Verbund

Narcomics

Narkolepsie mit Kataplexie Typ 1 (NT1) ist eine seltene neurologische Erkrankung. Charakteristische Symptome sind plötzliche Schläfrigkeit und der Verlust der Muskelspannung. NT1 wird durch den Verlust bestimmter Nervenzellen verursacht. Eine Besonderheit von NT1 ist, dass fast alle Betroffene eine bestimmte Form eines Eiweißmoleküls in ihren Zellen aufweisen (sog. HLA Moleküle). HLA Moleküle spielen eine wichtige Rolle bei der Immunantwort. Es wird daher vermutet, dass NT1 eine Autoimmunkrankheit ist, bei der körpereigene Zellen an der Zerstörung der Nervenzellen beteiligt sind und somit die Erkrankung verursachen.

Ziel des Verbundes „Narcomics“ ist es daher, den Mechanismus aufzuklären, der zu NT1 führt. Dazu sollen die beteiligten körpereigenen Zellen identifiziert und mit verschiedenen Methoden analysiert werden. Dies ermöglicht es, neue Ansatzpunkte für Therapien zu entwickeln.

Im Verbund forschen Arbeitsgruppen aus drei Ländern gemeinsam an der Lösung dieser Fragen. Mit der Fördermaßnahme wird das Ziel verfolgt, ergänzende Expertisen und Ressourcen von einschlägig qualifizierten Arbeitsgruppen aus den teilnehmenden Ländern zusammenzuführen. Durch kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte bei der Therapie seltener Krankheiten ermöglicht werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen wären.

Teilprojekte

Aufklärung der Immunpathogenese von Narkolepsie Typ 1 durch Kombination verschiedener "Omics"-Technologien

Förderkennzeichen: 01GM1915
Gesamte Fördersumme: 238.463 EUR
Förderzeitraum: 2019 - 2021
Projektleitung: PD Dr. Klaus Dornmair
Adresse: Ludwig-Maximilians-Universität München, Klinikum, Campus Großhadern, Institut für Klinische Neuroimmunologie
Marchioninistr. 15
81377 München

Aufklärung der Immunpathogenese von Narkolepsie Typ 1 durch Kombination verschiedener "Omics"-Technologien

Narkolepsie mit Kataplexie Typ 1 (NT1) ist eine seltene, chronische, neurologische Erkrankung. Charakteristische Symptome sind plötzliche Schläfrigkeit und der Verlust des Muskeltonus. NT1 wird verursacht durch den Verlust einer kleiner Populationen spezialisierter Nervenzellen, die das Neuropeptid Orexin (Synonym "Hypokretin") produzieren. Eine auffällige Besonderheit von NT1 ist, dass fast alle Patienten ein bestimmtes HLA-Molekül (HLA-DQB1*06:02) exprimieren. HLA Moleküle präsentieren antigene Peptide an T-Zellen und spielen somit eine zentrale Rolle in der Immunabwehr. Aufgrund der starken Assoziation von NT1 mit HLA-DQB1*06:02 vermutet man daher, dass NT1 eine Autoimmunkrankheit ist, bei der möglicherweise T-Zellen an der Zerstörung der Nervenzellen beteiligt sind. Ziel des Verbundes ist es daher den immunologischen Mechanismus aufzuklären, der zu NT1 führt, die beteiligten T-Zellen zu identifizieren und zu isolieren, und diese dazu zu benutzen, die Peptide zu identifizieren, die bewirken, dass die Orexin-produzierenden Nervenzellen zerstört werden. Dazu werden verschiedene detaillierte Analysen der T-Zellen kombiniert. Dadurch sollen die immunologischen Vorgänge aufgeklärt werden, die bei NT1 Patienten zum Absterben der Nervenzellen führen.