Verbund

Europäisches Forschungsnetzwerk mit dem Ziel, die Diagnose und Behandlung von angeborenen Glykosylierungsdefekten zu verbessern (EURO-CDG-2)

Angeborene Defekte der Glykosylierung (CDG) sind seltene Erkrankungen, die dadurch begründet sind, dass wichtige Proteine in der Zelle nicht mit den für ihre Funktion notwendigen Zuckermolekülen verknüpft werden. Dies führt zur Fehlfunktion und -entwicklung unterschiedlichster Organsysteme. Aufgrund der komplexen Natur der Glykosylierungsdefekte ist die Zahl der Patientinnen und Patienten, die eine wirksame Behandlung erhalten, bislang nur sehr klein. Ziel des Forschungsverbundes ist es unter anderem, nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten zu suchen. Hierzu zählen beispielsweise die Verbesserung der bestehenden Therapie mit einzelnen Zuckern, die Überprüfung von neuen molekularen Therapieansätzen sowie Untersuchungen zur möglichen Verwendung von Chloroquin und anderen pharmakologischen Wirkstoffen als neue therapeutische Ansätze, um die fehlerhafte Glykosylierung wieder herzustellen. Die Studien werden sowohl im Zellkultursystem als auch im Tiermodell erfolgen. Parallel dazu werden auch Wege zur schnelleren Diagnose und Aufklärung von bekannten und neuen CDG-Typen untersucht sowie überprüft, inwieweit andere unterstützende Maßnahmen das Leben der Patientinnen und Patienten und ihrer Familien positiv beeinflussen.

Teilprojekte

Vorhaben der Universität Heidelberg

Förderkennzeichen: 01GM1604A
Gesamte Fördersumme: 186.187 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Dr. Christian Thiel
Adresse: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin - Klinik Kinderheilkunde I
Im Neuenheimer Feld 430
69120 Heidelberg

Vorhaben der Universität Heidelberg

Ziel des Forschungsverbundes ist es unter anderem, nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten zu suchen. Hierzu zählen beispielsweise die Verbesserung der bestehenden Monosaccharidtherapie, die Überprüfung von molekularen Chaperonen und Antisense-vermitteltem Exon-Skipping sowie Untersuchungen zur möglichen Verwendung von Chloroquin und anderen pharmakologischen Wirkstoffen als neue therapeutische Ansätze, um die fehlerhafte Glykosylierung wieder herzustellen. Die Studien werden sowohl im Zellkultursystem als auch im Tiermodell erfolgen. Parallel dazu werden auch Wege zur schnelleren Diagnose und Aufklärung von bekannten und neuen CDG-Typen untersucht sowie überprüft, inwieweit andere unterstützende Maßnahmen das Leben der Patienten und ihrer Familien positiv beeinflussen. Die ermittelten Daten werden in eine Datenbank eingepflegt. Der Arbeitsplan sieht zunächst vor, geeignete Zellkultur- und Mausmodelle für die anstehenden Untersuchungen zu generieren, wobei der Schwerpunkt auf den Defekten PMM2-, MPI-, PGM1-, TMEM165- und ATP6V0AP2-CDG liegen wird. Neben Supplementationsstudien mit Mannose, Galaktose oder Chloroquin sollen auch Chaperone und das Verfahren des `Exonskippings´ als therapeutischer Ansatz ausprobiert werden. Zudem werden auch neue pharmakologisch wirksame Moleküle mittels Hochdurchsatzuntersuchungen identifiziert und getestet werden. Weiterer Schwerpunkt ist die Verbesserung der Diagnostik sowie die Sammlung von Daten zur klinischen und allgemeinen Lebenssituation der Patienten und deren Eingabe in eine Datenbank.

Vorhaben der Charité Berlin

Förderkennzeichen: 01GM1604B
Gesamte Fördersumme: 217.055 EUR
Förderzeitraum: 2016 - 2019
Projektleitung: Prof. Dr. Uwe Kornak
Adresse: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin-Brandenburg Center für Regenerative Therapien (BCRT)
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

Vorhaben der Charité Berlin

Angeborene Defekte der Glykosylierung (CDG) sind seltene Erkrankungen und führen zur Fehlfunktion und -entwicklung unterschiedlichster Organsysteme. Über 30 solcher CDG-Syndrome sind bisher bekannt, aber es wird vermutet, dass es noch mehr genetische Defekte gibt, die einen Glykosylierungsdefekt hervorrufen. Ziel dieses Projekts ist eine möglichst schnelle diagnostische Abklärung durch Hochdurchsatzsequenzierung von Patienten mit Hinweis auf ein CDG-Syndrom und ggf. die Identifizierung neuer genetischer Ursachen. Durch Genom-Editierung sollen Zellmodelle für verschiedene CDGs für ein Screening nach neuen therapeutischen Ansätzen erzeugt werden. Anhand von Mausmodellen werden die genauen Pathomechanismen der TMEM165- und ATP6V0A2-CDG vergleichend untersucht. Auf der Basis der Ergebnisse aus dem therapeutischen Screening und der Erkenntnisse aus der Phänotyp-Analyse sollen in beiden Tiermodellen therapeutische Ansätze erprobt werden.