Verbund

Propranolol zur Prävention der schweren Frühgeborenen-Retinopathie

Bei unreifen Frühgeborenen kommt es im zweiten und dritten Monat oft zu einer Erkrankung der Augen, die unbehandelt zur Erblindung führen kann. Die Behandlung dieser sogenannten Frühgeborenenretinopathie mittels Laser oder Injektionen von Medikamenten direkt ins Auge ist schwierig und hat Nebenwirkungen.

Propranolol, ein  ß-Blocker, ist ein seit Jahrzehnten in der Medizin zur Blutdrucksenkung eingesetztes Medikament, das auch bei Neugeborenen mit angeborenen Herzfehlern Anwendung findet. Bei Säuglingen kann Propranolol außerdem wachsende Blutschwämmchen zur Rückbildung bringen.

Einzelbeobachtungen und mehrere kleine Studien lassen die Vermutung zu, dass Propranolol die Augenerkrankung bei Kindern günstig beeinflusst. Diese Hypothese soll in einer großen prospektiven randomisierten Doppelblind-Multicenterstudie mit Beteiligung von Kliniken in Deutschland, der Schweiz, der Türkei und Israel überprüft werden. Sollte sich die Vermutung bestätigen, so könnte mit Gabe von Propranolol-Saft einer Reihe von Frühgeborenen eine schwere Augenerkrankung und ihre Behandlung erspart werden.

Im Verbund arbeiten Arbeitsgruppen aus vier Ländern gemeinsam an der Lösung der Forschungsfrage. Mit den Fördermaßnahmen wird das Ziel verfolgt, ergänzende Expertisen und Ressourcen von einschlägig qualifizierten Arbeitsgruppen aus den teilnehmenden Ländern zusammenzuführen. Durch kooperative Forschungsansätze sollen Fortschritte bei der Therapie seltener Krankheiten ermöglicht werden, die allein auf nationaler Ebene nicht zu erreichen wären.

Teilprojekte

Propranolol zur Prävention der schweren Frühgeborenen-Retinopathie

Förderkennzeichen: 01GM1703
Gesamte Fördersumme: 1.299.380 EUR
Förderzeitraum: 2017 - 2020
Projektleitung: Prof. Dr. Christoph Bührer
Adresse: Charité, Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Neonatologie
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

Propranolol zur Prävention der schweren Frühgeborenen-Retinopathie

Propranolol, ein sogenannter ß-Blocker, ist ein seit Jahrzehnten in der Medizin zur Blutdrucksenkung eingesetztes Medikament, das auch bei Neugeborenen mit angeborenen Herzfehlern Anwendung findet. Bei Säuglingen kann Propranolol außerdem wachsende Blutschwämmchen (Hämangiome) zur Rückbildung bringen. Bei sehr unreifen Frühgeborene kommt es im zweiten und dritten Monat oft zu einer überschießenden Gefäßaussprossung am Augenhintergrund, die unbehandelt zur Erblindung führen kann. Die Behandlung dieser sogenannten Frühgeborenenretinopathie (ROP) mittels Laser oder Injektionen von Medikamenten direkt ins Auge ist schwierig und nebenwirkungsbehaftet. Einzelbeobachtungen und mehrere kleine Studien lassen die Vermutung zu, dass Propranolol die ROP günstig beeinflusst. Diese Hypothese soll in einer großen prospektiven randomisierten Doppelblind-Multicenterstudie mit Beteiligung von Kliniken in Deutschland, der Schweiz, der Türkei und Israel überprüft werden. Sollte sich die Vermutung bestätigen, so könnte mit Gabe von Propranolol-Saft einer Reihe von Frühgeborenen eine schwere ROP und ihre Behandlung erspart werden. Extrem unreife Frühgeborene (Gestationsalter < 28 Wochen) mit Zeichen einer beginnenden ROP erhalten ab einem Alter von mindestens fünf Wochen oral Prorapranolol (1,5 mg/kg/d in vier Dosen) oder Placebo. Die Behandlung wird bis zur Rückbildung der ROP fortgesetzt und spätestens bei der Entlassung beendet. Die Studie ist auf eine Fallzahl von 276 Frühgeborenen ausgelegt, um eine 50% Verringerung der Zahl der Kinder mit schwerer ROP (Grad 3) unter Propranolol belegen zu können.