, allerdings basiert der Wirksamkeitsnachweis für Prednison bis zum jetzigen Zeitpunkt auf wenigen zumeist unkontrollierten Studien und Fallbeschreibungen. Daher besteht eine große Notwendigkeit zu einem belastbaren Nachweis der Wirksamkeit von Prednison in der initialen Therapiephase. Ziel der vorliegenden Studie ist die Erfassung der klinischen Wirksamkeit und Sicherheit von Prednison im Vergleich zu Placebo bei der Behandlung von chronischen Cluster-Kopfschmerzen als zusätzliche Therapie zu einer prophylaktischen Basis-Therapie mit Verapamil. Hierzu werden insgesamt 144 Patienten in die Studie aufgenommen, der Behandlung mit Prednison oder Placebo zugeordnet und prospektiv bezüglich der Anzahl der Cluster-Kopfschmerzattacken innerhalb der ersten Therapiewoche untersucht. Diese Studie könnte bei Erfolg zu einer (Weiter-)Entwicklung von Leitlinien zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen führen und wichtige Erkenntnisse zur Sicherheit dieser Therapie liefern.

Abgeschlossen

Vergleich der Wirksamkeit und Sicherheit von zwei Prednisolon-Dosierungen in der Behandlung von Patienten mit früher rheumatoider Arthritis: eine randomisierte, placebokontrollierte Studie

Förderkennzeichen: 01KG1204
Gesamte Fördersumme: 415.177 EUR
Förderzeitraum: 2012 - 2018
Projektleitung: Prof. Dr. Hans-Joachim Trampisch
Adresse: Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät und Klinikum, Zentrum für biomedizinische Methoden, Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie
Overbergstr. 17
44801 Bochum

Vergleich der Wirksamkeit und Sicherheit von zwei Prednisolon-Dosierungen in der Behandlung von Patienten mit früher rheumatoider Arthritis: eine randomisierte, placebokontrollierte Studie

Obwohl Glukokortikoide (GK) sehr oft in der Behandlung von Patienten mit früher rheumatoider Arthritis (RA) eingesetzt werden, ist die hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit optimale Dosis bisher nicht bekannt. Das Ziel der Untersuchung ist der Vergleich von zwei GK-Standarddosierungen zu Placebo und untereinander in der Behandlung von Patienten mit früher aktiver RA, welche gleichzeitig eine Basistherapie mit Methotrexat (MTX) erhalten. In einer 18-monatigen Rekrutierungsphase werden in mehr als 30 deutschen rheumatologischen Schwerpunktpraxen 450 Patienten in die Studie eingeschlossen. Die Studie ist eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit zwei Therapiearmen (Beginn mit 10 oder 60 mg Prednisolon (P) täglich, Dosisminderung bis auf 5 mg P täglich innerhalb von 8 Wochen) und einem Placeboarm. Jeder Arm umfasst 150 Patienten. Die Dauer der Intervention beträgt 12 Wochen. Parallel beginnen alle Patienten eine Medikation mit MTX, gewöhnlich 15 mg pro Woche. Primärer Endpunkt ist die radiologische Progression gemessen als Veränderung der van der Heijde Modifikation des Sharp Scores zwischen Erstbefund und dem Ende des Beobachtungszeitraums nach einem Jahr. Sekundäre Endpunkte sind u.a. der Anteil der Patienten in Remission und die Veränderung der Funktionskapazität im Beobachtungszeitraum. Die Sicherheit der Medikation wird überwacht.

Erste internationale randomisierte Studie beim malignen progressiven Phäochromozytom und Paragangliom (First International Randomised Study in MAlignant Progressive Phaeochromocytoma and Paraganglioma; FIRST-MAPPP)

Förderkennzeichen: 01KG1203
Gesamte Fördersumme: 1.357.464 EUR
Förderzeitraum: 2012 - 2020
Projektleitung: Dr. Martin Fassnacht
Adresse: Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik und Poliklinik I
Oberdürrbacher Str. 6
97080 Würzburg

Erste internationale randomisierte Studie beim malignen progressiven Phäochromozytom und Paragangliom (First International Randomised Study in MAlignant Progressive Phaeochromocytoma and Paraganglioma; FIRST-MAPPP)

Maligne Phäochromozytome und Paragangliome (PPGL) sind sehr seltene Tumore, die in Deutschland jährlich bei etwa 50 Patienten neu diagnostiziert werden. Bis heute gibt es keine effektive Standardtherapie und das mittlere 5-Jahres-Überleben der Patienten beträgt ca. 45%. Jüngere Forschungsergebnisse haben dazu geführt, dass die Gefäßneubildung bei diesen Tumoren als aussichtsreiches Therapieziel erkannt wurde. Einzelne Berichte über positive Verläufe mit dem Medikament Sunitinib legten eine genauere Untersuchung des Medikaments nahe. Die Studie wird nun als erste randomisierte Studie beim malignen PPGL durchgeführt. Sie wird die Wirksamkeit von Sunitinib im Vergleich zur Behandlung mit einem Scheinmedikament untersuchen. In die Studie aufgenommen werden Patienten mit metastasiertem und progressivem PPGL, die nicht vollständig operiert werden können. Der primäre Endpunkt ist das progressions-freie Überleben. Sekundäre Endpunkte sind Lebensqualität, die Tumoransprechrate und das Gesamtüberleben. Insgesamt werden 144 Patienten in Europa eingeschlossen. Demonstriert die Studie die Überlegenheit der Sunitinib-Behandlung gegenüber Placebo, so ergibt sich eine neue therapeutische Option für die Behandlung der malignen Phäochromozytome und Paragangliome. Dies würde für die Betroffenen zu einer Lebensverlängerung und zur Steigerung der Lebensqualität führen.

Abgeschlossen

Mineralokortikoid Rezeptor Antagonisten bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (MiREnDa)

Förderkennzeichen: 01KG1202
Gesamte Fördersumme: 806 EUR
Förderzeitraum: 2012 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Christoph Wanner
Adresse: Universitätsklinikum Würzburg, Medizinische Klinik und Poliklinik I
Oberdürrbacher Str. 6
97080 Würzburg

Mineralokortikoid Rezeptor Antagonisten bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (MiREnDa)

Patienten mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz weisen eine Sterblichkeitsrate von 15-20% auf. Fast die Hälfte der Todesfälle ist auf kardiovaskuläre Ursachen zurückzuführen. Trotz dieser extrem hohen Mortalität gibt es derzeit keine etablierte medikamentöse Therapie. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass der bereits für andere Indikationen zugelassene Wirkstoff Spironolacton (ein Diuretikum) auch hier wirksam ist. Ziel der MiREnDa-Studie ist es daher, Wirksamkeit und Sicherheit von Spironolacton bei niereninsuffizienten Dialysepatienten zu untersuchen. Primärer Endpunkt dieser randomisierten, Placebo-kontrollierten und doppelblind durchgeführten Studie ist die Veränderung eines kardiovaskulären Parameters (linksventrikulärer Massen-Index). Dieser stellt nachweislich einen prognostisch wichtigen Faktor für das kardiovaskuläre Risiko dar. In zwölf Monaten sollen insgesamt 120 Patienten mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz in 20 Dialysezentren rekrutiert werden. Für die weitere Behandlung werden diese dann an eines der drei beteiligten Universitätszentren in Würzburg, Erlangen/Nürnberg oder Frankfurt am Main überwiesen. Dort werden die Patienten randomisiert und für die nächsten 40 Wochen mit 1x täglich 50mg Spironolacton oder Placebo behandelt.

Einfluss einer NOD2-Genotyp-gesteuerten Antibiotikaprophylaxe auf das Überleben von Patienten mit Leberzirrhose und Aszites (INCA-Studie)

Förderkennzeichen: 01KG1201
Gesamte Fördersumme: 1.727.714 EUR
Förderzeitraum: 2013 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Frank Lammert
Adresse: Universität des Saarlandes, Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Innere Medizin II, Gastroenterologie und Endokrinologie
Kirrberger Str. 100
66424 Homburg

Einfluss einer NOD2-Genotyp-gesteuerten Antibiotikaprophylaxe auf das Überleben von Patienten mit Leberzirrhose und Aszites (INCA-Studie)

Patienten mit Leberzirrhose haben ein Risiko von bis zu 60% innerhalb von 12 Monaten zu versterben. Insbesondere infektiöse Komplikationen, wie die spontane bakterielle Peritonitis (SBP), erhöhen die Sterblichkeit dieser Patienten. Genetische Varianten im "NOD2"-Gen beeinträchtigende Schleimhautbarriere. In Vorarbeiten konnte gezeigt werden, dass "NOD2"-Varianten mit einem deutlich erhöhten SBP-Risiko und einer erhöhten Sterblichkeit von Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose und Aszites (Bauchwassersucht) einhergehen. Die vorliegende Studie wird im Rahmen einer randomisierten, doppelblinden, Plazebo-kontrollierten Untersuchung klären, ob eine prophylaktische Therapie mit Norfloxacin bei Patienten mit Leberzirrhose und Aszites, die Träger der "NOD2"-Varianten sind, die Sterblichkeit senkt. Im Rahmen der Studie werden 1.380 Patienten in ausgewiesenen deutschen "Leberzentren" gescreent, um schließlich 186 Patienten mit Leberzirrhose und Aszites, die Träger der Risikovarianten sind, in die Studie einzuschließen. Das Ziel der Studie ist es, das Überleben der Patienten mit und ohne Prophylaxe über 12 Monate miteinander zu vergleichen. Die Bestätigung eines günstigen Effekts der Prophylaxe auf das Überleben der Patienten wird die Behandlung von Patienten mit Leberzirrhose verbessern und könnte die Folgekosten dieser häufigen Erkrankung senken.

Abgeschlossen

Prospektive randomisierte, doppel-blinde und plazebo-kontrollierte klinische Studie mit Hydroxychloroquin (HCQ) bei Patienten mit einer entzündlichen Osteoarthritis (OA) der Hände (OA TREAT)

Förderkennzeichen: 01KG1106
Gesamte Fördersumme: 3.129.566 EUR
Förderzeitraum: 2012 - 2018
Projektleitung: Prof. Dr. Gerd-Rüdiger Burmester
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie
Charitéplatz 1
10117 Berlin

Prospektive randomisierte, doppel-blinde und plazebo-kontrollierte klinische Studie mit Hydroxychloroquin (HCQ) bei Patienten mit einer entzündlichen Osteoarthritis (OA) der Hände (OA TREAT)

Entzündliche Arthrose (sog. "Gelenkverschleiß") gilt als eine der häufigsten Erkrankung des Bewegungsapparates, die zu Schmerzen, Schwellungen, Steifigkeit und Verformungen in und um das betroffene Gelenk und letztlich zu einem allmählichen Funktionsverlust des Gelenks führt. Diese Erkrankung ist keine Krankheit nur älterer Menschen, sondern tritt auch häufig im erwerbsfähigen Alter in der jüngeren Bevölkerung auf. Daher ist es nicht nur aus Sicht der betroffenen Patienten sondern auch aus gesundheitsökonomischer Sicht von besonderer Bedeutung, eine frühzeitige Behandlung der Erkrankung zu finden. Hydroxychloroquin (HCQ) ist ein krankheitsveränderndes Medikament für die Behandlung von verschiedenen rheumatischen und dermatologischen Erkrankungen, das in der täglichen Praxis auch schon für die Behandlung der entzündlichen Arthrose eingesetzt wird. Oberstes Ziel der Studie ist es daher, prospektiv, placebo-kontrolliert, doppel-blind und GCP-konform die Wirksamkeit von HCQ bei der entzündlichen Arthrose der Hand zu untersuchen. Hierzu werden in der Rekrutierungsphase 510 Patienten in die Studie aufgenommen, der Behandlung mit HCQ oder Placebo zugeordnet und prospektiv bezüglich zwei primärer Endpunkte hin untersucht: Schmerzen und Funktionsfähigkeit der Hand (gemessen mit dem Australian-Canadian Osteoarthritis Index; AUSCAN-Fragebogen) sowie Fortschreiten der Erkrankung, bestimmt über Röntgenaufnahme (radiologische Progression). Demonstriert die Studie die Überlegenheit der HCQ-Behandlung gegenüber Placebo, so ergibt sich eine neue therapeutische Option für die Behandlung der entzündlichen Arthrose. Dies würde für die Betroffenen zu einer Steigerung der Lebensqualität durch Schmerzreduktion und Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Hände führen. Aus gesundheitsökonomischer Sicht könnten gerade bei jüngeren Patienten Berufsausfälle und frühzeitige Berentung vermieden werden.

Frühe prospektive Therapiestudie zur Verzögerung des Nierenversagens bei Kindern mit Alport Syndrom - EARLY PRO-TECT Alport

Förderkennzeichen: 01KG1104
Gesamte Fördersumme: 1.123.630 EUR
Förderzeitraum: 2012 - 2019
Projektleitung: PD Dr. Oliver Gross
Adresse: Georg-August-Universität Göttingen, Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät, Zentrum Innere Medizin, Nephrologie und Rheumatologie
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen

Frühe prospektive Therapiestudie zur Verzögerung des Nierenversagens bei Kindern mit Alport Syndrom - EARLY PRO-TECT Alport

Das "Alport Syndrom" ist eine erbliche Nierenerkrankung, die zu einer fortschreitenden Vernarbung der Nieren und so zu einem schleichenden Funktionsverlust der Organe führt. Dies hat bereits im Jugend- bzw. jungen Erwachsenenalter ein endgültiges Versagen der Nierenfunktion zur Folge. Die betroffenen Kinder werden dialyse-pflichtig, dies ist für die gesamte Familie sehr belastend. In den meisten Fällen wird die Diagnose des Alport Syndroms jedoch viele Jahre vor dem Nierenversagen gestellt und eröffnet somit die Möglichkeit einer frühen Intervention. Bisher gibt es aber noch keine gesicherte Therapie. In Tierversuchen konnte der ACE-Hemmer Ramipril das Nierenversagen deutlich herauszögern. Daher werden viele Kinder mit Alport Syndrom mit ACE-Hemmern behandelt, jedoch außerhalb der zugelassenen Indikationsgebiete und ohne zuverlässige Daten zu Wirkung und Nebenwirkungen. Das primäre Ziel dieser Studie ist daher, prospektiv, Placebo-kontrolliert und GCP-konform den Nutzen eines besonders frühen Therapiebeginns bei Kindern in einem frühen Krankheitsstadium gegen die Risiken abzuwägen. Hierzu werden in der Rekrutierungsphase alle in Deutschland neu diagnostizierten Alport-Patienten zusammen mit bereits therapierten Patienten in frühen Krankheitsstadien prospektiv untersucht. Bei 120 einzuschließenden Patienten sind die primären Endpunkte "Progress der Nierenerkrankung" und "Arzneimitteltherapiesicherheit". Neu diagnostizierte Patienten in sehr frühen Krankheitsstadien werden zunächst für Ramipril gegen Placebo 1:1 randomisiert und für drei Jahre behandelt. Wenn die Nierenerkrankung bei den Patienten in der Placebo-Gruppe fortschreitet, ist der primäre Endpunkt "Progress" erreicht und die Patienten werden auf Verum umgesetzt. Für diese Patienten werden dann nur die Daten bezüglich der Medikamentensicherheit weiterhin erhoben.

Intensivierte Statintherapie vor koronarer Bypassoperation

Förderkennzeichen: 01KG1103
Gesamte Fördersumme: 5.872.850 EUR
Förderzeitraum: 2012 - 2019
Projektleitung: Dr. Oliver Liakopoulos
Adresse: Universität zu Köln, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum, Klinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie
Kerpener Str. 62
50937 Köln

Intensivierte Statintherapie vor koronarer Bypassoperation

Patienten mit koronarer Herzerkrankung haben trotz Anwendung moderner Therapieverfahren ein Risiko für das Auftreten von schwerwiegenden kardiovaskulären Komplikationen nach einer Herzbypassoperation. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus kardiologischen Studien belegen den Nutzen einer intensivierten Therapie mit Statinen, d. h. Arzneimitteln gegen erhöhte Cholesterolkonzentrationen im Blut vor einer Katheteroperation am Herzen, welche bei den Patienten mit einer deutlichen Reduktion der kardiovaskulären Komplikationen assoziiert war. Ziel der StaRT-CABG Studie ist es, die schützenden Effekte von Statinen auf das Herz als neuartigen klinischen Therapieansatz zur Reduktion des Komplikationsrisikos bei herzchirurgischen Patienten zu überprüfen. Mit Einschluss von 2.630 Patienten über eine Rekrutierungszeit von drei Jahren an insgesamt acht beteiligten Herzzentren in Nordrhein-Westfalen ist die StaRT-CABG Studie die bisher weltweit größte randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie, welche den klinischen Nutzen einer präoperativen Therapie mit Statinen bei herzchirurgischen Patienten im Rahmen eines multizentrischen Ansatzes untersuchen soll.

Eine randomisierte kontrollierte Studie zur Untersuchung der Effizienz einer antipsychotischen Kombinationsbehandlung von Olanzapin und Amisulprid bei akut erkrankten Patienten mit Schizophrenie - COMBINE

Förderkennzeichen: 01KG1102
Gesamte Fördersumme: 2.495.807 EUR
Förderzeitraum: 2012 - 2019
Projektleitung: Dr. Joachim Cordes
Adresse: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Rheinische Kliniken Düsseldorf, Allgemeine Psychiatrie II
Bergische Landstr. 2
40629 Düsseldorf

Eine randomisierte kontrollierte Studie zur Untersuchung der Effizienz einer antipsychotischen Kombinationsbehandlung von Olanzapin und Amisulprid bei akut erkrankten Patienten mit Schizophrenie - COMBINE

Weltweit leiden rund 1 % der Bevölkerung an einer Schizophrenie – einer schweren psychischen Erkrankung, die mit Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivität einhergeht. Die medikamentöse Behandlung spielt insbesondere bei der Akuttherapie eine wichtige Rolle. Ziel der Studie ist, die therapeutische Effizienz und das Auftreten unerwünschte Arzneimittelwirkungen bei der antipsychotischen Kombinationsbehandlung von Amisulprid und Olanzapin im Vergleich zur jeweiligen Monotherapie bei Patienten mit Schizophrenie während der akuten Krankheitsphase zu untersuchen. Der Hintergrund dieser Fragestellung ist, dass antipsychotische Kombinationstherapie eine seit Jahrzehnten weit verbreitete klinische Praxis ist, für die bisher keine durchgehende Evidenz einer erhöhten Wirksamkeit und ausreichenden Verträglichkeit gezeigt werden konnte. Nach neueren Erkenntnissen könnten die gezielte Kombinationstherapie durch ergänzende pharmakodynamische Effekte und eine Dosisreduktion der Einzelsubstanzen das therapeutische Ergebnis verbessern und sich positiv auf unerwünschte arzneimittelbedingte Wirkungen auswirken.

Abgeschlossen

Phase III Studie zur CCNU/Temozolomid (TMZ) Kombinationstherapie versus Standard-Temozolomid-Therapie bei neu diagnostizierten Glioblastompatienten mit methyliertem MGMT-Promoter im Tumor (CeTeG)

Förderkennzeichen: 01KG1005
Gesamte Fördersumme: 1.921.990 EUR
Förderzeitraum: 2010 - 2017
Projektleitung: Prof. Dr. Ulrich Herrlinger
Adresse: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Neurologische Klinik
Sigmund-Freud-Str. 25
53127 Bonn

Phase III Studie zur CCNU/Temozolomid (TMZ) Kombinationstherapie versus Standard-Temozolomid-Therapie bei neu diagnostizierten Glioblastompatienten mit methyliertem MGMT-Promoter im Tumor (CeTeG)

Glioblastome sind besonders aggressive Hirntumore, die schnell in das gesunde Hirngewebe wuchern. Die Prognose von Patientinnen und Patienten mit einem neudiagnostizierten Glioblastom ist nach wie vor schlecht. Werden die Patienten mit der Standardtherapie, d.h. mit einer Strahlentherapie und dem Chemotherapeutikum Temozolomid (TMZ), behandelt, liegt ihre durchschnittliche Überlebenszeit bei 14,6 Monaten. Ergebnisse einer Vorstudie deuten nun darauf hin, dass die mittlere Überlebenszeit von Glioblastom-Patienten durch ein neues Therapiekonzept auf etwa 23 Monate verlängert werden kann. Hierbei erhalten die Patienten sowohl eine Strahlentherapie als auch eine kombinierte Chemotherapie mit zwei Zytostatika, CCNU und TMZ. Dieses neue Therapiekonzept soll nun im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme „Klinische Studien“ in einer multizentrischen, randomisierten Phase III-Studie mit der Standardtherapie verglichen werden. Da in der Vorstudie nur Glioblastom-Patienten von der veränderten Therapie profitierten, die an einem bestimmten DNA-Abschnitt, dem MGMT-Promoter, eine Modifikation durch eine Methylierung tragen, werden in die geplante Studie nur Patienten mit dieser genetischen Voraussetzung eingeschlossen. Sollte die geplante Studie das Ergebnis der vorangegangenen Studie bestätigen, müsste die CCNU/TMZ-Therapie als neue Standardtherapie für Patienten mit einem neudiagnostizierten Glioblastom, die einen methylierten MGMT-Promotor-Status tragen, angesehen werden. In die Phase III-Studie werden nun in 12 deutschen Zentren über einen Zeitraum von zwei Jahren Patientinnen und Patienten mit neudiagnostiziertem Glioblastom aufgenommen und für mindestens zwei Jahre nach Studieneinschluss beobachtet. Der primäre Endpunkt der Studie ist das Gesamtüberleben der Patienten. Sekundäre Endpunkte sind u.a. das progressionsfreie Überleben der Patienten, die Ansprechrate auf die Therapie, akute und späte toxische Effekte sowie die Lebensqualität.

Abgeschlossen

Randomisierte Phase III Studie zu niedrig dosiertem Cytarabin und Etoposid mit oder ohne All-trans Retinsäure bei älteren, für eine intensive Chemotherapie ungeeigneten Patienten mit einer akuten myeloischen Leukämie und NPM1 Genmutation

Förderkennzeichen: 01KG1004
Gesamte Fördersumme: 1.574.286 EUR
Förderzeitraum: 2010 - 2018
Projektleitung: Dr. Richard Schlenk
Adresse: Universität Ulm, Universitätsklinikum, Zentrum für Innere Medizin, Klinik für Innere Medizin III
Albert-Einstein-Allee 23
89081 Ulm

Randomisierte Phase III Studie zu niedrig dosiertem Cytarabin und Etoposid mit oder ohne All-trans Retinsäure bei älteren, für eine intensive Chemotherapie ungeeigneten Patienten mit einer akuten myeloischen Leukämie und NPM1 Genmutation

Ältere AML-Patienten, die nicht für eine intensive Chemotherapie in Frage kommen, sind gekennzeichnet durch eine hohe Anbindungsrate an Kliniken (extensive supportive Therapie in Form von Bluttransfusionen, Behandlung von Infekten durch Antibiotika, chemotherapeutische Kontrolle der leukämischen Zellen, etc.). Hauptziel des Forschungsprojektes ist es, eine Verbesserung der Rate an Remissionen und des Überlebens dieser Patienten, damit Verminderung der hohen Anbindungsrate an eine Klinik und Verringerung der Kosten für supportive Maßnahmen und Einsparung im Gesundheitswesen bei Wirksamkeit der neuen Therapiestrategie zu erreichen. In der Studie soll der Einfluss von All-trans-Retinsäure als Zusatz zu einer niedrig dosierten Chemotherapie mit Cytarabin und Etoposid auf das Gesamtüberleben bei älteren, für eine intensive Chemotherapie ungeeigneten Patienten mit akuter myeloischer Leukämie mit NPM1 Genmutation untersucht werden. Weiterhin soll die Effizienz dieser Therapie anhand der Rate an kompletten Remissionen, kumulativer Inzidenz an Rezidiven und Todesfällen in kompletter Remission untersucht und die Toxizität dieser Therapie sowie die Krankenhausverweildauer und Lebensqualität gemessen werden. Außerdem soll die Häufigkeit von NPM1 Genmutationen und von krankhaften genetischen Veränderungen bei älteren, für eine intensive Chemotherapie ungeeigneten Patienten analysiert werden.

Randomisierte, kontrollierte Studie zur Anwendung von Simvastatin bei leichter kognitiver Störung (SIMaMCI)

Förderkennzeichen: 01KG0822
Gesamte Fördersumme: 3.996.098 EUR
Förderzeitraum: 2008 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Isabella Heuser
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie
Eschenallee 3
14050 Berlin

Randomisierte, kontrollierte Studie zur Anwendung von Simvastatin bei leichter kognitiver Störung (SIMaMCI)

In dem Vorhaben wird im Rahmen einer doppel-blinden, placebo-kontrollierten klinischen Studie geprüft, ob die Einnahme von Simvastatin (60mg/Tag) bei Probanden mit leichter kognitiver Störung die Entwicklung einer Demenz hinauszögern kann. Zudem wird untersucht, ob der Nutzen einer Behandlung mit Simvastatin niedrigem Amyloidprotein-Spiegel bzw. hohem TAU-Protein-Spiegel im Liquor der Probanden korreliert. Darüberhinaus wird der Einfluss genetischer Faktoren auf die Wirksamkeit der Behandlung analysiert. Die teilnehmenden Prüfzentren haben sich in der Mehrzahl bereits an früheren Therapiestudien der Therapieplattform des KND e.V. beteiligt, so dass die Arbeitsplanung entsprechend den Vorkenntnissen in einem etablierten Netzwerk gestaltet werden kann. Insgesamt werden 640 Probanden mit leichter kognitiver Störung rekrutiert und zwischen zwei und fünf Jahren behandelt werden. Der Verlauf der Erkrankung wird an Hand psychologischer Tests und bildgebender Verfahren (MRT) beurteilt. Darüber hinaus werden Blut- und Liquorproben untersucht. Wenn die Hälfte der für die Auswertung der Studie notwendigen Ereignisse (Transgression zur Demenz) eingetreten ist, wird durch die Biometrie eine Interimsanalyse und erneute Fallzahlberechnung durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie werden in entsprechenden Fachzeitschriften publiziert und auf internationalen Kongressen vorgestellt. Es wird erwartet, dass die Studienergebnisse dazu beitragen können, die medikamentöse Prävention von chronisch neurodegenerativen Erkrankungen zu verbessern.