Verbund

MICROEXPLORATION

Gefäßverkalkungen sind ein bekanntes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Insbesondere kleinste Verkalkungen der Gefäßwand, sogenannte Mikrokalzifikationen, könnten hierfür bedeutsam sein: Sie begünstigen möglicherweise, dass krankhafte Ablagerungen in Gefäßen, sogenannte atherosklerotische Plaques, sich lösen und beispielsweise einen Herzinfarkt verursachen. Trotz der großen klinischen Bedeutung von Gefäßverkalkungen im Allgemeinen ist bislang unklar, welche Rolle Mikroverkalkungen spielen und ob sie medikamentös behandelt werden können.

Der transnationale Verbund „MICROEXPLORATION“ hat daher zum Ziel, Mikroverkalkungen zu charakterisieren und ihre Entstehung zu unterbinden. Die Forscherinnen und Forscher testen sodann, ob Gefäßplaques sich hierdurch tatsächlich seltener lösen. Hierzu fokussieren sie auf einen neuartigen Mechanismus: Mikroverkalkungen beginnen offenbar in kleinen Bläschen, welche von Gefäßmuskelzellen abgesondert werden. Das Eiweiß Sortilin sowie ein besonderes Enzym, die "Gewebe-unspezifische Alkalische Phosphatase" (kurz „TNAP“), scheinen hierbei den Verkalkungsprozess in Gang zu setzen. Ziel des Projekts ist es, die Bedeutung der TNAP zu verstehen und dieses Enzym zu hemmen – eine vielversprechende Hemmsubstanz liegt den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bereits vor. Für ihre Untersuchungen wenden sie vielschichtige Methoden an, z.B. verschiedene Zellkultur- und Tiermodelle. Sollte sich ihre Hypothese bestätigen, wäre dies ein neuartiger Ansatzpunkt, um die Loslösung von Plaques vermeiden zu können und kardiovaskuläre Erkrankungen zu behandeln.

Im Verbund "MICROEXPLORATION" arbeitet das deutsche Forschungsteam eng mit Teams aus Polen und Frankreich zusammen. Koordiniert werden die Arbeiten durch den französischen Partner.

Teilprojekte

Der Einfluss von Mikrokalzifizierung auf die Plaque-Vulnerabilität

Förderkennzeichen: 01KL1801
Gesamte Fördersumme: 281.591 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2021
Projektleitung: Dr. Claudia Goettsch
Adresse: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Fakultät 10 - Medizin und Universitätsklinikum, Medizinische KliniK I, Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin
Pauwelsstr. 30
52074 Aachen

Der Einfluss von Mikrokalzifizierung auf die Plaque-Vulnerabilität

Das Vorhaben ist Teil des transnationalen Verbundes "MICROEXPLORATION" mit einem deutschen und einem polnischen Partner sowie einem französischen Koordinator. Gefäßverkalkungen sind ein bekanntes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Insbesondere kleinste Verkalkungen, sogenannte Mikrokalzifikationen, scheinen hierfür bedeutsam zu sein. Es wird vermutet, dass Mikrokalzifikationen das Ablösen von krankhafte Ablagerungen in Gefäßen, sogenannte atherosklerotische Plaques, begünstigen und damit einen Herzinfarkt verursachen. Trotz der großen klinischen Bedeutung von Gefäßverkalkungen ist der Entstehungsmechanismus von Mikroverkalkungen bislang wenig untersucht. Er beginnt offenbar in kleinen vesikulären Strukturen, die von Gefäßmuskelzellen abgesondert werden, und wird durch ein besonderes Enzym, die "Gewebe-unspezifische Alkalische Phosphatase", kurz: TNAP, gesteuert. Ziel dieses Projektes ist es, die Bedeutung der TNAP zu verstehen und ihre Aktivität zu hemmen. Dies könnte einen neuen Ansatzpunkt zur Behandlung von Mikrokalzifizierungen und gegen die Loslösung von Plaques sein. Die Ergebnisse des deutschen Partners fließen unmittelbar in die Arbeit der internationalen Projektpartner ein und sind unerlässlich um das Ziel - die Vorbeugung und Behandlung von Mikrokalzifizierung und damit die Vermeidung von Herz-Kreislauferkrankungen - zu erreichen.