Verbund

Druggable-MI-genes

Die Koronare Herzkrankheit ist eine der führenden Todesursachen in Europa und verursacht hohe Kosten im europäischen Gesundheitssystem. Bei dieser Erkrankung verengen oder verschließen sich die Herzkranzgefäße, welche das Herz mit sauerstoffreichem Blut und Nährstoffen versorgen. Dies kann zu verschiedenen Krankheitssymptomen führen – bis hin zu einem Herzinfarkt. Es ist daher von hoher gesellschaftlicher und gesundheitspolitischer Bedeutung, die Ursachen der Erkrankung besser zu verstehen und wirksame Maßnahmen zu etablieren, um ihr vorzubeugen. Zwar konnten genomweite Analysen kürzlich 93 Zielstellen an Genen identifizieren, die mit der Koronaren Herzkrankheit zusammenhängen – ihre Funktion ist aber bislang unklar.

Der transnationale Verbund „Druggabble-MI-Genes“ hat daher zum Ziel, solche Risikogene besser zu verstehen und möchte die physiologischen Netzwerke und Regelkreise identifizieren, in denen sie eine Rolle spielen. Die Forscherinnen und Forscher hoffen, hierdurch neuartige Krankheitsmechanismen aufdecken zu können und somit auch neue Ansatzpunkte zu finden, um die Koronare Herzkrankheit zu behandeln. Hierzu wenden sie moderne bioinformatische und systembiologische Methoden an und können auf wichtige Datensätze aus verschiedenen Kohortenstudien und Biobanken zurückgreifen. Darüber hinaus werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwei wichtige, bereits bekannte Signalwege untersuchen, die besonders vielversprechend erscheinen, um der Erkrankung vorzubeugen. In einem letzten Schritt wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schließlich prüfen, ob sich ihre Ergebnisse aus diesen beiden Ansätzen in anderen Datensätzen erneut zeigen lassen und sie auf diese Weise validieren.

Im Verbund „Druggabble-MI-Genes“ arbeitet das Forscherteam aus Deutschland eng mit Teams aus Estland, Großbritannien und den Niederlanden zusammen. Der deutsche Partner übernimmt hierbei einen Teil der bioinformatischen Untersuchungen und bearbeitet einen der beiden Signalwege, den sogenannten NO/cGMP-Signalweg. Darüber hinaus wird der deutsche Partner den transnationalen Verbund koordinieren.

Teilprojekte

Untersuchung des therapeutischen Potenzials von Genen des Myokardinfarkts

Förderkennzeichen: 01KL1802
Gesamte Fördersumme: 256.689 EUR
Förderzeitraum: 2018 - 2021
Projektleitung: Prof. Dr. Heribert Schunkert
Adresse: Deutsches Herzzentrum München, Klinik an der Technischen Universität München, Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen
Lazarettstr. 36
80636 München

Untersuchung des therapeutischen Potenzials von Genen des Myokardinfarkts

Das Vorhaben ist Teil des Transnationalen Verbundes "druggable MI-genes" mit einem niederländischen, estländischen und britischen Partner und einem deutschen Koordinator. Die Koronare Herzkrankheit (KHK) zählt zu den führenden Todesursachen in Europa und ihre Behandlung verursacht jährlich hohe Kosten im europäischen Gesundheitssystem. Aus diesem Grund ist die Etablierung früher und sinnvoller Präventionsmaßnahmen von enormer gesundheitspolitischer Bedeutung. Noch immer sind die zugrunde liegenden pathophysiologischen Mechanismen der KHK nur teilweise erforscht und ihre Prävention könnte deutlich verbessert werden. Diese Lücke zwischen Grundlagenforschung und der klinischen Praxis soll im Rahmen des ERA-Nets-CVD verringert werden. In genomweiten Assoziationsstudien (GWAS, englisch: genome-wide association studies) wurde ein erhöhtes Risiko für die Entstehung der KHK mit 93 Genloci in Verbindung gebracht. Ziel des Vorhabens ist es, die Mechanismen solcher neuartiger Zielgene, deren genetische Varianten zu Plaqueinstabilität und zu einem erhöhten KHK-Risiko führen und die zudem bisher noch nicht für eine Behandlung genutzt werden, auf molekularer Ebene aufzuklären. Das langfristige Ziel ist, eine genom-basierte und damit präzisere Prävention für koronare Atherosklerose und Plaqueinstabilität zu etablieren.