Verbund

Resolve15q13 - Aufklärung der molekularen Mechanismen von genetischen Veränderungen auf Chromosom 15q13 mittels genetischer und neurologischer Forschung

Bei Kopienzahlvariationen von Chromosom 15q13.3 handelt es sich um seltene Erkrankungen mit schwerwiegenden gesundheitlichen Konsequenzen. Die betroffenen Personen leiden häufig unter psychiatrischen Krankheitsbildern (Autismus-Spektrum-Störung, Bipolare Störung, Schizophrenie) und kognitiven Einschränkungen (Entwicklungsverzögerung, geistige Behinderung). Diese stellen eine erhebliche Belastung für die Betroffenen, deren Familien und das gesellschaftliche Umfeld dar.

Bisherige Erkenntnisse weisen insbesondere auf eine Rolle der beiden Gene OTUD7A und CHRNA7 hin. Im Rahmen dieses internationalen Projekts sollen die genetischen Ursachen sowie die molekularen und neurobiologischen Konsequenzen der Kopienzahlvariationen untersucht werden. Hierfür werden sowohl induzierte pluripotente Stammzellen als auch Mausmodelle verwendet. Die genetischen Veränderungen sollen mittels moderner Sequenziertechnologie auf Chromosom 15q13 detailliert charakterisiert werden.

Das Vorhaben in Heidelberg stellt die Brücke zu den betroffenen Patientinnen und Patienten her, rekrutiert für die Studie und führt eine Netzwerkanalyse der Hirnfunktion bei Personen mit einem Verlust von chromosomalem Material (15q13-Deletion) im Vergleich zu Personen mit einem Zugewinn von chromosomalem Material (15q13-Duplikation) durch. Die Studie soll dazu führen, Personen mit Kopienzahlvariationen im Chromosom 15q13.3 früher und umfassender zu diagnostizieren und deren Krankheitsverläufe zuverlässiger vorhersagen zu können. Die molekularen Krankheitsmechanismen sollen besser verstanden und quantifizierbare Kriterien für den Behandlungserfolg („Outcome-Measures“) für zukünftige klinische Studien etabliert werden.

Im Verbund forschen Arbeitsgruppen aus fünf Ländern gemeinsam an der Lösung dieser Fragen. Mit der Fördermaßnahme wird das Ziel verfolgt, ergänzende Expertisen und Ressourcen von einschlägig qualifizierten Arbeitsgruppen aus den teilnehmenden Ländern zusammenzuführen. Durch kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte bei der Diagnose seltener Krankheiten ermöglicht werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen wären.

Teilprojekte

Aufklärung der molekularen Mechanismen von genetischen Veränderungen auf Chromosom 15q13 mittels genetischer und neurologischer Forschung

Förderkennzeichen: 01GM2307
Gesamte Fördersumme: 339.848 EUR
Förderzeitraum: 2023 - 2026
Projektleitung: Prof. Dr. Christian Schaaf
Adresse: Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Heidelberg, Institut für Humangenetik
Im Neuenheimer Feld 366
69120 Heidelberg

Aufklärung der molekularen Mechanismen von genetischen Veränderungen auf Chromosom 15q13 mittels genetischer und neurologischer Forschung

Bei Kopienzahlveränderungen von Chromosom 15q13.3 handelt es sich um seltene Erkrankungen mit schwerwiegenden gesundheitlichen Konsequenzen für die Betroffenen. Dabei stehen vor allem die Belastung durch psychiatrische Krankheitsbilder (Autismusspektrumstörung, bipolare Störung, Schizophrenie) und die kognitive Einschränkung (Entwicklungsverzögerung und geistige Behinderung) der betroffenen Personen im Vordergrund. Diese stellen eine erhebliche Belastung für die Betroffenen, deren Familien und das gesellschaftliche Umfeld dar. Bisherige Erkenntnisse weisen insbesondere auf eine Rolle der beiden Gene OTUD7A und CHRNA7 hin. Im Rahmen dieses internationalen Projekts sollen die genetischen Ursachen, sowie die molekularen und neurobiologischen Konsequenzen der Kopienzahlveränderungen untersucht werden. Hierfür werden sowohl induzierte pluripotente Stammzellen als auch Mausmodelle verwendet. Die genetischen Veränderungen sollen mittels long read Sequenziertechnologie auf Chromosom 15q13 im Detail charakterisiert werden. Das Vorhaben in Heidelberg stellt die Brücke zu den betroffenen Patientinnen und Patienten dar, rekrutiert für die Studie und führt eine Netzwerkanalyse der Hirnfunktion bei Personen mit Verlust von chromosomalem Material (15q13 Deletion) im Vergleich zu Patienten mit Zugewinn von chromosomalem Material (15q13 Duplikation) durch. Die Studie soll dazu führen, Personen mit Kopienzahlveränderung 15q13.3 besser, früher und umfassender zu diagnostizieren, deren Krankheitsverläufe besser vorhersagen zu können, die molekularen Mechanismen der Krankheit besser verstehen zu können und quantifizierbare Outcome Measures für zukünftige klinische Studien zu etablieren.