Verbund

FIBER

Beim Herzversagen kommt es regelmäßig zu einer schädlichen Anreicherung von Bindegewebe, einer sogenannten Fibrose. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn Gefäßerkrankungen die Ursache des Herzversagens sind. Die Bindegewebsanreicherung schränkt die Elastizität der Herzkammern weiter ein und verschlechtert so die Funktion des erkrankten Herzens. Aktuell gibt es hierfür nur wenige wirksame Behandlungen..

Hauptverantwortlich für die Produktion von Bindegewebe sind Bindegewebszellen (Fibroblasten). Sie könnten daher als Ansatzpunkt für neue Therapien dienen. In diesem Vorhaben werden deshalb genetische Elemente der Fibroblasten-DNA, sogenannte Enhancer, identifiziert. Enhancer spielen eine wichtige Rolle bei der Aktivierung von Genen. In dem Projekt wird zusätzlich die Struktur der Fibroblasten-DNA analysiert, nachdem diese aktiviert wurde und somit Bindegewebe produziert wird. Die Untersuchungen sollen zu neuen Therapieansätzen führen, um „Fibrose“ erstmals ursächlich behandeln zu können.

Für ihre Untersuchungen verwenden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler künstliches Herzgewebe (Engineered Heart Tissue, EHT) aus Herzmuskelzellen und Fibroblasten. Dieses EHT dient dazu, mithilfe eines dreidimensionalen Gewebemodells zu analysieren, wie die Aktivierung der Fibroblasten beispielsweise die Struktur des Erbguts beeinflusst. So soll überprüft werden, wie eine überschießende Bindegewebsproduktion eingeschränkt werden kann.

Teilprojekte

Abgeschlossen

Fibrose-Behandlung durch Ausschaltung pro-fibrotischer Enhancer

Förderkennzeichen: 01KL1912
Gesamte Fördersumme: 299.252 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2023
Projektleitung: Dr. Dr. Justus Stenzig
Adresse: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf - Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie
Martinistr. 52
20251 Hamburg

Fibrose-Behandlung durch Ausschaltung pro-fibrotischer Enhancer

Beim Herzversagen, insbesondere wenn Gefäßerkrankungen die Ursache sind, kommt es regelmäßig zu einer schädlichen Anreicherung von Bindegewebe, zur so genannten Fibrose. Diese Fibrose wirkt sich weiter schädlich auf die Elastizität der Herzkammern aus und kann die Funktion eines erkrankten Herzens weiter verschlechtern. Zurzeit gibt es keine gut wirksame Therapie, die diesen Aspekt des Herzversagens angeht. Hauptverantwortlich für die Produktion von Bindegewebe sind Bindegewebszellen, die Fibroblasten. Diese Zellen an ihrer Arbeit zu hindern, könnte einen möglichen Therapieansatz darstellen. Im hier beantragten Projekt sollen Elemente in der DNA der Fibroblasten, so genannte "Enhancer", identifiziert werden, die eine wichtige Rolle bei der Aktivierung der Fibroblasten spielen. Zusätzlich soll untersucht werden, wie sich die Struktur der Erbinformation der Fibroblasten epigenetisch verändert, wenn diese zur Herstellung von Bindegewebe aktiviert werden. Aus diesen Ergebnissen sollen Hinweise auf Therapieformen der Zukunft gewonnen werden, die die Fibrose erstmals ursächlich einschränken könnten. Dieses Projekt soll in einem internationalen Verbund von Forschern in Marseille (Frankreich), Madrid (Spanien), Mailand (Italien) und in Hamburg bearbeitet werden. In Hamburg soll künstliches Herzgewebe (Engineered Heart Tissue, EHT) aus Herzmuskelzellen und Fibroblasten, welche aus induzierten pluripotenten Stammzellen hergestellt werden, zum Einsatz kommen. Dieses EHT soll dazu dienen, in einem kleinen aber dreidimensionalen, Kraft-entwickelnden Gewebemodell die Folgen einer Aktivierung der Fibroblasten auf die Struktur des Erbguts zu untersuchen und zu prüfen, ob Manipulationen des Erbguts der Fibroblasten, die durch die anderen Projektpartner vorgenommen werden, geeignet sind, eine überschießende Bindegewebsproduktion einzuschränken.